Gemeinde Kraig
Die Gemeinde Kraig war eine Gemeinde im Kärntner Bezirk St. Veit an der Glan, die ab 1899 bestand. Aus der Fusion dieser Gemeinde mit den Gemeinden Obermühlbach und Schaumboden entstand am 1. Jänner 1973 die heutige Gemeinde Frauenstein.
Geografie
Zur Gemeinde Kraig gehörte der Ostrand der Wimitzer Berge und ein kleiner Teil des St. Veiter Hügellands. Sie umfasste den Osten der heutigen Gemeinde Frauenstein. Ihre Fläche betrug anfangs etwa 26 km², zuletzt 19,87 km² (1972).[1]
Gliederung
Katastralgemeinden
Die Gemeinde Kraig umfasste die Katastralgemeinden Kraig, Leiten und Pfannhof in ihren damaligen Grenzen.
Ortschaften
Zur Zeit des Bestehens der Gemeinde Kraig wurden in ihr folgende Ortschaften geführt:
- Breitenstein (nur ein Teil des Orts)
- Dörfl (nur bis 1923)
- Föbing (nur ein Teil des Orts)
- Hunnenbrunn
- Innere Wimitz (nur ein Teil des Orts)
- Kraig
- Leiten (nur ein Teil des Orts; weiterer Teil nur bis 1923)
- Mellach
- Pfannhof
- Pörlinghof
- Sand
- Seebichl
- Siebenaich (nur ein Teil des Orts)
- Steinbrücken (nur ein Teil des Orts)
- Tratschweg
- Überfeld
- Weidenau
- Wimitz
- Wimitzstein (nur ein Teil des Orts)
- Zabersdorf (nur bis 1923)
- Zedl bei Pisweg (nur bis 1923)
- Zedl bei Kraig
Infrastruktur
Die Gemeindekanzlei befand sich in den Anfangsjahren der Gemeinde im Pörlinghof.[2] In Kraig gab es eine zweiklassige Volksschule. Jeweils am Montag vor dem ersten Adventsonntag fand ein Markt in Kraig statt.[3]
Geschichte
1899 wurde die Gemeinde Pfannhof aufgelöst, aus ihr gingen die Gemeinden Kraig und Meiselding hervor.
Die Gemeinde Kraig gehörte durchgehend zum politischen Bezirk St. Veit an der Glan und zum Gerichtsbezirk Sankt Veit an der Glan.[4]
Am 22. Dezember 1921 konnten die Bewohner der Ortschaften Dörfl, Zabersdorf und Zedl bei Pisweg darüber abstimmen, ob sie bei der Gemeinde Kraig bleiben oder sich der Gemeinde Pisweg anschließen wollten. Von den 62 Wahlberechtigten wurden 33 gültige und 1 ungültige Stimme abgegeben: 24 sprachen sich für Pisweg und 9 für Kraig aus.[5] Erst mit 1. Jänner 1924 kamen die drei Ortschaften und ein kleiner Teil von Leiten tatsächlich an die Gemeinde Pisweg.[6] Die Gemeinde Kraig verlor dadurch 6,08 km² und 164 Einwohner.[7]
Im Zuge der Gemeindestrukturreform in Kärnten 1973 wurde die Gemeinde Kraig aufgelassen. Das Gemeindegebiet kam an die neu gegründete Gemeinde Frauenstein.
Bürgermeister
Unter anderem folgende Personen waren Bürgermeister der Gemeinde:
- Ferdinand Knafl, Besitzer des Pörlinghofs (1899–1910)[2]
- Ludwig Pertasch, Postmeister und Wirt, Kraig (ab 1910, zumindest bis 1919)[8]
- Blasius Matschnig, vulgo Neubauer (zumindest ab 1923, bis 1935)[9]
- Karl Mayer, vulgo Valtl, Tratschweg (ab 1935, zumindest bis 1939)[10]
- Karl Knafl (ab 1950 bis zur Auflösung der Gemeinde)[11]
Bevölkerung
Für die Gemeinde wurden zur Zeit ihres Bestehens folgende Einwohnerzahlen angegeben:
- 1900: 1058 Einwohner, 136 Häuser[12]
- 1910: 1038 Einwohner, 146 Häuser[13]
- 1923: 837 Einwohner, 123 Häuser[14]
- 1934: 854 Einwohner[15]
- 1961: 763 Einwohner, 131 Häuser
- 1971: 1024 Einwohner[1]
Zählsprengel Kraig
Das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Kraig wird von der Statistik Austria als eigener Zählsprengel (Kraig, 000) der heutigen Gemeinde Frauenstein geführt, wie das in Österreich für ehemalige Gemeinden, die nach 1960 aufgelöst wurden, üblich ist.
2001 wurden für dieses Gebiet 1831 Einwohner und 122 Nebenwohnsitzfälle sowie 541 Gebäude ermittelt.[16]
Ehrenbürger
- Arthur Lemisch, ab 1908[17]
- Ferdinand Knafl, ab 1922[18]
Einzelnachweise
- ↑ a b Oskar Glanzer, Ralf Unkart: Die Neuordnung der Gemeindestruktur in Kärnten im Jahr 1972. Amt der Kärntner Landesregierung, Klagenfurt 1973. S. 96.
- ↑ a b fst&datum=19050614&seite=5 Ehrung. In: Freie Stimmen. Deutsche Kärntner Landes-Zeitung / Freie Stimmen. Süddeutsch-alpenländisches Tagblatt. Deutsche Kärntner Landeszeitung, 14. Juni 1905, S. 5 (online bei ANNO).
- ↑ Kraig. In: Freie Stimmen. Deutsche Kärntner Landes-Zeitung / Freie Stimmen. Süddeutsch-alpenländisches Tagblatt. Deutsche Kärntner Landeszeitung, 21. Dezember 1904, S. 5 (online bei ANNO).
- ↑ Joachim Adolf Walter: Die territoriale Entwicklung der Gerichtsbarkeit und Verwaltung in Kärnten, Krain und dem Küstenland zwischen 1848 und 2013. Graz, Univ., Dipl.-Arb., 2013.
- ↑ Kärntner Landbote, 7. Jänner 1922, S. 5.
- ↑ Kärntner Landbote, 19. Janner 1924, S. 5.
- ↑ Alfred Hummitzsch: Die territoriale Entwicklung der Ortsgemeinden in Kärnten. Amt der Klagenfurter Landesregierung, Klagenfurt 1962. S. 84.
- ↑ Bürgermeisterwahl. In: Kärntner Zeitung / Kärntner Tagblatt, 20. Februar 1910, S. 5 (online bei ANNO).
- ↑ Kraig bei St. Veit. In: Grazer Tagblatt / Grazer Tagblatt. Organ der Deutschen Volkspartei für die Alpenländer / Neues Grazer Tagblatt / Neues Grazer Morgenblatt. Morgenausgabe des Neuen Grazer Tagblattes / Neues Grazer Abendblatt. Abendausgabe des Neuen Grazer Tagblattes / (Süddeutsches) Tagblatt mit der Illustrierten Monatsschrift „Bergland“, 30. Mai 1926, S. 20 (online bei ANNO).
- ↑ Kundmachung. In: Klagenfurter Zeitung, 18. März 1936, S. 4 (online bei ANNO).
- ↑ Carinthia I, 1974, S. 84.
- ↑ K. K. Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. December 1900. V. Kärnten. K. K. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1905.
- ↑ Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Spezialortsrepertorium der Österreichischen Länder. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910. V. Kärnten. Verlag der Staatsdruckerei, Wien 1918.
- ↑ Bundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1930. Abschnitt Kärnten, S. 18.
- ↑ handschriftlicher Nachtrag im Ortsverzeichnis 1923 (Bundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1930.) mit der Signatur II 28238 der Universitätsbibliothek Klagenfurt. Abschnitt Kärnten, S. 18.
- ↑ Statistik Austria (Hrsg.): Ortsverzeichnis 2001 Kärnten. Wien 2004. S. 100.
- ↑ Ehrenbürger-Ernennung. In: (Grazer) Tagespost, 20. Mai 1908, S. 7 (online bei ANNO).
- ↑ Todesfall. In: Kärntner Zeitung / Kärntner Tagblatt, 28. Februar 1931, S. 5 (online bei ANNO).
Koordinaten: 46° 49′ N, 14° 22′ O