Cyclocross-Weltmeisterschaften 1989

Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 1989 wurden am 28. und 29. Januar im französischen Pontchâteau ausgetragen.

Ablauf

Der Vorstand der Union Cycliste Internationale vergab im August 1987 die Ausrichtung der Weltmeisterschaften an Pontchâteau.[1] Der örtliche Sportverein hatte sich auf Initiative des Nationaltrainers und ehemaligen Fahrers Jean-Yves Plaisance hin beworben.[2] Schauplatz war der Park von Coët-Roz, gegenüber dem Stadtkern am Fluss Brivet gelegen. Der 3.120 m lange Parcours galt als sehr schnell mit nur 10 % Laufstrecke und vielen Überholmöglichkeiten.[3] An beiden Tagen herrschte vorfrühlingshaftes Wetter.

Am ersten Tag fand das Amateurrennen mit 52 Fahrern aus 15 Nationen über acht Runden statt. Die Charakteristik des Kurses drückte sich in einem engen Rennverlauf aus, dennoch gelang es den Tschechoslowaken, zu viert die Spitze des Rennens zu kontrollieren. Im Zielsprint, der zwischen acht Fahrern ausgetragen wurde, belegten sie die Plätze 1, 2, 4 und 8; es gewann Ondrej Glajza vor Radomír Šimůnek und Roger Honegger. Der Titelverteidiger Karel Camrda kam mit Magenproblemen auf den 25. Platz. Diesen Platz hatte ursprünglich der Niederländer Frank Groenendaal inne, der nachträglich disqualifiziert wurde, weil er in der Wechselzone längere Zeit ohne Fahrrad gelaufen war.

Der zweite Tag wurde von den Junioren eröffnet. Es bildete sich ein Spitzentrio mit Richard Groenendaal, Emmanuel Magnien und dem Schweizer Roland Schätti, der in der vierten von sechs Runden zu einer größeren Verfolgergruppe zurückfiel. Groenendaal setzte sich in der letzten Runde gegen Magnien durch, den Sprint der Verfolger gewann der Italiener Bertotti. Alle 46 Fahrer wurden klassiert.

Bei den Profis, zu deren Rennen 20.000 Zuschauer gekommen waren, gab es 33 Teilnehmer. Die Ex-Weltmeister Hennie Stamsnijder und Albert Zweifel bestritten ihre letzte WM. Für letzteren war der Wettkampf bereits nach einem Sturz auf der Startgeraden beendet, der ihn und den Briten Steve Douce zur Aufgabe zwang. Auch Titelverteidiger Pascal Richard ging zu Boden, fuhr zunächst weiter, gab jedoch zur Mitte des Rennens auf. Ein weiterer früher Sturz zwang auch Ex-Weltmeister Roland Liboton zur Aufgabe. Die Belgier Danny De Bie und Paul De Brauwer erregten Aufsehen, indem sie die als Hindernisse aufgebauten Balken auf dem Fahrrad sitzend übersprangen, im Gegensatz zur Konkurrenz. In einem ansonsten engen Rennen verschaffte sich De Bie auf diese Weise einen entscheidenden Vorteil und setzte sich zur Hälfte des Rennens alleine ab. Nach neun Runden gewann er um 24 Sekunden vor Adrie van der Poel, im Sprint einer Gruppe um den dritten Platz setzte sich Christophe Lavainne durch, Stamsnijder wurde Siebter.

Ergebnisse

Profis
Platz Name Zeit (h)
1 Belgien Danny De Bie 1:00:58
2 Niederlande Adrie van der Poel + 0:24
3 Frankreich Christophe Lavainne + 0:27
4 Schweiz Beat Breu gl. Zeit
5 Niederlande Henk Baars gl. Zeit
6 Deutschland Volker Krukenbaum gl. Zeit
7 Niederlande Hennie Stamsnijder + 0:29
8 Belgien Paul De Brauwer + 0:33
9 Belgien Ivan Messelis + 0:46
10 Schweiz Bruno D’Arsié + 1:13
Amateure
Platz Name Zeit (min)
1 Tschechoslowakei Ondrej Glajza 54:28
2 Tschechoslowakei Radomír Šimůnek senior gl. Zeit
3 Schweiz Roger Honegger gl. Zeit
4 Tschechoslowakei Peter Hric gl. Zeit
5 Frankreich Alain Daniel gl. Zeit
6 Schweiz Beat Wabel gl. Zeit
7 Frankreich Daniel Maquet gl. Zeit
8 Tschechoslowakei Miloslav Kvasnička gl. Zeit
9 Italien Damiano Grego + 0:09
10 Frankreich Bruno Lebras + 0:13
Junioren
Platz Name Zeit (min)
1 Niederlande Richard Groenendaal 42:30
2 Frankreich Emmanuel Magnien + 0:09
3 Italien Christian Bertotti + 1:07
4 Schweiz Roland Schätti + 1:09
5 Frankreich José Jauregui + 1:11
6 Schweiz Urs Markwalder + 1:13
7 Niederlande Niels van der Steen gl. Zeit
8 Italien Attilo Leni gl. Zeit
9 Deutschland Frank Esch gl. Zeit
10 Schweiz Andreas Hubmann gl. Zeit

Einzelnachweise

  1. Le Nouvelliste, Ausgabe vom 26. August 1987, Seite 9 (Digitalisat)
  2. J.-Y. Plaisance et Coët-Roz, une histoire d'amour. Ouest-France, 5. Januar 2018; (französisch).
  3. Thuner Tagblatt, Ausgabe vom 26. Januar 1989, Seite 13 (Digitalisat)

Koordinaten: 47° 26′ 32″ N, 2° 5′ 9″ W