Musicology (Album)

Musicology
Studioalbum von Prince

Veröffent-
lichung

27. März 2004

Aufnahme

Sommer 2002 – Januar 2004

Label(s) Columbia Records / NPG Records

Format(e)

CD, Doppel-LP, Download, MC

Genre(s)

Contemporary R&B, Funk, Pop, Rock, Soul

Titel (Anzahl)

12

Länge

47:49

Besetzung

s. Mitwirkende

Produktion

Prince

Studio(s)

Metalworks Studios (Mississauga)
Paisley Park Studio (Chanhassen)

Chronologie
N.E.W.S
(2003)
Musicology The Chocolate Invasion
(2004)
Singleauskopplungen
22. April 2004 Musicology
28. September 2004 Cinnamon Girl
5. April 2024 United States of Division
(non-Album Track)

Musicology (englisch für Musikwissenschaft) ist das 28. Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Prince, der alle Songs arrangierte, komponierte und produzierte. Die Erstveröffentlichung erfolgte am 27. März 2004 über sein Label NPG Records als CD-Beigabe zum Ticket des Eröffnungskonzerts der Musicology-Tour in Reno, Nevada. Zwei Tage später stand das Album als Download auf seiner Website bereit; die weltweite CD-Veröffentlichung bei Columbia Records folgte am 19. April 2004. Damit kehrte Prince erstmals seit 1999 zu einem Major-Label zurück, was in den Massenmedien als sein Comeback gewertet wurde.

Musikalisch bewegt sich das Album in den Genres Contemporary R&B, Funk, Pop, Rock und Soul; Gastmusiker sind Candy Dulfer, Clare Fischer, Maceo Parker, Sheila E. und Stokley Williams. Thematisch behandeln die Liedtexte Liebe, zwischenmenschliche Beziehungen und sozialkritische Fragestellungen. Musikkritiker reagierten überwiegend positiv; kommerziell erzielte das Album in den USA Doppelplatin und in weiteren Ländern Goldstatus.

Mit 1,5 Millionen Besuchern und Einnahmen von 87 Millionen US-Dollar avancierte die Musicology-Tour 2004 zur weltweit erfolgreichsten Tournee. Das Titelstück sowie Call My Name wurden mit Grammys ausgezeichnet.

Entstehung

Die zwölf Songs entstanden zwischen 2002 und 2004 in Prince’ Paisley Park Studio in Chanhassen, Minnesota; A Million Days spielte er ursprünglich am 3. Mai 1997 und If Eye Was the Man in Ur Life am 11. Februar 1999 ein, beide Stücke überarbeitete er 2003.[1][2] Zusätzlich nahm er 2003–2004 Aufnahmen in den Metalworks Studios, einem Tonstudio in Mississauga, Kanada, auf,[3][4] da er mit seiner Ehefrau Manuela Testolini (* 19. September 1976) in Ontario lebte.

2002 nahm Prince drei Songs auf: im Sommer What Do U Want Me 2 Do?, am 1. September Life ‘o’ the Party und im Dezember das Titelstück Musicology. Anfang 2003 entstand im Paisley Park Studio Illusion, Coma, Pimp & Circumstance. 2003 entstanden zudem On the Couch, Reflection und The Marrying Kind im Paisley Park und in den Metalworks Studios; Reflection (29. Mai) und What Do U Want Me 2 Do? (13. November) waren vor der Albumveröffentlichung über seine damalige Website NPG Music Club.com verfügbar.[5][6]

Anfang Januar 2004 entstanden im Paisley Park und in den Metalworks Studios die Songs Call My Name, Cinnamon Girl und Dear Mr. Man. Mitte Januar überarbeitete er mit Candy Dulfer, dem Posaunist Greg Boyer und Maceo Parker weitere zuvor aufgenommene Stücke für Musicology.[7]

Am 8. Februar 2004 eröffnete Prince die Grammy Awards im Staples Center in Los Angeles und sang im Duett mit Beyoncé unter anderem seinen Hit Purple Rain.[7] Er erklärte gegenüber der The Canadian Press: „Ich werde jedes Jahr gefragt, ob ich bei den Grammys spielen kann. Dieses Jahr habe ich zugesagt, um mein Album sowie die dazugehörige Tournee zu bewerben.“[8]

Am 24. Februar 2004 unterzeichnete Prince einen Vertrag bei dem Major-Label Columbia Records.[9] Nach dem Vertragsende mit Warner Bros. Records am 31. Dezember 1999 arbeitete Prince über vier Jahre ohne Major-Label und veröffentlichte seine Tonträger ausschließlich über seine Website NPG Music Club.com. In dieser Zeit sank sein Bekanntheitsgrad, und in internationalen Hitparaden tauchte er kaum noch auf.[10]

Am 15. März 2004 wurde Prince in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Die Laudatio hielten André 3000 und Big Boi von OutKast sowie Alicia Keys, die erklärte: „Es gibt viele Könige, aber es gibt nur einen Prince.“ Zum Abschluss der Veranstaltung spielte Prince gemeinsam mit Dhani Harrison, Jeff Lynne, Steve Ferrone und Tom Petty & the Heartbreakers den Song While My Guitar Gently Weeps (1968) von George Harrison. Er übernahm die Leadgitarre, die in der Studioversion von Eric Clapton gespielt wurde. Die Auftritte bei den Grammys und der Rock and Roll Hall of Fame führten zu einem Medieninteresse an Prince wie seit Jahren nicht mehr.[9][11][12]

Vor der Veröffentlichung von Musicology im April 2004 betrieb Prince in den USA intensive Musikpromotion und trat in Fernsehsendungen wie The Tonight Show mit Jay Leno, der The Ellen DeGeneres Show und der Today Show auf. In der Tavis-Smiley-Show trat er erstmals seit 1986 wieder gemeinsam mit Wendy Melvoin auf und präsentierte mit ihr den Song Reflection.[11][13]

Marketingstrategie

Prince’ Anwälte entwickelten eine umfassende Marketingstrategie für den Verkauf von Musicology. Dem Vertrag mit Columbia Records zufolge erhielt er keine Vorauszahlung, behielt jedoch die Masters und Urheberrechte sämtlicher Songs. Für jedes verkaufte Exemplar von Musicology erhielt er sieben US-Dollar.[14] In den 1990er Jahren musste Prince bei Warner Bros. Records 666.667 Alben verkaufen, um eine Million US-Dollar zu erzielen; bei Columbia Records genügten dagegen 142.857 Exemplare für denselben Betrag. Von seinem meistverkauften Album Purple Rain (1984) verdiente er innerhalb von 20 Jahren 19,5 Millionen US-Dollar; an 1,4 Millionen verkauften Exemplaren von Musicology erhielt er 9,1 Millionen US-Dollar (Stand 2004).[15]

Jeder Besucher der Musicology-Tour erhielt das Album zusammen mit dem Konzertticket, dessen Preis zwischen 50 und 85 US-Dollar lag.[16] Nielsen SoundScan, zuständig für die US-Chart-Erhebung, wertete jedes bei Konzerten ausgegebene Musicology-Album als Verkauf. So erreichte Musicology Platz drei der US-Charts und wurde mit Doppelplatin ausgezeichnet.

Fans, die bereits vor einem Konzert der Musicology-Tour ein Album erworben hatten, bekamen zwangsläufig ein weiteres Exemplar. Die US-Tageszeitung The Boston Globe kritisierte dieses Vorgehen und fragte: „Wollt ihr für seine Musik doppelt zahlen?“[16] Das Magazin Billboard empfahl, den Fans die Wahl zu lassen: „Die CD mit dem Ticket zu erwerben oder ein verbilligtes Ticket ohne CD zu kaufen.“[17] Mike Dreese, Gründer des Musikfachgeschäfts Newbury Comics, bezeichnete dies als „den unmöglichsten Versuch, die Charts-Position illegal aufzuwerten, der mir je begegnet ist.“[17] Fachleute sahen das jedoch überwiegend anders und werteten das Konzept als kreativ und erfolgversprechend.[17]

Von den Einnahmen aus Album und Tournee von Musicology ließ Prince sämtliche Tonstudios in seinem Paisley Park Studio modernisieren.[18]

Gestaltung des Covers

Für die Covergestaltung waren Artdirector Sam Jennings und Jeremy Gavin verantwortlich; die Fotografien stammen von Afshin Shahidi. Jennings arbeitete von 1998 bis 2007 mit Prince zusammen, zunächst als Webmaster seiner Websites und später als Artdirector für Schallplattencover wie Xpectation (2003). Gavin arbeitete von 2001 bis 2007 mit Prince zusammen und entwarf unter anderem die Layouts der Albumcover von The Rainbow Children (2001), One Nite Alone … (2002) und N.E.W.S (2003). Shahidi war von 2002 bis 2007 als Fotograf für Prince tätig.

Die Vorderseite des Digipak zeigt ein Foto von Prince, auf dem lediglich seine linke Gesichtshälfte einschließlich des Haaransatzes zu sehen ist. Sein linker Arm ist angewinkelt, der Daumen berührt die Unterlippe, und seine Pupillen blicken nach links. Das Foto ist auf der rechten Innenseite des aufklappbaren Digipaks platziert; auf der Rückseite ist die Tracklist abgedruckt. Die Farbgestaltung von Digipak und Booklet ist in Brauntönen gehalten. Das Booklet enthält die Liedtexte aller Albumsongs sowie fünf Fotos von Prince und zwei seiner Begleitband The New Power Generation.[19] Die während der Musicology-Tour verteilten Alben erschienen hingegen in einer Papphülle ohne Booklet.

Musik und Liedtexte

Musikalisch ist das Album den Genres Contemporary R&B, Funk, Pop, Rock und Soul zuzuordnen. Die Liedtexte behandeln überwiegend Liebe, zwischenmenschliche Beziehungen und sozialkritische Themen. Prince’ Stimme ist in unterschiedlichen Tonlagen zu hören, darunter auch sein charakteristischer Falsettgesang.

  1. Musicology
    Das Titelstück ist dem Genre Funk zuzuordnen; gegen Ende ist ein in Moll gehaltenes Synthesizer-Riff zu hören. Der Liedtext ist eine Hommage an die Funk- und Hip-Hop-Musiker Chuck D, Doug E. Fresh, Earth, Wind and Fire, Jam Master Jay, James Brown und Sly Stone, die Prince alle namentlich erwähnt. Zudem verweist er auf die Songs I Want to Take You Higher (1969) von Sly & the Family Stone, Hot Pants (1971) von Brown sowie September (1978) und Let’s Groove (1981) von Earth, Wind and Fire. Die letzten 20 Sekunden bestehen aus Snippets der Prince-Songs If I Was Your Girlfriend, 17 Days, Kiss, Sign “☮” the Times und Little Red Corvette.[20][21]
  2. Illusion, Coma, Pimp & Circumstance
    Der von Hip-Hop beeinflusste Song verwendet als prägendes Element eine rhythmische Scratch-Gitarre, verzichtet jedoch auf eine ausgeprägte Melodie. Der Liedtext handelt von einem jungen Gigolo und einer älteren wohlhabenden Dame; Prince stellt dabei die Frage: „Wer macht hier wen zu einem Zuhälter, wenn niemand eine zweite Chance bekommt?“[21][22]
  3. A Million Days
    Die Ballade ist dem Pop und Rock zuzuordnen. Im Liedtext verarbeitet Prince die Trennung von einer nicht namentlich genannten Frau, macht sich selbst Vorwürfe für ihr Weggehen und singt: „Ich brachte es nicht übers Herz, mich zu entschuldigen. Jetzt habe ich überhaupt kein Herz mehr.“[22]
  4. Life ‘o’ the Party
    Im Liedtext des Funk-Tracks kündigt Prince eine ausgelassene Party an, bei der „alle willkommen“ seien. Zudem verspottet er Michael Jackson indirekt mit der Zeile: „Meine Stimme ist höher und ich habe mir noch nie die Nase machen lassen.“[23]
  5. Call My Name
    Die R&B-Ballade enthält von Clare Fischer arrangierte Samples eines Saiteninstrument-Orchesters. Im Liedtext schildert Prince seine Verliebtheit und zählt die Stunden, bis seine Freundin ihn anruft. Als Inspiration gilt seine damalige Ehefrau Manuela Testolini: Die Zeile „Before the day I carried you through the Bridle Path door“ verweist auf das wohlhabende Viertel The Bridle Path in Ontario (Kanada), wo Prince 2004 mit ihr lebte. Im Begleitgesang ist Stokley Williams (* 1967), Leadsänger der Funkband Mint Condition, zu hören.[24]
  6. Cinnamon Girl
    Der Liedtext des Rocksongs thematisiert Angst und Intoleranz in den USA als Reaktion auf die Terroranschläge am 11. September 2001. Die titelgebende „Cinnamon Girl“ ist eine muslimische US-Amerikanerin, deren Beiname sich auf ihre Hautfarbe bezieht. Obwohl sie um die Opfer trauert und für sie betet, wird sie stellvertretend für die Taten islamistischer Terroristen verantwortlich gemacht. Da Prince seit 2001 Zeuge Jehovas war, ist der Liedtext von diesem Glauben geprägt: Die Wendung „God of confusion“ verweist auf Satan, während die Zeilen „Don’t cry, don’t shed no tears“ und „’Cause we know how this movie’s ending“ auf den Glauben an ein Armageddon anspielen. Am Ende des Songs öffnet die Protagonistin „das Buch, von dem sie weiß, dass es alle Rechnungen begleichen wird“, womit die Bibel gemeint ist. Cinnamon Girl ist keine Coverversion des gleichnamigen Songs von Neil Young aus dem Jahr 1969.[25][26]
  7. What Do U Want Me 2 Do?
    Der von Contemporary R&B und Jazz beeinflusste Song wurde von Prince mit einem Linn-LM-1-Computer aufgenommen. Die Produktion ist spärlich und konzentriert sich auf sein Schlagzeug- sowie Bass-Spiel. Im Liedtext wird Prince bei einem seiner Liveauftritte von einer Frau beobachtet, die ihn fortan begehrt. Sowohl Prince als auch die Frau sind jedoch liiert; er warnt, dass sie in bestimmten Ländern geköpft würde, sollte er ihren Annäherungen nachgeben. „Schäm dich!“, schimpft er.[27] Am Ende spricht Ornella Bonaccorsi Testolini, Schwester von Prince’ damaliger Ehefrau Manuela Testolini, auf Italienisch die Sätze: „Non preoccuparti per me, io… sto bene… anche senza di luiz… sono arrivata in questo mondo da sola… sono arrivato così… ma non voglio lasciarlo… perché… perché gli uomini non ci amano? Così, solo così come noi ci meritiamo?!“ („Mach’ dir keine Sorgen um mich, ich… mir geht es gut… auch ohne ihn… ich bin allein auf dieser Welt angekommen… ich bin so angekommen… aber ich will ihn nicht verlassen… warum… warum lieben uns die Männer nicht? So, nur so, wie wir es verdienen?!“)[28] In den Liner Notes wird Bonaccorsi als „una donna di passaggio“ („eine Frau auf der Durchreise“) bezeichnet.
  8. The Marrying Kind
    Das Stück ist dem Genre Pop zuzuordnen und enthält stellenweise bedrohlich wirkendes Gitarrenspiel von Prince. Im Refrain begehrt er eine liierte Frau und warnt zugleich ihren Freund. Zudem spielt Prince mit der Zeile „Ich werde sie auf die gleiche Diät setzen, die Missy gemacht hat. Du weißt, dass sie zu viel isst“ auf Missy Elliot an, die ihn in ihrem 2002 erschienenen Song Work It sowohl im Text („Prince konnte mich nicht dazu bringen, meinen Namen zu ändern“) als auch im Musikvideo verspottet.[29]
  9. If Eye Was the Man in Ur Life
    Für Prince ungewöhnlich verwendet der Songtitel das ausgeschriebene Wort „Eye“ für das englische Pronomen „I“ („Ich“), das er seit 1988 üblicherweise als „Augen-Symbol“ stilisierte. Das Stück ist dem Bereich Pop zuzuordnen und beginnt mit einem zwölfsekündigen Intro, das sechs Pausen von jeweils knapp einer Sekunde enthält. Zwischen den Abschnitten spielt Prince Klavier. Der Track schließt mit einem Jazz-Rimshot und einem Gitarrensolo von Prince. Der Liedtext schildert eine Frau, die in ihrer Beziehung offenbar von ihrem Freund betrogen wird, ohne es zu bemerken. Im Refrain singt Prince: „Wenn ich der Mann in deinem Leben wäre, würde ich dich glücklich machen. Ich würde dich gut behandeln, ich würde dir jeden Tag Blumen kaufen, ich würde dir Macht geben, ich würde alles tun, was du sagst“. Zudem spielt die Zeile „And you are so vain you’d think that you are the one behind this song“ auf den Song You’re So Vain (1972) von Carly Simon an.[30]
  10. On the Couch
    Die für Prince typische R&B-Ballade wird ausschließlich im Falsett gesungen. Im Liedtext bittet er seine Geliebte, „nicht auf der Couch schlafen“ zu müssen, da er sie begehrt und beide vereinbart haben zu heiraten.
  11. Dear Mr. Man
    Der Song ist dem Genre Funk der 1970er Jahre zuzuordnen.[21] Im sozialkritischen Liedtext prangert Prince unter anderem das US-Gesundheitswesen an: „Es gibt nichts Gerechtes an Sozialhilfe. Es gibt keine Unterstützung bei AIDS. Es gibt nichts Positives an ihren Handlungen, bis die Menschen bezahlt werden“. Zudem zitiert er auszugsweise den Abschnitt 1 mit: „Kein Staat darf einer Person das Leben, die Freiheit oder das Eigentum ohne ein ordentliches Gerichtsverfahren entziehen“. Darüber hinaus ruft Prince zu einem Verzicht auf Drogen auf und fordert das Ende des Irakkriegs sowie den Schutz der Umwelt.[31]
  12. Reflection
    Das sanft gespielte Stück ist dem Genre Pop zuzuordnen. Das Arrangement besteht aus akustischen Gitarren, schlichtem Bass und sanftem Schlagzeug. Zudem ist ein gelegentlich leicht kitschig wirkendes Flötenspiel zu hören, das über Synthesizer erzeugt wird. Den Liedtext singt Prince in gefühlvollem Ton; er thematisiert seine Vergangenheit, als Poster an den Wänden hingen und er sich mit Freunden verglich, wer den rundesten Afrolook hatte. Er sehnt offenbar die früheren Zeiten herbei, etwa wenn er „manchmal einfach nur draußen auf der Veranda“ sitzt, „meine Gitarre spielen“ möchte und dabei „einfach nur zusehen, wie all die Autos vorbeifahren“.[27]

Titelliste und Veröffentlichungen

# Titel Dauer
1 Musicology 4:24
2 Illusion, Coma, Pimp & Circumstance 4:45
3 A Million Days 3:50
4 Life ‘o’ the Party 4:29
5 Call My Name 5:15
6 Cinnamon Girl 3:56
7 What Do U Want Me 2 Do? 4:15
8 The Marrying Kind 2:49
9 If Eye Was the Man in Ur Life 3:10
10 On the Couch 3:33
11 Dear Mr. Man 4:14
12 Reflection 3:04
13 Musicology (Musikvideo) 4:58
Spieldauer: 47:49 min.
Autor aller Songs ist Prince

Musicology wurde von Prince am 27. März 2004 veröffentlicht. Erstmals erhielten alle Konzertbesucher im Lawlor Events Center in Reno im Rahmen der Musicology-Tour das Album als CD-Beigabe zum Konzertticket. Zwei Tage später wurde Musicology über seine damalige Website NPG Music Club.com als Download angeboten.[32] Die CD erschien am 19. April 2004 in Großbritannien und am nächsten Tag in den USA. Als 13. Track enthält die CD zudem das Musikvideo zur Single Musicology auf CD-ROM, das auf der Tracklist nicht aufgeführt ist. Darüber hinaus wurde das Album auf MC veröffentlicht.

Am 8. Februar 2019 veröffentlichte The Prince Estate („Der Prince-Nachlass“) erstmals eine LP-Version von Musicology über das zu Sony Music Entertainment gehörende Label Legacy Recording; die Veröffentlichung erfolgte als Doppelalbum auf lilafarbenem Vinyl.[33]

Singles

Vom Album wurden zwei Singles ausgekoppelt: Musicology und Cinnamon Girl. Die Single Musicology erschien am 22. April 2004, jedoch nicht weltweit.[34] Als B-Seite wurde On the Couch verwendet, identisch mit der Albumversion. Zudem wurde Magnificent als „Digital Virtual B-Side“ veröffentlicht und am 26. April 2024 von The Prince Estate zum 20-jährigen Jubiläum des Albums Musicology als eigenständiger digitaler Track wiederveröffentlicht.

Die zweite Single, Cinnamon Girl, erschien am 28. September 2004. Europäische und nordamerikanische Ausgaben unterscheiden sich in Covergestaltung und Inhalt: Letztere enthält das Musikvideo sowie das zugehörige Making-of. Die europäische Ausgabe bietet zudem eine Liveversion von Dear Mr. Man, sowohl als Audio als auch als Video, aufgenommen am 20. April 2004 in der Webster Hall, New York City. Darüber hinaus enthält sie den zuvor unveröffentlichten Song United States of Division,[34] den Prince im Januar 2004 aufnahm. The Prince Estate veröffentlichte ihn am 5. April 2024 in einer leicht veränderten Version mit markanteren Bläsern als digitale Single.[35]

Call My Name (Single Version) wurde als 3:58 Minuten lange 1-Track-Promo-CD veröffentlicht. Virtuelle B-Seite ist das am 13. Juli 2004 als Download erschienene Silver Tongue (Demo) mit Liedtext von Nikka Costa. Ein Remix von Silver Tongue erschien am 24. Mai 2024; produziert wurde er von Toningenieur und Gitarrist Chris James, mit dem Prince zwischen 2012 und 2015 zusammenarbeitete.[36]

Musikvideos

Prince produzierte vier Musikvideos zu den Songs Musicology, Call My Name, Cinnamon Girl und A Million Days, wobei Letzteres zu seinen Lebzeiten unveröffentlicht blieb. Im April 2024 veröffentlichte The Prince Estate ein Musikvideo zu United States of Division.

Die Dreharbeiten zu Musicology begannen am 10. Oktober 2003 in Los Angeles, Kalifornien, im Secondhandladen Counterpoint Records & Books. In der teils unlogischen Handlung wird Prince als Kind dargestellt, verkörpert vom damals achtjährigen afroamerikanischen Jungen Colton Burton (* 27. Juli 1995), der die Single Musicology im Laden kauft, zu Hause auf der Gitarre nachspielt, singt und tanzt. Das Video zeigt zudem einen Auftritt von Prince mit The New Power Generation, einschließlich Maceo Parker, am 11. Oktober 2003 im 900 Zuschauer fassenden Tower Theatre in Los Angeles;[37] der Song wird im Playback gespielt. Am Ende besucht der Junge das Konzert, wird kurz auf die Bühne getragen und tanzt. Regie führte Sanaa Hamri (* 1977), die Choreografie stammt von Aakomon Jones und Fatima Robinson (* 1971).[38]

Während einer zweieinhalbwöchigen Pause der Musicology-Tour entstand am 21. Mai 2004 in Los Angeles im Hollywood Center Studio (heute Sunset Las Palmas Studios) das Musikvideo zu Call My Name. Regie führte erneut Sanaa Hamri.[15][38] Prince singt lippensynchron, während The New Power Generation die Instrumente spielt. Zwischengeschnitten sind Szenen eines jungen Paares: der Mann macht der Frau einen Heiratsantrag, und beide heiraten am Ende. Außerdem tritt Stokley Williams im Video auf.

In der ersten Juliwoche 2004 entstand in einem Filmstudio der Broadway Stages Ltd in Greenpoint, New York City, das Musikvideo zu Cinnamon Girl unter der Regie von Phil Harder (* 1965). Die Szenen mit der damals 14-jährigen Hauptdarstellerin Keisha Castle-Hughes wurden im August 2004 in Prince’ Paisley Park Studio aufgenommen. Das Video wirkt wie ein pastoser Traum und kombiniert Realfilm mit Zeichnungen. Gezeigt wird die Geschichte einer Teenagerin mit arabisch-amerikanischen Wurzeln, dargestellt von Castle-Hughes, die während der Terroranschläge am 11. September 2001 in der Schule ist. Unmittelbar nach den Anschlägen wenden sich ihre Freunde von ihr ab und belästigen sie rassistisch. In ihrer Verzweiflung träumt sie, Selbstmordattäterin zu werden, und drückt kurz vor Ende des Videos einen roten Knopf, wodurch sie sich zusammen mit anderen Menschen auf einem New Yorker Flughafen zu sprengen scheint. Nach der Explosion läuft das Video rückwärts, sodass alle überleben und die Teenagerin den Knopf letztlich nicht gedrückt hat. Die US-Tageszeitung New York Post bezeichnete das Video als das „geschmackloseste Musikvideo aller Zeiten“. Mehrere Fernsehsender in Großbritannien und den USA verboten daraufhin dessen Ausstrahlung.[24][25][39]

Eine Woche nach Ende der Musicology-Tour begannen am 18. September 2004 die zweitägigen Dreharbeiten zum Musikvideo von A Million Days. Regie führte erneut Sanaa Hamri, als Kameramann fungierte Jonathan Sela.[38][40] Das Video zeigt eine teils zusammenhanglose Handlung: Die weibliche Hauptrolle spielt das Model Liza Hernández (* 23. Februar 1980, Panama) unter dem Pseudonym Liza Lena, die verzweifelt aus einem Hotel flieht. Auf ihrer Flucht sieht sie ein Liebespaar und begegnet einem Mädchen, dargestellt von Natalya Phillips (* Juni 1995), das sie als Kind verkörpert. Schließlich erreicht Hernández den Hotelausgang, steigt in eine wartende schwarze Limousine und wird zu einem Aufnahmestudio chauffiert, um Prince zu treffen. Zwischengeschnitten sind Szenen, in denen Prince A Million Days alleine singend sowie Gitarre und Schlagzeug spielend aufnimmt. Als sie das Studio erreicht, ist Prince bereits gegangen; er steigt in dieselbe Limousine, mit der Hernández angekommen war, und fährt davon. Drehorte waren das Figueroa Hotel in Los Angeles und ein Aufnahmestudio in derselben Stadt.[41]

Die unklare Handlung könnte darauf zurückzuführen sein, dass das Video Teil eines geplanten Prince-Films namens 3121 war – identischer Name wie sein gleichnamiges Album von 2006 –, in dem auch Liza Hernández und Natalya Phillips mitwirkten. Warum weder das Video noch der Film veröffentlicht wurden, äußerte Prince nie. Ende 2005 nahm er mit Hernández den Song Panamaniac auf, der bis heute (2026) unveröffentlicht blieb. Mit Phillips, seit 2011 Singer-Songwriterin, nahm Prince Ende 2015 das Duett Eye Kinda Like U auf, das ebenfalls unveröffentlicht blieb. Zudem telefonierte er am 20. April 2016 gegen 01:20 Uhr mit ihr, etwa 24 Stunden vor seinem Tod.[42]

Zum 20. Jubiläum des Albums Musicology veröffentlichte The Prince Estate am 5. April 2024 ein Musikvideo zu United States of Division, das das virtuelle Frontcover des Songs als Standbild zeigt; im Hintergrund ist eine Mauer mit Efeubepflanzung in Endlosschleife zu sehen.

Coverversionen

Einige Musiker nahmen Coverversionen von Songs des Albums Musicology auf;[43][44][45][46] Dear Mr. Man nahmen Cornel West und Prince 2007 neu auf; 2008 coverte der norwegische Musiker Egil Olsen (* 1980) den Song. Cinnamon Girl wurde 2008 von Dylan Mondegreen und der US-amerikanischen Band The Aluminum Group interpretiert. Call My Name nahm Morgan James 2014 neu auf. The Marrying Kind coverte 2020 die kanadische Metalband Seum und veröffentlichte ihn als Single. Die B-Seite Silver Tongue interpretierte Nikka Costa 2017 neu.

Mitwirkende

Musiker

Alle Songs wurden von Prince arrangiert, komponiert, produziert und vorgetragen. Zudem spielte er alle Musikinstrumente selbst ein; zusätzlich wurden die Aufnahmen von folgenden Personen ergänzt:

  • Candy DulferHorn in If Eye Was the Man in Ur Life, On the Couch, The Marrying Kind; Saxophon in Life ‘o’ the Party; zusätzlicher Gesang in Cinnamon Girl, Life ‘o’ the Party
  • Chance Howard – Backing Vocals in Call My Name, Cinnamon Girl, Life ‘o’ the Party
  • Clare FischerSamples der Saiteninstrumente in Call My Name
  • Greg Boyer – Posaune in If Eye Was the Man in Ur Life, On the Couch, The Marrying Kind
  • John Blackwell – Schlagzeug in Dear Mr. Man, If Eye Was the Man in Ur Life, On the Couch, The Marrying Kind
  • Kip Blackshire – Backing Vocals in Call My Name
  • Maceo Parker – Saxophon in If Eye Was the Man in Ur Life, On the Couch, The Marrying Kind
  • Ornella Bonaccorsi Testolini – credited als „una donna di passaggio“ in The Marrying Kind; italienisch gesprochene Sätze in What Do U Want Me 2 Do?
  • Renato Neto – Fender Rhodes in Dear Mr. Man
  • Rhonda Smith – Backing Vocals in Cinnamon Girl; E-Bass in Dear Mr. Man
  • Sheila E.Shaker in Dear Mr. Man
  • Stokley Williams – Backing Vocals in Call My Name

Technisches Personal

  • Prince – Toningenieur
  • Afshin Shahidi – Fotografie
  • Armour Photography – Fotografie
  • Bernie Grundman – Mastering
  • Jeremy Gavin – Albumdesign
  • Jess Sutcliffe – Toningenieur (Uncredited)
  • Joseph Lepinski – Toningenieur-Assistenz
  • L. Stu Young – Toningenieur
  • Sam Jennings – Albumdesign

Tournee

Musicology Live 2004ever
von Prince
Präsentationsalbum Musicology
Anfang der Tournee 27. März 2004
Ende der Tournee 11. September 2004
Konzerte insgesamt
(nach Kontinent)
1 in Nordamerika
Konzerte insgesamt 89
Einnahmen 87 Millionen US-Dollar
Chronologie
World Tour 2003
(2003)
Musicology Live 2004ever Per4ming Live 3121
(2006–2007)

Die Tournee zum Album, „Musicology Live 2004ever“, begann am 27. März 2004 in Reno, Nevada. Das Auftaktkonzert wurde in 31 US-Kinos live übertragen; der Eintrittspreis von 15 US-Dollar beinhaltete das Album Musicology. Sie endete am 11. September 2004 im SAP Center in San José, Kalifornien, umfasste 89 Konzerte – 87 in den USA, zwei in Toronto (Kanada) – und wurde von 1,5 Millionen Menschen besucht; der Umsatz betrug 87 Millionen US-Dollar, womit sie die weltweit erfolgreichste Tournee im Jahr 2004 war.[47][48] Die Dauer der Konzerte variierte zwischen 120 und 150 Minuten, da Prince jedes Konzert mit einer eigenen Setlist individuell gestaltete.

Die Kritiken waren durchweg positiv. So schrieb die kanadische Website JAM! Music, die Konzerte seien voller Momente, „bei denen einem der Mund offen stehen bleibt.“[17] Das Online-Magazin PopMatters lobte Prince als „einen der Letzten einer aussterbenden Gattung: der generationsübergreifend attraktiven Popikone. Noch ist kein Nachfolger in Sicht, und daher sollten wir dankbar sein, dass ihm noch nicht der Saft ausgegangen ist.“[17] The Wall Street Journal berichtete über die erfolgreiche Tournee mit der Überschrift: „Baby, ich bin wieder ein Star – Wie ein scheinbar abgehalfterter Star Monate damit verbrachte, sich auf seine Rückkehr ins Rampenlicht vorzubereiten“.[49] Prince’ Begleitband The New Power Generation setzte sich aus folgenden Mitgliedern zusammen:

  • Candy Dulfer – Backing Vocals, Saxophon
  • Chance Howard – Backing Vocals, Keyboard
  • Greg Boyer – Posaune
  • John Blackwell (* 9. September 1973; † 4. Juli 2017) – Schlagzeug
  • Mike Scott – Akustische Gitarre, Backing Vocals
  • Renato Neto – Keyboard
  • Rhonda Smith – Backing Vocals, E-Bass
  • ab dem 21. April: Maceo Parker – Backing Vocals, Saxophon
  • bis zum 20. Juni: Mike Phillips – Backing Vocals, Saxophon, Vocoder

Aftershows

Ab 1986 gab Prince gelegentlich Aftershows – zusätzliche Konzerte nach Mitternacht – nach seinen Hauptauftritten. Diese fanden in kleineren Clubs vor meist 300 bis 1.500 Zuschauern statt; aufwendige Bühnenshows, Choreografien und Lightshows seiner Hauptkonzerte ließ er weg. Die Songauswahl war anders gestaltet, häufig ohne seine Top-Ten-Hits. Höhepunkte mancher Auftritte waren Gastauftritte bekannter Musiker.

2004 gab Prince bei neun der 89 Konzerte Aftershows, alle in den USA. Die erste Aftershow fand am 7. Mai im Rocketown in Nashville, Tennessee, statt; Larry Graham und Victor Wooten traten als Gastmusiker auf.[50] Am 27. Mai, 4. Juni und 6. Juni gab Prince drei Aftershows im House of Blues in Los Angeles. Bei der ersten traten keine Gastmusiker auf, am 4. Juni wirkten Sheila E. und die US-Sängerin Lynn Mabry (* 21. März 1958) mit, und am 6. Juni spielte Wendy Melvoin Gitarre.[51][52] Die Aftershow am 12. Juni im Black Forest in Dallas, Texas, hatte Erykah Badu als Gastsängerin.[53]

Am 17., 18. und 19. Juni 2004 gab Prince drei Aftershows in seinem Paisley Park Studio in Chanhassen, Minneapolis; am 19. Juni traten als Gäste der US-Sänger Kip Blackshire, Larry Graham und der ehemalige Keyboarder von The New Power Generation, Morris Hayes, auf.[54] Die neunte und letzte Aftershow fand am 25. Juli 2004 im House of Blues in Chicago, Illinois, statt; Larry Graham war erneut Gastmusiker.[55]

Rezensionen

Professionelle Bewertungen
Durchschnittsbewertung
Quelle Bewertung
AOTY[56] 67 %
Weitere Bewertungen
Quelle Bewertung
AllMusic[57]
Pitchfork Media[58]
Rolling Stone (USA)[59]
Der Spiegel[60]
Now Magazine[61] NN

Musikkritiker bewerteten Musicology überwiegend positiv. Die Mehrheit hielt das Album für zugänglicher, melodiöser und in sich geschlossener als alles, was Prince in den vorangegangenen zehn Jahren veröffentlicht hatte.[16] Einige Massenmedien sahen in Musicology ein Comeback; Prince entgegnete jedoch: „Comeback? Ich ging nie irgendwohin!“[49] Die Website Album of the Year (AOTY) ermittelte auf Grundlage von 18 englischsprachigen Rezensionen eine Durchschnittsbewertung von 67 %.[56]

Andreas Borcholte von Der Spiegel bewertete das Album mit neun von zehn Punkten. Er lobte Prince als „in Hochform“ und seine „gewohnte Konsequenz“ in musikalischer Überlegenheit. Call My Name bezeichnete er als „schönste Ballade“. Einziger Kritikpunkt war A Million Days, das an die Selbstbeweihräucherungen von Crystal Ball (1998) erinnerte. Fazit: „niederknien und anbeten, den kleinen Prinzen, der eigentlich ein König sei“.[60]

Stephen Thomas Erlewine von AllMusic vergab dreieinhalb von fünf Sternen. Er lobte Musicology als „äußerst unterhaltsam“: kein Meisterwerk und nicht die Wiederkunft von Purple Rain (1984), Parade (1986) oder Sign “☮” the Times (1987), aber selbstbewusster und geschlossener als Diamonds and Pearls (1991). Das Album beeindrucke beim ersten Hören und werde beim wiederholten Hören noch besser. Fazit: „Es ist das Comeback, das es sein wollte.“[57]

Anthony DeCurtis von der US-Musikzeitschrift Rolling Stone bewertete Musicology mit vier von sechs Sternen. Er nannte es „ein ansprechendes, konzentriertes und befriedigendes Album, wie Prince es lange nicht gemacht habe“ – offen, lässig und inklusiv. Besonders das Songwriting wirke erfrischend: jeder Track eigenständig, kohärent und präzise, wie beispielsweise A Million Days als „verliebte Meditation“, If Eye Was the Man in Ur Life als „Stop-Time-Jam“ und On the Couch als „bluesiges Lamento“. In den Liedtexten habe Prince seine sexuelle Freizügigkeit zurückgeschraubt, doch die Zurückhaltung funktioniere. Mit geschmeidigen Grooves, mühelosem Swing und verführerischem Gesang strahle das Album unterschwellige Erotik aus.[59][62]

Dominique Leone von Pitchfork Media bewertete Musicology enttäuscht mit 5,8 von 10 Punkten. Er zweifelte am Comeback-Charakter des Albums: Die Musik sei zwar oft angenehm, entfalte aber nicht die Kraft von Prince’ besten Werken. Highlights seien „konzeptstarke“ Tracks wie Illusion, Coma, Pimp & Circumstance oder langsame Jams wie Call My Name und What Do U Want Me 2 Do?. Das Stück Cinnamon Girl sei der beste Rocksong, A Million Days wirke wie ein halbfertiges Demo, und If Eye Was the Man in Ur Life starte stark, gerate aber ins Stocken. Leone befand, es sei wahrscheinlich Prince’ bestes Album seit Love Symbol (1992) und möglicherweise seit Sign “☮” the Times (1987), bemängelte jedoch, dass er seit über 15 Jahren (Stand 2004) keine großartige Platte mehr veröffentlicht habe.[16][58]

Tim Perlich vom kanadischen Now Magazine zeigte sich sehr enttäuscht und bewertete das Album mit „NN“, der zweitschlechtesten Note. „Der Vorteil der langen kreativen Durststrecke von Prince“ sei, dass die Erwartungen an „ein erstaunliches Album soweit gesenkt wurden“, dass „viele Fans einen funky Dance-Joint akzeptieren und als Segen betrachten“. Mit „dem stampfenden Titeltrack“ sei er „nahe dran“, doch im Verlauf des Albums verliere Prince „schnell den Groove“ und kehre „zu kitschigen Balladen zurück“. „Noch schlimmer“ seien „seine peinlich-albernen Versuche eines sozialen Kommentars – mit biblischen Bezügen – wie im Stück Cinnamon Girl, das eine verspätete Reaktion auf die Tragödie vom 11. September 2001 darstelle“. Als Fazit schrieb Perlich, das Album könne „getrost vergessen“ werden.[61]

Per Nilsen, Autor von Prince-Büchern und Beobachter seiner Karriere, sagte 2004: „Sowohl The Rainbow Children (2001) als auch Musicology führten dazu, dass meine Begeisterung für seine Musik nachließ. The Rainbow Children erschien mir reizlos, und Musicology habe dem Medienrummel darum nicht entsprochen.“ Dennoch freue Nilsen sich, dass es Prince „gelungen ist, seine Fangemeinde mit Musicology wieder zu vergrößern, und ich verfolge seine Karriere weiterhin.“[12][63]

Kommerzieller Erfolg

Chartplatzierungen

Chartplatzierungen
ChartsChart­plat­zie­rungenHöchst­platzie­rungWo­chen
 Deutschland (GfK)[64]4 (14 Wo.)14
 Österreich (Ö3)[65]4 (12 Wo.)12
 Schweiz (IFPI)[66]2 (17 Wo.)17
 Vereinigtes Königreich (OCC)[67]3 (7 Wo.)7
 Vereinigte Staaten (Billboard)[68]3 (26 Wo.)26
Jahrescharts
ChartsJahres­charts (2004)[70]Platzie­rung
 Deutschland (GfK)75
 Schweiz (IFPI)48
 Vereinigtes Königreich (OCC)192
 Vereinigte Staaten (Billboard)[69]25

In Deutschland und Österreich erreichte Prince mit einem Studioalbum erstmals seit 1994 (Come bzw. Black Album) wieder die Top Ten, im Vereinigten Königreich und den USA seit 1995 (The Gold Experience) sowie in der Schweiz seit 1996 (Emancipation).

Jahr Titel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[71]
(Jahr, Titel, , Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE  AT  CH  UK  US
2004 Musicology DEn.v.DE CH27
(7 Wo.)CH
US120
(3 Wo.)US
Nicht weltweit ausgekoppelt
Call My Name DEn.v.DE ATn.v.AT CHn.v.CH UKn.v.UK US75
(18 Wo.)US
Keine Singleauskopplung, platzierte sich über Airplay
Charteinstieg: 21. August 2004
Cinnamon Girl DE89
(1 Wo.)DE
UK43
(2 Wo.)UK
2024 United States of Division
non-Album Track
Download-Single

Auszeichnungen für Musikverkäufe

Land/Region Aus­zeich­nung­en für Mu­sik­ver­käu­fe
(Land/Region, Aus­zeich­nung, Ver­käu­fe)
Ver­käu­fe
 Kanada (MC) Gold50.000
 Niederlande (NVPI) Gold40.000
 Schweiz (IFPI) Gold20.000
 Vereinigte Staaten (RIAA) 2× Platin2.000.000
 Vereinigtes Königreich (BPI) Gold100.000
Insgesamt 4× Gold
2× Platin
2.210.000

Hauptartikel: Prince/Auszeichnungen für Musikverkäufe

Preise

Für die Musicology-Ära erhielt Prince folgende Auszeichnungen und Preise:

Minnesota Music Awards

22. September 2004: Prince gewann die Kategorien „Artist/Group of the Year“, „Best Guitarist“ und „Best R&B-Group/Artist“. Das Album wurde in den Kategorien „Best National Recording“ und „Best R&B Recording“ ausgezeichnet, während das Titelstück Musicology als „Song of the Year“ prämiert wurde.[72]

Billboard Music Awards

Bei den Billboard Music Awards gewann Prince folgende Auszeichnungen:

Am 5. November 2004 erhielt er bei den „Billboard Digital Awards“ die Auszeichnung in der Kategorie „Best Use of Technology by an Artist“ für NPG Music Club.com.[72]

Am 9. November 2004 gewann er bei den „Billboard Backstage Pass Awards“ in der Kategorie „Top Draw Award“ („Bester Bühnendesignentwurf“) für die Musicology-Tour. Bei den „Billboard Touring Awards“ erhielt er in derselben Kategorie ebenfalls eine Auszeichnung.[48][73]

Pollstar Concert Industry Awards

4. Februar 2005: Für die Musicology-Tour erhielt Prince von der auf Livekonzerte spezialisierten US-Fachzeitschrift Pollstar die Auszeichnungen in den Kategorien „2004 Major Tour of the Year“ und „Most Creative Stage Production“.[72]

Grammy Awards 2005

13. Februar 2005: Bei den Grammy Awards 2005 gewann Call My Name in der Kategorie „Best Male R&B Vocal Performance“, während Musicology die Auszeichnung in der Kategorie „Best Traditional R&B Performance“ erhielt.[48] Prince war außerdem in drei weiteren Kategorien nominiert, konnte diese jedoch nicht gewinnen.

Fryderyk

15. März 2005: Prince gewann den polnischen Musikpreis Fryderyk in der Kategorie „Najlepszy album zagraniczny“ („Bestes ausländisches Album“).[74]

NAACP Image Award

25. März 2005: Prince erhielt den Ehrenpreis „Vanguard Award“ beim NAACP Image Award. Außerdem wurde Musicology in der Kategorie „Outstanding Album“ ausgezeichnet.[72]

Juno Awards 2005

3. April 2005: Toningenieur L. Stu Young wurde bei den Juno Awards 2005 in der Kategorie „Recording Engineer of the Year“ für die Songs If Eye Was the Man in Ur Life und What Do U Want Me 2 Do? ausgezeichnet.[72]

Literatur

  • Alex Hahn: Besessen – Das turbulente Leben von Prince. Hannibal Verlag, Höfen 2016, ISBN 978-3-85445-610-0.
  • Arthur Lizie: Prince FAQ: All That’s Left to Know About the Purple Reign. Backbeat Books, Guilford (Connecticut) 2020, ISBN 978-1-61713-670-2.
  • Benoît Clerc: Prince: All the Songs: The Story Behind Every Track. Octopus Publishing Group by Mitchell Beazley, Great Britain 2022, ISBN 978-1-78472-824-3.
  • Jake Brown: Prince in the Studio (1975–1995). Colossus Books, Phoenix 2010, ISBN 978-0-9790976-6-9.
  • Jason Draper: Prince – Life & Times (Revised & Updated Edition). Chartwell Books, New York 2016, ISBN 978-0-7858-3497-7.
  • Jay Corn: The Death of Prince Rogers Nelson. JLF Enterprises LLC, Minneapolis 2018, ISBN 978-1-73157-611-8.
  • Matt Thorne: Prince. Faber and Faber, London 2012, ISBN 978-0-571-27349-2.
  • Mobeen Azhar: Prince 1958–2016: Sein Leben in Bild und Text. Edition Olms, Oetwil am See/Zürich 2016, ISBN 978-3-283-01265-6.
  • Ronin Ro: Prince – Inside the Music and the Masks. St. Martin’s Press, New York 2011, ISBN 978-0-312-38300-8.
  • Uptown: The Vault – The Definitive Guide to the Musical World of Prince. Nilsen Publishing, Linköping 2004, ISBN 91-631-5482-X.

Einzelnachweise

  1. Clerc (2022), S. 432.
  2. Clerc (2022), S. 435.
  3. Ro (2011), S. 320.
  4. Musicology – Prince. In: metalworksstudios.com. 2022, abgerufen am 19. September 2022 (englisch).
  5. Clerc (2022), S. 437.
  6. Uptown (2004), S. 292.
  7. a b Uptown (2004), S. 296.
  8. Draper (2016), S. 164.
  9. a b Draper (2016), S. 166.
  10. Hahn (2016), S. 335.
  11. a b Uptown (2004), S. 297.
  12. a b Hahn (2016), S. 336.
  13. Lizie (2020), S. 229.
  14. Ro (2011), S. 327.
  15. a b Ro (2011), S. 338.
  16. a b c d Hahn (2016), S. 338.
  17. a b c d e Hahn (2016), S. 339.
  18. Azhar (2016), S. 118
  19. Begleitheft der CD Musicology von Prince, NPG Records / Columbia Records, 2004
  20. Thorne (2012), S. 528.
  21. a b c Hahn (2016), S. 341.
  22. a b Thorne (2012), S. 391.
  23. Draper (2016), S. 167.
  24. a b Thorne (2012), S. 392.
  25. a b Henrike Rossbach: Eminem, Prince und der Zwölfte September. In: faz.de. 2. November 2004, abgerufen am 19. September 2022.
  26. Cinnamon Girl by Prince. In: songfacts.com. 2025, abgerufen am 7. Juli 2025 (englisch).
  27. a b Uptown (2004), S. 447.
  28. Clerc (2022), S. 434.
  29. Tora Borealis: 243: The Marrying Kind. In: 500princesongs.com. 19. September 2017, abgerufen am 6. April 2023 (englisch).
  30. Tora Borealis: 330: If Eye Was the Man in Ur Life. In: 500princesongs.com. 14. Februar 2017, abgerufen am 6. April 2023 (englisch).
  31. Jonathan Fischer: Jehova hin, Prince her. In: Die Zeit, Nr. 22/2004
  32. Lizie (2020), S. 230.
  33. Prince im violetten Dreierpack. In: dervinylist.com. 6. Februar 2019, abgerufen am 19. September 2022.
  34. a b Lizie (2020), S. 231.
  35. United States of Division. In: princevault.com. 7. April 2024, abgerufen am 8. April 2024 (englisch).
  36. Silver Tongue. In: princevault.com. 26. Mai 2024, abgerufen am 26. Mai 2024 (englisch).
  37. Uptown (2004), S. 290.
  38. a b c K. Nicole Mills: Sanaa Hamri: The Director Behind Some of Prince’s Most Prolific Music Videos. In: hollywoodsblackrenaissance.com. 22. April 2016, abgerufen am 19. September 2022 (englisch).
  39. Draper (2016), S. 168.
  40. Das Omen – 666 Filmtipp. In: film.tv. 2006, abgerufen am 19. September 2022.
  41. A Million Days. In: princevault.com. 20. August 2022, abgerufen am 19. September 2022 (englisch).
  42. Corn (2018), S. 114.
  43. Prince auf Cover.Info
  44. https://secondhandsongs.com/artist/437 Prince] auf SecondHandSongs
  45. Prince auf WhoSampled
  46. Thorne (2012), S. 393.
  47. Brown (2010), S. 1.
  48. a b c Ro (2011), S. 341.
  49. a b Ro (2011), S. 333.
  50. One-Off Performance 7 May 2004 (a.m.). In: princevault.com. 4. September 2020, abgerufen am 19. September 2022 (englisch).
  51. One-Off Performance 4 June 2004 (a.m.). In: princevault.com. 4. September 2020, abgerufen am 19. September 2022 (englisch).
  52. One-Off Performance 6 June 2004 (a.m.). In: princevault.com. 4. September 2020, abgerufen am 19. September 2022 (englisch).
  53. One-Off Performance 12 June 2004 (a.m.). In: princevault.com. 20. Dezember 2016, abgerufen am 19. September 2022 (englisch).
  54. One-Off Performance 19 June 2004 (a.m.). In: princevault.com. 27. April 2022, abgerufen am 19. September 2022 (englisch).
  55. One-Off Performance 25 July 2004 (a.m.). In: princevault.com. 30. Januar 2022, abgerufen am 19. September 2022 (englisch).
  56. a b Prince – Musicology. In: albumoftheyear.org. 2026, abgerufen am 12. Januar 2026 (englisch).
  57. a b Stephen Thomas Erlewine: Musicology Review by Stephen Thomas Erlewine. In: allmusic.com. 2025, abgerufen am 25. Februar 2025 (englisch).
  58. a b Dominique Leone: Musicology – Prince 2004. In: pitchfork.com. 28. April 2004, abgerufen am 4. April 2023 (englisch).
  59. a b Anthony DeCurtis: Musicology – Prince. In: princetext.tripod.com. 29. April 2004, abgerufen am 4. April 2023 (englisch).
  60. a b Andreas Borcholte: Prince – Musicology. In: spiegel.de. 19. April 2004, abgerufen am 4. April 2023.
  61. a b Tim Perlich: Musicology – Prince (NPG/Sony) Rating: NN. In: nowtoronto.com. 21. April 2004, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 16. Januar 2005; abgerufen am 4. April 2023 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nowtoronto.com
  62. Hahn (2016), S. 337.
  63. Hahn (2016), S. 343.
  64. Prince. In: offiziellecharts.de. Abgerufen am 21. April 2024.
  65. Prince. In: austriancharts.at. Abgerufen am 21. April 2024.
  66. Prince. In: hitparade.ch. Abgerufen am 21. April 2024.
  67. Prince. In: officialcharts.com. Abgerufen am 21. April 2024 (englisch).
  68. Prince – Chart History. In: billboard.com. Abgerufen am 21. April 2024 (englisch).
  69. Top US Billboard 200 Albums – Year-end 2004. In: bestsellingalbums.org. Abgerufen am 9. August 2024 (englisch).
  70. Jahreschartquellen (2004): DE CH
  71. Chartquellen: DE AT CH UK US
  72. a b c d e Awards and nominations. In: princevault.com. 16. Februar 2024, abgerufen am 5. Dezember 2024 (englisch).
  73. Billboard Staff: 2004 Billboard Backstage Pass Awards Winners. In: billboard.com. 5. November 2004, abgerufen am 5. Dezember 2024 (englisch).
  74. Fryderyk: Najlepszy Album Zagraniczny. In: fryderyki.pl. 2022, abgerufen am 5. Dezember 2024 (polnisch).