Cyclocross-Weltmeisterschaften 1960

Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 1960 wurden am 21. Februar in Tolosa ausgetragen. Die Weltmeisterschaften fanden damit nach 1953 zum zweiten Mal in Spanien statt und wiederum im Baskenland. Es gab ein Rennen in der offenen Kategorie, also für Profis und Amateure gleichermaßen.

Ablauf

Die Veranstaltung war vom Kongress des Radsport-Weltverbands UCI im März 1959 an Tolosa vergeben worden.[1] Schauplatz waren das Stadion Berazubi und die Hänge südlich davon, darunter der Burgberg, mit einigen sehr steilen Passagen bergauf und bergab. Es waren zu Beginn zwei Runden im Stadion zurückzulegen, dann sieben Runden auf einem knapp 3 km langen Parcours.[2][3] Teile des damaligen Geländes sind inzwischen überbaut.

Acht Nationalmannschaften beteiligten sich an dem Rennen, und zwar aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg, der Schweiz, Spanien und erstmals Portugal. Diese bestanden jeweils aus vier Fahrern, bis auf die französische Mannschaft, die nach Trainingsunfällen nur noch drei Starter aufbrachte. Nicht mit von der Partie war der fünffache Ex-Weltmeister André Dufraisse, der nach einem vierten Platz bei den nationalen Meisterschaften nicht ausgewählt worden war.[4] Die Niederlande entsandten diesmal keinen Fahrer. Die drei Medaillengewinner des Vorjahrs, Renato Longo, Rolf Wolfshohl und Amerigo Severini, waren am Start und wurden zu den Favoriten gezählt.

Das Rennen wurde von etwa 10.000 Zuschauern im Stadion und 25.000 an der Strecke verfolgt. Wolfshohl attackierte vom Start weg, kam allerdings gegen Ende der zwei Stadionrunden zu Fall. Es bildete sich ein Spitzenduo aus Renato Longo und Arnold Hungerbühler, die Wolfshohl bald wieder einholen konnte. In der vierten Runde erhöhte Wolfshohl erheblich das Tempo. Longo konnte dieses nicht mitgehen und fiel in der Folge weit zurück, wie auch Severini. In der fünften Runde konnte Wolfshohl auch Hungerbühler entscheidend distanzieren. Eine Reifenpanne in der letzten Runde kostete Wolfshohl einen guten Teil seines Vorsprungs, konnte seinen Sieg aber nicht mehr verhindern. Als große Überraschung galt die Silbermedaille Hungerbühlers, der erst ein gutes Jahr zuvor mit dem Radsport begonnen hatte und zum ersten Mal überhaupt ein Rennen außerhalb der Schweiz bestritt.

28 der 31 gestarteten Fahrer beendeten erfolgreich das Rennen. Zu den Fahrern, die aufgeben mussten, gehörte der Franzose Maurice Gandolfo, der in der vorletzten Runde an vierter Stelle liegend schwer gestürzt war. Das Länderklassement, das aus den Platzierungen der drei besten Fahrer jeder Nation errechnet wurde, gewann Belgien vor der Schweiz, Deutschland und Spanien.

Ergebnisse

Platz Name Zeit (min)
1 Deutschland Rolf Wolfshohl 57:11
2 Schweiz Arnold Hungerbühler + 0:14
3 Frankreich Robert Aubry + 1:00
4 Spanien Antonio Barrutia + 1:15
5 Belgien Firmin Van Kerrebroeck + 1:46
6 Belgien Pierre Kumps + 1:50
7 Italien Renato Longo + 2:11
8 Belgien Roger De Clercq + 3:12
9 Schweiz Roland Boschetti gl. Zeit
10 Spanien José Luis Talamillo + 3:21

Einzelnachweise

  1. Courrier de Genève, Ausgabe vom 9. März 1959, Seite 3 (Digitalisat)
  2. Miguel Urkizar, mundiala. El Diario Vasco, 23. März 2010; (spanisch).
  3. Tribune de Genève, Ausgabe vom 18. Februar 1960, Seite 13 (Digitalisat)
  4. Luxemburger Wort, Ausgabe vom 15. Februar 1960, Seite 6 (Digitalisat)

Koordinaten: 43° 7′ 56″ N, 2° 4′ 42″ W