Cyclocross-Weltmeisterschaften 1991

Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 1991 wurden am 2. und 3. Februar im niederländischen Gieten ausgetragen.

Ablauf

Gieten war vom niederländischen Radsport-Verband Ende 1988 als Standort ausgewählt worden, um sich für die WM-Ausrichtung zu bewerben.[1] In der Folge wurde er seit 1976 bestehende Veldrit Gieten in die Superprestige-Serie aufgenommen,[2] bevor der Radsport-Weltverband UCI im August 1989 die niederländische Kandidatur akzeptierte.[3] Schauplatz war das Erholungsgebiet ’t Nije Hemelriek, eigentlich in der Nachbargemeinde Gasselte gelegen. In den Wäldern rund um den dortigen Kiesteich war ein gut 3 km langer Rundkurs aufgestellt worden. Wie in den beiden Vorjahren war die Strecke schnell und wies minimale Höhenunterschiede auf.[4] Durch tagelangen Frost war der Untergrund zudem sehr hart, an den Wettkampftagen herrschte wolkenloser Himmel bei deutlichen Minusgraden. 17 Länder beteiligten sich an den Wettkämpfen.[5]

Im Vorfeld kam es zu internen belgischen Querelen, als der Weltmeister von 1989, Danny De Bie, bei der versuchten Manipulation einer Dopingprobe ertappt und von seinem Verband gesperrt wurde. De Bie ging vor einem belgischen Geicht erfolgreich dagegen vor,[6] die UCI ließ ihn dennoch nicht starten.

Im Feld der 55 Amateure übernahm Thomas Frischknecht schon nach den ersten paar hundert Metern die Führung und gab sie bis zum Schluss nicht mehr ab. Er profitierte dabei auch von der Uneinigkeit der Verfolgergruppe, in der seine Landsleute Beat Wabel und Dieter Runkel das Tempo verschleppten. Gegen Ende kam eine fünfköpfige Gruppe zum Sprint um die Ehrenplätze, aus der sich Henrik Djernis vor Daniele Pontoni durchsetzte.

Im Juniorenrennen am zweiten Tag war das tschechoslowakische Team dominant. Dessen vier Fahrer blieben bis zum Schluss zusammen in der Spitzengruppe, zu der außer ihnen nur Jan Ullrich und der Pole Dariuz Gil gehörten. Den Sprint gewann Ondřej Lukeš vor Jiří Pospíšil und Dariusz Gil.

Das Profirennen mit 34 Teilnehmern fand vor 20.000 Zuschauern statt. Es bildete sich eine zunächst achtköpfige Spitzengruppe, in der Adrie van der Poel und Radomír Šimůnek das Tempo bestimmten und allmählich ihre Kontrahenten abschüttelten; einzig Bruno Lebras hielt sich bis zum Schluss in Schlagweite. Auf der Zielgeraden hatte Šimůnek den längeren Atem und gewann den Sprint. Er war der erste tschechoslowakische Weltmeister bei den Profis, außerdem hatte er damit nach 1980 (Junioren) und 1983 bzw. 1984 (Amateure) als erster Fahrer alle drei Kategorien gewonnen. Van der Poel hingegen musste sich zum fünften Mal mit der Silbermedaille begnügen.

Ergebnisse

Profis
Platz Name Zeit (h)
1 Tschechoslowakei Radomír Šimůnek 1:04:22
2 Niederlande Adrie van der Poel gl. Zeit
3 Frankreich Bruno Lebras + 0:06
4 Niederlande Henk Baars + 0:24
5 Belgien Wim Lambrechts + 0:28
6 Niederlande Frank van Bakel + 0:34
7 Schweiz Roger Honegger + 0:37
8 Niederlande Martin Hendriks + 0:46
9 Frankreich Dominique Arnould + 1:06
10 Frankreich Christophe Lavainne + 1:40
Amateure
Platz Name Zeit (min)
1 Schweiz Thomas Frischknecht 50:19
2 Danemark Henrik Djernis + 0:23
3 Italien Daniele Pontoni + 0:24
4 Niederlande Marcel Gerritsen + 0:26
5 Niederlande Edward Kuijper + 0:31
6 Deutschland Timo Berner + 0:32
7 Belgien Rudy Thielemans + 0:44
8 Schweiz Beat Wabel + 0:45
9 Tschechoslowakei Radovan Fořt + 0:54
10 Tschechoslowakei Pavel Elsnic + 0:59
Junioren
Platz Name Zeit (min)
1 Tschechoslowakei Ondřej Lukeš 45:47
2 Tschechoslowakei Jiří Pospíšil gl. Zeit
3 Polen Dariusz Gil gl. Zeit
4 Tschechoslowakei Václav Metlička + 0:01
5 Deutschland Jan Ullrich gl. Zeit
6 Tschechoslowakei Jan Faltýnek + 0:04
7 Niederlande Marcel Vrogten +0:21
8 Polen Tomasz Bukowski + 0:36
9 Deutschland Roman Jördens + 0:45
10 Deutschland Patrick Flamm + 0:48

Einzelnachweise

  1. De Telegraaf, Ausgabe vom 22. Dezember 1988, Seite 27 (Digitalisat)
  2. Nieuwsblad van het Noorden, Ausgabe vom 23. Februar 1989, Seite 29 (Digitalisat)
  3. De Waarheid, Ausgabe vom 14. August 1988, Seite 8 (Digitalisat)
  4. Nieuwsblad van het Noorden, Ausgabe vom 1. Februar 1991, Seite 17 (Digitalisat)
  5. Neue Zürcher Zeitung, Ausgabe vom 2. Februar 1991, Seite 61 (Digitalisat)
  6. La Liberté, Ausgabe vom 29. Januar 1991, Seite 24 (Digitalisat)

Koordinaten: 52° 58′ 17″ N, 6° 45′ 14″ O