Gemeinde Pfannhof
Die Gemeinde Pfannhof war eine Gemeinde im Kärntner Bezirk St. Veit an der Glan, die von 1850 bis 1899 bestand. Aus ihr gingen die Gemeinden Kraig und Meiselding hervor.
Geografie
Zur Gemeinde Pfannhof gehörten Teile des St. Veiter Hügellands und der Wimitzer Berge. Sie umfasste im Wesentlichen den Süden der heutigen Gemeinde Mölbling und den Osten der heutigen Gemeinde Frauenstein. Ihre Fläche betrug 50,2 km².[1]
Gliederung
Katastralgemeinden
Die Gemeinde Pfannhof umfasste die Katastralgemeinden Dielach, Kraig, Leiten, Meiselding und Pfannhof in ihren damaligen Grenzen.
Ortschaften
Zur Zeit des Bestehens der Gemeinde Pfannhof wurden in ihr folgende Ortschaften geführt:
- Äußere Wimitz
- Bergwerksgraben
- Bernaich
- Breitenstein (nur ein Teil des Orts)
- Dielach
- Drasenberg
- Eixendorf
- Gaming
- Hungerbrunn
- Kogl
- Kraig
- Leiten
- Meiselding
- Pfannhof
- Pirka
- Pörlinghof
- Ringberg
- Sand
- Seebichl
- Siebenaich (nur ein Teil des Orts)
- Steinbrücken (nur ein Teil des Orts)
- Stoberdorf (nur ein Teil des Orts)
- Straganz
- Tratschweg
- Treffling (nur ein Teil des Orts)
- Überfeld
- Unterdeka
- Wimitzstein
- Weidenau
- Wolschart
- Zedl bei Pfannhof.
Infrastruktur
Die Gemeindekanzlei war meist im Haus des jeweiligen Bürgermeisters.[2] Ab dem Jahreswechsel 1890/1891 gab es einen mit drei Mann besetzten Gendarmerieposten in Kraig, Meiseldinger Straße 5. Der Rayon umfasste die Gemeinden Pfannhof, Schaumboden, Pisweg und Teile der Gemeinden Obermühlbach und St. Georgen am Längsee.[3][4] Ein Postamt wurde 1890 in Kraig eröffnet.[5] In Kraig gab es auch eine Volksschule, bis 1869 unter Aufsicht des Propstpfarrers. Zunächst wurde die Volksschule einklassig geführt, ab 1889 zweiklassig.
Geschichte
Im Zuge der Verwaltungsreformen nach der Revolution 1848/49 wurde 1850 aus den Steuer- bzw. Katastralgemeinden Dielach, Kraig, Leiten, Meiselding und Pfannhof die Gemeinde Pfannhof errichtet. Die Gemeinde gehörte ab 1850 zum politischen Bezirk St. Veit an der Glan und zum Gerichtsbezirk Sankt Veit an der Glan. 1854 bis 1868 gehörte sie zum Gemischten Bezirk Sankt Veit. Durch die Reformen 1868 wurde sie wieder Teil des politischen Bezirks St. Veit an der Glan und des Gerichtsbezirks Sankt Veit an der Glan, in denen sie bis zu ihrer Auflösung verblieb.[6]
Der flächenmäßig großen Gemeinde fehlte ein natürlicher zentraler Gemeindehauptort; Schloss Pfannhof, nach dem die Gemeinde benannt war, war zu dieser Zeit bereits bedeutungslos. Erschwerend kam dazu, dass die beiden bedeutendsten Orte der Gemeinde, Kraig und Meiselding, von unterschiedlichen Parteien dominiert wurde: in Kraig wurde mehrheitlich liberal bzw. deutsch-national gewählt, in Meiselding konservativ.[7] Im Februar 1897 brachte Arthur Lemisch einen Antrag im Kärntner Landtag zur Teilung der Gemeinde Pfannhof ein.[8] So wurde 1899 die Gemeinde Pfannhof aufgelöst, aus ihr gingen die Gemeinden Kraig und Meiselding hervor, die ihrerseits 1973 in den Gemeinden Frauenstein bzw. Mölbling aufgingen.
Bürgermeister
Unter anderem folgende Personen waren Bürgermeister der Gemeinde Pfannhof:[2]
- Josef Knafl, Gutsbesitzer, Pörlinghof (zumindest von 1853 bis 1861)[9]
- Franz Mardaunig, Brauereibesitzer, Steinbrücken (zumindest 1865/1866)
- Johnn Mayer, 1872
- Ferdinand Knafl, Gutsbesitzer, Pörlinghof (1880 bis 1895)
- Franz Rainer, Peterlebauer, Dielach (ab 1895 bis zur Auflösung der Gemeinde 1899)[10]
Bevölkerung
Für die Gemeinde wurden zur Zeit ihres Bestehens folgende Einwohnerzahlen angegeben:
- 1849: 1758 Einwohner[1]
- 1869: 2167 Einwohner, 313 Häuser[11]
- 1880: 2215 Einwohner, 317 Häuser[12]
- 1890: 2329 Einwohner, 283 Häuser[13]
Zum Vergleich: Auf dem Gebiet der seinerzeitigen Gemeinde Pfannhof lebten im Jahr 2001 exakt 2500 Einwohner.[14]
Einzelnachweise
- ↑ a b Landes-Regierungsblatt für das Kronland Herzogthum Kärnten. Jahrgang 1854, 2. Abteilung, IV. Stück. Klagenfurt 1854. S. 25.
- ↑ a b Anton Wieser: Frauenstein: Kultur, Geschichte, Brauchtum. Kraig, 2011. S. 174.
- ↑ Gendarmerieposten. In: Klagenfurter Zeitung, 15. Oktober 1890, S. 3 (online bei ANNO).
- ↑ Anton Wieser: Frauenstein: Kultur, Geschichte, Brauchtum. Kraig, 2011. S. 132.
- ↑ Anton Wieser: Frauenstein: Kultur, Geschichte, Brauchtum. Kraig, 2011. S. 133.
- ↑ Joachim Adolf Walter: Die territoriale Entwicklung der Gerichtsbarkeit und Verwaltung in Kärnten, Krain und dem Küstenland zwischen 1848 und 2013. Graz, Univ., Dipl.-Arb., 2013.
- ↑ Meiselding. In: Kärntner Zeitung / Kärntner Tagblatt, 11. Jänner 1895, S. 4 (online bei ANNO).
- ↑ Kärntner Landtag. In: Freie Stimmen. Deutsche Kärntner Landes-Zeitung / Freie Stimmen. Süddeutsch-alpenländisches Tagblatt. Deutsche Kärntner Landeszeitung, 18. Februar 1897, S. 3 (online bei ANNO).
- ↑ Aus der Provinz. In: Klagenfurter Zeitung, 2. März 1861, S. 4 (online bei ANNO).
- ↑ Meiselding. In: Kärntner Zeitung / Kärntner Tagblatt, 5. Februar 1895, S. 7 (online bei ANNO).
- ↑ Carl Sykan: Orts-Repertorium des Kronlandes Kärnten. Bertschinger & Heyn, Klagenfurt, 1875. S. 75.
- ↑ K. K. Statistische Central-Commission (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss der im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder nach den Ergebnissen der Volkszählung vom 31. December 1880. Alfred Hölder, Wien 1882. S. 59.
- ↑ K. K. Statistische Central-Commission (Hrsg.): Orts-Repertorien der im Österreichischen Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. December 1890. V. Kärnten. Alfred Hölder, Wien 1894. S. 60.
- ↑ Statistik Austria (Hrsg.): Ortsverzeichnis 2001 Kärnten. Wien 2004. S. 100 und 118. (Ergebnisse der Zählsprengel Kraig und Meiselding)
Koordinaten: 46° 49′ N, 14° 23′ O