Cyclocross-Weltmeisterschaften 1998

Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 1998 fanden am 31. Januar und 1. Februar im dänischen Middelfart statt.

Ablauf

Die Union Cycliste Internationale vergab 1995 die Ausrichtung der Weltmeisterschaften nach Dänemark.[1] Es war die erste Austragung in diesem Land, sie folgte auf die Erfolge von Henrik Djernis, der 1993 Weltmeister der Amateure geworden war. Infolge der seitdem erfolgten Reform der Kategorien wurden in Middelfart Wettkämpfe in der Elite, der U23 und bei den Junioren ausgetragen, die der Verein Backwheel Middelfart organisierte. Schauplatz war der westlichste Punkt Fünens rund um das Gals Klint im Naturpark Hindsgavl Dyrehave. Der 3,1 km lange Parcours führte hauptsächlich durch die dortigen Wälder, aber auch der Strand unmittelbar am Kleinen Belt wurde befahren.[2] Als Start- und Zielgerade diente der Galsklintvej. Bei andauernden Minusgraden war der Boden hartgefroren.

Am 31. Januar traten 63 Fahrer vor 5.000 Zuschauern in der U23 an. Wegen einer Überschwemmung hatte man kurzfristig eine Änderung am Parcours vornehmen müssen. Bereits nach der ersten von sieben Runden hatten die späteren Medaillengewinner ihre Positionen eingenommen: Nys hatte wie im Vorjahr von seinen technischen Fähigkeiten profitiert, um sich abzusetzen, hinter ihm kamen Bart Wellens und Petr Dlask. Diese Positionen änderten sich im weiteren Verlauf nicht mehr. Tim Johnson kam als Zehnter ins Ziel, das bis dahin beste Ergebnis der USA in der WM-Geschichte.

Der Junioren-Wettkampf am Vormittag des 1. Februars fiel deutlich knapper aus. Erst in der fünften und letzten Runde konnte sich Michael Baumgartner in einer Laufpassage bergauf von einer Spitzengruppe lösen und seinen knappen Vorsprung bis ins Ziel verteidigen. Es war der dritte aufeinanderfolgende Schweizer Sieg in dieser Kategorie.

Den Abschluss bildete das Elite-Rennen über neun Runden, zu dem sich 10.000 Zuschauer einfanden. Wenige Wochen zuvor war Titelverteidiger Daniele Pontoni positiv auf Kokain getestet worden. Da eine provisorische Sperre bis zur Klärung der Angelegenheit nicht möglich war, durfte er dennoch an den Start gehen.[3] In der zweiten Runde forcierte Mario De Clercq das Tempo, während sein Landsmann Erwin Vervecken, an zweiter Stelle gelegen, eine Lücke fallen ließ. Pontoni gelang es, zu De Clercq aufzuschließen, hatte auf dessen zweite Attacke jedoch keine Antwort mehr. De Clercq baute seinen Vorsprung kontinuierlich auf über eine Minute aus und wurde Weltmeister, nachdem sein Vater René De Clercq dies 1969 bei den Amateuren geschafft hatte. Pontoni bildete zusammen mit Vervecken und Djernis eine zweite Gruppe; am Ende setzte sich Vervecken im Kampf um den zweiten Platz vor Djernis durch, Pontoni glitt im Zielsprint aus.

Ergebnisse

Elite
Platz Name Zeit (h)
1 Belgien Mario De Clercq 1:04:06
2 Belgien Erwin Vervecken + 1:04
3 Danemark Henrik Djernis + 1:07
4 Italien Daniele Pontoni gl. Zeit
5 Tschechien Radomír Šimůnek + 1:19
6 Frankreich Emmanuel Magnien + 1:23
7 Schweiz Dieter Runkel + 1:55
8 Frankreich Christophe Mengin + 2:17
9 Niederlande Richard Groenendaal + 2:28
10 Schweiz Beat Wabel + 2:31
U23
Platz Name Zeit (min)
1 Belgien Sven Nys 52:14
2 Belgien Bart Wellens + 0:24
3 Tschechien Petr Dlask + 0:29
4 Danemark Klaus Nielsen + 0:45
5 Frankreich Guillaume Benoist + 0:47
6 Tschechien Pavel Prošek + 0:59
7 Niederlande Maarten Nijland + 1:08
8 Niederlande Raymond Lubberman + 1:10
9 Italien Fabrizio Dall’Oste + 1:12
10 Vereinigte Staaten Tim Johnson gl. Zeit
Junioren
Platz Name Zeit (min)
1 Schweiz Michael Baumgartner 38:56
2 Italien Stefano Toffoletti + 0:03
3 Belgien Davy Commeyne gl. Zeit
4 Tschechien Martin Ocásek + 0:05
5 Belgien Sven Vanthourenhout + 0:09
6 Deutschland Björn Schröder gl. Zeit
7 Deutschland Tilo Schüler + 0:16
8 Tschechien Tomáš Trunschka gl. Zeit
9 Tschechien Pavel Bartoš gl. Zeit
10 Schweiz Grégory Rast gl. Zeit

Einzelnachweise

  1. Le Nouvelliste, Ausgabe vom 6. Oktober 1995, Seite 26 (Digitalisat)
  2. Neue Zürcher Zeitung, Ausgabe vom 31. Januar 1998, Seite 62 (Digitalisat)
  3. Thurgauer Zeitung, Ausgabe vom 29. Januar 1998, Seite 23 (Digitalisat)

Koordinaten: 55° 30′ 54″ N, 9° 41′ 6″ O