Cyclocross-Weltmeisterschaften 1995

Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 1995 wurden am 29. Januar im schweizerischen Eschenbach ausgetragen. Außerdem fand ein als Europameisterschaft deklariertes Rennen für die U23 statt.

Hauptveranstaltung

Das Direktionskomitee des Radsport-Weltverbands UCI hatte Eschenbach im Februar 1992 die Veranstaltung der Weltmeisterschaften 1995 zugewiesen.[1] Der Parcours in Eschenbach war 2,9 km lang und wies mit 90 Höhenmetern bedeutend mehr Steigungen auf als in den Jahren zuvor. Er war auf den Hängen zu beiden Seiten der Schmerikonerstrasse angelegt, letztere diente als Start- und Ziellinie. An einer Stelle durchquerten die Fahrer ein großes Festzelt. Durch die Schneefälle zu Jahresbeginn war der Boden recht tief.[2]

Die Juniorenkategorie stand wie im Jahr zuvor Fahrern von 17 bis 19 Jahren offen. Es wurden vier Runden gefahren, lange Zeit führte Miguel Martinez, der am Ende aber nur Vierter wurde. Es gewann der Tscheche Zdeněk Mlynář. Es waren 72 Fahrer am Start, von denen 68 klassiert wurden.[3]

Vor 19.000 Zuschauern fand das Rennen der Profis und Amateure mit 74 Teilnehmern aus 22 Verbänden statt; Neuseeland war erstmals durch einen Fahrer mit Schweizer Wurzeln vertreten.[4] Der Parcours lag den heimischen Fahrern deutlich besser den Belgiern; Titelverteidiger Paul Herijgers und Ex-Weltmeister Danny De Bie gaben frühzeitig auf. Nach einer Viertelstunde führte Dominique Arnould zusammen mit Dieter Runkel, Beat Wabel und Peter Van Santvliet das Rennen an, Richard Groenendaal schloss später auf. Arnould und Van Santvliet fielen im weiteren Verlauf zurück, und zu Beginn der vierten von sechs Runden entledigte sich Runkel seiner letzten Begleiter. Auf der letzten Runde konnte er sich bei der Durchfahrt des Festzelts schon vorzeitig vom Heimpublikum feiern lassen. Zweiter wurde wie im Vorjahr Groenendaal, Dritter Wabel.

Profis und Amateure
Platz Name Zeit (min)
1 Schweiz Dieter Runkel 57:44
2 Niederlande Richard Groenendaal + 0:37
3 Schweiz Beat Wabel + 0:57
4 Niederlande Adrie van der Poel + 1:18
5 Schweiz Roger Honegger + 1:26
6 Belgien Peter Van Santvliet + 1:43
7 Frankreich Dominique Arnould + 1:45
8 Danemark Jan Østergaard + 2:01
9 Italien Daniele Pontoni + 2:11
10 Frankreich Emmanuel Magnien + 2:30
Junioren
Platz Name Zeit (min)
1 Tschechien Zdeněk Mlynář 40:01
2 Frankreich Guillaume Benoist + 0:12
3 Schweiz Stefan Bünter + 0:16
4 Frankreich Miguel Martinez + 0:18
5 Tschechien Pavel Prošek + 0:31
6 Niederlande Maarten Nijland + 0:47
7 Schweiz Patrick Dubacher gl. Zeit
8 Schweiz Roger Zweifel + 0:54
9 Belgien Robby Pelgrims + 0:59
10 Italien Fabrizio Dall’Oste + 1:06

U23-Europameisterschaft

Als 1994 die WM-Rennen von Profis und Amateuren zusammengelegt wurden, brachte das Organisationskomitee in Eschenbach die Einrichtung eines U23-Rennens ins Spiel. Damit ließ sich auch das sehr große Fahrerfeld entlasten, das durch die Zusammenlegung entstanden war.[5] Ein solcher Wettkampf wurde schließlich am Tag vor der eigentlichen Weltmeisterschaft ausgetragen, erhielt aber zunächst nur den Status einer Europameisterschaft. Zugelassen waren Amateure der Jahrgänge 1973 bis 1975. Es beteiligten sich 57 Fahrer aus 17 Nationen. Die Medaillengewinner, Thomas Steiger, Jiří Pospíšil und Patrice Halgand sonderten sich schon zu Beginn von der Konkurrenz ab. In der zweiten Rennhälfte verlor Steiger den Kontakt, in der vierten von fünf Runden schüttelte Pospíšil Halgand ab. Der große Erfolg der Veranstaltung überzeugte die UCI, den Wettkampf ab 1996 als Weltmeisterschaft auszuschreiben.[6]

Platz Name Zeit (min)
1 Tschechien Jiří Pospíšil 52:09
2 Frankreich Patrice Halgand + 0:24
3 Schweiz Thomas Steiger + 0:49
4 Schweiz Patrick Blum + 2:12
5 Polen Dariusz Gil + 2:31
6 Vereinigtes Konigreich Roger Hammond + 2:42
7 Niederlande Gretienus Gommers + 2:45
8 Tschechien Radim Kořínek + 2:51
9 Frankreich Christophe Morel + 2:59
10 Schweiz Christian Heule + 3:00

Einzelnachweise

  1. La Liberté, Ausgabe vom 1. Februar, Seite 27 (Digitalisat)
  2. Neue Zürcher Zeitung, Ausgabe vom 28. Januar 1995, Seite 62 (Digitalisat)
  3. La Liberté, Ausgabe vom 30. Januar 1995, Seite 27 (Digitalisat)
  4. Neue Zürcher Zeitung, Ausgabe vom 30. Januar 1995, Seite 35 (Digitalisat)
  5. Neue Zürcher Zeitung, Ausgabe vom 31. Januar 1994, Seite 37 (Digitalisat)
  6. Neue Zürcher Zeitung, Ausgabe vom 30. Januar 1995, Seite 36 (Digitalisat)

Koordinaten: 47° 14′ 5″ N, 8° 55′ 33″ O; CH1903: 712608 / 232597