Cyclocross-Weltmeisterschaften 2004
Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 2004 wurden am 31. Januar und 1. Februar im französischen Pontchâteau ausgetragen.
Ablauf
Die Leitung der Union Cycliste Internationale hatte die Austragung drei Jahre zuvor an Pontchâteau vergeben.[1] Es waren die zweiten Titelkämpfe an diesem Ort nach 1989, und sie fanden wie zuvor im Park von Coët-Roz statt. Ein 2650 m langer Rundkurs wurde je nach Kategorie unterschiedlich oft befahren.
Am ersten Tag waren die Wettkämpfe der jüngeren männlichen Altersklassen (Junioren und U23). Den zweiten Tag eröffnete das Frauen-Rennen, in dem auch Juniorinnen zugelassen waren, den Abschluss bildete das Elite-Rennen der Männer. Wegen der Nähe zur Atlantikküste wechselten das Wetter und damit die Streckenverhältnisse mehrfach. 16 Landesverbände entsandten Vertreter zu den Wettkämpfen, deutlich weniger als in den Jahren zuvor; die einzigen außereuropäischen Teilnehmer kamen aus den USA, Kanada und Japan.
Ergebnisse
Junioren
| Platz | Name | Zeit (min) |
|---|---|---|
| 1 | Niels Albert | 40:33 |
| 2 | Roman Kreuziger | + 0:22 |
| 3 | Clément Lhotellerie | + 1:29 |
| 4 | Clément Cid | + 1:47 |
| 5 | Petr Novotný | + 1:49 |
| 6 | Jan Škarnitzl | + 2:05 |
| 7 | René Lang | + 2:10 |
| 8 | Thijs van Amerongen | + 2:44 |
| 9 | Damien Robert | + 2:46 |
| 10 | Jonathan Lopez | gl. Zeit |
Das Rennen fand bei widrigen Verhältnissen statt, die Fahrer hatten mit Regen und kaltem Wind zu kämpfen. Niels Albert und Roman Kreuziger gingen bereits in der ersten Runde in Führung, verfolgt von den Franzosen Clément Lhotellerie und Clément Cid. Kreuziger als der bessere Sprinter ließ Albert das Tempo machen, musste jedoch in der zweiten Rennhälfte abreißen lassen und Albert den Sieg überlassen. Lhotellerie gewann die Bronzemedaille, das Podium war damit dasselbe wie bei den zuvor erstmals ausgetragenen Europameisterschaften.[2]
U23
| Platz | Name | Zeit (min) |
|---|---|---|
| 1 | Kevin Pauwels | 49:38 |
| 2 | Mariusz Gil | + 0:08 |
| 3 | Martin Zlámalík | + 0:16 |
| 4 | Sébastien Minard | gl. Zeit |
| 5 | Lukas Flückiger | + 0:18 |
| 6 | Zdeněk Štybar | + 0:25 |
| 7 | Krzysztof Kuźniak | gl. Zeit |
| 8 | Enrico Franzoi | gl. Zeit |
| 9 | Klaas Vantornout | + 0:29 |
| 10 | Wesley Van Der Linden | gl. Zeit |
Bis zum U23-Rennen hatte der Regen aufgehört, doch war der Boden noch matschig. Lange Zeit blieb eine größere Gruppe zusammen, erst in der zweiten Rennhälfte führte eine Attacke Sébastien Minards zur Bildung eines Spitzenquartetts, zu dem noch Mariusz Gil sowie die Belgier Kevin Pauwels und Wesley Van Der Linden gehörten. Die letzteren lösten sich wiederholt, arbeiteten aber nicht recht zusammen, so dass noch U23-Europameister Martin Zlámalík Anschluss fand. Kurz vor dem Ziel musste Van Der Linden absteigen, möglicherweise durch Kollision mit einem überrundeten Fahrer, und die anderen zogen davon. Pauwels gewann, auch für ihn selbst überraschend, den Titel.[2][3]
Frauen
| Platz | Name | Zeit (min) |
|---|---|---|
| 1 | Laurence Leboucher | 43:06 |
| 2 | Maryline Salvetat | + 0:37 |
| 3 | Hanka Kupfernagel | + 0:51 |
| 4 | Ann Knapp | + 1:48 |
| 5 | Alison Dunlap | + 1:54 |
| 6 | Louise Robinson | + 2:02 |
| 7 | Marianne Vos | + 2:40 |
| 8 | Corinne Sempé | + 2:43 |
| 9 | Reza Hormes-Ravenstijn | + 2:44 |
| 10 | Birgit Hollmann | + 2:46 |
Am zweiten Tag war der Parcours wieder getrocknet, so dass ein schnelleres Rennen möglich wurde. Laurence Leboucher attackierte in der zweiten Runde, und Hanka Kupfernagel machte sich an die Verfolgung, hatte aber mit Maryline Salvetat eine weitere Französin am Hinterrad. Lebouchers Vorsprung wuchs stetig an, so dass ihr zweiter WM-Titel bald außer Frage stand. In der vorletzten Runde ging auch Salvetat an Kupfernagel vorbei und sorgte für einen französischen Doppelsieg vor Heimpublikum.[4] Die spätere Rekordweltmeisterin Marianne Vos nahm als Juniorin an ihrer ersten Weltmeisterschaft teil und kam auf den siebten Platz.
Männer
| Platz | Name | Zeit (h) |
|---|---|---|
| 1 | Bart Wellens | 1:02:19 |
| 2 | Mario De Clercq | gl. Zeit |
| 3 | Sven Vanthourenhout | + 0:07 |
| 4 | Daniele Pontoni | + 0:21 |
| 5 | Ben Berden | + 0:24 |
| 6 | Erwin Vervecken | + 0:29 |
| 7 | Francis Mourey | + 0:38 |
| 8 | Petr Dlask | + 0:40 |
| 9 | Michael Baumgartner | + 0:49 |
| 10 | Alessandro Fontana | + 1:09 |
Schon vor dem Rennen bestand kaum ein Zweifel, dass der Weltmeister erneut aus Belgien kommen würde. Die Fahrer des Landes bestimmten von Beginn an das Tempo, und ab der Mitte des Rennens lagen Titelverteidiger Bart Wellens, der schon 38-jährige Ex-Weltmeister Mario De Clercq und Sven Vanthourenhout zu dritt in Führung, wobei Vanthourenhout Mühe hatte, das Tempo zu halten. Die drei kamen zusammen auf die Zielgerade, wo Wellens um eine viertel Radlänge vor De Clercq gewann. Einzige Enttäuschung auf belgischer Seite war Sven Nys, der einen schlechten Tag hatte und aufgab, ebenso wie der niederländische Ex-Weltmeister Richard Groenendaal.[5][6]
Weblinks
- Cyclocross-WM 2004 auf der UCI-Website ( vom 25. August 2004 im Internet Archive)
- Berichte und Ergebnisse auf CyclingNews
- Zusammenfassung des Männer-Rennens auf Sporza
- Cyclocross-Weltmeisterschaften 2004 in der Datenbank von Cyclocross24.com
- Cyclocross-Weltmeisterschaften 2004 in der Datenbank von ProCyclingStats
Einzelnachweise
- ↑ Pressemitteilung der UCI vom 2. Februar 2001 ( vom 19. August 2012 im Internet Archive)
- ↑ a b Belgium two for two at ‘cross world’s. Velo, 31. Januar 2004 (englisch).
- ↑ Mondial espoirs Kevin Pauwels, le récidiviste. DHnet.be, 1. Februar 2004 (französisch).
- ↑ Hanka Kupfernagel gewinnt Bronze. Bund Deutscher Radfahrer, 1. Februar 2004.
- ↑ Un triomphe attendu. La Libre, 1. Februar 2004 (französisch).
- ↑ Terug in de tijd: WK Veldrijden 2004. Cycling Story, 24. Januar 2012 (niederländisch).
Koordinaten: 47° 26′ 32″ N, 2° 5′ 9″ W