Cyclocross-Weltmeisterschaften 2003

Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 2003 wurden am 1. und 2. Februar im italienischen Monopoli ausgetragen.

Ablauf

Der Radsport-Weltverband UCI hatte die Austragung drei Jahre zuvor an Monopoli vergeben.[1] Es handelte sich um den bis dahin südlichsten Austragungsort in der über 50-jährigen Geschichte der Weltmeisterschaften. Zwischenzeitlich stand die Veranstaltung wegen eines Konflikts zwischen der UCI und dem italienischen Verband in Frage.[2]

Der Parcours lag an der Adria-Küste vier Kilometer südlich des Orts, beiderseits der Küstenstraße. 2001 fand dort, quasi als Testlauf, ein Rennen des Cyclocross-Weltcups statt, das Sven Nys gewann.[3] Die 300 m lange Start- und Zielgerade lag auf der Küstenstraße, 400 m entfielen auf sonstige Wege, der Rest der 2,7 km langen Rundstrecke lag im Gelände. Streckenbauer war der aus Monopoli stammende zweifache ehemalige Amateur-Weltmeister Vito Di Tano.

Wie im Vorjahr fuhren am ersten Tag die jüngeren männlichen Altersklassen (Junioren und U23), am zweiten Tag die Elite der Frauen und der Männer. Rennfahrer aus 19 Landesverbänden beteiligten sich an den Wettkämpfen, mehrere osteuropäische Länder wie Russland und die Ukraine blieben diesmal fern.

Ergebnisse

Junioren

Platz Name Zeit (min)
1 Niederlande Lars Boom 37:51
2 Niederlande Eddy van IJzendoorn + 0:30
3 Tschechien Zdeněk Štybar + 0:36
4 Niederlande Sebastian Langeveld + 0:39
5 Frankreich Romain Villa + 1:01
6 Tschechien Jan Šel + 1:07
7 Belgien Niels Albert + 1:34
8 Tschechien František Klouček + 1:38
9 Frankreich Clément Lhotellerie + 1:39
10 Belgien Tom Van Den Bosch + 1:55

Das Juniorenrennen zum Auftakt der Weltmeisterschaften fand bei leichtem Regen statt. Mit Lars Boom gewann der klare Favorit; er setzte sich am Ende der zweiten Runde von einer achtköpfigen Spitzengruppe ab, und sein Sieg stand bald nicht mehr in Frage. Auch Eddy van IJzendoorns zweiter Platz stand schon frühzeitig fest. Zdeněk Štybar setzte sich gegen Sebastian Langeveld um den dritten Platz durch und verhinderte ein vollständig niederländisches Podium.[4] Fast alle der 56 gestarteten Fahrer erreichten nach sechs Runden das Ziel, einzig Dieter Vanthourenhout gab auf.

U23

Platz Name Zeit (min)
1 Italien Enrico Franzoi 49:22
2 Belgien Wesley Van Der Linden + 0:28
3 Niederlande Thijs Verhagen + 0:35
4 Tschechien Martin Bína + 1:25
5 Belgien Bart Aernouts + 1:31
6 Frankreich Jean-Baptiste Béraud + 1:32
7 Belgien Tim Van Nuffel + 1:33
8 Frankreich Steve Chainel + 1:35
9 Niederlande Pieter Weening + 1:36
10 Niederlande Theo Eltink gl. Zeit

Auch das U23-Rennen hatte 56 Teilnehmer und begann bei leichtem Regen, der im Laufe der Zeit stärker wurde. Es sah einen klaren Sieger in Enrico Franzoi, der bereits in der ersten von acht Runden Abstand von der Konkurrenz nahm und bald außer Sichtweise war. Zur Mitte des Rennens setzten sich Titelverteidiger Thijs Verhagen und Wesley Van Der Linden aus einer größeren Verfolgergruppe ab, letzterer holte den zweiten Platz. Franzoi hatte den Sieg seiner im Jahr zuvor gestorbenen Mutter versprochen.[5]

Frauen

Platz Name Zeit (min)
1 Niederlande Daphny van den Brand 38:24
2 Deutschland Hanka Kupfernagel + 0:02
3 Frankreich Laurence Leboucher + 0:16
4 Italien Annabella Stropparo + 0:31
5 Danemark Mette Andersen + 1:05
6 Italien Maria Paola Turcutto + 1:10
7 Frankreich Maryline Salvetat + 1:19
8 Belgien Nicolle De Bie-Leijten + 1:23
9 Niederlande Corine Dorland + 1:24
10 Vereinigte Staaten Ann Grande gl. Zeit

Am zweiten Tag war es trocken, doch war der Untergrund vom Regen des Vortags noch aufgeweicht. Das Feld der 37 Fahrerinnen zog sich schnell auseinander, nach der ersten Runde kamen nur noch Daphny van den Brand und Hanka Kupfernagel für den Sieg in Frage. Die beiden blieben zusammen, bis am Ende der fünften Runde der Sprint zugunsten van den Brands entschied. Die Bronzemedaille war eine Angelegenheit zwischen Titelverteidigerin Laurence Leboucher und Annabella Stropparo, bis Leboucher ihre Begleiterin in der vorletzten Runde distanzierte.

Männer

Platz Name Zeit (min)
1 Belgien Bart Wellens 56:43
2 Belgien Mario De Clercq + 0:38
3 Belgien Erwin Vervecken + 1:20
4 Belgien Ben Berden + 1:28
5 Belgien Sven Nys gl. Zeit
6 Frankreich Francis Mourey + 2:07
7 Italien Daniele Pontoni gl. Zeit
8 Belgien Tom Vannoppen + 2:24
9 Tschechien Jirí Pospíšil + 2:26
10 Frankreich Arnaud Labbe gl. Zeit

Im Rennen der Männer verfestigte sich die belgische Dominanz der letzten Jahre, ihre sechs Fahrer machten sich allein gegenseitig Konkurrenz. Bart Wellens, der zusammen mit Sven Nys als größter Favorit galt, attackierte gegen Ende der ersten Runde. In der dritten verlor er die Führung durch eine Reifenpanne, doch zur Hälfte des Rennens hängte er seine Konkurrenten erneut ab und gewann souverän. Seine engsten Verfolger waren zunächst Sven Nys und Mario De Clercq, doch in der zweiten Rennhälfte fiel Nys zunehmend zurück. Mit De Clercq und Erwin Vervecken kamen die Weltmeister der beiden Vorjahre auf die verbliebenen Podiumsplätze.

Einzelnachweise

  1. Neue Zürcher Zeitung, Ausgabe vom 31. Januar 2000, Seite 48 (Digitalisat)
  2. Pressemitteilung der UCI vom 1. Februar 2002 (Memento vom 17. August 2012 im Internet Archive)
  3. Coppa del Mondo di cyclo-cross 2001-2002. BikeNews.it, 17. November 2001; (italienisch).
  4. Junior Štybar obhájil bronzovou medaili. IDnes, 1. Februar 2003; (tschechisch).
  5. Franzoi takes U-23 cyclo-cross title. Velo, 1. Februar 2003; (englisch).

Koordinaten: 40° 55′ 4″ N, 17° 20′ 18″ O