Cyclocross-Weltmeisterschaften 1963

Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 1963 wurden am 17. Februar in Calais ausgetragen und damit zum dritten Mal in Frankreich. Es gab ein Rennen in der offenen Kategorie, also für Profis und Amateure gleichermaßen.

Ablauf

Schauplatz des Rennens waren die Dünen nahe Fort Risban, zwischen dem Hafenbecken und dem offenen Meer gelegen. Das Gelände ist heutzutage großenteils überbaut. Die aus sechs Runden bestehende, insgesamt gut 20 Kilometer lange Strecke wurde als günstig für Straßenfahrer eingeschätzt: In jeder Runde waren 1800 Meter asphaltierter Wege zurückzulegen, auch der Rest der Strecke war großenteils fahrbar, wenngleich Schnee und Regen das Gelände etwas aufgeweicht hatten. Als Favorit galt daher Rolf Wolfshohl, zumal der Titelverteidiger Renato Longo durch eine Schulterverletzung gehandicapt war.[1] Das Rennen wurde nunmehr auch im Fernsehen übertragen, Télé Luxembourg etwa brachte einen zweistündigen Bericht.[2]

Die neun im Vorjahr beteiligten Länder boten erneut jeweils vier Fahrer auf, außerdem traten erstmals nichteuropäische Nationen an: Das 1962 unabhängig gewordene Algerien entsandte drei Fahrer, Marokko zwei. Wolfshohl hatte nach der ersten Runde einen Vorsprung von 100 Metern vor seinem engsten Verfolger, dem Vizeweltmeister des Vorjahrs Maurice Gandolfo. Dieser fiel alsbald zurück, und Longo nahm den zweiten Platz ein, konnte Wolfshohl jedoch zu keiner Zeit gefährlich werden, der nach 1960 und 1961 zum dritten Mal gewann. Mit einer Siegerzeit von knapp 46 Minuten handelte es sich um das mit Abstand kürzeste Weltmeisterschaftsrennen aller Zeiten. Um den dritten Platz entbrannte ein Wettstreit zwischen André Dufraisse und Amerigo Severini, den ersterer im Sprint für sich entschied. Der bereits 36-jährige Dufraisse gewann somit bei seinem letzten WM-Auftritt erneut eine Medaille, seine elfte insgesamt.

40 der 41 gestarteten Fahrer erreichten das Ziel. Mit Huub Harings stand erstmals ein Niederländer unter den ersten Zehn. Das aus den Platzierungen der drei besten Fahrer jeder Mannschaft errechnete Länderklassement gewann Frankreich vor Italien, Belgien und Deutschland.

Ergebnisse

Platz Name Zeit (min)
1 Deutschland Rolf Wolfshohl 45:52
2 Italien Renato Longo + 1:20
3 Frankreich André Dufraisse + 2:39
4 Italien Amerigo Severini gl. Zeit
5 Belgien Roger De Clercq + 3:04
6 Belgien Albert Van Damme + 3:08
7 Frankreich Pierre Bernet + 3:10
8 Frankreich André Foucher + 3:18
9 Niederlande Huub Harings + 3:28
10 Deutschland Winfried Bölke + 3:45

Einzelnachweise

  1. Der Bund, Ausgabe vom 16. Februar 1963, Seite 9 (Digitalisat)
  2. Luxemburger Wort, Ausgabe vom 16. Februar 1963, Seite 19 (Digitalisat)

Koordinaten: 50° 57′ 47″ N, 1° 50′ 21″ O