Cyclocross-Weltmeisterschaften 1973
Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 1973 wurden am 25. Februar in London ausgetragen. Es gab getrennte Rennen für Profis und Amateure.
Ablauf
Nach den Niederlanden 1971 und der Tschechoslowakei 1972 war auch Großbritannien zum ersten Mal Ausrichter der WM. Der britische Verband hatte sich bereits für die Austragung 1970 beworben[1] und setzte sich für 1973 gegen Interessenten aus Italien und Spanien durch.[2] Schauplatz war der Crystal Palace Park. Ein drei Kilometer langer Rundkurs war von den Amateuren siebenmal zu befahren, von den Profis achtmal, zuzüglich einer 230 m langen Startgeraden. Er bestand aus 850 m Asphalt, 1900 m Wiesen, 100 m Kieswegen und 150 m Laufpartien.[3][4]
Es beteiligten sich 13 Nationalmannschaften mit Vierermannschaften am Amateurrennen. Erstmals dabei waren die Vereinigten Staaten, die seitdem an nahezu jeder Weltmeisterschaft teilnahmen. Auch eine Teilnahme Australiens war angekündigt, fand aber aus unbekannten Gründen nicht statt. Im Profirennen starteten 18 Fahrer aus 7 Nationen, Italien war nach dem Rücktritt Renato Longos in dieser Kategorie nicht mehr vertreten. Als großer Favorit galt der belgische Meister Albert Van Damme, als seine nächsten Herausforderer Rolf Wolfshohl und André Wilhelm. Titelverteidiger Erik De Vlaeminck war während der vergangenen Monate kaum in Form gewesen und war vom belgischen Verband nur zögernd mitgenommen worden.[3]
Vor 15.000 Zuschauern starteten zunächst die Amateure. In der zweiten Runde bildeten der zweifache Ex-Weltmeister Robert Vermeire und Klaus-Peter Thaler eine Spitzengruppe und wurden trotz knappen Vorsprungs nicht mehr eingeholt; Thaler schlug Vermeire im Sprint. Der Sieg des 23-jährigen Thalers galt als große Überraschung, er durchbrach damit die seit 1968 währende belgische Siegesserie. Unter den Verfolgern war Titelverteidiger Norbert Dedeckere in der fünften Runde durch Defekt zurückgefallen, so dass Ekkehard Teichreber nach zwei vierten Plätzen in den Jahren zuvor nunmehr die Bronzemedaille gewann. Alle vier deutschen Fahrer platzierten sich unter den ersten Zehn.
Im Rennen der Profis setzten sich De Vlaeminck, Van Damme, Wolfshohl und Wilhelm sogleich von der Konkurrenz ab. Wilhelm fiel in der dritten Runde etwas zurück, blieb aber in Schlagweite. Wolfshohl büßte in der sechsten Runde durch eine Panne Zeit ein, und De Vlaeminck hängte seinen belgischen Konkurrenten an einem steilen Anstieg ab. Wolfshohl kam jedoch zurück, überholte Van Damme und zog Wilhelm mit sich, so dass es erstmals bei der WM zu einem Sprint zwischen drei Fahrern kam. De Vlaeminck gewann diesen vor Wilhelm und Wolfshohl und wurde so zum siebten Mal Weltmeister.
Ergebnisse
| Platz | Name | Zeit (min) |
|---|---|---|
| 1 | Erik De Vlaeminck | 59:29 |
| 2 | André Wilhelm | gl. Zeit |
| 3 | Rolf Wolfshohl | gl. Zeit |
| 4 | Albert Van Damme | + 0:38 |
| 5 | Michel Baele | + 2:37 |
| 6 | Peter Frischknecht | gl. Zeit |
| 7 | John Atkins | gl. Zeit |
| 8 | José María Basualdo | + 3:43 |
| 9 | Julien Vanden Haesevelde | + 3:56 |
| 10 | Keith Mernickle | + 4:07 |
| Platz | Name | Zeit (min) |
|---|---|---|
| 1 | Klaus-Peter Thaler | 54:04 |
| 2 | Robert Vermeire | gl. Zeit |
| 3 | Ekkehard Teichreber | + 0:22 |
| 4 | Norbert Dedeckere | + 0:32 |
| 5 | Albert Zweifel | + 0:43 |
| 6 | Miloš Fišera | + 1:08 |
| 7 | Franco Livian | + 1:10 |
| 8 | Dieter Uebing | + 1:15 |
| 9 | Klaus Jördens | + 1:32 |
| 10 | Gerrit Scheffer | + 1:37 |
Weblinks
- Zeitungsberichte:
- Luxemburger Wort, Ausgabe vom 26. Februar 1973, Seite 9 (Digitalisat)
- Courrier de Genève, Ausgabe vom 26. Februar 1973, Seite 12 (Digitalisat)
- Filmberichte:
- Ergebnislisten:
Einzelnachweise
- ↑ La Liberté, Ausgabe om 23. April 1968, Seite 21 (Digitalisat)
- ↑ Courrier de Genève, Ausgabe vom 24. August 1971, Seite 10 (Digitalisat)
- ↑ a b Luxemburger Wort, Ausgabe vom 24. Februar 1973, Seite 22 (Digitalisat)
- ↑ Thurgauer Zeitung, Ausgabe vom 23. Februar 1973, Seite 43 (Digitalisat)
Koordinaten: 51° 25′ 13″ N, 0° 4′ 25″ W