Crystal Ball (Prince-Album)
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| Studioalbum von Prince | ||||
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Veröffent- |
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Aufnahme |
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| Label(s) | NPG Records | |||
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Format(e) |
Download, Dreifachalbum auf CD | |||
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Contemporary R&B, Funk, Pop, Rock, Soul | ||||
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Titel (Anzahl) |
30 | |||
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2:29:26 | ||||
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Besetzung |
s. Mitwirkende | |||
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Prince | ||||
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Studio(s) |
Galpin Blvd Home Studio (Chanhassen) | |||
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Crystal Ball (englisch für Glaskugel) ist das 20. Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Prince, der alle Songs arrangierte, komponierte und produzierte. Es erschien am 29. Januar 1998 als CD-Dreifachalbum bei seinem eigenen Musiklabel NPG Records und ist sein viertes Album, das er unter seinem unaussprechbaren Symbol als Pseudonym veröffentlichte. Zunächst war Crystal Ball ausschließlich telefonisch per Mailorder oder über seine damalige Website in einem Boxset mit seinem 21. Studioalbum The Truth und der Bonus-CD Kamasutra erhältlich. Ende Februar 1998 erschien Crystal Ball zusammen mit The Truth, jedoch ohne Kamasutra, als Vierfachalbum, das nach Prince’ Tod im Jahr 2016 auch als Download veröffentlicht wurde.
Das Dreifachalbum enthält 30 Songs, die Prince zwischen 1983 und 1996 aufnahm. Die Musik ist den Genres Contemporary R&B, Funk, Pop, Rock und Soul zuzuordnen; die Liedtexte behandeln überwiegend Liebe, Sex und zwischenmenschlichen Beziehungen.
Als Gäste wirken Carmen Electra, Clare Fischer, Jill Jones, Mayte Garcia, Morris Day, Nona Gaye, Shock G, Susannah Melvoin und Wendy Melvoin sowie ehemalige Mitglieder von The New Power Generation mit. Prince’ frühere Begleitband The Revolution ist auf dem Album nicht beteiligt.
Musikkritiker bewerteten Crystal Ball überwiegend positiv, merkten jedoch an, Prince hätte stärkere Songs auswählen können. Nennenswerte Musikpromotion betrieb er nicht. Nach eigenen Angaben verkaufte sich das Album weltweit 250.000 Mal, wobei er 80 % bis 95 % der Gewinne behielt, anstatt der damals üblichen 20 % bei Warner Bros. Records. Eine Tournee zum Album absolvierte Prince nicht.
Entstehung
Prince stand seit 1977 bei Warner Bros. Records unter Vertrag, geriet jedoch 1993 mit dem Major-Label in einen Streit und nahm infolgedessen ein unaussprechbares Symbol als Pseudonym an. Anlässlich der Veröffentlichung seines Albums Emancipation Ende November 1996 kündigte er im Booklet ein „3-CD-Set aus zuvor bootlegged-Material“ mit dem Titel Crystal Ball an.[1] Anfang 1997 grenzte sich Prince trotz laufenden Vertrags erstmals von der Schallplattenindustrie ab und vertrieb als einer der ersten etablierten Künstler ein Album über das Internet.
Im Mai 1997 konnte Crystal Ball über Prince’ damalige Website sowie per Mailorder über die eigens eingerichtete Freephone-Nummer „1-800-New-Funk“ vorbestellt werden. Die zunächst angekündigte Auslieferung innerhalb eines Monats erfolgte jedoch nicht. Im Juli 1997 stellte Prince eine Veröffentlichung zu Weihnachten desselben Jahres in Aussicht, auch dieser Termin wurde nicht eingehalten. Im August kündigte er an, das Album erst nach Eingang von 100.000 Vorbestellungen zu veröffentlichen. In dieser Zeit äußerte er sich in Interviews begeistert über das Internet als unmittelbaren Vertriebsweg. Nach seinen Angaben lagen im Oktober 1997 schließlich 84.000 Vorbestellungen vor; ausgeliefert wurde Crystal Ball Ende Januar 1998.[2]
Die Vorbestellung per Mailorder verlief jedoch teilweise problematisch. Neben wiederholten Verschiebungen und spärlichen Informationen zum Veröffentlichungstermin von Crystal Ball gab es Beschwerden über den Service der Hotline „1-800-New-Funk“; Vorbestellungen gingen verloren oder wurden doppelt erfasst. Als schließlich bekannt wurde, dass Crystal Ball auch offiziell im Einzelhandel erscheinen würde, zeigten sich mehrere Kunden verärgert, da zuvor ein exklusiver Vertrieb über Prince’ Website und per Mailorder angekündigt worden war. Ab Februar 1998 war das Album in Filialen von US-Unternehmen wie Best Buy, Blockbuster Music und der The Musicland Group Inc. erhältlich,[2] allerdings als Vierfachalbum ohne die CD Kamasutra, dafür jedoch mit einem Booklet. Somit war Crystal Ball im Einzelhandel bereits verfügbar, während viele Kunden noch auf die Auslieferung ihrer Vorbestellungen warteten. Zudem wurde das Vierfachalbum dort günstiger angeboten als zum Mailorderpreis von 60,50 US-Dollar inklusive Versandkosten (damals etwa 105 DM), was mehrere Kunden zur Stornierung ihrer Vorbestellungen veranlasste.[2][3]
Auf Crystal Ball platzierte Prince insgesamt 30 Songs, davon 25 Studioversionen und fünf Remixe von zuvor veröffentlichten Stücken. Einen Song nahm er bereits im Jahr 1983 auf, neun in den Jahren 1985 bis 1986 sowie 20 von 1993 bis 1996. Als repräsentativ für Prince’ damals rund 20-jährige Karriere gilt das Album jedoch kaum, da keine Aufnahmen mit The Revolution enthalten sind. Zwar kündigte Prince für das Jahr 1998 ein weiteres Album mit Namen Roadhouse Garden an, das er mit The Revolution aufgenommen hatte, veröffentlichte es letztendlich aber nicht.[2]
Disc I
- Crystal Ball
- Bereits 1986 nahm Prince ein Dreifachalbum mit dem Titel Crystal Ball auf, musste es jedoch auf Druck von Warner Bros. Records zu einem Doppelalbum kürzen und veröffentlichte es im März 1987 unter dem Titel Sign “☮” the Times. Das über zehn Minuten lange Titelstück spielte Prince am 17. April 1986 in seinem damaligen Heimstudio Galpin Blvd Home Studio in Chanhassen, Minnesota, ein.[4] Nach seinem Tod erschien im September 2020 eine auf etwa dreieinhalb Minuten gekürzte Fassung auf dem Album Sign o’ the Times Super Deluxe.
- Dream Factory
- Am 30. November 1985 nahm Prince den Song im Tonstudio Washington Avenue Warehouse in Eden Prairie, Minnesota, auf. Das Stück war als Titeltrack für ein gleichnamiges Album vorgesehen, dessen Veröffentlichung für Juli 1986 geplant war, jedoch nicht erfolgte.[5] Postum erschien Dream Factory 2018 auf dem Album Anthology: 1995–2010.
- Acknowledge Me
- Den Song nahm Prince im Oktober 1993 in seinem Paisley Park Studio in Chanhassen, Minnesota, auf. Ursprünglich war das Stück für sein Album The Gold Experience vorgesehen, das im September 1995 erschien, wurde jedoch zugunsten von P. Control von der Tracklist gestrichen.[6][7]
- Ripopgodazippa
- Am 10. Oktober 1993 nahm Prince im Paisley Park Studio auch dieses Stück auf, das ebenfalls zunächst für The Gold Experience vorgesehen war, später jedoch entfernt wurde.[7] Stattdessen ist der Song ausschnittsweise im September 1995 veröffentlichten Film Showgirls zu hören; auf dem zugehörigen Soundtrack ist er nicht enthalten.
- Love Sign (Shock G’s Silky Remix)
- Der Track ist ein Remix des Songs Love Sign, den Prince Anfang 1994 gemeinsam mit Nona Gaye im Paisley Park Studio aufnahm und im August 1994 auf dem Sampler 1-800 New Funk über sein eigenes Label NPG Records veröffentlichte. Der Remix entstand im Frühjahr 1994 unter der Leitung von Shock G,[8] Gründer der Hip-Hop-Gruppe Digital Underground. Love Sign ist der einzige Song, bei dem Prince die Autorschaft offiziell mit Nona Gaye teilt, obwohl sie mit We March (1995) und Girl 6 (1996) an zwei weiteren Stücken beteiligt war.
- Hide the Bone
- Am 10. November 1993 nahm Prince gemeinsam mit The New Power Generation den Song im Studio Guillaume Tell in Suresnes, Frankreich, auf.[9] Der Liedtext stammt unter anderem von der Soulsängerin Brenda Lee Eager (* 8. August 1947), die Prince über Mavis Staples kennenlernte. Staples ist mit Eager befreundet und arbeitete seit 1990 mehrfach mit Prince zusammen.
- 2morrow
- Im November 1996 nahm Prince das Stück im Paisley Park Studio auf. In einem damaligen Interview erklärte er, es handle sich um den einzigen Song, den er nach Fertigstellung von Emancipation aufgenommen habe, da ihn seine damalige Ehefrau Mayte Garcia gebeten habe, weniger Musik zu produzieren. Bereits am 20. November 1996 wurde 2morrow erstmals im US-Radio gespielt.[10]
- So Dark
- Movie Star
- Am 14. März 1986 nahm Prince den Song im Galpin Blvd Home Studio auf und platzierte ihn auf dem geplanten Album Dream Factory. Zwar notierte er in den Liner Notes von Crystal Ball, dass er das Stück für The Time geschrieben habe, doch bestand die Band zum Zeitpunkt der Aufnahme nicht. Zudem findet sich dort der Hinweis „D’Angelo’s favorite Bootleg“.[6][12]
- Tell Me How U Wanna B Done
- Der Song ist im Kern ein Remix der Aufnahme The Continental, die Prince im Januar 1992 gemeinsam mit Carmen Electra im Paisley Park Studio einspielte und im Oktober 1992 auf seinem Album Love Symbol veröffentlichte. Der Remix wurde 1994 von Kirk Johnson erstellt. Laut den Liner Notes von Crystal Ball „belohnte“ Prince Johnson dafür, dass dieser die Rolle des Produzenten für das Album Emancipation übernahm. Zudem teilte Prince mit, das Musikvideo zu Tell Me How U Wanna B Done sei „nach Freigabe von Carmens Gewissen verfügbar“.[6] Da ein entsprechendes Video nie veröffentlicht wurde, ist bis heute (2026) unklar, ob es überhaupt produziert wurde.
Disc II
- Interactive
- Anfang Juni 1993 nahm Prince den Song im Paisley Park Studio auf und platzierte ihn zunächst auf Come und anschließend auf The Gold Experience, ersetzte ihn jedoch durch Endorphinmachine, da er der Ansicht war, die beiden Songs harmonierten nicht miteinander. Am 7. Juni 1994, seinem 36. Geburtstag, veröffentlichte Prince Interactive bereits als Audio-Track auf der gleichnamigen CD-ROM, allerdings in einer kürzeren Version als der auf Crystal Ball enthaltenen.[6]
- Da Bang
- Die Aufnahme entstand vermutlich im Frühjahr 1995. Gemäß den Liner Notes hatte sich Prince in Los Angeles, Kalifornien, „gelangweilt“ und den Song innerhalb eines Tages aufgenommen, ohne das Aufnahmestudio zu benennen. Anschließend sei er „in einer Limousine umhergefahren“ und habe Da Bang „32 Mal gehört“.[6] Mitte 1995 platzierte er den Song auf dem unveröffentlichten Album Playtime by Versace.
- Calhoun Square
- Den Track nahm Prince am 15. Juni 1993 im Paisley Park Studio auf; Calhoun Square war für kein bestimmtes Album vorgesehen.[6] Postum erschien das Stück 2019 als B-Seite der limitierten Vinyl-Single Rock ‘N’ Roll Is Alive! (And It Lives In Minneapolis), die am 5. April veröffentlicht wurde.
- What’s My Name
- Mitte Mai 1993, rund zwei Wochen vor der Bekanntgabe seiner Namensänderung am 7. Juni, nahm Prince What’s My Name im Paisley Park Studio auf. Ob der Song für ein bestimmtes Album vorgesehen war, ist nicht bekannt. In den Liner Notes schrieb er: „Nachdem es immer mehr Lutscher mit dem Namen Prince gab, kam das Original mit diesem hier.“[6]
- Crucial
- Am 13. September 1986 nahm Prince das Stück im Galpin Blvd Home Studio in Chanhassen, Minnesota, auf und platzierte es ursprünglich auf Sign “☮” the Times,[13] ersetzte es jedoch später durch Adore.[6] 2018 wurde Crucial postum auf Anthology: 1995–2010 veröffentlicht. Eine um etwa eine Minute längere Version, arrangiert von Clare Fischer und mit Saxofonist Eric Leeds, erschien im September 2020 auf Sign o’ the Times Super Deluxe.
- An Honest Man
- Das Stück nahm Prince am 5. November 1985 im mobilen Tonstudio Pumacrest Mobile Recording Unit in Nizza auf, während der Dreharbeiten zu seinem Film Under the Cherry Moon – Unter dem Kirschmond (1986) in Frankreich.[14] Zwei Wochen später überarbeitete er den Song im Washington Avenue Warehouse in Eden Prairie, Minnesota.[5] Die veröffentlichte Version ist eine gekürzte A-cappella-Fassung; im Film ist eine Instrumentalversion in voller Länge zu hören.
- Sexual Suicide
- Den Track nahm Prince am 10. und 11. August 1985 im Washington Avenue Warehouse auf und platzierte ihn auf dem unveröffentlichten Album Dream Factory. In den Liner Notes von Crystal Ball gab Prince an, Sheila E. habe ihm den Drumbeat gezeigt; eine Nennung als Co-Autorin erfolgte jedoch nicht.[6][15]
- Cloreen Bacon Skin
- Während einer zweitägigen Pause seiner 1999-Tour nahm Prince am 27. März 1983 Cloreen Bacon Skin im Sunset Sound Studio in Los Angeles auf.[16] In den Liner Notes bezeichnete er den Song als „am meisten erklärungsbedürftig“ und gab an, ihn für das zweite Studioalbum What Time Is It? von The Time geschrieben zu haben. Diese Angabe ist jedoch unzutreffend, da das Album bereits im August 1982 erschienen war.[6]
- Good Love
- Der Song entstand am 30. Oktober 1986 im Sunset Sound Studio in Los Angeles.[17] Prince schrieb ihn während einer Phase musikalischer Neuorientierung, nachdem er zwei Wochen zuvor The Revolution aufgelöst hatte. In den Liner Notes beschrieb er sich dennoch als „glücklich und sehr optimistisch“ hinsichtlich seiner musikalischen Möglichkeiten mit einer neuen Musikerbesetzung, zu der auch Sheila E. gehörte.[6] Im November 1986 war Good Love zunächst für Camille und anschließend für Crystal Ball vorgesehen; beide Alben blieben jedoch unveröffentlicht.[18] Stattdessen erschien der Song 1988 auf dem Soundtrack zum Film Bright Lights, Big City, wobei diese Version 16 Sekunden länger ist als die Fassung auf Crystal Ball. Good Love wurde unter drei verschiedenen Pseudonymen veröffentlicht: 1986 als „Camille“, 1988 als „Prince“ und 1998 als „Symbol“.
- Strays of the World
- Das Stück nahm Prince Mitte Mai 1993 im Paisley Park Studio auf, zeitgleich mit What’s My Name.[19] Strays of the World war ursprünglich für ein Broadway-Musical vorgesehen. In den Liner Notes schrieb Prince in der dritten Person, er habe sich mit potenziellen Mitarbeitern getroffen, um Musicalideen zu entwickeln; dabei seien regelmäßig „komplexe, introspektive Songs“ entstanden.[6] Später platzierte er das Stück auf Come, strich es jedoch erneut von der Tracklist.[6] 2018 erschien Strays of the World auf Anthology: 1995–2010.
Disc III
- Days of Wild
- Am 18. Januar 1994 spielte Prince den Track im Paisley Park Studio in einer Studioversion ein.[20][21] Der Titel war zunächst für das Album The Gold Experience vorgesehen, wurde jedoch vor Veröffentlichung von der Tracklist entfernt. Als Begründung erklärte seine damalige Ehefrau Mayte Garcia, Prince habe für den Song „andere Pläne“ gehabt, was sie jedoch nicht konkretisierte. Die Studioversion ist bis heute (2026) unveröffentlicht. Die auf Crystal Ball enthaltene Liveversion stammt von einem Konzert am 9. Dezember 1995 im Paisley Park Studio. Laut den Liner Notes galt diese Aufnahme als „Lieblingsversion“ der damaligen Mitglieder von The New Power Generation.[6]
- Last Heart
- Den Song nahm Prince am 12. Januar 1986 im Sunset Sound Studio in Los Angeles auf.[22] Ursprünglich war er für das Projekt Dream Factory vorgesehen. Er entstand zunächst lediglich als Demoaufnahme; Prince habe stets beabsichtigt, das Stück neu aufzunehmen, sei jedoch nie dazu gekommen, wie er in den Liner Notes von Crystal Ball schrieb.[6]
- Poom Poom
- Das Stück spielte Prince vermutlich im Frühjahr 1995 im Paisley Park Studio ein und ließ es am 25. August 1995 urheberrechtlich schützen. Eine Albumzuordnung war nicht vorgesehen, wie er in den Liner Notes vermerkte.[6]
- She Gave Her Angels
- Den Track nahm Prince vermutlich Anfang 1996 im Paisley Park Studio auf. Das Stück war für ein Album mit dem Arbeitstitel Happy Tears bestimmt, das anlässlich der Schwangerschaft von Mayte Garcia in einer Pressemitteilung vom 1. April 1996 „als Geschenk an ihr neugeborenes Kind“ angekündigt wurde. Happy Tears war als Multimedia-Projekt konzipiert und sollte aus einer CD mit mindestens acht Titeln, einem Kinderbuch sowie einer Vorlesekassette bestehen. Nach Schwangerschaftskomplikationen Garcias und dem Tod des Sohnes eine Woche nach seiner Geburt am 23. Oktober 1996 am Pfeiffer-Syndrom Typ 2 stellte Prince das Projekt ein. Fünf Tage später trat er am 28. Oktober 1996 in der Sendung Muppets Tonight auf und spielte unter anderem She Gave Her Angels. Die Ausstrahlung erfolgte erst am 4. Mai 1997 in Spanien und am 13. September 1997 in den Vereinigten Staaten.[23]
- 18 & Over
- Im Sommer 1994 erstellte Prince eine Remixversion des Songs Come, den er ursprünglich am 2. Januar 1993 im Paisley Park Studio aufgenommen hatte. Aus diesem Remix entwickelte er im Mai 1995 den Track 18 & Over, der zunächst auf der Extended Play Come EP enthalten war. 1995 erschien 18 & Over zudem auf dem Album Playtime by Versace; weder die EP noch das Album wurden jedoch offiziell veröffentlicht.
- The Ride
- Den Song nahm Prince am 14. Juni 1993 im Paisley Park Studio auf. Obwohl das Stück ausschließlich als Liveversion existiert, veröffentlichte er es bereits am 6. März 1995 auf den Videoalben The Sacrifice of Victor und The Undertaker (beide VHS), jeweils in anderen Fassungen als auf Crystal Ball. Die auf Crystal Ball enthaltene Version stammt von einem Konzert am 29. Oktober 1995 im Paisley Park Studio. In den Liner Notes bezeichnete Prince diese Aufnahme als „nicht unbedingt die beste“, betonte jedoch, dass Overdubs und Live-Atmosphäre sie ausglichen. Die auf The Sacrifice of Victor enthaltene Version sei „fesselnder“, da „ihre Inspiration beim Konzert anwesend war“. Wen er damit meinte, ließ Prince offen und merkte lediglich an: „Sie weiß, wer sie ist!“[6] Im August 2003 veröffentlichte er The Ride erneut in einer Liveversion von 2002 als Bonustrack auf der DVD Live at the Aladdin Las Vegas.
- Get Loose
- Der Track ist ein Remix des Songs Loose!, den Prince am 4. März 1993 im Paisley Park Studio aufnahm und im August 1994 auf seinem Album Come veröffentlichte. Die Remixfassung entstand vermutlich Anfang 1994 und ist auch unter dem Titel (Lemme See Your Body) Get Loose! bekannt.
- P. Control (Remix)
- Die Originalversion von P. Control nahm Prince am 25. Juli 1994 im Paisley Park Studio auf; sie erschien auf The Gold Experience. Die Remixversion entstand Ende 1994 oder Anfang 1995.[24] Eine gekürzte Fassung veröffentlichte er bereits im Juli 1995 unter dem Titel Pussy Control (Club Mix) (Edit) auf dem Album The Versace Experience (Prelude 2 Gold).
- Make Your Mama Happy
- Nachdem Prince das Album Fresh (1973) von Sly & the Family Stone gehört hatte, nahm er am 7. August 1986 den Song Make Your Mama Happy im Galpin Blvd Home Studio in Chanhassen, Minnesota, auf. Laut eigener Aussage wollte er mit dem Stück seiner damaligen Verlobten Susannah Melvoin demonstrieren, dass „Mpls was in the house“ sei.[6][25]
- Goodbye
- Das Stück nahm Prince ursprünglich unter dem Titel (Excuse Me Is This) Goodbye vermutlich 1994 im Paisley Park Studio auf. Im Dezember desselben Jahres fügte Clare Fischer Orchesterarrangements hinzu; 1995 überarbeitete Prince das Stück erneut. Zunächst war es für das Album Emancipation vorgesehen, wurde von ihm jedoch durch The Holy River ersetzt, wie er in den Liner Notes von Crystal Ball angibt.[6]
Gestaltung des Covers
Das Fünffachalbum erschien in einem durchsichtigen, runden Kunststoffgehäuse im CD-Format, jedoch ohne Booklet und ohne Tracklist. Ein Booklet einschließlich Tracklist konnte Ende der 1990er Jahre über eine entsprechende Prince-Website online abgerufen werden. Zwar wurde diese Website nach seinem Tod reaktiviert und ist weiterhin einsehbar, ein Download ist jedoch technisch nicht mehr möglich.[26]
Erst die als Vierfachalbum veröffentlichte Version von Crystal Ball war mit einem Booklet ausgestattet. Auf 20 Seiten verfasste Prince Anmerkungen zu allen 30 Songs in den Liner Notes, wobei er häufig in der dritten Person über sich selbst schrieb.[6] Die Liedtexte sind darin ebenfalls nicht enthalten und konnten ausschließlich über die entsprechende Prince-Website heruntergeladen werden.
Der Artdirector Steve Parke (* 1963) war für die Verpackung sowie die Gestaltung des Booklets verantwortlich. Ursprünglich plante er ein grundlegend anderes Konzept: Vorgesehen war eine aufklappbare Kristallkugel mit eingehängten CDs. Zudem sollte die Veröffentlichung zugleich den Eindruck einer Raubkopie vermitteln und dennoch als hochwertiges Sammlerstück wirken. Im Zuge von Verhandlungen über einen Vertrieb mit Best Buy machte das Unternehmen jedoch verbindliche Vorgaben zur Verpackung, die das ursprüngliche Konzept verhinderten. Die schließlich realisierte Version bezeichnete Parke als „Weg des geringsten Widerstands“, entsprach jedoch nicht seinen ursprünglichen Vorstellungen.[27]
Musik und Liedtexte
Die Musik ist den Genres Contemporary R&B, Funk, Pop, Rock und Soul zuzuordnen; einzelne Songs zeigen zudem Einflüsse aus Blues, Hip-Hop und Reggae.[2] Die Liedtexte behandeln überwiegend Liebe, Sex und zwischenmenschliche Beziehungen. Gesanglich nutzt Prince neben seinem charakteristischen Falsett auch tiefere Stimmlagen.
Disc I
- Crystal Ball
- Das knapp elf Minuten lange Titelstück vereint Elemente aus Funk, Pop und Rock. Die Komposition weist eine komplexe, episodische Struktur auf. In den ersten eineinhalb Minuten sind ausschließlich synthetische Klangflächen und ein Drumbeat zu hören, bevor Prince mit dem Gesang einsetzt. Ursprünglich erwog er einen scherzhaften Effekt, indem er die Einleitung nur auf dem linken Kanal platzieren wollte, um einen Defekt der Stereoanlage zu simulieren; diese Idee verwarf er jedoch. Anschließend führt Prince eine einfache viernotige Synthesizer-Bass-Figur ein, die den Großteil des Stücks durchzieht. Die Instrumentierung wird schrittweise um Schlagzeug, Keyboard und Rhythmusgitarre erweitert. Zudem steuerte Clare Fischer punktuelle Streicherarrangements bei, die teilweise wieder entfernt oder dezent im Hintergrund belassen wurden. Nach etwa fünf Minuten setzt ein neues Segment ein, das sich auf Marimba und Gitarre konzentriert, während der Synthesizer-Bass weiterhin das harmonische Fundament bildet. Nach Bass- und Gitarrensoli steigert sich das Stück zu einem Crescendo, bei dem Fischers Streicher dominieren. Nach einem markanten Schlagzeugpart kehrt der Song zum Anfangsthema zurück. Prince nahm das Stück am 17. April 1986 auf, zwei Tage nach der Operation El Dorado Canyon, was sich im Liedtext widerspiegelt. Darin artikuliert er Ängste vor einem möglichen Krieg und beschreibt eine Welt im Ausnahmezustand, in der „Hass voranschreitet“ und Bomben explodieren. Als Gegenentwurf propagiert er ungezügelten Hedonismus als Reaktion auf die Angst vor dem Tod. Wiederholt fragt er seine Partnerin, ob sie jemals eine Kristallkugel besessen habe, um die Zukunft vorherzusehen. Eine weitere Textzeile – „Mein Baby malt Bilder von Sex …“ – bezieht sich auf ein Wandgemälde mit zwei nackten Nymphen, das seine damalige Verlobte Susannah Melvoin in einem an sein Tonstudio angrenzenden Raum angebracht hatte. Prince trägt den Text mittels Pitch-Shifting vor, wodurch seine Stimme beschleunigt wirkt; Melvoin ist in den Backing Vocals zu hören. In den Liner Notes erklärte Prince, er habe den Song „in einer Deepbluefunk-Depression“ geschrieben, als er über seine Zukunft in einer zunehmend kommerzialisierten Musikindustrie nachdachte. Sein Trost sei die fortwährende Suche nach einer Seelenverwandten gewesen.[6][28][29]
- Dream Factory
- Der dem Funk- und Pop-Genre zuzuordnende Song wurde von Prince vollständig selbst eingespielt. Das Stück war offenbar als Einleitung eines größeren Werks konzipiert, weniger als eigenständige Single. Zurückhaltend gesungene Strophen kontrastieren mit einem lauteren, gemeinschaftlich interpretierten Refrain, der von Lisa Coleman, Susannah Melvoin, Wendy Melvoin und Prince gesungen wird. Gesanglich wechselt Prince zwischen normaler Stimmlage und beschleunigtem Stil. Der Liedtext handelt von einer Person, die sich „nach einer kurzen Erfolgsphase in einem Nebel aus Wein, Frauen und Pillen verlor“, wie Prince in den Liner Notes schrieb, wobei er ausdrücklich betonte, dass es sich nicht um ihn selbst handele. Gemeint ist Paul Peterson (* 18. Oktober 1964), der unter dem Namen „St. Paul“ Leadsänger des Projekts The Family war und die Band 1985 verließ. Eine Textzeile lautet: „Nimm es nicht zu ernst, es ist nur ein Traum. Vergiss deine Freunde nicht, sie sind alles, was du hast.“[6][30]
- Acknowledge Me
- Der ebenfalls Funk- und Pop-Elemente enthaltende Song beginnt mit einem Schrei von Prince’ ehemaliger Backgroundsängerin Boni Boyer (* 28. Juli 1958; † 4. Dezember 1996), den er seinem unveröffentlichten Stück The Line (1987) entnahm. Acknowledge Me zeichnet sich durch einen prägnanten Refrain mit markanter Synthesizer-Hookline aus, während der Beat hart und metallisch klingt. Im Liedtext begehrt Prince eine Frau, die sich auf ihn nicht endgültig einlässt, und fragt, wie sie sich anderen Männern sexuell hingeben kann, obwohl sie gedanklich bei ihm ist. Gegen Ende integriert Prince eine verlangsamt gesprochene Zeile aus dem Song All My Dreams (1985),[6][30] der erst 2020 auf Sign o’ the Times Super Deluxe veröffentlicht wurde.
- Ripopgodazippa
- Nach Blue Light (1992) aus dem Album Love Symbol ist Ripopgodazippa Prince’ zweiter Reggae-Song. Das Stück ist ruhig und gleichförmig angelegt und verzichtet weitgehend auf melodische Variationen sowie einen klaren Refrain. Erst im Schlussabschnitt sorgen Keyboard- und Horn-Motive sowie ein Klarinettensolo, gespielt vom Blechbläserquintett Hornheads, für Abwechslung. Der Liedtext ist sexuell explizit und enthält deutliche Anspielungen auf Deepthroating und Oralverkehr. Zudem erwähnt Prince, dass während der beschriebenen Szene das Album Precious (1992) von Chanté Moore (* 17. Februar 1962) lief, die später auch an Emancipation (1996) mitwirkte. Die Formulierung „flick of the pink plush“ verwendete Prince bereits 1994 im Song Space.[6][10]
- Love Sign (Shock G’s Silky Remix)
- Der von Shock G produzierte Remix verwendet durchgehend eine gesampelte Synthesizer-Linie aus D.M.S.R. (1982). Das Scratching stammt von DJ Fuze (* 1970), ebenfalls Mitglied von Digital Underground. Im Vergleich zur Originalversion weist der Remix einen entspannteren Groove auf. Der Liedtext enthält eine explizite Anti-Gewalt-Botschaft, die Prince im Refrain formuliert. In den Backing Vocals ist Nona Gaye zu hören.[23]
- Hide the Bone
- Der Funk-Track zeichnet sich durch ein markantes Rhythmusgitarren-Lick, einen wuchtigen E-Bass und dominante Drums aus. Prince’ Gesang ist intensiv und expressiv. In den Liner Notes kommentierte er ironisch: „Gitarre und Gesang von yo mama!“ Der Liedtext thematisiert sexuelle Begierde und Kontrollverlust. Verfasst wurde er von Brenda Lee Eager und Hilliard Wilson, die auch an Somebody’s Somebody (1996) von Emancipation beteiligt waren.[10]
- 2morrow
- Der Song kombiniert Funk mit subtilen jazzigen Blasinstrumenten um eine fließende Basslinie. Er enthält ein wiederholtes Sample aus The Most Beautiful Girl in the World. Textlich beschreibt Prince eine intensive Liebesbeziehung, deren Konsequenzen ihm Angst bereiten. Gesanglich nutzt er sowohl seine natürliche Stimmlage als auch Falsett-Passagen und gesprochene Elemente.[10]
- So Dark
- Der Remix unterscheidet sich deutlich von der Originalversion Dark durch einen nahezu vollständig neuen Backing Track. Gesang und Bläser wurden beibehalten, jedoch durch differenzierteres Keyboardspiel ergänzt. Die neuen Elemente verstärken die melancholische Grundstimmung des Liedtexts, der von emotionalem Missbrauch und Trennung handelt.[23]
- Movie Star
- Der Funk-/Pop-Song enthält im Intro eine dezente Einspielung von Jam of the Year (1996). Musikalisch wechselt das Stück zwischen funkbetonten Rhythmusgitarren-Passagen und hochtonigen Synthesizer-Segmenten. Textlich parodiert Prince die Filmindustrie und schildert ironisch eine gescheiterte Verführungsszene.[30]
- Tell Me How U Wanna B Done
- Der Funk- und Dance-Track ist als Weiterentwicklung von The Continental (1992) konzipiert, weist jedoch einen härteren Beat auf. Das Scratching stammt von William „DJ“ Graves. Die von Kirk Johnson neu abgemischte Version erschien bereits 1995 als Bestandteil von Kirk J’s B Sides Remix. Im Liedtext fragt Prince explizit nach sexuellen Präferenzen, die Carmen Electra in Form von Sprechgesang beantwortet.[23]
Disc II
- Interactive
- Der Opener der zweiten Disc ist dem Genre Rockmusik zuzuordnen und basiert auf einem unisono gespielten E-Bass- und Keyboard-Riff. Ein zweiter Abschnitt verlagert den Fokus auf Prince’ Gitarrenspiel. Das Keyboard wiederholt zudem eine einzelne Note, die an ein Morsezeichen erinnert und Spannung erzeugt. Prince’ Gesang wirkt leidenschaftlich, der Liedtext setzt das Liebesspiel in Beziehung zu einem interaktiven Videospiel. Die Albumversion liegt in voller Länge vor, während die 1994 auf CD-ROM veröffentlichte Fassung um 15 Sekunden gekürzt wurde.[31]
- Da Bang
- Der Song zeigt eine experimentelle, rockorientierte Seite von Prince. Das düstere, gitarrenbetonte Stück hätte stilistisch auch auf Chaos and Disorder (1996) gepasst. Da Bang wechselt zwischen ruhigeren Passagen mit repetitiver Gitarren-Phrase und schnelleren Abschnitten mit intensivem Gitarrenspiel. Textlich inszeniert sich Prince als Verführer; Teile des Gesangs sind durch Effekte verfremdet und klingen stellenweise wie unter Wasser.[23]
- Calhoun Square
- Das Stück ist dem Rock zuzuordnen und weist Blues-Einflüsse auf. Es basiert auf einem Bass- und Keyboard-Riff, das mit Passagen kontrastiert, in denen Prince’ Gitarrenspiel im Vordergrund steht. In den Liner Notes kommentierte er augenzwinkernd: „Guitar and Clav by yo grandma!“. Benannt ist der Song nach dem Einkaufszentrum Calhoun Square in Minneapolis, das Prince im Liedtext als toleranten und akzeptierenden Ort beschreibt.[6][10]
- What’s My Name
- Der düstere Funk-/Rock-Titel wechselt zwischen geflüsterten Passagen über reduzierter Bass- und Schlagzeugbegleitung und chaotischeren, energiegeladenen Abschnitten. Inhaltlich äußert Prince seine Frustration über Warner Bros., die ihn seiner Wahrnehmung nach zu einer Marke reduziert hätten. Aufgrund der teilweise sehr tief abgemischten Gesangsspur ist der Text stellenweise schwer verständlich.[31]
- Crucial
- Die gefühlvolle R&B-Pop-Ballade wurde von Prince vollständig selbst eingespielt. Der Liedtext beschwört eine bedingungslose, existenzielle Liebe, die „entscheidend“ sei. Gesanglich setzt Prince sein charakteristisches Falsett ein, unterstützt durch deutlich wahrnehmbaren Hall. 2020 erschien mit Crucial (Alternate Lyrics) eine leicht abweichende Version auf Sign o’ the Times Super Deluxe.[6][31]
- An Honest Man
- Das A-cappella-Stück wird aus der Perspektive der Filmfigur Christopher Tracy aus Under the Cherry Moon – Unter dem Kirschmond (1986) gesungen. Prince ließ sich dabei von der Schauspielerin Kristin Scott Thomas inspirieren. Inhaltlich vertritt der Song die Vorstellung, dass Liebe den Tod überdauert.[6][30]
- Sexual Suicide
- Der Funk-/Pop-Song basiert auf sparsamer Bass- und Schlagzeugbegleitung, ergänzt durch Saxophon-Parts von Eric Leeds, Gitarrensynthesizer-Fills und Streicherarrangements von Clare Fischer. Der im Falsett vorgetragene Text verwendet den Begriff des „sexuellen Selbstmords“ als Metapher für sexuelle Enthaltsamkeit. In den Backing Vocals sind Susannah und Wendy Melvoin zu hören.[6][30]
- Cloreen Bacon Skin
- Der spontan entstandene Funk-Track wird ausschließlich von Morris Day am Schlagzeug sowie Prince im Gesang und am E-Bass getragen, den er mit Handschuhen spielte. Der improvisierte Text ist humorvoll und bewusst grotesk überzeichnet. Laut Liner Notes diente der Song dazu, einen funkbetonten Rhythmus zu entwickeln, auf den Instrumente gelegt werden konnten. Prince beschrieb seine Stimme als „Alter-Ego-Stimme“; der gesamte Titel entstand vollständig improvisiert.[6][30]
- Good Love
- Der Funk-/Pop-Song zeichnet sich durch eine prägnante Keyboard-Phrase und den dominanten Einsatz eines Linn LM-1-Drumcomputers aus. Prince singt in seiner „Camille“-Stimme. Der Liedtext entwirft eine idealisierte, verspielte Fantasiewelt und enthält ein musikalisches Zitat aus der 3. Sinfonie von Gustav Mahler. In den Backing Vocals ist Jill Jones zu hören.[6][32]
- Strays of the World
- Die Rockballade ist durch mehrere formale Abschnitte und Tempowechsel gekennzeichnet. Nach einem instrumentalen Auftakt folgt ein Refrain mit der Titelzeile, der eine Variation des Anfangsmotivs aufgreift. Prince integriert zudem eine Bridge und ein schnelles Gitarrensolo. Der Liedtext ist spirituell geprägt und als inklusive Einladung in ein „Reich der Liebe“ formuliert. Am Ende haucht Prince das Wort „Come“.[31]
Disc III
- Days of Wild
- Der Funk-Song nutzt als Leitmotiv eine modifizierte Synthesizer-Linie, die an den Jazzstandard Caravan (1936) von Duke Ellington und Juan Tizol erinnert. Days of Wild beginnt mit den gesprochenen Sätzen „Willkommen in der Morgendämmerung. Sie haben gerade ‘The Wild Experience’ erreicht“ von Rain Ivana in der Rolle des NPG Operator, die sie bereits auf The Gold Experience (1995) verkörperte. Prince trägt anschließend den Text im Sprechgesang vor. Gesangssamples von Dietra Moses (alias Ninety 9/Poet 99) aus den unveröffentlichten Songs Burns 1 und The Mood for Love (1993) wiederholen sich als „hold on to your wigs“ und „diss me“. Prince kritisiert Drogenmissbrauch, Schusswaffengebrauch und abfällige Bemerkungen gegenüber Frauen und hebt hervor, dass Frauen respektvoll behandelt werden sollten.[10]
- Last Heart
- Der lebhafte Popsong enthält markantes Saxophonspiel von Eric Leeds. Textlich behandelt er untreue Geliebte: „Baby, wenn du mir noch einmal das Herz brichst, wird es das letzte Herz sein, das du je brechen wirst“. In den Backing Vocals ist Susannah Melvoin zu hören.[30]
- Poom Poom
- Der Funk-Track besitzt sowohl monotones Bassspiel als auch einen monotonen Groove, der von einem Drumcomputer erzeugt wird. Prince beschrieb ihn als „nur ein lustiger Song, um eine Frau zum Lachen zu bringen“. Der Refrain wiederholt „poom poom“, eine Metapher für Vagina.[6][10]
- She Gave Her Angels
- Der Song beginnt als ruhige Klavier-Pop-Ballade mit einem sich wiederholenden melodischen Thema und entwickelt sich nach zwei Dritteln zu einer kraftvollen Rocknummer mit Gitarrenmelodie. Der spirituelle Text basiert auf einem Erlebnis mit Mayte Garcia; Prince beschreibt, dass sie „ihre Engel ihrem Mann gab, weil niemand auf ihn aufpasste, bis sie zurückkam“.[6][23]
- 18 & Over
- Der Funk-Song mit Einflüssen von Hip-Hop besitzt einen Groove, der aus einem Bass-Part besteht, der mit einem Drumcomputer-Loop verbunden ist. Prince porträtiert sich selbst als „böser Junge“ und trägt einen anzüglichen Text im Sprechgesang vor, inklusive eines Samples, in dem eine Frau wiederholt „Come“ sagt. Die Zeile „18 und älter [18 & Over], ich möchte dich entbeinen“ wird mehrfach wiederholt.[10]
- The Ride
- Die gitarrenlastige Blues-Nummer besitzt einen für die Musikrichtung typischen 12-Takt. Der Text behandelt Sex und die Bereitschaft, die Geliebte zu befriedigen; Prince beschreibt sowohl langsames Vorgehen als auch mögliche Abkürzungen mit Zustimmung. Die Liveversion auf Crystal Ball stammt vom 29. Oktober 1995 im Paisley Park Studio mit Mitgliedern von The New Power Generation: Michael Bland, Morris Hayes, Sonny Thompson und Tommy Barbarella.[33]
- Get Loose
- Die Remixversion von Loose! aus dem Album Come (1994) besteht überwiegend aus Instrumentalmusik im Dance-Pop-Stil. Synthesizer-Linien erzeugen eine bedrohliche Atmosphäre, der Text besteht im Wesentlichen nur aus „let me see that body get loose!“. Am Ende schreit Prince „Motherfucker!“[23]
- P. Control (Remix)
- Der Funk-Song enthält Hip-Hop-Elemente. Der Buchstabe „P“ steht für „Pussy“. Der Text, im Sprechgesang vorgetragen, behandelt eine Frau namens „Pussy“, die alle Perspektiven ihres Lebens kontrolliert und ihre Sexualität als Machtinstrument einsetzt. Die Originalversion ist auf The Gold Experience enthalten.[23][34]
- Make Your Mama Happy
- Der aus dem Funk stammende Song erinnert mit den Bläserarrangements an ein von James Brown oder Sly & the Family Stone inspirierten Stück. Der Text thematisiert Erfolg, Optimismus und Bildung („wenn man einen Doktortitel gemacht hat, kann man einen BMW leisten“). Backing Vocals: Susannah Melvoin; Saxophon: Eric Leeds.[31]
- Goodbye
- Das Stück ist eine wehmütige R&B-Ballade, die Prince im Falsett singt. Die ausdrucksstarke Melodie steigert sich bis zum Refrain. Clare Fischer ergänzte Parts, die Romantik erzeugen. Textlich trauert Prince um das Ende einer Affäre und reflektiert, warum die Frau ihn verlassen hat; zuvor schien alles „wie üblich“ und er war „so sicher, wir würden für immer“ zusammen sein.[6][35]
Titelliste und Veröffentlichungen
| # | Titel | Dauer | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| CD-1/1 | Crystal Ball | 10:28 | |||||||
| CD-1/2 | Dream Factory | 3:07 | |||||||
| CD-1/3 | Acknowledge Me | 5:27 | |||||||
| CD-1/4 | Ripopgodazippa | 4:39 | |||||||
| CD-1/5 | Love Sign (Shock G’s Silky Remix) | 3:52 | |||||||
| CD-1/6 | Hide the Bone a | 5:03 | |||||||
| CD-1/7 | 2morrow | 4:13 | |||||||
| CD-1/8 | So Dark | 5:14 | |||||||
| CD-1/9 | Movie Star | 4:25 | |||||||
| CD-1/10 | Tell Me How U Wanna B Done (feat. Carmen Electra) | 3:15 | |||||||
| CD-2/1 | Interactive | 3:03 | |||||||
| CD-2/2 | Da Bang | 3:19 | |||||||
| CD-2/3 | Calhoun Square | 4:46 | |||||||
| CD-2/4 | What’s My Name | 3:03 | |||||||
| CD-2/5 | Crucial | 5:06 | |||||||
| CD-2/6 | An Honest Man | 1:13 | |||||||
| CD-2/7 | Sexual Suicide | 3:39 | |||||||
| CD-2/8 | Cloreen Bacon Skin | 15:37 | |||||||
| CD-2/9 | Good Love | 4:55 | |||||||
| CD-2/10 | Strays of the World | 5:07 | |||||||
| CD-3/1 | Days of Wild | 9:19 | |||||||
| CD-3/2 | Last Heart | 3:01 | |||||||
| CD-3/3 | Poom Poom | 4:32 | |||||||
| CD-3/4 | She Gave Her Angels | 3:52 | |||||||
| CD-3/5 | 18 & Over | 5:40 | |||||||
| CD-3/6 | The Ride | 5:13 | |||||||
| CD-3/7 | Get Loose | 3:31 | |||||||
| CD-3/8 | P. Control (Remix) | 5:59 | |||||||
| CD-3/9 | Make Your Mama Happy | 4:00 | |||||||
| CD-3/10 | Goodbye | 4:34 | |||||||
| Spieldauer: 149:26 Minuten | |||||||||
| Autor aller Songs ist Prince a Autor: Prince, Brenda Lee Eager und Hilliard Wilson | |||||||||
Crystal Ball wurde am 29. Januar 1998 als Dreifachalbum in Kombination mit den Alben The Truth und Kamasutra veröffentlicht. Das Fünffach-CD-Album erschien als Boxset, das ausschließlich per Mailorder oder über Prince’ damalige Website erhältlich war.[36]
Am 21. Februar 1998 brachte das US-Unternehmen Blockbuster Music das Boxset ohne die CD Kamasutra als Vierfachalbum heraus,[37] das im März 1998 auch von weiteren US-Unternehmen wie Best Buy angeboten wurde.[38]
Außerhalb der USA war das Vierfachalbum ausschließlich als Import erhältlich und erschien in einer weltweit auf 250.000 Exemplare limitierten Auflage, einschließlich der Vorbestellungen per Mailorder und über Prince’ Website.[23] Nach Prince’ Tod im Jahr 2016 erschienen Crystal Ball und The Truth auch als Download; Kamasutra ist bis heute (2026) nicht digital verfügbar.
Singles
Zur Albumveröffentlichung 1998 koppelte Prince keine Singles aus. Zwar erschienen bereits im Juni 1994 Love Sign und im Dezember 1995 P. Control, beide Titel sind auf Crystal Ball enthalten, jedoch ausschließlich in den jeweiligen Studioversionen und nur als Promo-Singles.
Musikvideos
Auch im Hinblick auf Musikvideos erfolgte keine gezielte Veröffentlichung zum Albumstart von Crystal Ball. Zwar existieren Videos zu den sechs Songs 18 & Over, Acknowledge Me, Days of Wild, Interactive, Love Sign und P. Control, diese entstanden jedoch bereits zwischen 1993 und 1995. Die Videos zu 18 & Over und P. Control wurden bis heute (2026) nicht offiziell veröffentlicht.
Am 3. April 1994 strahlte der britische Fernsehsender Sky One den von Prince produzierten Musikfilm The Beautiful Experience aus. Der 70-minütige Film kombiniert Konzertaufnahmen und Musikvideos und wird von einer Rahmenhandlung getragen, in der die von Nona Gaye dargestellte Hauptfigur auf der Suche nach Selbstvertrauen ist. Aus dem Film stammen die Musikvideos zu Days of Wild und Interactive, die unter anderem Liveaufnahmen eines Konzerts vom 13. Februar 1994 im Paisley Park Studio enthalten.
Ein weiteres Musikvideo zu Interactive präsentierte Prince erstmals am 22. Juni 1993 im Paisley Park Studio; veröffentlicht wurde es am 7. Juni 1994 auf der gleichnamigen CD-ROM, jedoch in einer gekürzten Fassung ohne Nona Gaye.[39] Das Video zu Acknowledge Me stammt ebenfalls aus The Beautiful Experience und zeigt Prince und Mayte Garcia in Tanzszenen.
Das von Prince produzierte Musikvideo zur Studioversion von Love Sign entstand im Frühjahr 1994 im Paisley Park Studio sowie an Drehorten in Minneapolis. Prince verkörpert darin einen lokalen DJ, der sich für Waffenkontrolle einsetzt. Nona Gaye spielt eine Auftragskillerin, die beauftragt wird, ihn zu töten, sich jedoch gegen den Auftrag entscheidet und ihre Waffe im Rahmen einer Waffenamnestie gegen Konzertkarten von The New Power Generation eintauscht. Regie führte Ice Cube.[40]
Coverversionen
Lediglich zwei Songs von Crystal Ball wurden gecovert. Im Jahr 2008 veröffentlichte der norwegische Singer-Songwriter John Erik Kaada ( 28. Juli 1975)* unter seinem Pseudonym „Kaada“ mit P. Control (Pussy Outta Control Remix) eine Neuinterpretation von P. Control, die auf dem Album Shockadelica – 50th Anniversary Tribute to the Artist Known as Prince erschien. 2013 folgte eine weitere Coverversion durch Richard Cheese. Der Song Calhoun Square wurde von Robi Botos interpretiert und 2018 auf dessen Album Old Soul veröffentlicht.[41][42][43]
Mitwirkende
Musiker
Alle Songs wurden von Prince arrangiert, komponiert, produziert und interpretiert. Zudem spielte er sämtliche Musikinstrumente selbst ein; folgende Personen wirkten ergänzend an den Aufnahmen mit:[6]
- Boni Boyer (* 1958; † 1996) – Vocal-Intro in Acknowledge Me
- Carmen Electra – Sprechgesang in Tell Me How U Wanna B Done
- Eric Leeds – Hörner in Sexual Suicide; Saxophon in Last Heart, Make Your Mama Happy
- Hornheads (als NPG Hornz) – Klarinette, Posaune, Saxophon, Trompete in Ripopgodazippa
- Jill Jones – Backing Vocals in Good Love
- Kirk Johnson – Schlagzeug-Loop in 18 & Over
- Mayte Garcia – Backing Vocals in Interactive; Backing Vocals und Sprechgesang in Ripopgodazippa
- Michael Bland – Schlagzeug in Calhoun Square, Days of Wild, Hide the Bone, Interactive, Ripopgodazippa, Strays of the World, The Ride, What’s My Name
- Mike Scott – Gitarre in 18 & Over
- Morris Day – Schlagzeug in Cloreen Bacon Skin
- Morris Hayes – Keyboard in Calhoun Square, Days of Wild, Interactive, Strays of the World, The Ride, What’s My Name
- Nona Gaye – Co-Leadgesang in Love Sign (Shock G’s Silky Remix)
- Poet 99 – gesprochene Samples in Days of Wild
- Rain Ivana – NPG Operator in Days of Wild
- Sonny Thompson – E-Bass in Calhoun Square, Days of Wild, Hide the Bone, Interactive, Ripopgodazippa, Strays of the World, The Ride, What’s My Name
- Susannah Melvoin – Backing Vocals in Crystal Ball, Dream Factory, Good Love, Last Heart, Make Your Mama Happy, Sexual Suicide
- Tommy Barbarella – Keyboard in Calhoun Square, Days of Wild, Hide the Bone, Interactive, Strays of the World, The Ride
- Wendy Melvoin – Backing Vocals in Movie Star
Technisches Personal
- Prince – Mixing
- Alice Männl – Online-Lyric-Book
- Brian Gardner – Mastering
- Clare Fischer – Dirigent und Orchesterarrangeur in Crystal Ball, Goodbye, Strays of the World
- Eric Anest – Programming
- Hans-Martin Buff – Mastering, Projektingenieur, Toningenieur
- Keith „K.C.“ Cohen – Programming
- Kirk Johnson (als KAJ) – Programming, Remix von Tell Me How U Wanna B Done, zusätzliche Produktion
- Ricky Peterson – zusätzliche Produktion
- Shock G – Remix von Love Sign (Shock G’s Silky Remix)
- Steffen Bieker – Online-Lyric-Book
- Steve Parke – Albumdesign, Artdirector
Rezensionen
| Professionelle Bewertungen | |
|---|---|
| Durchschnittsbewertung | |
| Quelle | Bewertung |
| AOTY[44] | 71 % |
| Weitere Bewertungen | |
| Quelle | Bewertung |
| AllMusic[45] | |
| New Musical Express[46] | |
| Rolling Stone (USA)[47] | |
| Sidewalk.com[48] | |
| Wilson & Alroy’s Record Reviews[49] | |
| Entertainment Weekly[50] | B+ |
Die meisten Musikkritiker bewerteten Crystal Ball überwiegend positiv. Häufig wurde Prince’ musikalische Vielseitigkeit gelobt, zugleich entstand jedoch wiederholt der Eindruck einer wenig stringenten Titelauswahl, wodurch das Album teilweise als „verwirrendes Sammelsurium“ wahrgenommen wurde. Zudem waren – mit Ausnahme von Cloreen Bacon Skin, Da Bang, Make Your Mama Happy und Poom Poom – nahezu alle Stücke bereits aus Bootlegs oder Liveauftritten bekannt.[23] Die Website Album of the Year (AOTY) errechnete auf Grundlage von drei englischsprachigen Rezensionen eine Durchschnittsbewertung von 71 %.[44]
Mark Brown von der Website Sidewalk.com vergab vier von fünf Sternen und hob die Qualität vieler Songs hervor, aus denen sich „leicht ein scharfes, atemberaubendes Album“ hätte formen lassen. Als Höhepunkte nannte er unter anderem Calhoun Square, Crucial, The Ride und What’s My Name; den Song Cloreen Bacon Skin bezeichnete er sogar als „faszinierend“. Kritisch äußerte er sich hingegen zur als kostensparend empfundenen Verpackung, die er als „Abzocke“ bezeichnete.[48]
Mike Goldsmith vom New Musical Express bewertete das Album mit sieben von zehn Sternen. Er beschrieb die Vielzahl stilistischer Einflüsse als überfordernd, lobte jedoch Titel wie 18 & Over, So Dark und Movie Star. Insgesamt biete Crystal Ball „abwechslungsreiches Material“, das jedoch häufig an bereits bekannte Prince-Kompositionen erinnere.[46][51]
James Hunter vom US-Musikmagazin Rolling Stone vergab dreieinhalb von fünf Sternen und hob insbesondere funk-, reggae- und balladenhafte Stücke wie Hide the Bone, Ripogodazippa, Crucial und So Dark hervor. Für Prince-Fans sei das Album „ein wahrer Schatz“, während andere es als uneben und stellenweise ermüdend empfinden könnten.[47]
Stephen Thomas Erlewine von AllMusic bewertete Crystal Ball mit drei von fünf Sternen. Zwar könne ein Dreifachalbum angesichts der Vielzahl vorhandener Outtakes nicht repräsentativ sein, dennoch verdeutliche es „die Tiefe von Prince’ Talenten“. Die Bevorzugung von Material aus den 1990er-Jahren wertete er lediglich als „geringfügigen Makel“.[45]
Matt Diehl von der Entertainment Weekly vergab die Note „B+“ und lobte den Einblick in Prince’ stilistische Bandbreite, kritisierte jedoch die inkonsequente Songauswahl und die billig wirkende Verpackung. Insgesamt beweise Crystal Ball aber, dass Prince „kein am Reißbrett entworfener Popstar“, sondern ein „ungewöhnlicher und brillanter Sonderling mit Kultpotenzial“ sei.[50][52]
Die Musikjournalisten David Wilson und John Alroy bewerteten das Album mit zweieinhalb von fünf Sternen. Sie bezeichneten Crystal Ball als unausgewogenes Sammelsurium, das zwischen „Hit und Fehlschlag“ schwanke, und bemängelten insbesondere die Länge einzelner Stücke.[49]
Per Nilsen, Autor mehrerer Prince-Bücher und 1998 aufmerksamer Beobachter seiner Karriere, bezeichnete Crystal Ball als nahezu „wahllos“ zusammengestellt, attestierte dem Album jedoch zugleich einen hohen dokumentarischen Wert, da es Prince’ stilistische Vielfalt und seine zahlreichen musikalischen Einflüsse deutlich mache.
Kommerzieller Erfolg
Chartplatzierungen
| ChartsChartplatzierungen | Höchstplatzierung | Wochen |
|---|---|---|
| Vereinigte Staaten (Billboard)[53] | 62 (5 Wo.) | 5 |
Die Höchstplatzierung im Jahr 1998 stellte in den USA die schwächste Chartplatzierung eines Prince-Albums seit seinem Debütalbum For You (1978) dar, das damals Rang 163 erreicht hatte. Außerhalb der USA konnte sich das Vierfachalbum nicht in den Hitparaden platzieren.
Musikverkäufe
Das Vierfachalbum Crystal Ball verkaufte sich in den USA rund 113.000-mal,[54] was für ein Album von Prince vergleichsweise geringe Verkaufszahlen darstellte. Ungeachtet dessen erwies sich Crystal Ball für ihn als wirtschaftlich erfolgreich; nach eigenen Angaben wurden vom Vier- und Fünffachalbum weltweit insgesamt etwa 250.000 Exemplare zu einem Preis von 30 bis 50 US-Dollar verkauft. Dabei habe er zwischen 80 % und 95 % der Gewinne einbehalten, erklärte Prince im Jahr 1998. Bei Warner Bros. Records habe sein Anteil hingegen maximal 20 % betragen, merkte er an.[55]
Preise
Während der Crystal-Ball-Ära wurde Prince am 10. April 1998 mit dem Sonderpreis „Honorary Award“ der Essence Awards ausgezeichnet.[56]
Literatur
- Alex Hahn: Besessen – Das turbulente Leben von Prince. Hannibal Verlag, Höfen 2016, ISBN 978-3-85445-610-0.
- Arthur Lizie: Prince FAQ: All That’s Left to Know About the Purple Reign. Backbeat Books, Guilford (Connecticut) 2020, ISBN 978-1-61713-670-2.
- Duane Tudahl: Prince and the Purple Rain Era Studio Sessions 1983 and 1984 (Expanded Edition). Rowman & Littlefield, London 2018, ISBN 978-1-5381-1462-9.
- Duane Tudahl: Prince and the Parade & Sign o’ the Times Era Studio Sessions 1985 and 1986. Rowman & Littlefield Publishers, 2021, ISBN 978-1-5381-4451-0.
- Jason Draper: Prince – Life & Times (Revised & Updated Edition). Chartwell Books, New York 2016, ISBN 978-0-7858-3497-7.
- Matt Thorne: Prince – Die Biografie. Edel Germany GmbH, Hamburg, 2017, ISBN 978-3-8419-0523-9.
- Per Nilsen: DanceMusicSexRomance – Prince: The First Decade. Firefly Publishing, London 1999, ISBN 0-946719-23-3.
- Uptown: The Vault – The Definitive Guide to the Musical World of Prince. Nilsen Publishing, Linköping 2004, ISBN 91-631-5482-X.
Weblinks
- Crystal Ball, das Albumcover aus dem Jahr 1998
- Informationen zum Album Crystal Ball bei Princevault.com
Einzelnachweise
- ↑ Begleitheft von Emancipation, NPG Records / EMI-Capitol Music Group, 1996, „Coming soon: the 3 cd set of previously bootlegged material – Crystal Ball“
- ↑ a b c d e Uptown (2004), S. 406.
- ↑ Hahn (2016), S. 299.
- ↑ Uptown (2004), S. 407–408.
- ↑ a b Tudahl (2021), S. 240.
- ↑ a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah Begleitheft von Crystal Ball, NPG Records, 1998
- ↑ a b Uptown (2004), S. 154.
- ↑ Uptown (2004), S. 164.
- ↑ Uptown (2004), S. 155.
- ↑ a b c d e f g h Uptown (2004), S. 409.
- ↑ Uptown (2004), S. 139.
- ↑ Tudahl (2021), S. 330.
- ↑ Tudahl (2021), S. 476.
- ↑ Tudahl (2021), S. 234.
- ↑ Tudahl (2021), S. 205.
- ↑ Tudahl (2018), S. 49.
- ↑ Tudahl (2021), S. 535.
- ↑ Nilsen (1999), S. 267–268.
- ↑ Uptown (2004), S. 467.
- ↑ Uptown (2004), S. 156.
- ↑ Uptown (2004), S. 162.
- ↑ Tudahl (2021), S. 281.
- ↑ a b c d e f g h i j Uptown (2004), S. 410.
- ↑ Uptown (2004), S. 167.
- ↑ Tudahl (2021), S. 456.
- ↑ Explore the Crystal Ball. In: princeonlinemuseum.com. 2001, abgerufen am 15. August 2023 (englisch).
- ↑ Thorne (2017), S. 336–337.
- ↑ Uptown (2004), S. 407–408.
- ↑ Hahn (2016), S. 168.
- ↑ a b c d e f g Uptown (2004), S. 407.
- ↑ a b c d e Uptown (2004), S. 408.
- ↑ Uptown (2004), S. 432.
- ↑ Uptown (2004), S. 408–409.
- ↑ Uptown (2004), S. 399.
- ↑ Uptown (2004), S. 409–410.
- ↑ Draper (2016), S. 140.
- ↑ Sonia Murray: Artist’s marketing bucks bootleggers. In: princetext.tripod.com. 26. Februar 1998, abgerufen am 15. August 2023 (englisch, „then it showed up at Blockbuster Music last weekend [21. Februar 1998]“).
- ↑ Lizie (2020), S. 173.
- ↑ Uptown (2004), S. 157.
- ↑ Uptown (2004), S. 629.
- ↑ Prince auf Cover.Info
- ↑ Prince auf SecondHandSongs
- ↑ Prince auf WhoSampled
- ↑ a b Prince – Crystal Ball. In: albumoftheyear.org. 2024, abgerufen am 5. Februar 2024 (englisch).
- ↑ a b Stephen Thomas Erlewine: Crystal Ball Review by Stephen Thomas Erlewine. In: allmusic.com. 2025, abgerufen am 17. Februar 2025 (englisch).
- ↑ a b Mike Goldsmith: NME: The Artist – Crystal Ball. In: princetext.tripod.com. 1998, abgerufen am 15. August 2023 (englisch).
- ↑ a b James Hunter: Crystal Ball. In: rollingstone.com. 4. August 1998, abgerufen am 15. August 2023 (englisch).
- ↑ a b Mark Brown: Crystal Clear. In: princetext.tripod.com. 12. Februar 1998, abgerufen am 15. August 2023 (englisch).
- ↑ a b David Wilson und John Alroy: Crystal Ball (1998). In: warr.org. 1998, abgerufen am 15. August 2023 (englisch).
- ↑ a b Matt Diehl: Crystal Ball. In: ew.com. 20. März 1998, abgerufen am 15. August 2023 (englisch).
- ↑ Draper (2016), S. 141.
- ↑ Hahn (2016), S. 300.
- ↑ Crystal Ball. In: billboard.com. Abgerufen am 15. August 2023 (englisch).
- ↑ Ed Christman: Purple Brain. In: books.google.de. 4. August 2007, abgerufen am 7. März 2025 (englisch).
- ↑ Greg Kot: Twin Cities Tycoon. In: sites.google.com. November 1998, abgerufen am 15. August 2023 (englisch).
- ↑ Awards and nominations. In: princevault.com. 16. Februar 2024, abgerufen am 4. Dezember 2024 (englisch).