Cyclocross-Weltmeisterschaften 1978

Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 1978 wurden am 22. Januar im spanischen Amorebieta-Etxano ausgetragen.

Ablauf

Der Kongress des Radsport-Weltverbands UCI vergab 1976 die Ausrichtung der Veranstaltung an den spanischen Verband.[1] Als Austragungsort wurde in der zeitgenössischen Berichterstattung Amorebieta genannt, der konkrete Schauplatz waren die Hänge unterhalb des Bergdorfs Etxano. Der Parcours war 2,9 km lang, knapp die Hälfte davon lag auf Wiesen.[2] Wenngleich während der Rennen selbst gute äußere Bedingungen herrschten, hatten sieben Tage Regen und Schnee den Parcours in ein Schlammbad verwandelt. Aus diesem Grunde wurden die Distanzen je um eine Runde gekürzt, die Profis gingen ab 12 Uhr auf sieben Runden, die Amateure ab 14 Uhr auf derer sechs. Insgesamt beteiligten sich 13 Nationen,[3] 15.000 Zuschauer verfolgten die Veranstaltung vor Ort.

Im Profirennen traten 28 Fahrer an. Belgien war nur mit zwei Fahrern am Start, da sich die Ex-Weltmeister Roger De Vlaeminck und Albert Van Damme wegen Krankheit bzw. Verletzung kurzfristig zurückgezogen hatten. Schon bald nach Beginn kamen nur noch vier Fahrer für den Sieg infrage, das Schweizer Trio aus Albert Zweifel, Peter Frischknecht und Willi Lienhard sowie der Deutsche Klaus-Peter Thaler. In der dritten Runde setzte sich Zweifel ab, verfolgt von Frischknecht, während Lienhard mit Defekt zurückfiel. Obwohl Zweifel auf dem glitschigen Parcours mehrfach stürzte, waren die Abstände so groß, dass bereits ab Mitte des Rennens nicht mehr mit Positionsänderungen zu rechnen war. Zweifel wurde zum dritten Mal in Folge Weltmeister, Frischknecht zum ebensovielten Mal Zweiter.

Bei den Amateuren traten 45 Fahrer an. Auch Titelverteidiger Robert Vermeire kam nicht zurecht und wurde nur Elfter. Weltmeister wurde überraschend sein Landsmann Roland Liboton, der zuvor nur Sechster der belgischen Meisterschaften geworden war, hier aber ab der ersten Runde das Feld anführte. Hinter ihm fuhr zunächst ein Trio aus Karl-Heinz Helbling, Hennie Stamsnijder und Miloš Fišera. Später schloss Gilles Blaser von hinten auf und setzte sich zusammen mit seinem Landsmann Helbling von den beiden ab, um die übrigen Podiumsplätze zu belegen. Die Schweiz kam so über beide Rennen hinweg auf vier der sechs Medaillen.

Ergebnisse

Profis
Platz Name Zeit (h)
1 Schweiz Albert Zweifel 1:07:21
2 Schweiz Peter Frischknecht + 0:54
3 Deutschland Klaus-Peter Thaler + 2:32
4 Schweiz Willi Lienhard + 4:32
5 Belgien Marc De Block + 6:28
6 Schweiz Erwin Lienhard + 6:36
7 Schweiz Richard Steiner + 6:47
8 Belgien Eric Desruelle + 7:03
9 Niederlande Gertie Wildeboer + 8:23
10 Niederlande Cees van der Wereld + 8:48
Amateure
Platz Name Zeit (h)
1 Belgien Roland Liboton 1:02:32
2 Schweiz Gilles Blaser + 0:21
3 Schweiz Karl-Heinz Helbling + 0:30
4 Niederlande Hennie Stamsnijder + 1:18
5 Italien Vito Di Tano + 1:37
6 Frankreich Jean-Yves Plaisance + 1:54
7 Polen Andrzej Mąkowski + 2:04
8 Frankreich Alex Gérardin + 2:17
9 Tschechoslowakei Miloš Fišera + 2:22
10 Italien Franco Vagneur gl. Zeit

Einzelnachweise

  1. Le Nouvelliste, Ausgabe vom 27. November 1976, Seite 17 (Digitalisat)
  2. Neue Zürcher Zeitung, Ausgabe vom 19. Januar 1978, Seite 41 (Digitalisat)
  3. Bieler Tagblatt, Ausgabe vom 21. Januar 1978, Seite 15 (Digitalisat)

Koordinaten: 43° 13′ 27″ N, 2° 42′ 42″ W