Cyclocross-Weltmeisterschaften 2001

Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 2001 wurden am 3. und 4. Februar im tschechischen Tábor ausgetragen.

Ablauf

Das Managementkomitee der Union Cycliste Internationale vergab im Herbst 1998 die Veranstaltung nach Tábor,[1] wo es mit dem Cyklokros Tábor auch ein Weltcuprennen gab. Start- und Zielgerade war die Straße Berlinská, der größte Teil des 2,8 km langen Rundkurses verlief durch das Gelände nördlich davon. Dieses trug eine dünne Schneedecke, die am ersten Tag noch glatte Strecke und die Sandschicht darunter verwandelten sich während der Rennen zunehmend in Matsch.

Das Programm war dasselbe wie im Vorjahr: Am ersten Tag fuhren die Frauen gefolgt von der U23, am zweiten Tag die Junioren und zuletzt die Elite der Männer. Insgesamt 22 Landesverbände beteiligten sich an den Wettkämpfen. Ex-Weltmeister Radomír Šimůnek fuhr vor Heimpublikum seine letzte Weltmeisterschaft, 22 Jahre nach Beginn seiner internationalen Karriere, sein gleichnamiger Sohn bestritt das Juniorenrennen.

Ergebnisse

Frauen

Platz Name Zeit (min)
1 Deutschland Hanka Kupfernagel 28:29
2 Niederlande Corine Dorland + 0:35
3 Niederlande Daphny van den Brand + 0:41
4 Vereinigte Staaten Ann Grande + 0:45
5 Frankreich Laurence Leboucher + 0:47
6 Vereinigtes Konigreich Louise Robinson + 1:02
7 Vereinigtes Konigreich Nicole Cooke + 1:06
8 Niederlande Debby Mansveld + 1:08
9 Vereinigte Staaten Rachel Lloyd + 1:18
10 Niederlande Reza Hormes-Ravenstijn + 2:05

Das Rennen der Frauen war infolge einer Regeländerung auf 30 Minuten verkürzt worden.[2] Es stand Fahrerinnen ab 17 Jahren offen.

Hanka Kupfernagel übernahm bereits früh die Führung und verteidigte trotz eines Sturzes auf glattem Untergrund nach vier Runden klar ihren Titel aus dem Vorjahr. Der zweite Platz ging an Corine Dorland, der dritte wie im Vorjahr an Daphny van den Brand.[3] Gemeldet waren 39 Fahrerinnen (inklusive Ersatz), 34 Fahrerinnen wurden klassiert.

U23

Platz Name Zeit (min)
1 Belgien Sven Vanthourenhout 51:55
2 Tschechien Tomáš Trunschka + 0:16
3 Tschechien David Kášek + 0:36
4 Belgien Wim Jacobs + 0:38
5 Schweiz Aurélien Clerc + 0:40
6 Niederlande Wilant van Gils + 0:43
7 Tschechien Martin Zlámalík + 0:53
8 Belgien Davy Commeyne gl. Zeit
9 Tschechien Josef Soukup gl. Zeit
10 Niederlande Freek de Jong gl. Zeit

Das U23-Rennen über acht Runden beherrschte Sven Vanthourenhout. Nachdem ihm in der zweiten Runde die Kette abgesprungen war, übernahm er in der vierten Runde erneut die Führung, verfolgt von Tomáš Trunschka und Francis Mourey. Letzterer stürzte in der Folge mehrfach und fiel hoffnungslos zurück. An dritter Stelle gelegen, hatte Wim Jacobs kurz vor dem Ziel einen Defekt, war zum Laufen gezwungen und wurde noch von David Kášek überholt.[4]

Junioren

Platz Name Zeit (min)
1 Tschechien Martin Bína 38:54
2 Tschechien Radomír Šimůnek + 0:19
3 Tschechien Jan Kunta gl. Zeit
4 Frankreich Romain Fondard + 0:40
5 Frankreich Pierre-Bernard Vaillant gl. Zeit
6 Tschechien Milan Vočadlo gl. Zeit
7 Belgien Geert Wellens + 0:56
8 Polen Mariusz Gil + 1:06
9 Niederlande Kor Steenbergen + 1:18
10 Schweiz Simon Zahner + 1:21

Das Juniorenrennen über sechs Runden war mit über 60 Teilnehmern die bestbesetzte Kategorie und wurde zu einem Triumph der Gastgeber, die alle drei Medaillen gewannen. Martin Bína und Radomír Šimůnek schüttelten in der dritten Runde die Konkurrenz ab, ab der vierten war Jan Kunta ihr nächster Verfolger. In der fünften Runde ging Bína allein in Führung und gewann. Kunta konnte Šimůnek in der letzten Runde noch einholen, zog aber im Sprint den Kürzeren.

Elite

Platz Name Zeit (h)
1 Belgien Erwin Vervecken 1:01:54
2 Tschechien Petr Dlask + 0:01
3 Belgien Mario De Clercq + 0:14
4 Belgien Sven Nys + 1:07
5 Tschechien Jiří Pospíšil + 1:11
6 Danemark Henrik Djernis + 1:29
7 Niederlande Gerben de Knegt + 1:41
8 Niederlande Camiel van den Bergh + 1:49
9 Belgien Tom Vannoppen + 2:25
10 Tschechien Václav Ježek + 2:36

Im Eliterennen über zehn Runden gab es 57 Teilnehmer aus 20 Ländern. Nachdem die belgischen Fahrer in den letzten zwei Jahren eher gegen- als füreinander gefahren waren, waren sie diesmal um Einheit bemüht.[5]

Zu Beginn zeigte sich vor allem Petr Dlask aktiv, unter seinem Tempo entstand eine fünfköpfige Gruppe mit Titelverteidiger Richard Groenendaal, Sven Nys, Tom Vannoppen und Erwin Vervecken; in der dritten Runde stieß noch Mario De Clercq hinzu. In der zweiten Rennhälfte fielen Groenendaal und Vannoppen durch einen Sturz zurück, und Nys gingen die Kräfte aus. In der vorletzten Runde attackierte Dlask und hielt einen Vorsprung von wenigen Sekunden vor den Belgiern, die diesmal jedoch zusammenarbeiteten. In den letzten 500 Metern überholte erst Vervecken, und dann setzte sich mit letzter Kraft auch De Clercq kurz vor Dlask und behinderte ihn etwas. Vervecken drehte als erster auf die Ziellinie und gewann um wenige Radlängen.[6][7]

Einzelnachweise

  1. Pressemitteilung der UCI vom 4. Oktober 1998 (Memento vom 18. August 2012 im Internet Archive)
  2. UCI-Regeln für Cyclocross von 2000/2001, Artikel 5.1.048 (Memento vom 20. Oktober 2000 im Internet Archive)
  3. Algemeen Dagblad, Ausgabe vom 5. Februar 2001, Seite 17 (Digitalisat)
  4. 'Een leger profteams staat klaar om mij in te lijven'. De Morgen, 5. Februar 2001; (niederländisch).
  5. Algemeen Dagblad, Ausgabe vom 3. Februar 2001, Seite 37 (Digitalisat)
  6. Erwin Vervecken champion du monde de cyclo-cross. DHnet.be, 4. Februar 2001; (französisch).
  7. IJzingwekkende crossen in Tabor: wat leert het verleden ons? Het Nieuwsblad, 27. Januar 2015; (niederländisch).

Koordinaten: 49° 23′ 35″ N, 14° 40′ 47″ O