Cyclocross-Weltmeisterschaften 1969

Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 1969 wurden am 23. Februar in Magstadt bei Stuttgart ausgetragen.

Ablauf

Der Kongress des Radsport-Weltverbands UCI betraute auf seiner Tagung 1967 den Bund Deutscher Radfahrer mit der Veranstaltung.[1] Dieser übertrug sie an Magstadt, auch Hannover hatte sich beworben.[2] Der organisierende Verein, RV Pfeil Magstadt, brachte zu dieser Zeit Fahrer wie Karl Stähle oder Wolfgang Renner hervor.

Der Parcours war rund um die Sportplätze An den Buchen oberhalb des Orts gesteckt. Die Länge einer Runde betrug 2.750 m, davon 540 m auf der Alten Stuttgarter Straße, der Rest in den angrenzenden Wiesen und Waldstücken. Die Amateure hatten acht Runden zurückzulegen, die Profis neun.[3] Das Rennen fand bei gutem Wetter statt, doch sorgten die Temperaturen dafür, dass der Schnee taute und die Strecke sehr schwierig zu befahren war. Es waren zwölf Länder beteiligt, gegenüber dem Vorjahr kam Österreich wieder hinzu. Die Veranstaltung wurde von Eurovision übertragen.[4] Zu Beginn wurde eine Gedenkminute für die französischen Rennfahrer Jean-Pierre Ducasse und Michel Bon gehalten, die wenige Tage zuvor ums Leben gekommen waren. Ducasse war ursprünglich für die WM nominiert worden, hatte sich aber kurzfristig zurückgezogen.

Vor 25.000 Zuschauern starteten zunächst die Amateure. Der Titelverteidiger Roger De Vlaeminck führte lange das Rennen alleine an, bis ihn in der sechsten Runde René De Clercq einholte. 300 Meter vor dem Ziel stürzte De Vlaeminck in einer Kurve und musste seinem Landsmann den Sieg überlassen. In Person von Robert Vermeire belegten die Belgier auch den dritten Platz auf dem Podium. 44 von 47 gestarteten Fahrern wurden klassiert.

Das Rennen der 24 Profi-Fahrer sah einen klaren Sieg des Titelverteidigers Erik De Vlaeminck. In den ersten beiden Runden konnte nur Rolf Wolfshohl mit ihm mithalten, bevor auch er abreißen lassen musste. Auf den dritten Platz kam der fünffache Ex-Weltmeister Renato Longo. Vier Fahrer gaben unterwegs auf, neun weitere wurden überrundet.

Ergebnisse

Profis
Platz Name Zeit (h)
1 Belgien Erik De Vlaeminck 1:17:32
2 Deutschland Rolf Wolfshohl + 1:32
3 Italien Renato Longo + 3:25
4 Italien Luciano Luciani + 5:27
5 Belgien Freddy Nijs + 6:40
6 Schweiz Ernst Boller + 7:21
7 Schweiz Hermann Gretener + 7:49
8 Niederlande Huub Harings + 7:56
9 Belgien Julien Vanden Haesevelde gl. Zeit
10 Italien Giovanni Bettinelli + 8:17
Amateure
Platz Name Zeit (h)
1 Belgien René De Clercq 1:09:36
2 Belgien Roger De Vlaeminck + 0:32
3 Belgien Robert Vermeire + 0:56
4 Schweiz Jakob Küster + 1:30
5 Italien Franco Livian + 2:05
6 Schweiz Peter Frischknecht + 2:26
7 Tschechoslowakei Břetislav Souček + 2:42
8 Frankreich Pierre Bernet + 3:09
9 Belgien Flory Ongenae + 3:20
10 Niederlande Gertie Wildeboer + 3:27

Einzelnachweise

  1. Luxemburger Wort, Ausgabe vom 1. September 1967, Seite 10 (Digitalisat)
  2. Luxemburger Wort, Ausgabe vom 28. März 1968, Seite 8 (Digitalisat)
  3. Luxemburger Wort, Ausgabe vom 22. Februar 1969, Seite 20 (Digitalisat)
  4. Luxemburger Wort, Ausgabe vom 9. Dezember 1968, Seite 10 (Digitalisat)

Koordinaten: 48° 44′ 12″ N, 8° 59′ 5″ O