Weitensfeld-Flattnitz
| Weitensfeld-Flattnitz (Ehemalige Gemeinde) | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Pol. Bezirk, Bundesland | St. Veit an der Glan, Kärnten | |
| Gerichtsbezirk | Sankt Veit an der Glan | |
| Koordinaten | 46° 50′ 55″ N, 14° 11′ 30″ O | |
| Höhe | 702 m ü. A. | |
| Statistische Kennzeichnung | ||
| Gemeindekennziffer | 20531 | |
| Bestand 1. Jan. 1973–1991; Gkz. bezeichnet heute Weitensfeld Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; KAGIS | ||
Weitensfeld-Flattnitz war eine Gemeinde im Bezirk St. Veit an der Glan, Kärnten, die durch die Zusammenlegung der Gemeinden Weitensfeld, Glödnitz und Deutsch-Griffen und kleiner Teile weiterer Gemeinden im Zuge der Kärntner Gemeindestrukturreform 1973 entstand und bis 1991 Bestand hatte.
Bildung und Umfang der Gemeinde
Schon 1869 gab es Bestrebungen, die drei Gemeinden Weitensfeld, Glödnitz und Deutsch-Griffen zu einer Gemeinde mit Sitz in Weitensfeld zu vereinen.[1] Die Idee wurde damals nicht verwirklicht.
Im Zuge der Kärntner Gemeindestrukturreform kam es auf Beschluss des Kärntner Landtags zur Gründung der Gemeinde Weitensfeld-Flattnitz per 1. Jänner 1973. Gebildet wurde diese Gemeinde aus
- dem Großteil der Martkgemeinde Weitensfeld (ohne Wimitz), mit 2768 Einwohnern und 92,3 km²
- der Gemeinde Glödnitz, mit 1223 Einwohnern und 70,4 km²
- der Gemeinde Deutsch-Griffen, mit 1203 Einwohnern und 71,4 km²
- einem kleinen Teil der Gemeinde Pisweg (nämlich Psein und Grua), mit 67 Einwohnern und 2,8 km²
- einem kleinen Teil der Gemeinde Metnitz (im Bereich der Flattnitz), mit 2 Einwohnern und 4,2 km²
Die Gemeinde umfasste somit eine Fläche von 241 km² und zählte 5263 Einwohner.[2]
Die Gründung der Großgemeinde war nicht unumstritten. Vor allem in Deutsch-Griffen war die Mehrheit der Bevölkerung dagegen; bei einer Abstimmung 1972 in Deutsch-Griffen stimmten 96 % der Teilnehmer gegen die Zusammenlegung der Gemeinde.[3]
Bestehen
Nach der ersten Gemeinderatswahl 1973 hatte im 23 Mitglieder umfassenden Gemeinderat die SPÖ neun, die ÖVP acht und die FPÖ sechs Mandate. ÖVP und FPÖ einigten sich darauf, für die ersten drei Jahre den Deutsch-Griffener Karl Reiner (FPÖ) und für die folgenden drei Jahre den Weitensfelder Hans Stromberger (ÖVP) zum Bürgermeister zu wählen. Die Gemeindeverwaltung hatte ihren Sitz in der Spitzing-Villa in Weitensfeld, Gurktal-Straße 5.
In Deutsch-Griffen herrschte weiter Unzufriedenheit über die Gemeindezusammenlegung vor. Die Entfernung nach Weitensfeld wurde als zu groß empfunden, die Bürger fühlten sich weiter als Deutsch-Griffener, und nur als Anhängsel, nicht als Bürger einer Großgemeinde. Bei einer Befragung 1980 in Deutsch-Griffen sprachen sich 99,6 % für die Wiederherstellung der Gemeinde aus. Auch in Glödnitz gab es Stimmen, die eine starke Vernachlässigung beklagten und mehr Bürgernähe forderten.[4]
Auflösung
Unter Leitung von Gottfried Gradenegger versuchten Deutsch-Griffener erfolglos, beim Verfassungsgerichtshof die Wiederherstellung ihrer Gemeinde zu erwirken. 500 Deutsch-Griffener forderten 1982 bei einer Demonstration in Klagenfurt eine eigene Gemeinde. Deutsch-Griffener waren wesentlich an der Bildung einer Aktionsgemeinschaft beteiligt, in der sich Einwohner aus 33 Kärntner Altgemeinden für die Wiederherstellung ihrer Gemeinden einsetzten. Ende der 1980er-Jahre unterstützten die Kärntner ÖVP und die Kärntner FPÖ diese Bewegung. 1990 wurde schließlich die Allgemeine Gemeindeordnung für Kärnten novelliert[5] und somit die Möglichkeit für 1972/73 untergegangene Gemeinden geschaffen, ihre Wiedererrichtung zu erlangen. Bei einer entsprechenden Volksbefragung im Dezember 1990 stimmten in Deutsch-Griffen zwei Drittel für die Trennung von der Großgemeinde. In Glödnitz stimmten 55 % für die Trennung. Daraufhin wurde mit Zustimmung des Kärntner Landtags mit 1. Jänner 1991 die Großgemeinde Weitensfeld-Flattnitz aufgelöst und Deutsch-Griffen, Glödnitz (zunächst ohne Flattnitz) und Weitensfeld (zunächst weiter unter dem Namen Weitensfeld-Flattnitz) wurden wieder selbstständige Gemeinden.
Die lokale Bevölkerung sprach sich auch mehrheitlich für die Wiederrichtung der Gemeinde Pisweg aus, doch verweigerte die Kärntner Landesregierung ihre Zustimmung.
In Altenmarkt war man unzufrieden mit der Trennung der Gemeinde Glödnitz von Weitensfeld, da so die Gemeindegrenze nun wieder mitten durch den Ort verlief. Es gab Bestrebungen in Altenmarkt, eine eigene Gemeinde zu gründen, das scheiterte 1992.
Der Bereich der Flattnitz, der vor 1973 zu Glödnitz gehört hatte, kam erst mit 1. Jänner 1994 von der Gemeinde Weitensfeld an die Gemeinde Glödnitz, samt jenem kleinen Teil der Flattnitz, der 1973 von der Gemeinde Metnitz abgetrennt worden war. Erst mit 1. Jänner 1995 wurde die verbliebene Gemeinde Weitensfeld-Flattnitz in Weitensfeld im Gurktal umbenannt.
Nachweise
- LGBl. KTN Nr. 063/1972
- Thomas Zeloth (Hrsg.): Weitensfeld. Eine Marktgemeinde im Herzen des Gurktales. 2008.
- ↑ Aus dem Gurkthale. In: Süddeutsche Post, 28. Februar 1969, S. 2 (online bei ANNO).
- ↑ Oskar Glanzer, Ralf Unkart: Die Neuordnung der Gemeindestruktur in Kärnten im Jahre 1972. Amt der Kärntner Landesregierung, Klagenfurt 1973. S. 92–93.
- ↑ Franz Brunner: Die Wiedererrichtung von Altgemeinden in Kärnten. Arbeiten aus dem Institut für Geographie der Karl-Franzens-Universität Graz, Band 30 (1991), S. 41.
- ↑ Franz Brunner: Die Wiedererrichtung von Altgemeinden in Kärnten. Arbeiten aus dem Institut für Geographie der Karl-Franzens-Universität Graz, Band 30 (1991), S. 34.
- ↑ LGBl. 35/1990