Cyclocross-Weltmeisterschaften 2002
Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 2002 wurden am 2. und 3. Februar im belgischen Zolder ausgetragen.
Ablauf
Der Radsport-Weltverband UCI hatte die Veranstaltung drei Jahre zuvor an Zolder vergeben.[1] Wie bereits 1970 fanden sie auf dem Gelände des Circuit Zolder statt, wo ein halbes Jahr später auch die Straßenradsport-Weltmeisterschaften 2002 geplant waren. Ausgehend von der Start-Ziel-Geraden verlief der Rundkurs erst südlich, dann nördlich derselben, mit einer Steigung an der Sterrenwacht und einer auf den Sacramentsberg.
Wie im Jahr zuvor gab es einen Wettkampf für Frauen und drei für Männer, in den Kategorien Elite, U23 und Junioren. Das Programm wurde geändert, so dass die Frauen nun am zweiten Tag fuhren und der erste Tag den jüngeren Altersklassen vorbehalten war. Fahrer aus 22 Ländern beteiligten sich an den Wettkämpfen. Es herrschten gute Wetterbedingungen, und 47.000 Zuschauer verfolgten die Rennen vor Ort.[2]
Ergebnisse
Junioren
| Platz | Name | Zeit (min) |
|---|---|---|
| 1 | Kevin Pauwels | 43:41 |
| 2 | Krzysztof Kuźniak | + 0:11 |
| 3 | Zdeněk Štybar | + 0:15 |
| 4 | Jaroslav Kulhavý | + 0:26 |
| 5 | Mike Thielemans | + 0:34 |
| 6 | Felix Gniot | gl. Zeit |
| 7 | Derik Zampedri | gl. Zeit |
| 8 | Jens Petroll | + 0:37 |
| 9 | Dieter Vanthourenhout | + 0:44 |
| 10 | Pirmin Lang | + 0:56 |
Zu Beginn der Weltmeisterschaften gingen 65 Fahrer ins Juniorenrennen, das über sechs Runden ging. Bei letzten Zieldurchgang bestand eine Spitzengruppe von sechs Fahrern. Kevin Pauwels attackierte zu Beginn der Runde und setzte sich vor Krzysztof Kuźniak und Zdeněk Štybar durch.[3]
U23
| Platz | Name | Zeit (min) |
|---|---|---|
| 1 | Thijs Verhagen | 49:48 |
| 2 | Davy Commeyne | gl. Zeit |
| 3 | Tomáš Trunschka | gl. Zeit |
| 4 | Enrico Franzoi | gl. Zeit |
| 5 | Wim Jacobs | gl. Zeit |
| 6 | Martin Bína | + 0:37 |
| 7 | Michael Baumgartner | + 0:53 |
| 8 | Adam Craig | + 1:12 |
| 9 | Radomír Šimůnek | + 1:36 |
| 10 | Steve Chainel | + 1:44 |
Bei der U23 gab 65 Teilnehmer aus 19 Nationen. Beim Sprint von der Startlinie weg kam es zum Sturz mehrerer Fahrer, der Schweizer Michael Müller wurde verletzt abtransportiert.[4] An der Spitze des Rennens wechselten sich die Belgier Davy Commeyne und Wim Jacobs mit Angriffen ab, wurden aber immer wieder eingeholt. Zur Mitte des Rennens waren außer diesen beiden noch Michael Baumgartner, Martin Bína, Enrico Franzoi, Tomáš Trunschka und Thijs Verhagen im Rennen. Baumgartner fiel in der fünften von sieben Runden zurück, Bína während der letzten. Auf der Zielgeraden setzte sich Verhagen im Sprint gegen die anderen durch.[5]
Frauen
| Platz | Name | Zeit (min) |
|---|---|---|
| 1 | Laurence Leboucher | 39:06 |
| 2 | Hanka Kupfernagel | + 1:04 |
| 3 | Daphny van den Brand | gl. Zeit |
| 4 | Alison Dunlap | gl. Zeit |
| 5 | Ann Grande | + 1:41 |
| 6 | Anja Nobus | + 2:00 |
| 7 | Reza Hormes-Ravenstijn | gl. Zeit |
| 8 | Birgit Hollmann | gl. Zeit |
| 9 | Hilde Quintens | + 2:05 |
| 10 | Carmen D’Aluisio | + 2:12 |
Die Richtzeit des Rennens war nach einer Verkürzung im Vorjahr wieder auf 40 Minuten hochgesetzt worden,[6] so dass fünf Runden gefahren wurden.
Zu Beginn entstand unter dem Tempo der Titelverteidigerin Hanka Kupfernagel ein Spitzentrio, zu dem noch Daphny van den Brand und Laurence Leboucher gehörten. In der dritten Runde attackierte Leboucher an der Sterrenwacht, während Kupfernagel einen Fahrfehler beging. Lebouchers Sieg stand bald außer Zweifel, während Alison Dunlap noch später zu den Verfolgern stieß. Im Sprint dieser drei entschied das Zielfoto zugunsten Kupfernagels vor van den Brand.[7]
Elite
| Platz | Name | Zeit (h) |
|---|---|---|
| 1 | Mario De Clercq | 1:01:11 |
| 2 | Tom Vannoppen | + 0:03 |
| 3 | Sven Nys | + 0:06 |
| 4 | Richard Groenendaal | + 0:10 |
| 5 | Gerben de Knegt | + 0:14 |
| 6 | Dominique Arnould | + 0:21 |
| 7 | Wim de Vos | + 0:22 |
| 8 | Bart Wellens | + 0:26 |
| 9 | Ben Berden | + 1:19 |
| 10 | Thomas Frischknecht | + 1:38 |
Im Vorfeld herrschten zwischen den belgischen und niederländischen Fahrern und Anhängern Spannungen, die zum Teil noch auf die Vorgänge bei der Weltmeisterschaft 2000 zurückgingen. Richard Groenendaal, der damals dank Unterstützung von Sven Nys vor Mario De Clercq gewonnen hatte, wurde regelmäßig von belgischen Fans angepöbelt,[8] und De Clercq gewann seinerseits Tom Vannoppen als Verbündeten.[2]
In einem sehr abwechslungsreichen Rennen erwiesen sich die Fahrer der beiden Ländern in der Tat als dominant, außer diesen zeigte sich nur der Franzose Dominique Arnould zeitweise in der Spitzengruppe. Nys und Groenendaal hatten ebenso wie Bart Wellens einen schlechten Start; während Nys schnell aufschließen konnte, befanden sich Groenendaal und Wellens, auch durch weitere Missgeschicke, das ganze Rennen lang in Aufholjagd. Dem Titelverteidiger Erwin Vervecken sprang mehrfach die Kette ab, und er gab auf, als ihm auch noch das Schaltwerk abbrach. In den letzten zwei Runden lagen Nys, De Clercq und Vannoppen in Führung. Nys ging in der letzten Runde volles Risiko ein, um den spurtstärkeren De Clercq loszuwerden, doch vergebens; letzterer wurde zum dritten Mal Weltmeister.[2][9]
Zum ersten Mal seit 1971 gehörten alle Podiumsplätze derselben Nation. Der langjährige belgische Nationaltrainer Erik De Vlaeminck, selbst siebenfacher Weltmeister, trat nach diesem Triumph zurück.[10][11]
Weblinks
- Cyclocross-WM 2002 auf der UCI-Website ( vom 28. März 2016 im Internet Archive)
- Zusammenfassung des Männer-Rennens auf Sporza
- Cyclocross-Weltmeisterschaften 2002 in der Datenbank von Cyclocross24.com
- Cyclocross-Weltmeisterschaften 2002 in der Datenbank von ProCyclingStats
Einzelnachweise
- ↑ Pressemitteilung der UCI vom 29. Januar 1999 ( vom 18. August 2012 im Internet Archive)
- ↑ a b c Zo gek en perfect verliep het vorige WK veldrijden in Zolder in 2002. Het Nieuwsblad, 28. Januar 2016 (niederländisch).
- ↑ La Brabançonne pour Kevin Pauwels. DHnet.be, 3. Februar 2002 (französisch).
- ↑ Rad-Quer: Schweizer mit Problemen. SWI swissinfo.ch, 2. Februar 2002.
- ↑ Belgier dominierten, Holländer gewann. Bund Deutscher Radfahrer, 2. Februar 2002.
- ↑ UCI-Regeln für Cyclocross (2001/2002), Artikel 5.1.048 ( vom 27. Januar 2002 im Internet Archive)
- ↑ Leboucher takes women’s race in Zolder; Dunlap fourth. Velo, 3. Februar 2002 (englisch).
- ↑ Groenendaal krijgt enkel waarschuwing voor klap. Gazet van Antwerpen, 17. Mai 2002 (niederländisch).
- ↑ Belgiens Asse auf dem Siegerpodest. Bund Deutscher Radfahrer, 3. Februar 2002.
- ↑ Eric De Vlaeminck: Je viens de vivre un moment inoubliable. DHnet.be, 4. Februar 2002 (französisch).
- ↑ Trauer um Eric de Vlaeminck. Radsport-News, 12. Dezember 2015.
Koordinaten: 50° 59′ 26″ N, 5° 15′ 32″ O