Cyclocross-Weltmeisterschaften 1974
Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 1974 wurden am 24. Februar in Bera ausgetragen. Der im baskischsprachigen Teil Navarras liegende Ort wurde in der zeitgenössischen Berichterstattung mit seinem spanischen Namen Vera de Bidasoa bezeichnet.
Ablauf
Im November 1972 vergab der Kongress des Radsport-Weltverbands UCI die Ausrichtung an Spanien.[1] Der spanische Verband gab einige Monate später Bera als Austragungsort bekannt.[2] Der Parcours, dessen Länge mit 2.975 Metern angegeben wurde, lag auf den Hängen rund um den Ort und war von steilen Aufstiegen und ebenso steilen Abfahrten gekennzeichnet. Er wurde von den Profis achtmal und von den Amateuren siebenmal befahren, je eine Runde weniger als ursprünglich angekündigt. Bei den Profis kamen über 1000 Höhenmeter Steigung zusammen.[3]
Es waren Fahrer aus 14 Ländern beteiligt, darunter mit den Vereinigten Staaten, Algerien und Marokko drei nichteuropäische. Der luxemburgische Verband enthielt sich der Teilnahme, da seine besten Fahrer nach Verletzungen nicht in der Lage gewesen waren, ihre Form unter Beweis zu stellen.[4] Alle Länder beteiligten sich am Amateurrennen, wo es bei maximaler Mannschaftsstärke von vier Fahrern 50 Starter gab.
Vor 20.000 Zuschauern fand zunächst das Profirennen mit nur 17 Teilnehmern statt. Mehrere prägende Figuren der Vorjahre waren nicht mehr zugegen: Rolf Wolfshohl hatte seine Karriere beendet wie vor ihm schon Renato Longo, und Titelverteidiger Erik De Vlaeminck litt unter schweren persönlichen Problemen.[5] An seiner Stelle bestritt sein Bruder Roger De Vlaeminck, Amateurweltmeister 1968, das Rennen und galt neben Albert Van Damme als Favorit. Letzterer setzte sich bereits zu Beginn an die Spitze, und neben De Vlaeminck konnten nur Peter Frischknecht und der Vizeweltmeister des Vorjahrs André Wilhelm anfangs sein Tempo mitgehen. In der zweiten Runde stürzte Wilhelm und gab auf, während Frischknecht mit einer Panne zurückfiel. In der dritten Runde konnte auch De Vlaeminck dem 10 kg leichteren Van Damme in den Anstiegen nicht mehr folgen. Dieser gewann mit großem Vorsprung den Titel, 13 Jahre nach seiner ersten WM-Teilnahme. Um den zweiten Platz kam es zum Sprint zwischen De Vlaeminck und Frischknecht, den der Belgier gewann.
Im Amateurrennen waren die beiden besten Fahrers des Vorjahrs, Klaus-Peter Thaler und Robert Vermeire, erneut der Konkurrenz überlegen. Thaler versuchte, Vermeire während der ersten drei Runden unter Druck zu setzen, doch dieser attackierte in der vierten Runde, baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus und holte klar seinen dritten Titel. Thaler gewann Silber, Ekkehard Teichreber kam wie im Vorjahr auf den dritten Platz.
Ergebnisse
| Platz | Name | Zeit (h) |
|---|---|---|
| 1 | Albert Van Damme | 1:19:14 |
| 2 | Roger De Vlaeminck | + 1:46 |
| 3 | Peter Frischknecht | + 1:49 |
| 4 | Pierre Bernet | + 3:36 |
| 5 | Hermann Gretener | + 4:20 |
| 6 | Julien Vanden Haesevelde | + 4:22 |
| 7 | Michel Baele | + 4:53 |
| 8 | José María González Pérez | + 5:07 |
| 9 | Juan Gorostidi | + 5:24 |
| 10 | Albert Zweifel | + 5:31 |
| Platz | Name | Zeit (h) |
|---|---|---|
| 1 | Robert Vermeire | 1:08:01 |
| 2 | Klaus-Peter Thaler | + 1:13 |
| 3 | Ekkehard Teichreber | + 2:26 |
| 4 | Franco Vagneur | + 2:57 |
| 5 | Czesław Polewiak | + 3:05 |
| 6 | Ueli Müller | + 3:13 |
| 7 | Alex Gérardin | + 3:15 |
| 8 | Vojtěch Červínek | + 3:17 |
| 9 | Klaus Jördens | + 3:36 |
| 10 | Gerrit Scheffer | + 3:59 |
Weblinks
- Zeitungsberichte über das Rennen:
- Luxemburger Wort, Ausgabe vom 26. Februar 1974, Seite 10 (Digitalisat)
- Neue Zürcher Nachrichten, Ausgabe vom 25. Februar 1974, Seite 7 (Digitalisat)
- Thurgauer Zeitung, Ausgabe vom 25. Februar 1974, Seite 23 (Digitalisat)
- El Mundo Deportivo, Ausgabe vom 25. Februar 1974, Seite 29 (Digitalisat)
- Ergebnislisten:
- Fernsehreportage über das Rennen
- Bericht über die WM 1974 auf Wielerverhaal
Einzelnachweise
- ↑ L’Impartial, Ausgabe vom 25. November 1972, Seite 23 (Digitalisat)
- ↑ Luxemburger Wort, Ausgabe vom 13. März 1973, Seite 13 (Digitalisat)
- ↑ Neue Zürcher Zeitung, Ausgabe vom 21. Februar 1974, Seite 35 (Digitalisat)
- ↑ Luxemburger Wort, Ausgabe vom 23. Februar 1974, Seite 26 (Digitalisat)
- ↑ Luxemburger Wort, Ausgabe vom 9. Januar 1974, Seite 11 (Digitalisat)
Koordinaten: 43° 16′ 47″ N, 1° 40′ 26″ W