Cyclocross-Weltmeisterschaften 1992
Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 1992 wurden am 1. und 2. Februar in Leeds ausgetragen.
Ablauf
Die Union Cycliste Internationale übertrug bei ihrem Kongress anlässlich der Bahnradsport-Weltmeisterschaften 1990 dem britischen Verband die Ausrichtung der Cyclocross-Titelkämpfe 1992.[1] Diese fanden auf einer knapp 3 km langen Rundstrecke im hügligen Roundhay Park im Norden von Leeds statt, die die dortige Burg und die Seen einbezog; eine gefährliche Abfahrt zog jedoch Kritik auf sich.[2][3] Die Amateure, die am ersten Tag starteten, hatten sechs Runden zurückzulegen, die Junioren am Vormittag des zweiten Tags vier und die Profis am Nachmittag sieben. Fahrer aus 17 Nationen beteiligten sich an den Wettkämpfen, die russische Mannschaft zog sich kurzfristig zurück.[4]
Das Amateurrennen gewann hochüberlegen Daniele Pontoni, Vizeweltmeister des Vorjahrs, der von Beginn an das Rennen anführte. Eine Dreiviertelminute dahinter holte Dieter Runkel die Silbermedaille, sein Landsmann und Titelverteidiger Thomas Frischknecht kam nach mehreren Stürzen auf den dritten Platz. Von 61 gestarteten Fahrern wurden 55 klassiert.
Das Juniorenrennen war vom Unglück der dänischen Mannschaft überschattet. Bei der Autofahrt zum Flughafen in Kopenhagen waren zwei der Fahrer und ihr Trainer ums Leben gekommen.[5] Das Rennen selbst sah, wie schon bei den Amateuren, einen klaren Sieger in Roger Hammond vor den Tschechoslowaken Vojtech Bachleda und Jan Faltýnek.
Milderes Wetter am zweiten Tag brachte aufgeweichten Boden mit sich; die Rundenzeiten der Profis waren etwa 40 Sekunden langsamer als bei den Amateuren. Mike Kluge holte in der ersten Runde einen kleinen Vorsprung heraus, verlor diesen jedoch in der zweiten durch einen Sturz. Es bildete sich eine Spitzengruppe, in der außer ihm noch Titelverteidiger Radomír Šimůnek, Karel Camrda, Adrie van der Poel und Beat Wabel vertreten waren. Auf der Zielgeraden am Ende der vierten Runde attackierte Kluge erneut und gewann schließlich das Rennen vor Camrda. Van der Poel schlug Wabel im Sprint um den dritten Platz. Kluge gehörte, wie auch Thomas Frischknecht und Henrik Djernis bei den Amateuren, zu der wachsenden Zahl von Fahrern, die neben Querfeldeinrennen auch oder gar hauptsächlich Mountainbikesport betrieben.
Ergebnisse
| Platz | Name | Zeit (h) |
|---|---|---|
| 1 | Mike Kluge | 1:04:36 |
| 2 | Karel Camrda | + 0:08 |
| 3 | Adrie van der Poel | + 0:53 |
| 4 | Beat Wabel | + 0:55 |
| 5 | Radomír Šimůnek | + 1:20 |
| 6 | Beat Breu | + 1:23 |
| 7 | Karl Kälin | + 1:32 |
| 8 | Miloslav Kvasnička | + 1:33 |
| 9 | David Baker | + 1:40 |
| 10 | Danny De Bie | + 1:44 |
| Platz | Name | Zeit (min) |
|---|---|---|
| 1 | Daniele Pontoni | 50:56 |
| 2 | Dieter Runkel | + 0:46 |
| 3 | Thomas Frischknecht | + 1:06 |
| 4 | Emmanuel Magnien | + 1:11 |
| 5 | Andreas Hubmann | + 1:13 |
| 6 | Andreas Büsser | + 1:38 |
| 7 | Pavel Elsnic | gl. Zeit |
| 8 | Ralph Berner | + 1:45 |
| 9 | Jörg Arenz | + 2:00 |
| 10 | Radovan Fořt | + 2:07 |
| Platz | Name | Zeit (min) |
|---|---|---|
| 1 | Roger Hammond | 38:10 |
| 2 | Vojtech Bachleda | + 0:21 |
| 3 | Jan Faltýnek | + 0:50 |
| 4 | Tomasz Bukowski | + 0:56 |
| 5 | Malte Urban | + 1:01 |
| 6 | Pascal Perrin | + 1:10 |
| 7 | Rolf Verhaegen | + 1:12 |
| 8 | Markus Zberg | + 1:23 |
| 9 | Jérôme Delbove | + 1:31 |
| 10 | Martin Elsnic | + 1:37 |
Weblinks
- Zeitungsberichte:
- Neue Zürcher Zeitung, Ausgabe vom 3. Februar 1992, Seiten 37 und 38 (Digitalisat)
- FAN-L’Express, Ausgabe vom 3. Februar 1992, Seite 31 (Digitalisat)
- Het Parool, Ausgabe vom 3. Februar 1992, Seite 19 (Digitalisat)
- Ergebnislisten:
- Cyclocross-Weltmeisterschaften 1992 in der Datenbank von Cyclocross24.com
- ProCyclingStats: Profis/Junioren, Amateure
Einzelnachweise
- ↑ Le Nouvelliste, Ausgabe vom 20. August 1990, Seite 32 (Digitalisat)
- ↑ Neue Zürcher Zeitung, Ausgabe vom 1. November 1992, Seite 55 (Digitalisat)
- ↑ Algemeen Dagblad, Ausgabe vom 1. Februar 1992, Seite 19 (Digitalisat)
- ↑ Nieuwsblad van het Noorden, Ausgabe vom 31. Januar 1992, Seite 23 (Digitalisat)
- ↑ Le Nouvelliste, Ausgabe vom 31. Januar 1992, Seite 27 (Digitalisat)
Koordinaten: 53° 50′ 17″ N, 1° 29′ 43″ W