Frauenstein (Kärnten)

Frauenstein
Wappen Österreichkarte
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Kärnten Kärnten
Politischer Bezirk: St. Veit an der Glan
Kfz-Kennzeichen: SV
Hauptort: Kraig
Fläche: 93,25 km²
Koordinaten: 46° 49′ N, 14° 22′ O
Höhe: 630 m ü. A.
Einwohner: 3.580 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 38 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9311
Vorwahl: 04212
Gemeindekennziffer: 2 05 34
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Schulstraße 1
9311 Kraig
Website: frauenstein.gv.at
Politik
Bürgermeister: Harald Jannach (Gemeindeliste Frauenstein)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2021)
(23 Mitglieder)
Insgesamt 23 Sitze
  • Gemeindeliste Frauenstein: 15
  • SPÖ: 6
  • ÖVP: 2
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
BW

Frauenstein ist eine Gemeinde mit 3580 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Bezirk St. Veit an der Glan in Österreich, im Bundesland Kärnten.

Geographie

Lage

Die Gemeinde Frauenstein liegt in Mittelkärnten, nordwestlich angrenzend an den Bezirkshauptort St. Veit an der Glan. Das Gemeindegebiet umfasst große Teile der Wimitzer Berge und ist durch eine waldreiche Hügel- und Mittelgebirgslandschaft geprägt. Südlich des Hauptortes Kraig liegt der Kraiger See. Von dort sind es etwa 4 km in südwestlicher Richtung bis zum namensgebenden Schloss Frauenstein, hinter dem Kulm (873 m).

Gemeindegliederung

Katastralgemeinden

Frauenstein besteht aus acht Katastralgemeinden:

Ortschaften

Das Gemeindegebiet umfasst 52 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2025[1]):

Nachbargemeinden

Weitensfeld Gurk Mölbling
Steuerberg
St. Urban
Liebenfels St. Veit an der Glan St. Georgen am Längsee

Geschichte

Vor der Gemeindegründung

Die Gegend war in der Antike durch Kelten und Römer besiedelt; römerzeitliche Inschriftensteine sind in den Kirchen der Gemeinde erhalten.

Im Jahr 1091 wurde Kraig urkundlich erwähnt,[2] im Jahr 1197 Burg Frauenstein, der Vorgängerbau des Wahrzeichens der Gemeinde, des Schlosses Frauenstein. Im Gemeindegebiet gibt es weitere, für die Ausbildung der mittelalterlichen Hauptstadt St. Veit wichtige Burgen und Schlösser, z. B. mit der Burg Freiberg den ehemaligen Hauptsitz der Spanheimer, die Kraiger Schlösser, auf denen die herzoglichen Truchsessen residierten, sowie die Burgen Nussberg und Schaumburg.

Eisen, Blei und Silber wurden im Gebiet der heutigen Gemeinde Frauenstein schon in der Antike und dann neuerlich besonders ab dem Hochmittelalter abgebaut. Hammerwerke und andere eisenverarbeitende Betriebe entstanden an der Wimitz und am Mühlbach.

Bis zur Revolution von 1848 gehörte das heutige Gemeindegebiet zu den Herrschaften Kraig und Nußberg, die zuletzt von Schloss Hunnenbrunn aus verwaltet wurden. 1849/1850 wurden die Ortsgemeinden Schaumboden, Obermühlbach und Pfannhof gebildet, letztere wurde 1899 aufgelöst, wodurch die Gemeinden Kraig und Meiselding entstanden.

Seit Gründung der Gemeinde Frauenstein

Erst im Zuge der Kärntner Gemeindestrukturreform 1973 wurde die Gemeinde Frauenstein gegründet. Sie umfasste bei ihrer Gründung die ehemalige Gemeinde Kraig (19,9 km², 1024 Einwohner), den Großteil der ehemaligen Gemeinde Obermühlbach (16 km², 867 Einwohner), den Großteil der ehemaligen Gemeinde Schaumboden (55 km², 620 Einwohner), einen kleinen Teil der ehemaligen Gemeinde Pisweg (im Wimitzgraben: Äußere Wimitz, jeweils Teile von Föbing und Innere Wimitz; 2 km², 128 Einwohner), einen kleinen Teil der ehemaligen Gemeinde St. Georgen am Längsee (Wimitzstein, 0,02 km², 7 Einwohner) und eine landwirtschaftliche Fläche, die davor zur Gemeinde Liebenfels gehört hatte (bei Mailsberg, 0,1 km²).

2009 kam es zu einem Gebietstausch zwischen den Gemeinden Frauenstein und Mölbling: der bis dahin zu Frauenstein gehörende Teil von Drasenberg kam an Mölbling; zwei Höfe von Mölbling, die bis dahin Teil der Ortschaft Pirka gewesen waren, kamen an Frauenstein und sind dort nun ein Teil der Ortschaft Leiten. 2015 gab es einen Gebietstausch zwischen den Gemeinden Frauenstein und St. Veit an der Glan: ein Haus kam dadurch von der Frauensteiner Ortschaft Hammergraben an St. Veit an der Glan, und zwei Häuser kamen von St. Veit an der Glan an die Frauensteiner Ortschaft Zensweg.

Bevölkerung

Staatsbürgerschaft, Sprache, Religion

Die Gemeinde Frauenstein hatte 3.528 Einwohner (2001), davon besaßen 96,3 % die österreichische Staatsbürgerschaft. 96 % nannten Deutsch, 0,8 % Slowenisch als Umgangssprache.

Als Religionszugehörigkeit gaben 83,4 % römisch-katholisch, 6,6 % evangelisch, 1,4 % islamisch an. 7,3 % waren ohne religiösem Bekenntnis.

Bevölkerungsentwicklung

Frauenstein: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
  
3.359
1880
  
3.211
1890
  
3.265
1900
  
2.967
1910
  
2.909
1923
  
2.779
1934
  
2.771
1939
  
2.501
1951
  
2.502
1961
  
2.503
1971
  
2.627
1981
  
2.879
1991
  
3.300
2001
  
3.512
2011
  
3.657
2021
  
3.564
2025
  
3.580
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

In der Zeit von 1981 bis 2011 waren sowohl die Geburtenbilanz als auch die Wanderungsbilanz positiv.[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Auf den Hügeln der Gemeinde liegen viele Schlösser und Burgen (die meisten von ihnen sind heute Burgruinen), die im Mittelalter als Befestigungsanlagen für die damalige Residenzstadt von Kärnten, St. Veit gedient haben.

Schlösser

Ruinen

Kirchen

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftssektoren

Die Gemeinde ist von Land- und Forstwirtschaft geprägt. Von den 163 Betrieben des Jahres 2010 waren 112 Nebenerwerbsbetriebe. Im Produktionssektor nahm die Anzahl der Betriebe von 2001 bis 2011 sowohl bei der Herstellung von Waren als auch im Baugewerbe zu. Dennoch sank die Anzahl der Beschäftigen im Bereich Warenherstellung um über fünfzig Prozent. Eine starke Zunahme der Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor gab es im Handel, in Beherbergung und Gastronomie sowie bei freiberuflichen Dienstleistungen.[4][5][6]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2021[7] 2011 2001 2021[7] 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 91 163 180 107 121 111
Produktion 29 26 16 200 188 233
Dienstleistung 284 191 64 490 272 163

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, Arbeitsstätten im Jahr 2021

Berufspendler

Im Jahr 2011 lebten 1730 Erwerbstätige in Frauenstein. Davon arbeiteten 330 in der Gemeinde und 1400 pendelten aus. Von der Umgebung kamen 251 Personen, um in Frauenstein zu arbeiten.[8]

Sport, Freizeit

Seit 2007 besitzt die Gemeinde ein neues Sportzentrum in Überfeld. Der Tennisplatz wurde um einen vierten Platz erweitert, und ein Beachvolleyballplatz wurde errichtet.

Im Landschaftsschutzgebiet Kraiger Schlösser liegt der private Kraiger See mit Strandbad, das von Mitte Mai bis Mitte September von der Gemeinde – mit Pachtvertrag von 2020 bis 2029 – betrieben wird.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 23 Mitgliedern.

  • Er setzte sich nach der Gemeinderatswahl 2015 wie folgt zusammen: 13 Gemeindeliste Frauenstein Liste Harald Jannach, 7 SPÖ, 3 Gemeinsam für Frauenstein.[9]
  • Seit der Wahl 2021 hat er folgende Zusammensetzung: 15 Gemeindeliste Frauenstein Liste Harald Jannach, 6 SPÖ, 2 ÖVP.[10]

Bürgermeister

Direkt gewählter Bürgermeister ist Harald Jannach (Gemeindeliste Frauenstein).[11]

Wappen

Das Wappen von Frauenstein zeigt „in Blau auf goldenem Dreiberg das goldene Schloss Frauenstein heraldisch leicht stilisiert, die Öffnungen schwarz“[12]. Der Dreiberg, auf dem die Südfront des namensgebenden Schlosses im Wappen steht, ist in Wirklichkeit nicht vorhanden. Er symbolisiert die drei Altgemeinden Kraig, Obermühlbach und Schaumboden, aus der die heutige Gemeinde entstanden ist.

Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 26. Februar 1982 verliehen. Die Fahne ist Blau-Gelb mit eingearbeitetem Wappen.[13]

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Karl Berger (1940–2017), Bürgermeister von Frauenstein 1983–2015

Söhne und Töchter der Gemeinde

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

  • Raimund Ruhdorfer (1928–2014), Besitzer und Betreiber der Pension Kraigersee, Entdecker der Trinkwasserquelle auf Hochosterwitz, Leiter der Landwirtschaftskammer Kärnten in Villach
  • Helga Berger (* 1972), Verwaltungsjuristin
  • Harald Jannach (* 1972), Landwirt und Politiker (FPÖ), Abgeordneter zum Nationalrat 2008–2017

Literatur

  • Gemeinde Frauenstein (Hrsg.): Chronik 900 Jahre Kraig. Verlag Carinthia, Klagenfurt 1991
  • Gerhard Glawischnig: Dar Kronawöttarhof (Die Leut vom Kraigerberg), Verlag des Geschichtsvereines für Kärnten, Klagenfurt 1967
Commons: Frauenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2025 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2025), (ODS, 500 KB)
  2. Gemeinde Frauenstein (Hrsg.): Chronik 900 Jahre Kraig. Verlag Carinthia, Klagenfurt 1991 Seite 8–9 https://frauenstein.gv.at/unser-frauenstein/chronik
  3. Ein Blick auf die Gemeinde Frauenstein, Bevölkerungsentwicklung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 26. November 2020.
  4. Ein Blick auf die Gemeinde Frauenstein, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 26. November 2020.
  5. Ein Blick auf die Gemeinde Frauenstein, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 26. November 2020.
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Frauenstein, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 26. November 2020.
  7. a b STATcube. Abgerufen am 25. Oktober 2023.
  8. Ein Blick auf die Gemeinde Frauenstein, Berufspendler. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 26. November 2020.
  9. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Frauenstein. Amt der Kärntner Landesregierung, 1. März 2015, abgerufen am 3. März 2021.
  10. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2021 in Frauenstein. Amt der Kärntner Landesregierung, 28. Februar 2021, abgerufen am 3. März 2021.
  11. info.ktn.gv.at: Bürgermeisterwahl 2015 (Memento vom 18. November 2015 im Internet Archive)
  12. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 102.
  13. Gemeindewappen - Land Kärnten. Ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 26. November 2020.@1@2Vorlage:Toter Link/www.ktn.gv.at (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)