The Versace Experience (Prelude 2 Gold)

The Versace Experience (Prelude 2 Gold)
Kompilation von Prince

Veröffent-
lichung

8. Juli 1995

Aufnahme

7. Juli 1993 – Juni 1995

Label(s) NPG Records / Warner Bros. Records

Format(e)

CD, Download, LP, MC

Genre(s)

Contemporary R&B, Funk, House, Jazz, Pop

Titel (Anzahl)

15

Länge

32:50

Besetzung

s. Mitwirkende

Produktion

Prince

Studio(s)

Ocean Way Recording (Hollywood)
Paisley Park Studio (Chanhassen)

Chronologie
His Majesty’s Pop Life/The Purple Mix Club
(1985)
The Versace Experience (Prelude 2 Gold) Rave In2 the Joy Fantastic
(2001)
Singleauskopplung
30. November 1995 Gold

The Versace Experience (Prelude 2 Gold) (englisch für Die Versace-Erfahrung (Vorspiel zu Gold)) ist ein zunächst ausschließlich auf Musikkassette erschienener Promo-Sampler des US-amerikanischen Musikers Prince. Alle Songs wurden von ihm arrangiert, komponiert und produziert. Die MC erschien am 8. Juli 1995 über NPG Records und Warner Bros. Records und wurde ausschließlich an rund 300 Gäste einer Präsentation der Versace-Kollektion während der Paris Fashion Week (8.–10. Juli 1995) verteilt. The Versace Experience (Prelude 2 Gold) diente der Musikpromotion von Prince’ 17. Studioalbum The Gold Experience, das im September 1995 erschien. Beide Veröffentlichungen erschienen unter Prince’ damaligem unaussprechbarem Pseudonym, das er infolge eines Vertragsstreits mit Warner Bros. Records zwischen 1993 und 2000 verwendete.

Musikalisch ist das Album den Genres Contemporary R&B, Funk, House, Jazz und Pop zuzuordnen. Als Gastmusiker wirkten Clare Fischer, das Blechbläserquintett Hornheads, Lenny Kravitz, Mayte Garcia, The New Power Generation und Veronica Webb mit. Zur Erstveröffentlichung erreichte der Tonträger keine Chartplatzierungen; zeitgenössische Rezensionen liegen nicht vor.

Am 13. April 2019 veröffentlichte The Prince Estate („Der Prince-Nachlass“) die MC über Legacy Recordings und NPG Records in einer weltweit auf 4.000 Exemplare limitierten Wiederauflage. Am 13. September 2019 erschien das Werk erstmals auf CD sowie als LP auf lilafarbenem Vinyl. Infolge dieser Wiederveröffentlichungen erreichte das Album Chartplatzierungen und erhielt überwiegend positive Kritiken.

Entstehung

Alle Songs nahm Prince zwischen Juli 1993 und Juni 1995 in seinem Paisley-Park-Studio in Chanhassen, Minnesota, auf. Das Instrumentalstück Rootie Kazootie spielte er am 7. Juli 1993 gemeinsam mit Eric Leeds (Saxophon), Levi Seacer Jr. (Gitarre), Sonny Thompson (E-Bass) und Michael Bland (Schlagzeug) ein. Anschließend integrierte er das Stück in das dritte Studioalbum 24 der Instrumental-Jazzfunk-Band Madhouse, einem damaligen Nebenprojekt von ihm; das Album ist bis heute (2026) unveröffentlicht.[1] Die vier Songs 319, Billy Jack Bitch, Gold und Shy entstanden im Oktober 1993. Segue und Sonny T. nahm Prince Ende 1993 oder Anfang 1994 auf; Segue benannte er später in NPG Operator #6 um.

Anfang 1994 entstand Eye Hate U; das genaue Aufnahmedatum des Remixes Eye Hate U (Remix) ist nicht öffentlich dokumentiert. Zudem überarbeitete Prince das Stück Shhh, das er bereits Mitte Juni 1992 für Tevin Campbell aufgenommen hatte. Am 15. Mai 1994 spielte Prince Get Wild ein und platzierte den Titel auf dem im März 1995 erschienenen zweiten Studioalbum Exodus von The New Power Generation. Das genaue Aufnahmedatum des Remixes Get Wild in the House ist nicht bekannt. Am 25. Juli 1994 nahm Prince Pussy Control auf, das er später in P Control umbenannte. Zeitpunkt und Umstände der Entstehung der drei Remixe Chatounette Controle, Pussy Control (Club Mix) (Edit) und Pussy Control (Control Tempo) (Edit) sind nicht dokumentiert.

Im Oktober 1994 stellte Prince das Album The Gold Experience fertig, das Studioversionen der acht Titel 319, Billy Jack Bitch, Eye Hate U, Gold, NPG Operator #6, P Control, Shhh und Shy enthält. Aufgrund vertraglicher Differenzen mit Warner Bros. Records wurde die Veröffentlichung jedoch zunächst zurückgestellt. Der daraus resultierende Konflikt wurde insbesondere 1994 und 1995 teilweise öffentlich über die Massenmedien ausgetragen.

Free the Music nahm Prince Anfang 1995 auf und veröffentlichte den Titel auf der im Juni 1995 erschienenen Maxi-Single The Good Life von The New Power Generation. Im Mai 1995 nahm er Kamasutra Overture #5 auf; die Orchester-Overdubs steuerte Clare Fischer bei, der sie im Juni 1995 im Tonstudio Ocean Way Recording im Hollywood-Viertel von Los Angeles einspielte. Später benannte Prince das Stück in Serotonin um und veröffentlichte es im Februar 1997 auf dem Album Kamasutra seines Projekts The NPG Orchestra.

Während der Paris Fashion Week vom 8. bis 10. Juli 1995, bei der unter anderem Gianni Versace seine Kollektion präsentierte, wurden mehrere Titel des damals unveröffentlichten Albums The Gold Experience sowie bislang unveröffentlichte Remixe von Pussy Control gespielt. Die eigens für diese Veranstaltung zusammengestellte Musikauswahl bezeichnete Prince als The Versace Experience (Prelude 2 Gold) („Die Versace-Erfahrung (Vorspiel zu Gold)“) und veröffentlichte sie ausschließlich auf Musikkassette, die an 300 ausgewählte Gäste der Fashion Week, darunter Madonna, verteilt wurde.[2]

Gestaltung des Covers

Auf dem Cover von The Versace Experience (Prelude 2 Gold) ist das Firmenlogo von Versace abgebildet, das den Kopf der Medusa mit Schlangenhaaren zeigt.[3] Das Motiv ist durch Prince’ unaussprechbares Symbol in transparentem Schwarz überlagert und daher nur eingeschränkt erkennbar.

The Versace Experience (Prelude 2 Gold) erschien zunächst ausschließlich auf Kompaktkassette; ein beigefügtes Booklet befindet sich in der Kassettenhülle. In den Liner Notes machte Prince mehrere Angaben, die sich später als unzutreffend erwiesen. So kündigte er an, dass die Titel Chatounette Controle und Pussy Control (Control Tempo) (Edit) auf der EP The Hate Experience enthalten seien, was nicht zutraf; die im September 1995 veröffentlichte EP enthält ausschließlich Remixversionen von Eye Hate U. Zudem ist bei den Titeln Rootie Kazootie (Edit) und Sonny T. (X-cerpt) der Hinweis „entnommen von Madhouse 24“ vermerkt,[4] obwohl das Album 24 der Band Madhouse bis heute (2026) unveröffentlicht ist.

Weiterhin findet sich im Booklet der Hinweis, dass das Album The Gold Experience „Will be freed on September 12“ („wird am 12. September [1995] befreit“) erscheine.[4] An diesem Datum erschien jedoch lediglich die Single Eye Hate U; das Album folgte erst am 25. September 1995.

Die Wiederveröffentlichungen auf CD und Schallplatte enthalten kein Booklet; sämtliche Informationen sind dort auf der Vorder- und Rückseite der Hülle abgedruckt.

Musik und Liedtexte

Die Musik ist den Genres Contemporary R&B, Funk, House, Jazz und Pop zuzuordnen. Alle Songs sind nur auszugsweise („X-cerpt“) in gekürzten Versionen zu hören. Prince trägt die Liedtexte sowohl in tieferen Stimmlagen als auch in seinem charakteristischen Falsett vor. Mehrere Stücke enthalten den von ihm selbst gesampelten Satz „The Versace Experience“, der als wiederkehrendes Leitmotiv fungiert.

  1. Pussy Control (Club Mix) (Edit)
    Der Opener ist ein Remix der Albumversion P Control von The Gold Experience und orientiert sich eng an dieser. Stilistisch verbindet er Contemporary R&B und Funk mit Elementen des Dance-Pop. Der Liedtext beginnt mit einer Ansage von Rain Ivana als „NPG Operator“ („Willkommen in der Morgendämmerung. Sie erreichten gerade die“), die von Prince mit der Einfügung „Versace Experience“ unterbrochen wird. Inhaltlich entspricht der Liedtext ansonsten der Albumversion, wird jedoch durchgehend von Scratches begleitet.
  2. Shhh (X-cerpt)
    Die verkürzte Fassung der R&B-Ballade beginnt mit einem vierfach wiederholten Sample des Satzes „The Versace Experience“, das in der Albumversion nicht enthalten ist.
  3. Get Wild in the House
    Der Track ist eine House-orientierte Remixversion von Get Wild, das Prince 1994 gemeinsam mit Mitgliedern von The New Power Generation verfasste und auf dem im März 1995 erschienenen Album Exodus veröffentlichte. Den Hauptgesang übernahm Sonny T., der Liedtext thematisiert das Ausbrechen aus dem Alltag. Spanischsprachige Einwürfe werden von Mayte Garcia gesprochen.
  4. Eye Hate U (Remix)
    Der Remix stellt einen Zusammenschnitt der Albumversion von The Gold Experience und des als B-Seite erschienenen „Quiet Night Mix“. Im „Quiet Night Mix“ spielt Eric Leeds Querflöte. Der Song beginnt mit dem von Prince gesampelten Satz „Take off your clothes“, der dem nachfolgenden Stück 319 entnommen ist.
  5. 319 (X-cerpt)
    Die gekürzte Albumfassung ist dem Genre Bluesrock zuzuordnen und beginnt – analog zu Eye Hate U (Remix) – mit der Textzeile „Take off your clothes“.
  6. Shy (X-cerpt)
    Das Stück verbindet Funk mit Elementen des Folk-Rock und beginnt erneut mit dem Sample „The Versace Experience“.
  7. Billy Jack Bitch
    Der Titel ist dem Genre Pop mit Soul-Einflüssen zuzuordnen. Zu Beginn spricht Prince erneut „The Versace Experience“, bevor nach wenigen Sekunden der Refrain „Billy Jack Bitch“ einsetzt. Lenny Kravitz ist in den Backing Vocals zu hören, wird in den Liner Notes jedoch nicht genannt.
  8. Sonny T. (X-cerpt)
    Das 28 Sekunden lange Fragment beginnt mit der Ansage „Please access another experience“ des NPG Operators. Es folgt eine verzerrte Bassgitarrenimprovisation von Sonny Thompson, nach der der Titel benannt ist; abschließend sagt Prince „Versace“.
  9. Rootie Kazootie (Edit)
    Der Titel verweist auf die Hauptfigur der US-amerikanischen Kindersendung The Rootie Kazootie Club aus den 1950er Jahren. Das entspannte Instrumentalstück wird von einem markanten Saxophonmotiv getragen; der Groove entsteht durch ein rhythmisches Gitarrenlick in Kombination mit einer Basslinie.[1]
  10. Chatounette Controle
    Auch dieser Titel ist ein Remix von P Control und ähnelt strukturell dem Opener, unterscheidet sich jedoch deutlich im Textinhalt. Dieser thematisiert die „Chatounette Controle“ („Pussy-Kontrolle“) einer Frau und wird in Form eines französischsprachigen Dialogs zwischen Veronica Webb und einem Mann vorgetragen. Anschließend zählt Prince Models und Modezeitschriften in folgender Reihenfolge auf: „Kate Moss, Naomi Campbell, Helena (Helena Christensen), Carla Bruni, Claudia (Claudia Schiffer), Shalom (Shalom Harlow), Amber Valletta, Christy (Christy Turlington), Versace, Stephanie Seymour, Stella (Stella McCartney), Valeria Mazza, Eva Herzigová, Versace, Vogue, Bazaar, Elle, Glamour“.
  11. Pussy Control (Control Tempo) (Edit)
    Der House-Remix beginnt erneut mit dem gesprochenen Wort „Versace“. Der Liedtext besteht nahezu ausschließlich aus dem Refrain „I don’t care what you’ve been told, Pussy got you in control“, gesungen von einer nicht namentlich genannten Sängerin.
  12. Kamasutra Overture #5
    Das 44 Sekunden lange Instrumentalstück enthält Orchester-Overdubs von Clare Fischer. Zu den beteiligten Musikern zählten unter anderem Andy Martin, Árni Egilsson, Dennis Budimir, Don Palmer, Don Shelton, Gayle Levant, Jack Nimitz und Larry Bunker.[5][6][7]
  13. Free the Music
    Der Song basiert auf einem einfachen Beat, zu dem Mayte Garcia die Worte „Exodus“ und „free the music“ spricht. Der Track enthält Samples der sieben Titel Big Fun, Cherry, Cherry, Count the Days, Get Wild, Return of the Bump Squad, The Exodus Has Begun und The Good Life, die alle auf dem Album Exodus (1995) von The New Power Generation erschienen.[8]
  14. Segue
    Wie beim Opener spricht Rain Ivana als NPG Operator die Worte „Willkommen in der Morgendämmerung. Sie erreichten gerade die“, bevor Prince mit „Versace Experience“ eingreift. Die Überleitung entspricht ansonsten NPG Operator #6 auf The Gold Experience.
  15. Gold (X-cerpt)
    Die verkürzte Fassung der melodischen Pop-Rockballade ist gegenüber der Albumversion um knapp vier Minuten gekürzt. Gegen Ende sprechen der NPG Operator und Prince die Worte: „Welcome to the Dawn. You are now the official member of ‘The Versace Experience’“.

Titelliste und Veröffentlichungen

# Titel Dauer
A-1 Pussy Control (Club Mix) (Edit) 3:02
A-2 Shhh (X-cerpt) 3:54
A-3 Get Wild in the House a 2:14
A-4 Eye Hate U (Remix) 3:28
A-5 319 (X-cerpt) 1:28
A-6 Shy (X-cerpt) 2:22
B-1 Billy Jack Bitch 2:31
B-2 Sonny T. (X-cerpt) 0:28
B-3 Rootie Kazootie (Edit) b 2:37
B-4 Chatounette Controle 2:24
B-5 Pussy Control (Control Tempo) (Edit) 1:23
B-6 Kamasutra Overture #5 0:43
B-7 Free the Music 1:44
B-8 Segue 0:49
B-9 Gold (X-cerpt) 3:36
Spieldauer: 32:50 Minuten
Autor aller Songs ist Prince
a 
Autor: Prince und Sonny T.
b 
Autor: Prince, Eric Leeds, Michael B., Sonny T., Levi Seacer Jr.

The Versace Experience (Prelude 2 Gold) erschien am 8. Juli 1995 ausschließlich auf MC.[9] Die Titel Chatounette Controle, Pussy Control (Control Tempo) (Edit), Rootie Kazootie (Edit) und Sonny T. (X-cerpt) wurden ausschließlich in diesen gekürzten Fassungen veröffentlicht. Zwar produzierte Prince von Pussy Control (Control Tempo Mix) und Rootie Kazootie längere Versionen, veröffentlichte diese jedoch nicht. Die von Rain Ivana gesprochene Überleitung Segue platzierte Prince als NPG Operator #6 zwischen den Titeln Eye Hate U und Gold auf The Gold Experience. Die übrigen zehn Titel erschienen in längeren Fassungen auf folgenden Tonträgern:

  • 3. April 1995: Get Wild in the House (6:14) auf der Maxi-Single Get Wild von The New Power Generation[10]
  • Sommer 1995: Free the Music (3:24) auf der Promo-MC The Good Life Exodus Sampler Experience von The New Power Generation[2][8]
  • 19. September 1995: Eye Hate U (Remix) (6:17) auf der EP The Hate Experience[11]
  • 25. September 1995: 319 (3:05), Billy Jack Bitch (5:31), Gold (7:22), Shhh (7:17) und Shy (5:03) auf The Gold Experience[12]
  • 3. Dezember 1995: Pussy Control (Club Mix) (5:42) auf einer Promo-MC[13]
  • 14. Februar 1997: Kamasutra Overture #5 unter dem Titel Serotonin (0:47) auf dem Album Kamasutra des Musikprojekts The NPG Orchestra[14][15]

Anlässlich des Record Store Day am 13. April 2019 veröffentlichte The Prince Estate The Versace Experience (Prelude 2 Gold) erneut in seiner ursprünglichen Fassung, weltweit auf 4.000 Exemplare limitiert. Am 13. September 2019 folgten Wiederveröffentlichungen auf CD im Digipak sowie als LP auf lilafarbenem Vinyl.[9] Zudem ist das Album als Download erhältlich.

Singles

Mit Gold enthält The Versace Experience (Prelude 2 Gold) einen Titel, der am 30. November 1995 als Single aus The Gold Experience ausgekoppelt wurde. Am 3. Dezember 1995 erschien zudem eine Promo-MC von Pussy Control. Bei den VH1 Fashion and Music Awards in der Lexington Avenue Armory in New York City präsentierte Prince Pussy Control (Club Mix) im Playback.[13] Anschließend führten Models zu Pussy Control (Control Tempo) Entwürfe mehrerer Modedesigner vor, darunter Calvin Klein, Chanel, DKNY, Dolce & Gabbana, Gianni Versace, Gucci, Jean Paul Gaultier und Vivienne Westwood. An die anwesenden VIPs wurden anschließend Promo-MCs von Pussy Control verteilt, die die Titel P Control (House Mix) (identisch mit Pussy Control (Control Tempo)) und P Control (Club Mix) enthielten.

Am 12. September 2019 erschien Shhh (X-cerpt) als B-Seite der Single My Computer, die ausschließlich als Vinylbeilage der Oktober-Ausgabe 2019 des deutschen Musikmagazins Musikexpress veröffentlicht wurde. My Computer stammt aus dem Album Emancipation (1996).

Musikvideos

Prince produzierte Musikvideos zu Eye Hate U und Gold, die jeweils die Albumversionen von The Gold Experience verwenden. Zudem existiert eine Videoaufnahme von Shhh, die während eines Liveauftritts am 13. Februar 1994 im Paisley Park Studio entstand. Ein weiteres Musikvideo entstand zu Get Wild, jedoch in der verlängerten Studioversion des Albums Exodus (1995). Darin tritt Prince unter seinem Pseudonym „Tora Tora“ auf; sein Gesicht ist dabei durchgehend von einem roten Schleier verdeckt.

Coverversionen

Coverversionen existieren ausschließlich zu Pussy Control;[16][17][18] unter anderem veröffentlichte Richard Cheese 2013 eine eigene Version des Titels.

Mitwirkende

Musiker

Alle Songs wurden von Prince arrangiert, komponiert, produziert und interpretiert. Den Großteil der verwendeten Musikinstrumente spielte er selbst ein; ergänzt wurden die Aufnahmen durch Beiträge der folgenden Personen:[19]

  • Eric Leeds – Querflöte und Saxophon in Eye Hate U (Remix); Saxophon in Rootie Kazootie (Edit)
  • Hornheads (als NPG Hornz) – Baritonsaxophon, Posaune, Tenorsaxophon, Trompete in 319 (X-cerpt), Billy Jack Bitch
  • Lenny KravitzBacking Vocals in Billy Jack Bitch (Uncredited)
  • Levi Seacer Jr. – Rhythmusgitarrist in Rootie Kazootie (Edit)
  • Mayte Garcia – Gesang in 319 (X-cerpt), Free the Music, Get Wild in the House, Pussy Control (Control Tempo) (Edit), Shhh (X-cerpt)
  • Michael Bland – Schlagzeug in 319 (X-cerpt), Billy Jack Bitch, Free the Music, Get Wild in the House, Gold (X-cerpt), Rootie Kazootie (Edit), Shhh (X-cerpt)
  • Morris Hayes – Keyboard in 319 (X-cerpt), Billy Jack Bitch, Free the Music, Get Wild in the House, Gold (X-cerpt)
  • Rain Ivana – NPG Operator in Billy Jack Bitch, Gold (X-cerpt), Pussy Control (Club Mix) (Edit), Segue
  • Ricky Peterson – zusätzliche Keyboards in 319 (X-cerpt), Gold (X-cerpt)
  • Sonny Thompson – Co-Leadgesang und E-Bass in 319 (X-cerpt), Billy Jack Bitch, Free the Music, Get Wild in the House, Gold (X-cerpt); E-Bass in Rootie Kazootie (Edit), Shhh (X-cerpt), Sonny T. (X-cerpt)
  • Tommy Barbarella – Keyboard in 319 (X-cerpt), Billy Jack Bitch, Free the Music, Get Wild in the House, Gold (X-cerpt), Shhh (X-cerpt)
  • Veronica Webb – Dialog auf Französisch in Chatounette Controle

Technisches Personal

Weitere Credits gab Prince für The Versace Experience (Prelude 2 Gold) nicht an.

Rezensionen

Professionelle Bewertungen
Kritiken
Quelle Bewertung
AllMusic[20]
CDStarts.de
laut.de[21]
Louder Than War[22]
Musikansich.de[23]

Im Jahr 1995 fand The Versace Experience (Prelude 2 Gold) weder in den Massenmedien noch bei Musikkritikern nennenswerte Beachtung, da die MC nicht regulär veröffentlicht wurde; zeitgenössische Rezensionen liegen nicht vor. Erst die Erstveröffentlichung auf CD im September 2019 führte zu einer breiteren Rezeption und überwiegend positiven Kritiken.

Wolfgang Giese von Musikansich.de bewertete das Album mit 17 von 20 Punkten („Sehr empfehlenswert“) und hob dessen stilistische Vielfalt hervor. Texte und Musik seien „nichts für prüde Gemüter“; Prince verbinde Funk, House, Jazz, Pop, R&B und Rock, wobei Contemporary R&B und Funk dominierten. Dancefloor-Elemente und Balladen wie Eye Hate U und Shhh ergänzten das Gesamtbild. Besonders positiv bewertete Giese Billy Jack Bitch sowie die „entspannte Instrumentalnummer“ Rootie Kazootie, deren Gitarrenspiel stellenweise an Johnny Guitar Watson erinnere. Insgesamt handele es sich um eine „wichtige Veröffentlichung“, die durch „Abwechslungsreichtum und leidenschaftlichen Ausdruck“ überzeuge.[23]

Philipp Kause von laut.de vergab vier von fünf Sternen und beschrieb das Album als stilistisch heterogen. Wie bereits auf 1999 (1982) sei Prince „ganz in seinem Element“. Hervorgehoben wurden die Jazz- und Funkanteile, insbesondere in Rootie Kazootie, sowie Prince’ Rap-Performance in Pussy Control (Club Mix). Free the Music hätte nach Kause länger ausfallen können, während Eye Hate U (Remix) den emotionalen Höhepunkt bilde. Trotz „unsauberen Schnitten“ und als Jingle eingesetzten Voice-Samples zähle das Album wegen seines Jazz- und Rap-Schwerpunkts zu den „stimmungsvollen und coolen“ Veröffentlichungen Prince’.[21]

Dominic Walsh von Louder Than Music vergab dreieinhalb von fünf Sternen. Die Vielzahl ausschließlich hier vorliegender Fassungen mache das Album zu einem „eigenständigen, nahtlosen Klanguniversum“ und zu einem „seltenen und begehrten Sammlerstück“. Der Jazz-Titel Rootie Kazootie vermittle das Bild eines entspannt musizierenden Prince; trotz späterer, teils stärkerer Veröffentlichungen bleibe das Album für Anhänger besonders reizvoll.[22]

Zurückhaltender äußerte sich Matthias Reichel von cdstarts.de, der dem Album 5,5 von 10 Punkten gab. Es besitze einen ausgeprägten Mixtape-Charakter und erreiche nicht die Geschlossenheit eines klassischen Albums; die als „(X-cerpt)“ bezeichneten Titel wirkten wie fragmentarische Ausschnitte und richteten sich vor allem an ein spezialisiertes Publikum.

Deutlich kritischer urteilte Stephen Thomas Erlewine von AllMusic, der zwei von fünf Sternen vergab. Er bezeichnete das Werk als eine der „seltsameren“ Veröffentlichungen in Prince’ Diskografie. Zwar enthalte es exklusive Remixe von Eye Hate U, Gold und Pussy Control, doch fehle mit The Most Beautiful Girl in the World ein zentraler Hit jener Phase; stattdessen dominierten Albumauszüge, Fragmente von New Power Generation und Madhouse sowie halbfertige Instrumentals. Jahrzehnte nach der Erstveröffentlichung sei das Album „kaum mehr als eine Kuriosität“.[20]

Im August 2016, rund vier Monate nach Prince’ Tod, wurde über den Marktplatz der Online-Datenbank Discogs ein Originalexemplar der MC für 4.087 US-Dollar (damals 3.649 Euro) verkauft. Bis heute (2026) gilt dies als der höchste jemals über Discogs erzielte Preis für eine Musikkassette.[24]

Kommerzieller Erfolg

Chartplatzierungen

ChartsChart­plat­zie­rungenHöchst­platzie­rungWo­chen
 Deutschland (GfK)[25]59 (1 Wo.)1
 Österreich (Ö3)[26]50 (1 Wo.)1
 Schweiz (IFPI)[27]30 (1 Wo.)1
 Vereinigtes Königreich (OCC)[28]83 (1 Wo.)1
 Vereinigte Staaten (Billboard)[29]170 (1 Wo.)1

Im Jahr 1995 erreichte The Versace Experience (Prelude 2 Gold) keine internationalen Musikcharts, da die Veröffentlichung nur in sehr begrenzter Auflage erfolgte. Auch die im April 2019 erschienene, auf 4.000 Exemplare limitierte Wiederveröffentlichung der MC blieb ohne Chartplatzierungen. Erst die reguläre CD-Erstveröffentlichung im September 2019 ermöglichte Platzierungen in mehreren internationalen Hitparaden.

Musikverkäufe

The Versace Experience (Prelude 2 Gold) wurde weltweit nachweislich mindestens 4.000-mal verkauft, entsprechend der limitierten Auflage der Musikkassette. Zu den Verkaufszahlen der CD-Veröffentlichung liegen keine öffentlich zugänglichen Angaben vor.

Literatur

  • Benoît Clerc: Prince – Alle Songs: Die Geschichten hinter den Tracks. Delius Klasing Verlag; 1. Auflage 2023, ISBN 978-3-667-12537-8.
  • Uptown: The Vault – The Definitive Guide to the Musical World of Prince. Nilsen Publishing, Linköping 2004, ISBN 91-631-5482-X.

Einzelnachweise

  1. a b Uptown (2004), S. 549.
  2. a b Uptown (2004), S. 183.
  3. Super-Gianni: Geschichte des illustren Modeschöpfers Versace. In: magazin.design4u.org. 2025, abgerufen am 6. Februar 2025.
  4. a b Begleitheft der Kompaktkassette The Versace Experience (Prelude 2 Gold) von O(+>, NPG Records / Warner Bros. Records, 1995.
  5. Liner Notes von der Kompaktkassette Kamasutra, NPG Records, 1997.
  6. The NPG Orchestra – Kamasutra. In: discogs.com. 2025, abgerufen am 5. Mai 2025 (englisch).
  7. Uptown (2004), S. 479.
  8. a b Uptown (2004), S. 477.
  9. a b Clerc (2023), S. 586.
  10. Get Wild. In: princevault.com. 6. Februar 2025, abgerufen am 22. Juli 2022 (englisch).
  11. Uptown (2004), S. 187.
  12. Uptown (2004), S. 188.
  13. a b Uptown (2004), S. 190.
  14. Uptown (2004), S. 203.
  15. Uptown (2004), S. 479.
  16. Prince auf Cover.Info
  17. Prince auf SecondHandSongs
  18. Prince auf WhoSampled
  19. Begleitheft der CD The Gold Experience von O(+>, Warner Bros. Records / NPG Records, 1995.
  20. a b Stephen Thomas Erlewine: The Versace Experience: Prelude 2 Gold Review by Stephen Thomas Erlewine. In: allmusic.com. 2025, abgerufen am 6. Februar 2025 (englisch).
  21. a b Philipp Kause: Prince – The Versace Experience (Prelude 2 Gold). In: laut.de. 13. September 2019, abgerufen am 6. Februar 2025.
  22. a b Dominic Walsh: Prince: Versace Experience / Chaos & Disorder / Emancipation – Album Review. In: louderthanwar.com. 14. September 2019, abgerufen am 6. Februar 2025 (englisch).
  23. a b Wolfgang Giese: Prince (Symbol) – The Versace Experience Prelude 2 Gold. In: musikansich.de. 13. September 2023, abgerufen am 6. Februar 2025.
  24. Amar Ediriwira: Most Expensive Items Sold In Discogs Marketplace For August 2016. In: discogs.com. 10. Oktober 2016, abgerufen am 6. Februar 2025 (englisch).
  25. Prince: The Versace Experience – Prelude 2 Gold. In: offiziellecharts.de. Abgerufen am 6. Februar 2025.
  26. Prince. In: austriancharts.at. Abgerufen am 6. Februar 2025.
  27. Prince – The Versace Experience – Prelude 2 Gold. In: hitparade.ch. Abgerufen am 6. Februar 2025.
  28. Prince. In: officialcharts.com. Abgerufen am 6. Februar 2025 (englisch).
  29. Chart History – Prince. In: billboard.com. Abgerufen am 6. Februar 2025 (englisch).