Cyclocross-Weltmeisterschaften 1959
Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 1959 wurden am 15. Februar in Genf ausgetragen. Es handelte sich um die zweite Austragung an diesem Ort und um die zehnte insgesamt. Es gab ein Rennen in der offenen Kategorie, also für Profis und Amateure gleichermaßen.
Ablauf
Der Parcours war ähnlich zu dem der Cyclocross-Weltmeisterschaften 1952, die rund um den Parc des Eaux-Vives und das Stade de Frontenex stattgefunden hatten. Dabei waren nach einer 2,2 km langen Startphase fünf Runden à 4 km zurückzulegen. Insgesamt 7 km der Strecke waren Straßen, der Rest verlief über Feldwege und Wiesen.[1] Es beteiligten sich dieselben Länder wie im Jahr zuvor: Belgien, Frankreich, Italien, die Schweiz und Spanien stellten ebenso wie Westdeutschland je vier Fahrer, Luxemburg bot drei auf, die DDR in Person von Günter Oldenburg sowie die Niederlande je einen.
Bei guten Wetterbedingungen hatten sich 7.000 Zuschauer zum Start des Rennens eingefunden. Die italienischen und deutschen Fahrer starteten sehr schnell und schienen damit die Franzosen rund um Titelverteidiger André Dufraisse zu überrumpeln, die nie an die Spitze des Rennens gelangten. Bei der ersten Passage führte ein Quintett aus Renato Longo, Rolf Wolfshohl, Jean Schmit, Antonio Barrutia und Emanuel Plattner das Rennen an. Barrutia und Plattner fielen alsbald zurück, Schmit während der dritten Runde, während der Vizeweltmeister des Vorjahrs, Amerigo Severini, den Anschluss zu den Spitzenreitern herstellte. In der vorletzten Runde konnte sich Longo einen kleinen Vorsprung verschaffen und brachte diesen vor Wolfshohl und Severini ins Ziel. Dufraisse, der die übrigen Fahrer nach und nach überholt hatte, wurde noch Vierter.
Der Schweizer Otto Furrer prallte in der ersten Runde gegen einen Baum und schied mit Schlüsselbeinbruch aus, alle übrigen Fahrer kamen ins Ziel. Im Länderklassement, das aus den Positionen der drei ersten Fahrer jedes Verbands berechnet wurde, lag erstmals Italien vorn, und zwar vor Frankreich, Belgien und Westdeutschland.
Die Ergebnisse bedeuteten eine Zeitenwende für die Sportart. Mit dem 21-jährigen Longo und dem 20-jährigen Wolfshohl hatte sich eine neue Generation durchgesetzt; diese beiden sollten die Weltmeisterschaften in den folgenden Jahren dominieren. Die Franzosen, die alle vorherigen Austragungen gewonnen hatten, blieben ohne Medaillen und standen vor Nachwuchsproblemen; das Durchschnittsalter der Mannschaft lag bei 34 Jahren.[2] Erst 1993 sollte Frankreich wieder den Weltmeister stellen.
Ergebnisse
| Platz | Name | Zeit (min) |
|---|---|---|
| 1 | Renato Longo | 56:39 |
| 2 | Rolf Wolfshohl | + 0:14 |
| 3 | Amerigo Severini | + 0:24 |
| 4 | André Dufraisse | + 1:39 |
| 5 | Jean Schmit | + 1:54 |
| 6 | Firmin Van Kerrebroeck | + 2:23 |
| 7 | André Brulé | + 2:58 |
| 8 | Antonio Barrutia | gl. Zeit |
| 9 | Romano Ferri | + 3:21 |
| 10 | Pierre Kumps | + 3:25 |
Weblinks
- Berichte über das Rennen:
- Luxemburger Wort, Ausgabe vom 16. Februar 1959, Seite 6 (Digitalisat)
- Journal de Genève, Ausgabe vom 16. Februar 1959, Seite 5 (Digitalisat)
- Courrier de Genève, Ausgabe vom 16. Februar 1959, Seite 4 (Digitalisat)
- Der Bund, Ausgabe vom 16. Februar 1959, Seite 7 (Digitalisat)
- La Stampa, Ausgabe vom 16. Februar 1959, Seite 6 (Digitalisat)
- Ergebnislisten:
- Cyclocross-Weltmeisterschaften 1959 in der Datenbank von Radsportseiten.com
- Cyclocross-Weltmeisterschaften 1959 in der Datenbank von ProCyclingStats
Einzelnachweise
- ↑ Luxemburger Wort, Ausgabe vom 14. Februar 1959, Seite 16 (Digitalisat)
- ↑ Courrier de Genève, Ausgabe vom 14. Februar 1959, Seite 8 (Digitalisat)
Koordinaten: 46° 12′ 24″ N, 6° 10′ 34″ O; CH1903: 502560 / 118046