Cyclocross-Weltmeisterschaften 1956

Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 1956 wurden am 19. Februar in Luxemburg ausgetragen. Es gab ein Rennen in der offenen Kategorie, also für Profis und Amateure gleichermaßen.

Ablauf

Luxemburg hatte beim Kongress des Radsport-Weltverbands UCI im Jahr zuvor die Ausrichtung übertragen bekommen[1] und war somit das erste Land, das die Weltmeisterschaften ein zweites Mal ausrichtete. Schauplatz war wie bei den Cyclocross-Weltmeisterschaften 1951 das Waldgebiet Baumbusch im Ortsteil Mühlenbach.[2] Ein 4.050 m langer Rundkurs musste sechsmal bewältigt werden, so dass die Gesamtdistanz 24,3 km betrug. Der Vorschlag der französischen Delegation, das Rennen angesichts des Schnees und der großen Kälte um eine Runde zu verkürzen, wurde abgelehnt. Am Tag des Rennens war der Parcours zudem überfroren, so dass die Fahrer mit Glätte zu kämpfen hatten.

Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg, das Saarland, die Schweiz und Spanien beteiligten sich wie im Vorjahr mit einer aus vier Fahrern bestehenden Mannschaft, hinzu kam erstmals die Tschechoslowakei. Außerdem war ein einzelner niederländischer Fahrer am Start. Vor 10.000 Zuschauern übernahm Titelverteidiger André Dufraisse gegen Ende der ersten Runde die Führung und gab diese bis zum Schluss nicht mehr ab. Sein Landsmann Georges Meunier, der 1950 und 1951 jeweils Vierter gewesen war, gewann die Silbermedaille. Die Schweizer Fahrer belegten in Person von Emanuel Plattner und Hans Bieri beiden folgenden Plätze, obwohl sie nicht in Bestbesetzung angetreten waren, nachdem der Bronzemedaillengewinner von 1952, Albert Meier, im Training und der vorgesehene Ersatzmann bei einem Zugunglück während der Anreise verletzt worden waren. Insgesamt beendeten 30 Fahrer das Rennen, 7 gaben unterwegs auf.

Das Länderklassement gewann wie jedes Mal seit Beginn der Weltmeisterschaften Frankreich, diesmal vor der Schweiz, Luxemburg und Belgien. Die heimischen Fahrer erzielten mit drei Platzierungen unter den ersten Zehn das beste Ergebnis ihrer WM-Geschichte. Auch aus dem Saarland konnte sich wie im Vorjahr ein Fahrer unter den besten Zehn platzieren, Heinrich Ruffenach wurde Siebter. Das Ergebnis der Saar war umso bemerkenswerter, da sie auf ihren besten Fahrer verzichten mussten; Lothar Friedrich hatte sich bei seiner Arbeit in der Grube Luisenthal die Hand gebrochen.[3]

Ergebnisse

Platz Name Zeit (h)
1 Frankreich André Dufraisse 1:25:02
2 Frankreich Georges Meunier + 0:39
3 Schweiz Emanuel Plattner + 0:54
4 Schweiz Hans Bieri + 1:44
5 Luxemburg Charly Gaul + 2:05
6 Frankreich Pierre Jodet + 2:45
7 Saarland 1947 Heinrich Ruffenach + 3:06
8 Luxemburg Jean Schmit + 3:09
9 Belgien Frans Feremans + 3:20
10 Luxemburg Johny Goedert + 4:00

Einzelnachweise

  1. Tribune de Genève, Ausgabe vom 7. März 1955, Seite 9 (Digitalisat)
  2. Luxemburger Wort, Ausgabe vom 18. Februar 1956, Seite 11 (Digitalisat)
  3. Luxemburger Wort, Ausgabe vom 16. Februar 1956, Seite 7 (Digitalisat)

Koordinaten: 49° 37′ 56″ N, 6° 6′ 37″ O