Cyclocross-Weltmeisterschaften 2006

Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 2006 wurden am 28. und 29. Januar im niederländischen Zeddam ausgetragen. Bei den Männern siegte Erwin Vervecken, bei den Frauen Marianne Vos.

Ablauf

Die Leitung der Union Cycliste Internationale hatte die Veranstaltung drei Jahre zuvor an Zeddam vergeben.[1] Der Ort hatte bereits von 1998 bis 2001 Rennen im Rahmen des UCI-Cyclocross-Weltcups organisiert. Der Parcours lag am westlichen Ortsrand rund um den dortigen Steinbruch und die Grafelijke Korenmolen, die Start- und Zielgerade war auf der Landstraße Beekseweg. Eine lange, aus dem Steinbruch herausführende Treppe war für die Wettkämpfe zu schmal und wurde durch eine eigens errichtete, breitere Treppe ersetzt.[2][3]

20 Landesverbände beteiligten sich an den Wettkämpfen. Am ersten Tag ermittelten die jüngeren männlichen Altersklassen (Junioren und U23) ihre Weltmeister, am zweiten Tag erst die Frauen, dann die Elite der Männer. Während der Wettkämpfe war es sonnig, aber kalt, der Boden war hartgefroren und ließ schnelle Rennverläufe zu. Die Rennen der Frauen und Junioren dauerten fünf Runden, das der U23 sieben und das der Elite neun.

Ergebnisse

Junioren

Platz Name Zeit (min)
1 Niederlande Boy van Poppel 38:03
2 Slowakei Róbert Gavenda + 0:03
3 Belgien Tom Meeusen + 0:10
4 Frankreich Yannick Martinez + 0:15
5 Deutschland Sascha Weber + 0:21
6 Vereinigte Staaten Bjorn Selander gl. Zeit
7 Tschechien David Menger + 0:22
8 Schweiz Mathias Flückiger + 0:38
9 Niederlande Johim Ariesen + 0:39
10 Polen Sylwester Janiszewski gl. Zeit

Die Junioren gingen mit 64 Teilnehmern an den Start. Die Spitzengruppe dünnte sich in einem schnellen Rennen allmählich aus. Die späteren Medaillengewinner setzten sich in der vorletzten Passage der Treppen vom Feld ab. In der letzten Runde gewann Boy van Poppel, erneut auf den Treppen, einen Vorsprung von 20 Metern auf seine Konkurrenten und hielt diesen bis ins Ziel.

U23

Platz Name Zeit (min)
1 Tschechien Zdeněk Štybar 51:01
2 Niederlande Lars Boom gl. Zeit
3 Belgien Niels Albert + 0:02
4 Italien Marco Aurelio Fontana + 1:03
5 Schweiz Lukas Flückiger + 1:08
6 Niederlande Sebastian Langeveld + 1:25
7 Frankreich Romain Villa + 1:31
8 Luxemburg Jempy Drucker + 1:32
9 Belgien Dieter Vanthourenhout + 1:37
10 Deutschland Paul Voß + 1:38

In der U23 gab es 56 Teilnehmer, dabei wie im Vorjahr fünf aus Simbabwe. Deutlich am stärksten waren Titelverteidiger Zdeněk Štybar sowie die ehemaligen Juniorenweltmeister Lars Boom und Niels Albert; der Rest des Felds hatte schon nach der ersten Runde nichts mehr mit dem Ausgang des Rennens zu tun. Alleingänge von Albert in der ersten Rennhälfte und Boom in der vorletzten Runde blieben erfolglos. Während der letzten halben Runde übernahm Štybar die Führung, kam als erster auf die Zielgerade und gewann.

Frauen

Platz Name Zeit (min)
1 Niederlande Marianne Vos 39:14
2 Deutschland Hanka Kupfernagel gl. Zeit
3 Niederlande Daphny van den Brand + 0:52
4 Niederlande Mirjam Melchers-Van Poppel + 1:16
5 Vereinigtes Konigreich Helen Wyman gl. Zeit
6 Frankreich Maryline Salvetat + 2:26
7 Frankreich Nadia Triquet-Claude + 2:29
8 Deutschland Birgit Hollmann + 2:30
9 Vereinigte Staaten Ann Knapp + 2:31
10 Kanada Lyne Bessette + 2:40

Bei den Frauen gingen 43 Fahrerinnen aus 11 Ländern an den Start. Auch hier setzten sich schnell die drei Favoritinnen vom übrigen Feld ab: Titelverteidigerin Hanka Kupfernagel, Ex-Weltmeisterin Daphny van den Brand, die sämtliche Weltcuprennen der Saison gewonnen hatte, und die erst 18-jährige Europameisterin Marianne Vos. In der dritten Runde fiel van den Brand durch eine Reifenpanne zurück. Kupfernagel versuchte nun, die sprintstärkere Vos durch hohes Tempo zu zermürben, doch diese konnte sich am Hinterrad halten und gewann klar den Zielsprint. Für Vos war dies der Beginn einer steilen Karriere, noch im selben Jahr sollte sie auch Straßen-Weltmeisterin werden.

Männer

Platz Name Zeit (h)
1 Belgien Erwin Vervecken 1:05:40
2 Belgien Bart Wellens + 0:02
3 Frankreich Francis Mourey gl. Zeit
4 Frankreich Steve Chainel + 0:12
5 Belgien Tom Vannoppen + 0:16
6 Tschechien Kamil Ausbuher + 0:19
7 Italien Enrico Franzoi + 0:32
8 Niederlande Gerben de Knegt + 0:46
9 Tschechien Vladimír Kyzivát + 0:49
10 Vereinigte Staaten Jonathan Page + 0:50

Das Männerrennen mit 56 Teilnehmern aus 15 Ländern nahm einen anderen Verlauf: Nach der Hälfte der Strecke waren noch 15 Fahrer in der Spitzengruppe, später noch elf. Zwei Runden vor Schluss fielen Fahrer wie Šimůnek, Vanthourenhout und de Knegt durch Pannen oder Stürze zurück. In der vorletzten Runde kam es zur Bildung einer Spitzenquartetts aus Titelverteidiger Sven Nys, den Ex-Weltmeistern Erwin Vervecken und Bart Wellens sowie dem Vierten des Vorjahrs, Francis Mourey. Nys kam bei der Abfahrt in den Steinbruch hart zu Fall und gab auf. Vervecken attackierte auf der letzten halben Runde, und Wellens beteiligte sich zugunsten seines Fidea-Mannschaftskollegens nicht an der Verfolgung. Vervecken wurde zum zweiten Mal Weltmeister, Wellens übersprintete noch Mourey, der dennoch als erster nicht-belgischer Fahrer seit fünf Jahren eine Medaille holte.[4]

Commons: Cyclocross-Weltmeisterschaften 2006 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Pressemitteilung der UCI vom 31. Januar 2003 (Memento vom 18. August 2012 im Internet Archive)
  2. Het EK Veldrijden 2026 komt naar Zeddam, met dé trap. Sporza, 6. Dezember 2024; (niederländisch).
  3. Trap Zeddam komt wel in parcours EK Veldrijden. Cycling Online, 6. Dezember 2024; (niederländisch).
  4. Vervecken je mistrem světa v cyklokrosu. IDnes.cz, 29. Januar 2006; (tschechisch).

Koordinaten: 51° 54′ 11″ N, 6° 15′ 8″ O