Cyclocross-Weltmeisterschaften 1997

Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 1997 wurden am 1. und 2. Februar in München ausgetragen.

Ablauf

Das Direktionskomitee der Union Cycliste Internationale hatte Mitte 1994 die Veranstaltung nach München vergeben.[1] Die Organisation übernahm der RC Die Schwalben 1894.[2] Start und Ziel waren wie schon 1985 im Olympiastadion, von dort führte ein 3,2 km langer Rundkurs durch die Hügel des Olympiaparks. Dieser galt als technisch anspruchsvoll mit Schräghängen und Wechseln zwischen schnellen Abschnitten und Laufpassagen, hinzu kamen die schwierigen Bodenverhältnisse.[3] 21 nationale Verbände beteiligten sich an den Wettkämpfen, insgesamt 35.000 Zuschauer verfolgten das Geschehen vor Ort.

Das U23-Rennen fand am ersten Tag über sechs Runden statt. Der spätere Sieger Sven Nys ging am Ende der ersten Runde in Führung. Bart Wellens schloss zeitweilig zu ihm auf, doch konnte Nys ihn dank besserer Fahrtechnik immer wieder distanzieren. Insbesondere war Nys in der Lage, die auf der Stadionbahn platzierten Hürden bei voller Geschwindigkeit auf dem Rad zu überspringen, was nicht einmal die Elite-Fahrer taten.

Das Juniorenrennen eröffnete den zweiten Tag. Bei noch hartgefrorenem Boden hatten die Fahrer mit Glätte zu kämpfen. Mehrere Stürze sorgten für Führungswechsel, bevor der Schweizer David Rusch gegen Ende der vierten von fünf Runden die Spitze übernahm und nicht mehr abgab.

Bei der Elite hatten die Hoffnungen der Gastgeber auf Ex-Weltmeister Mike Kluge geruht, der wegen Verletzung nicht antreten konnte.[3] Der Boden war im Laufe des Tags etwas aufgeweicht, erforderte jedoch weiter große Steuerfertigkeit. Daniele Pontoni und Luca Bramati gingen mit einem schnellen Start in Führung, während Thomas Frischknecht und Titelverteidiger Adrie van der Poel im Gedränge Plätze verloren. In der zweiten von sieben Runden ließ Pontoni seinen Landsmann hinter sich, baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus und konnte sich selbst mehrere Fahrfehler erlauben, weil es seinen Konkurrenten auch nicht besser erging. Frischknecht holte zur Mitte des Rennens Bramati ein und schlug diesen schließlich im Sprint um den zweiten Platz.

Ergebnisse

Elite
Platz Name Zeit (h)
1 Italien Daniele Pontoni 1:00:40
2 Schweiz Thomas Frischknecht + 0:23
3 Italien Luca Bramati gl. Zeit
4 Niederlande Adrie van der Poel + 0:35
5 Niederlande Wim de Vos + 0:53
6 Belgien Erwin Vervecken + 1:13
7 Deutschland Franz-Josef Nieberding + 1:25
8 Schweiz Beat Wabel + 1:39
9 Schweiz Dieter Runkel gl. Zeit
10 Belgien Peter Van Santvliet + 2:04
U23
Platz Name Zeit (min)
1 Belgien Sven Nys 53:25
2 Belgien Bart Wellens + 0:22
3 Frankreich Christophe Morel + 0:38
4 Frankreich Miguel Martinez + 0:58
5 Niederlande Gretienus Gommers + 1:27
6 Italien Elvis Zucchi + 1:33
7 Frankreich Guillaume Benoist + 1:37
8 Niederlande Gerben de Knegt + 1:45
9 Tschechien Zdeněk Mlynář + 1:46
10 Belgien David Willemsens + 1:47
Junioren
Platz Name Zeit (min)
1 Schweiz David Rusch 46:14
2 Italien Stefano Toffoletti + 0:05
3 Deutschland Steffen Weigold + 0:06
4 Frankreich Nicolas Dieudonné + 0:08
5 Deutschland Torsten Hiekmann + 0:11
6 Frankreich John Gadret + 0:12
7 Frankreich Thomas Lécuyer + 0:25
8 Belgien Andrew Vancoillie + 1:14
9 Belgien Davy Commeyne + 1:22
10 Niederlande Wilant van Gils + 1:30

Einzelnachweise

  1. Journal du Jura, Ausgabe vom 20. August 1994, Seite 15 (Digitalisat)
  2. Eine WM oder ein Weltcup in München wäre der Hammer. Süddeutsche Zeitung, 8. Juni 2023;.
  3. a b Neue Zürcher Zeitung, Ausgabe vom 1. Februar 1997, Seite 64 (Digitalisat)

Koordinaten: 48° 10′ 15″ N, 11° 33′ 3″ O