Cyclocross-Weltmeisterschaften 1953
Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 1953 wurden am 8. März in Oñati im spanischen Baskenland ausgetragen. Sie waren die vierten ihrer Art. Es gab ein Rennen in der offenen Kategorie, also für Profis und Amateure gleichermaßen.
Ablauf
Die Meisterschaften waren vom Kongress des Radsport-Weltverbands UCI im März 1952 an den spanischen Verband vergeben worden.[1] Oñati hatte under anderem die spanischen Meisterschaften 1947 ausgerichtet und war auch für das Bergzeitfahren Subida a Arantzazu bekannt, welches am Tag nach der Cyclocross-WM ausgerichtet wurde. In der zeitgenössischen Berichterstattung wurde der Ort stets bei seinem spanischen Namen Oñate genannt. In den Tagen vor dem Wettkampf fand ein weiterer UCI-Kongress im nahen San Sebastián statt.[2]
Das Rennen wurde von 42 Fahrern aus 10 Nationen bestritten, eine deutliche Steigerung zu den vorherigen Ausgaben. Dazu trug auch bei, dass die Verbände bis zu fünf statt wie zuvor vier Fahrer stellen konnten.[3] Diese kamen aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Luxemburg, der Schweiz, Spanien sowie aus dem Saarland, dessen Saarländischer Radfahrer-Bund damals eigenständiges Mitglied der UCI war, außerdem entsandte Finnland einen einzelnen Fahrer.
Start und Ziel des 21,860 km langen Parcours waren in der Stadtmitte vor dem Universitätsgebäude. Eine knapp 5,5 Kilometer lange Runde, die viermal befahren wurde, suchte die Hänge zu beiden Seiten der Stadt auf, wobei auch steile Laufpassagen zu bewältigen waren.
Vor 35.000 Zuschauern zeigten sich die französischen Fahrer wie in den Vorjahren überlegen und belegten die ersten drei Plätze. Gilbert Bauvin führte die erste Runde an, gefolgt von Titelverteidiger Roger Rondeaux und André Dufraisse, während Pierre Jodet durch einen Sturz aufgehalten wurde und Ex-Weltmeister Jean Robic wegen eines Materialschadens aufgab. In der zweiten Runde schloss Rondeaux zu Bauvin auf und ließ diesen in der dritten Runde hinter sich, um den dritten Titel in Folge zu gewinnen. 33 Fahrer beendeten erfolgreich das Rennen. Der Brite Keith Brock war unterwegs gestürzt und wurde mit schwerer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus transportiert. Im von L’Équipe ausgelobten Länderklassement siegte Frankreich deutlich vor Belgien, Spanien, der Schweiz und Luxemburg, die alle dicht beieinanderlagen.
Ergebnisse
| Platz | Name | Zeit (h) |
|---|---|---|
| 1 | Roger Rondeaux | 1:00:22 |
| 2 | Gilbert Bauvin | + 0:55 |
| 3 | André Dufraisse | + 2:00 |
| 4 | Hans Bieri | + 2:45 |
| 5 | Joaquim Filba | + 2:56 |
| 6 | Pierre Jodet | + 3:04 |
| 7 | Julián Aguirrezabal | + 3:06 |
| 8 | Alex Close | + 3:32 |
| 9 | Johny Goedert | + 4:05 |
| 10 | Roger De Clercq | + 4:44 |
Weblinks
- Berichte über das Rennen:
- Luxemburger Wort, Ausgabe vom 9. März 1953, Seite 6 (Digitalisat)
- Neue Zürcher Zeitung, Ausgabe vom 9. März 1953, Seite 18 (Digitalisat)
- L’Équipe, Ausgabe vom 9. März 1953, Seiten 1 und 3 (Digitalisat auf Gallica)
- El Mundo Deportivo, Ausgabe vom 9. März 1953, Seite 1 und Seite 6
- Ergebnislisten:
- Cyclocross-Weltmeisterschaften 1953 in der Datenbank von Radsportseiten.com
- Cyclocross-Weltmeisterschaften 1953 in der Datenbank von ProCyclingStats
- 1953, Historia Pedalkadaz – Dokumentation über die WM 1953 (spanisch/baskisch; Parcours bei 20:17 min)
Einzelnachweise
- ↑ L’Équipe, Ausgabe vom 3. März 1952, Seite 4, Spalte 1 (Digitalisat auf Gallica)
- ↑ El Mundo Deportivo, Ausgabe vom 8. März 1953, Seite 3 (Digitalisat)
- ↑ Luxemburger Wort, Ausgabe vom 1. Dezember 1952, Seite 6 (Digitalisat)
Koordinaten: 43° 2′ 0″ N, 2° 24′ 52″ W