Gemeinde Rabing

Die Gemeinde Rabing war eine Gemeinde im Kärntner Bezirk St. Veit an der Glan, die von 1850 bis 1972 bestand, ab 1956 unter dem Namen Gemeinde Mölbling. Aus der Fusion dieser Gemeinde mit der Gemeinde Meiselding entstand am 1. Jänner 1973 die heutige Gemeinde Mölbling. Einmalig in Österreich dürfte sein, dass in der Gemeinde Rabing mit Karl Funder ein Bürgermeister 50 Jahre im Amt war.[1]

Geografie

Zur Gemeinde gehörte der Nordwesten des Krappfelds, der Norden des St. Veiter Hügellands und der Nordosten der Wimitzer Berge. Sie umfasste den nördlichen Teil der heutigen Gemeinde Mölbling. Ihre Fläche betrug zuletzt 26,37 km² (1972).[2]

Gliederung

Katastralgemeinden

Die Gemeinde Rabing umfasste die Katastralgemeinden Rabing, Rastenfeld und Gunzenberg in ihren damaligen Grenzen.

Ortschaften

Zur Zeit des Bestehens der Gemeinde Rabing wurden in ihr folgende Ortschaften geführt:

Infrastruktur

Die Gemeinde war nach dem anfangs einwohnerstärksten Ort benannt, doch eignete sich diese Ortschaft Rabing, eine aus Bauernhöfen bestehende Streusiedlung in den Hügeln am Rand der Gemeinde, nicht als Verwaltungssitz. Als Franz Oliva, damals Besitzer von Schloss Rastenfeld, Bürgermeister von Rabing war, befand sich das Gemeindeamt in Rastenfeld.[3] Unter seinem Nachfolger Karl Funder war der Amtssitz der Gemeinde in Mölbling,[4] das damals ein nur sehr kleines Dorf war, aber durch seine Lage am Rand des Krappfelds, unweit von Althofen, gut erschlossen war.

In St. Stefan am Krappfeld gab es eine einklassige Volksschule, die 1890 von 69 Schülern besucht wurde.[5]

Geschichte

Im Zuge der Reformen nach der Revolution 1848/49 wurden in Kärnten die Steuerbezirke aufgelöst und Ortsgemeinden bzw. politische Gemeinden gebildet, die jeweils das Gebiet einer oder mehrerer Steuergemeinden umfassten. Aus den Katastralgemeinden Gunzenberg, Rabing und Rastenfeld wurde die politische Gemeinde Rabing gegründet.

1954 trat die Gemeinde Rabing etwa 26 ha Grund von der Katastralgemeinde Rabing an die Katastralgemeinde Althofen der Gemeinde Althofen ab. Auf dieser Fläche lebten damals 245 Menschen in einer 16 Häuser umfassenden Wohnsiedlung der Treibacher Industrie AG.[6]

1956 wurde die Gemeinde in Mölbling umbenannt.

Die Gemeinde Rabing gehörte ab 1850 zum politischen Bezirk St. Veit an der Glan und zum Gerichtsbezirk Althofen. 1854 bis 1868 gehörte sie zum Gemischten Bezirk Althofen. Ab der Reform 1868 war sie als Teil des Gerichtsbezirks Althofen wieder Teil des politischen Bezirks St. Veit an der Glan.[7]

Bürgermeister

Unter anderem folgende Personen waren Bürgermeister der Gemeinde:

  • Franz Oliva (zumindest ab 1869, bis 1879)
  • Franz Pichler (1890)
  • Karl Funder (1892[8] bis 1937, Deutsche Volkspartei (Österreich), und 1938 bis 1942, NSDAP)
  • Alois Majcen (1937/38)[9]
  • Adolf Funder (1942 bis 1945, NSDAP, und ab 1950, Wirtschaftsblock)[10]
  • Josef Schachner (1946 bis 1950; SPÖ)[11]
  • Adolf Funder (ab 1950, Wirtschaftsblock)

Bevölkerung

Für die Gemeinde wurden zur Zeit ihres Bestehens folgende Einwohnerzahlen angegeben:

  • 1869: 1113 Einwohner, 131 Häuser
  • 1880: 1101 Einwohner, 132 Häuser[12]
  • 1890: 1083 Einwohner, 121 Häuser[13]
  • 1900: 1112 Einwohner, 122 Häuser[14]
  • 1910: 987 Einwohner, 147 Häuser[15]
  • 1923: 1029 Einwohner, 128 Häuser[16]
  • 1934: 1054 Einwohner[17]
  • 1951: 1251 Einwohner
  • 1954: 1006 Einwohner (nach Gebietsabtretung an Althofen)
  • 1961: 903 Einwohner
  • 1971: 801 Einwohner

Zählsprengel Mölbling

Das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Rabing wird von der Statistik Austria als eigener Zählsprengel (Mölbling, 000) der heutigen Gemeinde Mölbling geführt, wie das in Österreich für ehemalige Gemeinden, die nach 1960 aufgelöst wurden, üblich ist.[18]

2001 wurden für dieses Gebiet 604 Einwohner und 27 Nebenwohnsitzfälle sowie 210 Gebäude ermittelt.[19]

Einzelnachweise

  1. 50 Jahre Bürgermeister. In: Alpenländische Rundschau. Unpolitische Wochenschrift für die gesamten Alpenländer / Alpenländische Rundschau, 6. Juni 1942, S. 5 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/alp
  2. Oskar Glanzer, Ralf Unkart: Die Neuordnung der Gemeindestruktur in Kärnten im Jahr 1972. Amt der Kärntner Landesregierung, Klagenfurt 1973. S. 96.
  3. Kundmachung. In: Klagenfurter Zeitung, 17. Juli 1877, S. 6 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/kfz
  4. Ferdinand v. Kleinmayr'scher Klagenfurt Haus- und Geschäfts-Kalender für das Schaltjahr 1888. Ein Jahrbuch für alle Bewohner Kärntens. XLI. Jahrgang, Ferdinand v. Kleinmayr, Klagenfurt. S. 73.
  5. K. K. Statistische Central-Commission: Schematismus der Allgemeinen Volksschulen und Bürgerschulen in den im Reichsrathe vertretenen Königreichen und Ländern auf Grund der statistischen Aufnahme vom 30. April 1890. Alfred Hödler, Wien 1891. S. 163.
  6. Österreichische Gemeinde-Zeitung, Band 21, S. 3.
  7. Joachim Adolf Walter: Die territoriale Entwicklung der Gerichtsbarkeit und Verwaltung in Kärnten, Krain und dem Küstenland zwischen 1848 und 2013. Graz, Univ., Dipl.-Arb., 2013.
  8. Treibach-Althofen. In: (Grazer) Tagespost, 24. Mai 1922, S. 4 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/gpt
  9. Rabing. Neuer Gemeindeverwalter. In: Alpenländische Rundschau. Unpolitische Wochenschrift für die gesamten Alpenländer / Alpenländische Rundschau, 30. Oktober 1937, S. 10 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/alp
  10. Mölbling. In: Alpenländische Rundschau. Unpolitische Wochenschrift für die gesamten Alpenländer / Alpenländische Rundschau, 14. November 1942, S. 4 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/alp
  11. Sozialistischer Bürgermeister Artikel in: Die neue Zeit / Die neue Zeit. Organ des schaffenden Volkes von Kärnten, 19. März 1946, S. Mölbling. Sozialistischer Bürgermeister (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nzv
  12. K. K. Statistische Central-Commission (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss der im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder nach den Ergebnissen der Volkszählung vom 31. December 1880. Alfred Hölder, Wien 1882. S. 60.
  13. K. K. Statistische Central-Commission (Hrsg.): Orts-Repertorien der im Österreichischen Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. December 1890. V. Kärnten. Alfred Hölder, Wien 1894. S. 61.
  14. K. K. Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. December 1900. V. Kärnten. K. K. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1905.
  15. Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Spezialortsrepertorium der Österreichischen Länder. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910. V. Kärnten. Verlag der Staatsdruckerei, Wien 1918.
  16. Bundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1930. Abschnitt Kärnten, S. 18.
  17. handschriftlicher Nachtrag im Ortsverzeichnis 1923 (Bundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1930.) mit der Signatur II 28238 der Universitätsbibliothek Klagenfurt. Abschnitt Kärnten, S. 18.
  18. Wilhelm Rausch: Gebiets- und Namensänderungen der Stadtgemeinden Österreichs seit der Mitte des 19. Jahrhunderts (= Forschungen zur Geschichte der Städte und Märkte Österreichs. Band 2). Landesverlag, Linz 1989. S. 60.
  19. Statistik Austria (Hrsg.): Ortsverzeichnis 2001 Kärnten. Wien 2004. 118.

Koordinaten: 46° 46′ N, 14° 17′ O