Wimitzstein

Wimitzstein (Einzelsiedlung)
Ortschaft
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland St. Veit an der Glan (SV), Kärnten
Gerichtsbezirk Sankt Veit an der Glan
Pol. Gemeinde Frauenstein  (KG Kraig)
Koordinaten 46° 48′ 2″ N, 14° 23′ 35″ Of1
Höhe 515 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 4 (1. Jän. 2025)
Gebäudestand 3 (1. Jän. 2021f1)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 01458

Schloss Wimitzstein
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; KAGIS
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Wimitzstein, im 19. Jahrhundert auch Wimmitzstein, ist ein Ort im Bezirk St. Veit an der Glan in Kärnten. Er besteht heute nur mehr aus der gleichnamigen Ortschaft in der Gemeinde Frauenstein mit 4 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025[1]). Früher erstreckte sich der Ort über die Gemeindegrenze hinweg auch auf das Gebiet der heutigen Gemeinde Mölbling, so dass in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch in deren Vorgängergemeinde Meiselding eine Ortschaft Wimitzstein geführt wurde.

Lage

Wimitzstein liegt an der Wimitz im St. Veiter Hügelland, etwa 2 ½ km südöstlich des Gemeindehauptorts Kraig und etwa 4 ½ km nordöstlich des Bezirkshauptorts St. Veit an der Glan, unweit der Friesacher Straße. Die heutige Ortschaft liegt auf dem Gebiet der Katastralgemeinde Kraig; die früher in der Katastralgemeinde Dielach der heutigen Gemeinde Mölbling befindlichen Bauten bestehen nicht mehr.

Geschichte

1513 wird Wimitzstein urkundlich erwähnt. Der Standort in einer Mulde erscheint für einen Wehrbau ungeeignet; eher dürfte er als Gewerkensitz im Zusammenhang mit Eisenverarbeitung an der Wimitz errichtet worden sein.[2] An der Pfarrkirche Kraig befindet sich die Wappengrabplatte des Anton Eisenhört von 1648, er war Besitzer von Winbezstein.[3] 1822 kam Wimitzstein an die auf Schloss Karlsberg ansässige Familie Goëss. Die Goess verpachteten in Wimitzstein eine Nagelschmiede samt Zainhammer sowie eine Mautmühle, der Pächter konnte im Turm (dem Schloss Wimitzstein) wohnen.[4][5]

Bei Gründung der Ortsgemeinden Mitte des 19. Jahrhunderts kam Wimitzstein an die Gemeinde Pfannhof. Bei deren Auflösung 1899 wurde der Ort geteilt: der in der Katastralgemeinde Kraig befindliche Wohnturm kam an die Gemeinde Kraig, die Wirtschaftsbauten auf der anderen Seite der Wimitz an die Gemeinde Meiselding, so dass zunächst in beiden Gemeinden je eine Ortschaft Wimitzstein geführt wurde. Doch war die Eisenverarbeitung in Wimitzstein bereits aufgegeben worden, und auch der Wohnturm verfiel zu einer Ruine.

1927 erwarb der Wiener Oberstleutnant Paul Freiherr von Trauttenberg den damals „gänzlich verfallenen“ Wohnturm von den Goëss, ließ ihn durch die Architekten Herbert Hiltl und Fritz Schoderböck wohnlich instand setzen, und legte einen Park an.[6] Das Gebäude wird seither als „kleinstes Schloss Kärntens“ bezeichnet.[7]

Bei der Gemeindestrukturreform 1973 kam der bis dahin zur Gemeinde Kraig gehörende Wohnturm an die Gemeinde Frauenstein; die bereits zu Ruinen verfallenen Reste von Mühle und Nagelschmiede, die später abgetragen wurden, kamen an die Gemeinde Mölbling. Nur mehr in der Gemeinde Frauenstein wird eine Ortschaft Wimitzstein geführt.

Zwei nach der Jahrtausendwende, etwas nördlich des Schlosses errichtete Einfamilienhäuser am südlichen Ortsrand von Breitenstein werden mittlerweile ebenfalls zur Ortschaft Wimitzstein gezählt.

Bevölkerungsentwicklung

Für den Ort ermittelte man folgende Einwohnerzahlen:

  • 1869: 3 Häuser, 20 Einwohner (Gde. Pfannhof)[8]
  • 1880: 3 Häuser, 15 Einwohner (Gde. Pfannhof)[9]
  • 1890: 3 Häuser, 20 Einwohner (Gde. Pfannhof)[10]
  • 1900: 4 Häuser, 0 Einwohner (Gde. Kraig 1 Haus; Gde. Meiselding 3 Häuser)[11]
  • 1910: 2 Häuser, 6 Einwohner (Gde. Kraig 1 Haus, 0 Einwohner; Gde. Meiselding 1 Haus, 6 Einwohner)[12]
  • 1923: 2 Häuser, 0 Einwohner (Gde. Kraig 1 Haus; Gde. Meiselding 1 Haus)[13]
  • 1934: 0 Einwohner[14]
  • 1961: 1 Haus, 3 Einwohner (Gde. Kraig)[15]
  • 1991: 1 Haus, 4 Einwohner (Gde. Frauenstein)
  • 2001: 1 Gebäude (davon 1 mit Hauptwohnsitz) mit 1 Wohnung; 4 Einwohner und 0 Nebenwohnsitzfälle; 1 Haushalt; 1 Arbeitsstätte, 0 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (Gde. Frauenstein)[16]
  • 2011: 1 Gebäude, 1 Einwohner, 1 Haushalt, 0 Arbeitsstätten (Gde. Frauenstein)[17]
  • 2021: 3 Gebäude, 5 Einwohner, 3 Haushalte, 0 Arbeitsstätten (Gde. Frauenstein)[18]
Commons: Wimitzstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2025 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2025), (ODS, 500 KB)
  2. Siegfried Hartwagner: Der Bezirk St. Veit an der Glan. Seine Kunstewerke, Historischen Lebens- und Siedlungsformen (Österreichische Kunstmonogaphie, Band VIII). St. Peter, Salzburg 1977. S. 266.
  3. Friedrich Wilhelm Leitner: Die Inschriften des Politischen Bezirks St. Veit an der Glan (Die Deutschen Inschriften 65. Band, Wiener Reihe 2. Band, Teil 2) Wien 2008, Kat. Nr. 751.
  4. Verpachung der Nagelschmide. In: Klagenfurter Zeitung, 22. November 1846, S. 20 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/kfz
  5. Kundmachung. In: Klagenfurter Zeitung, 24. August 1854, S. 11 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/kfz
  6. Schloss Wimitzstein wieder aufgebaut. In: Freie Stimmen. Deutsche Kärntner Landes-Zeitung / Freie Stimmen. Süddeutsch-alpenländisches Tagblatt. Deutsche Kärntner Landeszeitung, 19. August 1928, S. 4 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/fst
  7. Franz Xaver Kohla, Gustaf Adolf von Metnitz, Gustav Adolf von Metnitz, Gotbert Moro: Kärntner Burgenkunde. Quellen- und Literaturhinweise zur geschichtlichen und rechtlichen Stellung der Burgen, Schlösser und Ansitze in Kärnten sowie ihrer Besitzer. Klagenfurt 1973. S. 162.
  8. K. K. Statistische Central-Commission: Orts-Repertorium des Herzogthumes Kärnten. Auf Grundlage der Volkszählung vom 31. Dezember 1869. Carl Gerold's Sohn, Wien 1872. S. 75.
  9. K. K. Statistische Central-Commission (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss der im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder nach den Ergebnissen der Volkszählung vom 31. December 1880. Alfred Hölder, Wien 1882. S. 59.
  10. K. K. Statistische Central-Commission (Hrsg.): Orts-Repertorien der im Österreichischen Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. December 1890. V. Kärnten. Alfred Hölder, Wien 1894. S. 60.
  11. K. K. Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. December 1900. V. Kärnten. K. K. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1905. S. 78.
  12. Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Spezialortsrepertorium der Österreichischen Länder. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910. V. Kärnten. Verlag der Staatsdruckerei, Wien 1918. S. 40.
  13. Bundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1930. Abschnitt Kärnten, S. 16.
  14. handschriftlicher Nachtrag im Ortsverzeichnis 1923 (Bundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1930.) mit der Signatur II 28238 der Universitätsbibliothek Klagenfurt. Abschnitt Kärnten, S. 16.
  15. Österreichisches Statistisches Zentralamt: Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 21. März 1961. Österreichische Staatsdruckerei, 1965. S. 256.
  16. Statistik Austria (Hrsg.): Ortsverzeichnis 2001 Kärnten. Wien 2004. S. 99.
  17. Amt der Kärntner Landesregierung, Landesstelle für Statistik: Kärntner Ortsverzeichnis. Gebietsstand 1. 1. 2014. Klagenfurt, 2014. S. 39.
  18. Amt der Kärntner Landesregierung, Landesstelle für Statistik: Ortsverzeichnis Kärnten. Daten Volkszählung 2021. Klagenfurt, 2024. S. 34.