Originals (Prince-Album)
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| Studioalbum von Prince | |||||
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Veröffent- |
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Aufnahme |
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| Label(s) | NPG Records / Warner Bros. Records | ||||
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Format(e) |
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Titel (Anzahl) |
15 | ||||
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1:03:50 | |||||
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Besetzung |
s. Mitwirkende | ||||
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Michael Howe (Archiv-Produzent) | |||||
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Studio(s) |
Flying Cloud Drive Warehouse (Eden Prairie) | ||||
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Originals (englisch für Originale) ist das zweite postum erschienene Studioalbum von Prince, das am 7. Juni 2019 bei NPG Records in Zusammenarbeit mit Warner Bros. Records veröffentlicht wurde. Es enthält 15 von Prince selbstgeschriebene Songs in ihren Originalversionen, die er nicht selbst veröffentlichte, sondern anderen Künstlern wie Apollonia 6, Jill Jones, Kenny Rogers, Martika, Sheila E., The Bangles, The Time und Vanity 6 überließ.
Alle Songs wurden von Prince – teils unter Pseudonymen – in den Jahren 1981 bis 1991 arrangiert, komponiert und produziert. Stilistisch ist das Album dem Contemporary R&B, Dance-Pop, der elektronischen Popmusik und dem Funk zuzuordnen; die Liedtexte thematisieren Einsamkeit, Liebe, Spiritualität, Sex und Wollust.
Als Gastmusiker wirkten der Saxofonist Eric Leeds, Jesse Johnson, Jill Jones, Morris Day, Sheila E. und Susannah Melvoin mit. Originals erhielt von Musikkritikern teils sehr positive Bewertungen, erreichte jedoch aus kommerzieller Sicht weder Gold- noch Platinstatus.
Entstehung
Alle 15 Songs komponierte Prince zwischen 1981 und 1991, veröffentlichte seine eigenen Versionen jedoch nicht. Zehn Stücke überließ er sechs seiner damaligen Protegés – Apollonia 6, Jill Jones, Sheila E., The Family, The Time und Vanity 6 –, für die er jeweils mindestens ein Studioalbum produzierte. Die übrigen fünf Songs schrieb Prince für Kenny Rogers, Martika, Mazarati, Taja Sevelle und The Bangles.
Ende April 2019 gab The Prince Estate („Der Prince-Nachlass“) per Pressemitteilung bekannt, am 7. Juni – Prince’ 61. Geburtstag – das Album Originals veröffentlichen zu wollen. Die Auswahl der 15 Songs trafen Troy Carter (* 1972), damals Berater von The Prince Estate, und Jay-Z, der 2015 den Musikstreamingdienst Tidal übernommen hatte.[1]
Michael Howe, damaliger Kurator von The Prince Estate, erklärte in einem Interview, die von Prince auf Tonbandgerät aufgenommenen Versionen seien klanglich aufpoliert worden; schwieriger habe sich hingegen die Bearbeitung von auf Kompaktkassette aufgenommenen Songs gestaltet, da diese stark nachbearbeitet werden mussten, jedoch originalgetreu zur Vorlage. Aus diesem Grund sind alle Songs auf Originals Faksimiles; die Abmischung der meisten Stücke übernahm der Musikproduzent und Toningenieur Niko Bolas. Zudem betonte Howe, viele Titel seien zuvor nicht als Bootleg kursiert, sodass auch für langjährige Prince-Sammler Überraschungen enthalten seien.[2]
Aufnahmen 1981
- Wouldn’t You Love to Love Me?
- Prince’ erste Aufnahme des Stücks entstand 1976.[3] Zu dieser Zeit lebte er vorübergehend bei der Familie Anderson seines Schulfreundes André Cymone in Minneapolis (Minnesota) und nahm den Song dort mit einem Kassettenrekorder auf. Nach seinem Umzug im Sommer 1978 in sein erstes eigenes Haus in Edina überarbeitete er das Stück. Unter anderem entstand eine Version mit der Sängerin Sue Ann Carwell (* 1962), die den Leadgesang übernahm; diese blieb jedoch unveröffentlicht. Carwell ist die Schwester von Rapper T. C. Ellis, der auf dem Album Graffiti Bridge (1990) mitwirkt.[4][5] Die auf Originals enthaltene Fassung nahm Prince im Juni 1981 in den Hollywood Sound Recorders in Los Angeles auf.[6] Im September 1986 lehnte Prince eine Anfrage von Quincy Jones ab, den Titelsong zu Bad (1987) von Michael Jackson im Duett zu singen und im Musikvideo aufzutreten, bot stattdessen jedoch Wouldn’t You Love to Love Me? an, was Jackson ablehnte. Schließlich gab Prince das Stück an Taja Sevelle (* 7. Januar 1962 in Minneapolis) weiter, die es im September 1987 auf ihrem gleichnamigen Album veröffentlichte.[7]
- Make-Up
- Prince nahm den Song im Sommer 1981 in seinem damaligen privaten Tonstudio Kiowa Trail Home Studio in Chanhassen (Minnesota) auf. Zunächst war das Stück für das Debütalbum seines Nebenprojekts The Hookers vorgesehen,[8] einer von ihm gegründeten Girlgroup mit Jamie Shoop, Susan Moonsie und deren Schwester Loreen. Shoop war Prince’ damalige persönliche Assistentin und Susan Moonsie (* 21. Januar 1964 in Minneapolis) seine damalige Freundin. Nach der Auflösung der Gruppe im Januar 1982 gründete Prince Vanity 6, bei der Shoop und Loreen Moonsie nicht mehr beteiligt waren.[9] Make-Up erschien schließlich auf dem im August 1982 veröffentlichten Album von Vanity 6 und diente zudem als B-Seite der ausgekoppelten Singles He’s So Dull (Juli 1982) und Drive Me Wild (März 1983).
Aufnahmen 1982
- Gigolos Get Lonely Too
- Am 11. Januar nahm Prince den Song im Tonstudio Sunset Sound in Los Angeles auf,[8] den er im August 1982 auf dem Album What Time Is It? von The Time veröffentlichte. Obwohl er das Stück vollständig selbst geschrieben hatte, schrieb er die Credits offiziell Morris Day zu, dem Leadsänger von The Time.
- You’re My Love
- Dieses Stück nahm Prince im März im Kiowa Trail Home Studio auf; das genaue Aufnahmedatum ist nicht bekannt.[10] Am 25. September 1985 überarbeitete er den Track im Sunset Sound. 1986 erhielt er eine Anfrage aus dem Management von Kenny Rogers, einen Song für dessen Album They Don’t Make Them Like They Used To beizusteuern, und entschied sich für You’re My Love. Im Mai 1986 beauftragte Prince Clare Fischer mit der Ausarbeitung von Arrangements für Blas- und Streichinstrumente. Anschließend übergab er das Stück an Rogers, der es mit eigenen Musikern neu bearbeitete und eine eigene Version einspielte.[11][12] Diese erschien im Oktober 1986 auf Rogers’ Album They Don’t Make Them Like They Used To; zudem wurde You’re My Love als B-Seite der im Juni 1987 veröffentlichten Single Make No Mistake, She’s Mine verwendet, einem Duett von Kenny Rogers und Ronnie Milsap aus dem Album I Prefer the Moonlight.
- Baby, You’re a Trip
- Am 8. Juli nahm Prince den Song im Sunset Sound auf und übergab ihn an Jill Jones. Ihre von Prince komponierte Version erschien jedoch erst im Mai 1987 auf dem Album Jill Jones; zudem wurde das Stück als B-Seite der im Februar 1988 ausgekoppelten Single For Love veröffentlicht.[8][13]
Aufnahmen 1983
- Jungle Love
- Den Rhythmus entwickelte der damalige The-Time-Gitarrist Jesse Johnson bereits 1982 und nahm ihn auf einer Tascam-8-Spur-Kassette auf. Johnson übergab die Kassette Prince, der am 26. März 1983 im Sunset Sound sowohl eine Melodie ergänzte als auch den Liedtext schrieb. Bei der Einreichung des Copyrights im Mai 1984 war Johnson zunächst in den Credits genannt; nach seinem Ausscheiden aus The Time wurde sein Name jedoch bei der Veröffentlichung des Songs im Juli 1984 auf dem dritten Studioalbum Ice Cream Castle aus den Credits entfernt. Im Film Purple Rain (1984) ist Jungle Love in einer Darbietung von The Time zu sehen, die auf einem Liveauftritt vom 4. Oktober 1983 im Musikklub First Avenue basiert, im Film jedoch im Playback wiedergegeben wird.[14]
- Sex Shooter
- Prince nahm das Stück am 30. April 1983 im Kiowa Trail Home Studio auf und sah es zunächst für das zweite Album von Vanity 6 vor. Nach dem Ausstieg der Frontsängerin Vanity sagte er die Veröffentlichung jedoch ab. Sex Shooter erschien schließlich im August 1984 als Vorab-Single des im Oktober 1984 veröffentlichten Albums von Apollonia 6.[15] Zudem ist der Song im Purple-Rain-Film zu hören.
- The Glamorous Life
- Am 27. Dezember nahm Prince den Track im Tonstudio Sunset Sound auf. Ursprünglich für Apollonia 6 vorgesehen, entschied er sich im Februar 1984 während der Zusammenarbeit mit Sheila E., das Stück für sie aufzunehmen. Sheila E. ergänzte am 8. Februar 1984 das Schlagzeug und Ende März den Gesang. Anschließend überarbeitete Prince den Song erneut und mischte ihn neu ab, wodurch eine 9:04 Minuten lange Fassung entstand, die im Juni 1984 auf Sheila E.’s Album The Glamorous Life erschien; bereits einen Monat zuvor war der Titel in einer gekürzten Edit-Version als Vorab-Single veröffentlicht worden.[16]
Aufnahmen 1984
- Manic Monday
- Prince nahm den Song am 4. Februar im Sunset Sound auf und sah ihn zunächst für das Album von Apollonia 6 vor. Seine damalige Toningenieurin Peggy McCreary äußerte später Unverständnis darüber, da Prince’ Gesang aus ihrer Sicht besonders gelungen gewesen sei; Gründe für seine Entscheidungen seien jedoch grundsätzlich nicht hinterfragt worden.[17] Im Februar 1985 traf Prince auf einem Flug nach England Susanna Hoffs, Frontsängerin von The Bangles. Nachdem er gebeten worden war, Songs für ein Album beizusteuern, entschied er sich für Manic Monday, das er zuvor vom Apollonia-6-Album (1984) gestrichen hatte. The Bangles veröffentlichten den Titel im Dezember 1985 als Vorab-Single ihres zweiten Albums Different Light und erzielten damit ihren kommerziellen Durchbruch. Einen weiteren angebotenen Song, Jealous Girl, lehnte die Band ab;[18] dieser erschien erst im September 2020 auf Sign o’ the Times Super Deluxe, gesungen von Prince.
- Noon Rendezvous
- Prince nahm den Song am 13. Februar im Sunset Sound auf. Er schrieb das Stück gemeinsam mit Sheila E., die einen kommerziell ausgerichteten Titel mit Radiotauglichkeit anstrebte, wovon Prince „begeistert“ gewesen sei.[19] Noon Rendezvous erschien im Juni 1984 auf Sheila E.s Debütalbum The Glamorous Life und wurde im Februar 1985 als Single ausgekoppelt.
- 100 MPH
- Prince nahm den Song am 24. Juni im Flying Cloud Drive Warehouse in Eden Prairie (Minnesota) auf. Tony Christian (bürgerlich Bruce DeShazer), Rhythmusgitarrist der Band Mazarati, erklärte, Prince habe das Stück gezielt für die Gruppe geschrieben. Zwar bestätigen offizielle Dokumente diese Aussage, dennoch zog Prince zeitweise auch sein Nebenprojekt The Family in Betracht. Jerry Hubbard, 1984 Bassist von The Time und 1985 Mitglied von The Family, berichtete, Prince habe ihm 100 MPH vorgespielt und gefragt, ob der Song „etwas für The Family“ sei, was er bejahte. Letztlich entschied sich Prince jedoch für Mazarati,[20] die das Stück im März 1986 auf ihrem Debütalbum veröffentlichten. Die Band war 1982 von Prince’ damaligem Bassisten Brown Mark gegründet worden, der mit Ausnahme von 100 MPH sämtliche Songs des Albums komponierte; 1989 löste sich Mazarati auf.
- Nothing Compares 2 U
- Die auf Originals veröffentlichte Version nahm Prince am 15. Juli im Flying Cloud Drive Warehouse auf und ergänzte drei Tage später Saxophon-Overdubs.[21] Zuvor hatte er das Stück auf dem im August 1985 erschienenen Album von The Family veröffentlicht. Internationale Bekanntheit erlangte der Song 1990 durch die kommerziell sehr erfolgreiche Coverversion von Sinéad O’Connor.
Aufnahmen 1985
- Dear Michaelangelo
- Prince nahm den Track am 5. oder 6. Januar im Tonstudio Master Sound in Atlanta auf, als er dort während der Purple-Rain-Tour Anfang Januar für fünf Konzerte im The Omni gastierte.[10] Anschließend übergab er das Stück Sheila E., die ihren Gesang am 20. Januar im 5th Floor Recording Studio in Cincinnati aufnahm. Dear Michaelangelo erschien im August sowohl als B-Seite der Single Bedtime Story als auch auf ihrem Album Romance 1600.
- Holly Rock
- Prince nahm den Song am 24. April im Sunset Sound auf, während er an seinem Album Parade arbeitete. Auch dieses Stück übergab er Sheila E., die es im September 1985 auf dem Soundtrack zum Film Krush Groove veröffentlichte.[22] Die Credits zu Dear Michaelangelo und Holly Rock schrieb Prince Sheila E. zu, obwohl Art und Umfang ihrer Beiträge nicht näher definiert sind.
Aufnahmen 1991
- Love … Thy Will Be Done
- Im November 1990 arbeitete Martika an ihrem zweiten Studioalbum, als der Prince-Film Graffiti Bridge in die US-Kinos kam. Sie zeigte sich von dem Film beeindruckt, da dessen Themen mit denen ihres entstehenden Albums übereinstimmten. Prince bot an, Songs beizusteuern, und nahm im Januar 1991 in seinem Paisley Park Studio in Chanhassen Love … Thy Will Be Done auf.[10] Martika ließ das Stück anschließend mit eigenen Musikern in den Trax Recording Studios in Los Angeles neu einspielen. Insgesamt schrieb Prince vier Songs für ihr Album Martika’s Kitchen, das im August 1991 erschien.[23]
Gestaltung des Covers
Die CD und das Booklet befinden sich in einem aufklappbaren Pappcover. Das Frontcover zeigt ein 1980 in einem Fotostudio aufgenommenes Foto von Prince: Er steht vor einer weißen Mauer, auf der per Bildbearbeitung ein weißes, buchseitenähnliches Plakat mit dem von ihm selbst gesprayten, graffitiartigen roten Schriftzug „Prince“ angebracht ist, das schräg nach rechts oben zu schweben scheint. Prince ist leicht seitlich zur Kamera gedreht, den Kopf nach rechts geneigt und blickt den Betrachter an. Er trägt einen hellblauen Stoffmantel mit silberfarbenen Nieten an der rechten Schulter, einen „Rude Boy“-Button auf Brusthöhe, ein rotes Bandana-Halstuch sowie eine schwarze Unterjacke. Fotografiert wurde das Motiv von Allen Beaulieu (* 1952), der auch die Cover von Dirty Mind (1980), Controversy (1981) und Piano & A Microphone 1983 (2018) gestaltete.[24] Das Rückcover enthält die Tracklist von Originals.
Im aufgeklappten Pappcover sind die Schallplattencover und Vinyl-Singles der Interpreten abgebildet, an die Prince die auf Originals enthaltenen Songs ursprünglich weitergegeben hatte. Das Booklet umfasst sechs Seiten und enthält zu allen 15 Titeln Angaben zum Aufnahmezeitraum, wobei jeweils nur Monat und Jahr genannt sind. Zudem werden die Toningenieure aufgeführt, die Prince assistierten, sowie die US-Chartplatzierungen jener Songs, die ursprünglich als Singles erschienen.
Es existieren zwei leicht unterschiedliche Frontcover: Bei der Veröffentlichung auf Tidal und anderen Musikstreaming-Diensten ist unter dem Schriftzug „Prince“ in schwarzer Schrift der Albumtitel „Originals“ abgedruckt, während dieser bei der CD- und Vinyl-Ausgabe fehlt.
Musik und Liedtexte
Die Musik lässt sich den Genres Contemporary R&B, Dance-Pop, Elektronische Popmusik und Funk zuordnen und ist geprägt von Synthesizer-Klangflächen sowie dem Einsatz des Drumcomputers Linn LM-1. Die Liedtexte behandeln Einsamkeit, Liebe und Spiritualität sowie – für Prince in den 1980er Jahren charakteristisch – Sex und Wollust. Die meisten Songs singt Prince melodisch, lediglich Make-Up und Holly Rock trägt er im Sprechgesang vor. Neben seinem charakteristischen Falsett nutzt er auch tiefere Stimmlagen.
- Sex Shooter
- Der Opener ist dem Genre Dance-Pop zuzuordnen. Prince verbindet eine eingängige Melodie mit einer markanten Synthesizer-Hookline zu einem funkbetonten Beat. Der sexuell anzügliche Liedtext arbeitet mit einem Wortspiel um den Begriff „Six Shooter“, einen Revolver mit sechs Kammern, der metaphorisch auf Prince selbst übertragen wird. Da er nicht eigenständig „abdrücken“ könne, fordert er seine Geliebte auf, „die Waffe zu küssen“, was „garantiert Spaß machen“ werde.[25]
- Jungle Love
- Das Stück ist dem Genre Funk zuzuordnen. Prince entwickelte einen Groove aus einer dominanten Bassline und Synthesizer-Elementen, zu denen Jesse Johnson Gitarre beisteuerte. Im ebenfalls anzüglichen Liedtext beschreibt sich Prince gegenüber einer Frau als „ein bisschen gefährlich“ und bietet ihr seine wilde, ungezähmte „Dschungelliebe“ an.[26] Veröffentlicht wurde der Song unter dem Pseudonym „Jamie Starr“, das Prince zwischen 1981 und 1983 verwendete.
- Manic Monday
- Der Track ist dem Bereich Popmusik zuzuordnen; die Melodie ist größtenteils identisch mit der von 1999 (1982). Im Liedtext beschreibt Prince aus mitfühlender Beobachterperspektive die Belastungen einer modernen, berufstätigen Frau, die als Hauptverdienerin einer Partnerschaft fungiert. Sie sehnt sich nach Erholung, insbesondere am Sonntag, ihrem „Fun Day, mein ‚Ich-muss-nicht-rennen-Tag‘“, fürchtet jedoch die Hektik des „manischen Montag“. In den Backing Vocals sind Brenda Bennett (* 1952 in Warwick, Rhode Island) sowie Jill Jones zu hören.[18] Prince veröffentlichte Manic Monday unter dem Pseudonym „Christopher“, benannt nach der von ihm verkörperten Filmfigur Christopher Tracy aus Under the Cherry Moon – Unter dem Kirschmond (1986).
- Noon Rendezvous
- Make-Up
- Die der elektronischen Popmusik zuzuordnende Nummer ist spärlich arrangiert und wird von Synthesizern sowie dem Drumcomputer Linn LM-1 dominiert. Der ruckartige, roboterhaft wirkende Beat begleitet einen an Sprechgesang angelehnten Vortrag, in dem Prince eine Liste verschiedener Make-ups, Farben und Kleidungsstücke rezitiert, während er sich auf ein Date vorbereitet.[28]
- 100 MPH
- 100 MPH (160,9 km/h) ist dem Dance-Pop zuzuordnen und greift Elemente aus Funk und Rock auf. Synthesizer und Drumcomputer dominieren, während ein geschlossenes Songwriting ausbleibt. Inhaltlich thematisiert der Liedtext das Auskosten des Lebens in vollen Zügen.[29]
- You’re My Love
- Die Pop-Ballade wird als stellenweise wenig inspiriert beschrieben. Inhaltlich schildert der Liedtext einen Mann, der seiner zweifelnden Partnerin auch nach langjähriger Beziehung seine beständige Zuneigung versichert. Es ist der erste Song, den Prince unter dem Pseudonym „Joey Coco“ veröffentlichte,[12] das er von 1985 bis 1987 verwendete.
- Holly Rock
- Der Up-tempo-Song basiert auf einem hämmernden Ein-Akkord-Riff. Sheila E. übernahm Perkussion und Backing Vocals, Saxophon spielte Eddie Mininfield (auch Eddie M.), der von 1984 bis 1985 Mitglied ihrer Begleitband war. Prince trägt den Liedtext sprechgesangähnlich vor und verweist auf den Begriff „Holly Rock“, ohne ihn näher zu definieren; er erklärt lediglich, „es könnte ein Tanz sein, es könnte ein Song sein“. Möglicherweise ließ sich der Titel von der Bezeichnung „Hollyrock“ für Hollywood in der US-Zeichentrickserie Familie Feuerstein (1960–1966) inspirieren.[30]
- Baby, You’re a Trip
- In der R&B-Ballade übernahm Jill Jones die Backing Vocals. Der Liedtext schildert eine Frau, die sich damit abgefunden hat, einen emotional distanzierten Mann zu lieben, der nicht weiß, wie er ihre Zuneigung erwidern soll.[31]
- The Glamorous Life
- Der Song ist dem Genre Funk und Pop zuzuordnen. Die eingängige Hookline basiert auf einem rhythmischen Fundament aus Synthesizer und dem Drumcomputer Linn LM-1. Es handelt sich um den ersten Prince-Song mit Saxophonspiel, den er nicht unter eigenem Namen veröffentlichte; er gab das Stück 1984 an Sheila E. weiter. Das Saxophon spielte der Jazz-Musiker Larry Williams (* 1935) ein, der unter anderem mit Al Jarreau, Aretha Franklin, Eric Clapton, George Benson und Michael Jackson zusammenarbeitete. Das Violoncello spielte David Coleman (* 1962; † 2004) ein, der jüngere Bruder von Lisa Coleman. Im Liedtext porträtiert Prince eine glamouröse Frau, die materiellen Luxus über Liebe stellt, bis sie erkennt, dass Geld zwar Sicherheit bietet, echte Liebe jedoch zugleich beängstigend und erfüllend sein kann.[27]
- Gigolos Get Lonely Too
- Die R&B-Ballade ist dem Bereich Funk zuzuordnen und vermittelt eine entspannte Atmosphäre. Prince wird von Jesse Johnson an der Gitarre und von Morris Day am Schlagzeug begleitet. Im Liedtext nimmt er die Perspektive eines Gigolos ein, der eingesteht, dass selbst ein professioneller Verführer gelegentlich Einsamkeit verspürt. Wie Jungle Love veröffentlichte Prince auch dieses Stück unter dem Pseudonym „Jamie Starr“.[32]
- Love … Thy Will Be Done
- Das Pop-Stück zählt zu Prince’ spirituellsten Kompositionen und wird als einer der besten Songs beschrieben, die er nicht unter eigenem Namen veröffentlichte. Den durchgehend hörbaren Groove aus pumpendem E-Bass und Synthesizer erzeugte er mithilfe eines aus Fifty-Fifty Clown (1990) der Cocteau Twins gesampelten und geloopten Motivs. Im Liedtext fungiert „Liebe“ als Metapher für „Gott“; für Prince sind Liebe und Gott identisch. Trotz fehlenden äußeren Friedens findet der Protagonist innere Zufriedenheit durch das „Licht“, das ihm Kraft verleiht.[33] Martika, für die Prince den Song 1991 schrieb, erklärte 2018, Love … Thy Will Be Done bringe seine persönliche Philosophie und spirituelle Haltung „auf sehr prägnante Weise zum Ausdruck“.[34]
- Dear Michaelangelo
- Das Stück erinnert an The Glamorous Life, wirkt jedoch durch ein vergleichsweise uninspiriertes Drumcomputer-Programming und eine hastige Produktion weniger ausgearbeitet.[18] Wie bei Holly Rock übernahm Sheila E. Perkussion und die Backing Vocals; Eddie Mininfield steuerte das Saxophon bei. Der spirituell geprägte Liedtext nimmt Bezug auf den italienischen Maler Michelangelo (* 1475; † 1564), wobei der im Titel verwendete Druckfehler „Michaelangelo“ aus dem Jahr 1985 beibehalten wurde. Im Refrain bittet Prince Michelangelo, seine Träume zu färben, und ersucht ihn, ihn vor der „Einladung des Todes“ zu bewahren.
- Wouldn’t You Love to Love Me?
- Der dem Genre Pop und Funk zuzuordnende Song thematisiert Liebe und Sex. Wie für Prince typisch, ergreift er im Liedtext die Initiative und fragt eine Frau, ob sie ihn wirklich liebt oder sich lediglich „etwas Zeit“ nimmt.[35] Ähnlich wie Noon Rendezvous singt er im Falsett.
- Nothing Compares 2 U
- Das Album endet mit einer Pop-Ballade, in der Eric Leeds (* 1952) Saxophon spielt. Im Liedtext konzentriert sich Prince auf das Gefühl von Liebeskummer, ohne eine konkrete Trennungsgeschichte zu erzählen. Er bedauert das Ende der Beziehung, liefert jedoch keine Erklärung für das Verlassenwerden und betont, dass nichts „vergleichbar mit“ ihr sei.
Wer Prince zum Liedtext inspirierte, gab er öffentlich nicht bekannt. Seine damalige Toningenieurin Susan Rogers (* 1956) vermutete jedoch einen Zusammenhang mit seiner früheren Haushälterin Sandra „Sandy“ Marie Scipioni (* 17. November 1959; † 23. Mai 2015). Sie betreute ab 1980 Prince’ Haus und Garten, kündigte jedoch Anfang Juli 1984, nachdem ihr Vater plötzlich an einem Herzinfarkt gestorben war, und verließ Minneapolis, um bei ihrer Familie zu sein. In der Folge erkundigte sich Prince laut Rogers wiederholt nach ihrer Rückkehr.[36][37][38]
Jerome Benton (* 1962), Mitglied von The Time, schilderte jedoch eine abweichende Version zur Entstehung des Liedtextes. Er sei Anfang der 1980er Jahre verlobt gewesen und habe eine Frau aus Los Angeles heiraten wollen, die jedoch darauf bestanden habe, dass er seine Musikkarriere aufgebe. Nach der Trennung sei Benton sehr verletzt gewesen und habe sich mit seinen Problemen an Prince gewandt, der daraufhin Nothing Compares 2 U über Bentons Gefühle geschrieben habe.[39]
Im Jahr 2011 wurde Susannah Melvoin in einem Interview gefragt, ob Prince Nothing Compares 2 U für sie geschrieben habe; sie antwortete zögerlich mit „Vielleicht … ja“, betonte jedoch lachend, er habe ihr dies niemals ausdrücklich gesagt. Melvoin ist auf der auf Originals veröffentlichten Version mit dezentem Begleitgesang im Hintergrund zu hören. Sie war 1984 Prince’ Freundin und von August 1985 bis April 1986 mit ihm verlobt.[40] Ihre Zwillingsschwester ist Wendy Melvoin.
Titelliste und Veröffentlichungen
| # | Titel | Dauer | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Sex Shooter | 3:06 | |||||||
| 2 | Jungle Love a | 3:03 | |||||||
| 3 | Manic Monday | 2:50 | |||||||
| 4 | Noon Rendezvous b | 3:00 | |||||||
| 5 | Make-Up | 2:26 | |||||||
| 6 | 100 MPH | 3:30 | |||||||
| 7 | You’re My Love | 4:23 | |||||||
| 8 | Holly Rock b | 6:38 | |||||||
| 9 | Baby, You’re a Trip | 5:51 | |||||||
| 10 | The Glamorous Life | 4:11 | |||||||
| 11 | Gigolos Get Lonely Too | 4:41 | |||||||
| 12 | Love … Thy Will Be Done c | 4:06 | |||||||
| 13 | Dear Michaelangelo b | 5:22 | |||||||
| 14 | Wouldn’t You Love to Love Me? | 5:56 | |||||||
| 15 | Nothing Compares 2 U | 4:39 | |||||||
| Spieldauer: 63:50 | |||||||||
| Autor aller Songs ist Prince a Autor: Prince, Jesse Johnson, Morris Day b Autor: Prince und Sheila E. c Autor: Prince und Martika | |||||||||
Originals erschien weltweit am 7. Juni 2019 und war in den ersten 14 Tagen ausschließlich als Download über Tidal erhältlich. Seit dem 21. Juni 2019 ist das Album auch bei anderen Musikstreaming-Anbietern verfügbar[1] und erschien zudem auf CD. Die japanische Ausgabe sowie die Target-Edition enthalten als Bonustrack Nothing Compares 2 U (Cinematic Mix) (4:23 Minuten) mit einem Arrangement von Clare Fischer. Am 19. Juli 2019 wurde Originals außerdem als Doppel-LP auf Schallplatte veröffentlicht, darunter als „Exclusive Limited Edition“ auf weißem Vinyl sowie als „Deluxe“-Ausgabe auf lilafarbenem Vinyl.
Singles
Von Originals wurden zwei Singles ausgekoppelt. Bereits ein Jahr vor der Albumveröffentlichung erschien am 19. April 2018 Nothing Compares 2 U sowohl als Download als auch als Vinyl-Single. Auf der A-Seite befindet sich eine auf 4:12 Minuten gekürzte Fassung, auf der B-Seite die Albumversion von Originals.[41] Als zweite Single wurde am 25. Juli 2019 Holly Rock veröffentlicht; sie erschien ausschließlich als Download in einer auf 3:47 Minuten gekürzten Edit-Version.
Musikvideos
The Prince Estate veröffentlichte zu Originals drei Musikvideos, nämlich zu Nothing Compares 2 U, Manic Monday und Holly Rock. Bereits am 19. April 2018 erschien das Video zu Nothing Compares 2 U, das Prince mit The Revolution im Jahr 1984 zeigt, wie sie im Flying Cloud Drive Warehouse in Eden Prairie in Minnesota Tanzszenen einstudieren.[41]
Anlässlich der CD-Veröffentlichung von Originals war am 21. Juni 2019 über Apple Music ein Musikvideo zu Manic Monday gegen eine Gebühr von 1,99 US-Dollar (umgerechnet 1,76 Euro) abrufbar. Das Video ähnelt dem zu Nothing Compares 2 U und zeigt Prince mit The Revolution beim Einstudieren von Tanzszenen im Flying Cloud Drive Warehouse. Seit dem 23. Juni 2019 ist das Video zudem über den offiziellen YouTube-Kanal von The Prince Estate kostenlos verfügbar.
Am 25. Juli 2019 wurde ein Musikvideo zu Holly Rock veröffentlicht,[42] das auf der Singleversion basiert. Es entstand in den Electric Light Studios in New York City und ist nahezu vollständig im Comic-Stil gestaltet; Prince ist darin in verschiedenen Outfits zu sehen, zudem werden einzelne Passagen des Liedtexts eingeblendet.
Coverversionen
Zahlreiche Musiker aus unterschiedlichen Genres veröffentlichten Coverversionen von Songs des Albums Originals auf Tonträgern,[43][44][45] wobei Nothing Compares 2 U mit Abstand am häufigsten interpretiert wurde; es wurde unter anderem von Sinéad O’Connor (1990), Stereophonics (2002), Aretha Franklin (2014), Dixie Chicks (2017), Nikka Costa (2017), ONAIR (2018) und dem Vitamin String Quartet (2023) neu aufgenommen. 1993 veröffentlichte Prince gemeinsam mit Rosie Gaines eine Liveversion auf The Hits/The B-Sides.
Manic Monday ist 1:34 Minuten lang im Medley des Party-Mix von Das Super Za Za Zabadak (1986) der Saragossa Band zu hören. Darüber hinaus erschienen zahlreiche Coverversionen, unter anderem von der deutschen Punk-Band Die Bengels (1994), der US-amerikanischen Pop-Punk-Band Missile Command (1996), der Hi-NRG-Formation Popcorn feat. Jade (1998) im Medley mit Hooked on a Feeling, Bonnie Pink feat. Yuka Honda (2005), Relient K (2005), Leningrad Cowboys (2006), der Punk-Band Punk People (2006), Ephemera (2008), der Indie-Band The Yellow Melodies (2013), der philippinischen Soul-Sängerin Stephanie Romawag (2015) sowie von Billie Joe Armstrong und Kate Rusby (beide 2020). Zudem existieren zwei deutschsprachige Fassungen mit dem Titel Müder Montag aus dem Jahr 1986, die unterschiedliche Liedtexte besitzen. Die Kinderversion von Die Bengelinchen thematisiert den Schulalltag,[46] während die zweite Version von der Österreicherin Regina Brandstätter stammt, deren Liedtext sich inhaltlich am englischsprachigen Original orientiert; Brandstätter wurde später als Violinistin bekannt.[47]
The Glamorous Life wurde mehrfach gecovert, unter anderem von Eden’s Crush mit Nicole Scherzinger (2001), Ringo Starr mit Sheila E. (2002), der Punk-Band Dirty Children (2004), Melissa Tkautz (2005), DJ T-Funk feat. Inaya Day (2005), Theophilus London (2012) unter dem Titel Glam Life 2.0 sowie von der philippinischen Electro-Sängerin Jenn Cuneta (2017).
Gigolos Get Lonely Too wurde mehrfach neu eingespielt und gecovert, unter anderem von der US-Rapperin Passion Broussard (1996), dem R&B-Sänger Jack Knight (1999), Andrew Young (2008), Warren G (2009) sowie vom Soul-Sänger Leander (2013). Unter dem Titel Gigalos Get Lonely Too erschienen weitere Versionen von Rapper K-Dee feat. Morris Day (1994), von DJ Screw auf seinem Mixtape Chapter 016: Late Night Fuckin’ Yo Bitch (1995) sowie von R&B-Sänger James Jr. (2007). Big Moe feat. Noke D (2003) veröffentlichte eine Fassung mit dem Titel Get Lonely Too. Darüber hinaus basieren die Songs Kalifornia (1994) von Above the Law feat. Kokane sowie Contrary to Rumor (1998) von R&B-Sänger Levitti auf dem Stück.
Jungle Love wurde unter anderem interpretiert vom italienischen Eurodance-Sänger Victor (1995), der US-Punk-Band Franks & Deans (2016) sowie vom US-The Voice-Finalisten des Jahres 2017 und Funk-Sänger Jesse Larson. Sex Shooter coverten die Electro-Band Coco Electrik (2006), die House-Band FireFox (2006), die norwegische Electro-Band Frost (2008) sowie die britische Elektro-Tanzmusik-Band Cahill feat. Nikki Belle (2009). Love … Thy Will Be Done nahmen die Acapella-Band Counterparts (1998), Jessie Ware (2013), Delta Goodrem (2014) und Seiko Matsuda (2024) neu auf.
Mitwirkende
Musiker
Alle Songs wurden von Prince arrangiert, komponiert, produziert und interpretiert. Zudem spielte er sämtliche Musikinstrumente selbst ein; ergänzend wirkten folgende Personen an den Aufnahmen mit:[10]
- Brenda Bennett – Backing Vocals in Manic Monday
- David Coleman – Violoncello in The Glamorous Life
- Eddie Mininfield – Saxophon in Dear Michaelangelo, Holly Rock
- Eric Leeds – Saxophon in Nothing Compares 2 U, Nothing Compares 2 U (Cinematic Mix)
- Jesse Johnson – Backing Vocals und Gitarre in Gigolos Get Lonely Too, Jungle Love
- Jill Jones – Backing Vocals in Baby You’re a Trip, Jungle Love, Manic Monday
- Larry Williams – Saxophon in The Glamorous Life
- Morris Day – Backing Vocals in Jungle Love; Backing Vocals und Schlagzeug in Gigolos Get Lonely Too
- Sheila E. – Backing Vocals und Perkussion in Dear Michaelangelo, Holly Rock
- Susannah Melvoin – Backing Vocals in Nothing Compares 2 U, Nothing Compares 2 U (Cinematic Mix)
Technisches Personal
- Alex Tenta – Albumdesign, Artdirector
- Allen Beaulieu – Fotografie
- Bernie Grundman – Mastering
- Bob Mockler – Toningenieur
- Clare Fischer – Orchestrierung des Streichorchesters in Nothing Compares 2 U (Cinematic Mix)
- Don Batts – Toningenieur
- Harris Savides – Fotografie
- Horst P. Horst (als „Horst“) – Fotografie
- Jeff Katz – Fotografie
- Larry Williams (* 1951; † 1999) – Fotografie
- Michael Howe – A&R, Archiv-Produzent
- Michael Koppelman – Mixing in Love … Thy Will Be Done; Toningenieur
- Nancy Bundt – Fotografie
- Niko Bolas – Mixing in allen Songs außer in Love … Thy Will Be Done und Nothing Compares 2 U
- Peggy McCreary – Toningenieurin
- Phillip Dixon – Fotografie
- Susan Rogers – Toningenieurin
- Terry Christian – Toningenieur
- Tony Maserati – Mixing in Nothing Compares 2 U
- Trevor Guy – Albumdesign, Artdirector
Rezensionen
| Professionelle Bewertungen | |
|---|---|
| Durchschnittsbewertung | |
| Quelle | Bewertung |
| AOTY[48] | 84 % |
| Weitere Bewertungen | |
| Quelle | Bewertung |
| AllMusic[49] | |
| The Daily Telegraph[50] | |
| New Musical Express[51] | |
| Pitchfork Media[52] | |
| Wilson & Alroy’s Record Reviews[53] | |
Musikkritiker bewerteten Originals überwiegend positiv; vielfach wurde die Ansicht vertreten, Prince’ Versionen seien den in den 1980er Jahren veröffentlichten Interpretationen anderer Künstler meist überlegen. Die Website Album of the Year (AOTY) errechnete auf Grundlage von 22 englischsprachigen Rezensionen eine Durchschnittsbewertung von 84 %.[48]
Thomas Hobbs vom New Musical Express bewertete Originals mit der Höchstwertung von fünf Sternen. Die „ausgegrabenen Tracks“ belegten Prince’ „erstaunliche, chamäleonartige Fähigkeit, nahezu jedes Genre zu beherrschen“; das Album fungiere als „faszinierende Zeitkapsel der 1980er Jahre“ und erinnere „daran, wie außergewöhnlich talentiert“ Prince gewesen sei. Hobbs bezeichnete es als „Schande“, dass Prince diese Stücke jemals an andere Künstler weitergegeben habe, und hob Manic Monday als einen der Höhepunkte hervor. Abschließend schrieb er, sollte diese Sammlung ein Maßstab für die Qualität der umfangreichen unveröffentlichten Archivaufnahmen sein, werde man sich nicht wundern müssen, „wenn im Jahr 2099 noch immer neue Prince-Musik gefeiert wird“.[51]
Rebecca Bengal von Pitchfork Media vergab 9,5 von 10 Punkten und damit nahezu die Höchstwertung. Beim Hören von Prince’ Versionen komme man „dem Puls seiner Kunst nahe: grenzüberschreitend, funky, sexy, ein Beweis für sein Genie“. Die Zusammenstellung von Originals bestätige „ein für alle Mal“, dass ein Prince-Demo häufig stärker sei als die ausgearbeiteten Versionen anderer Künstler; so verblasse Kenny Rogers’ Interpretation von You’re My Love neben derjenigen von Prince. Grooves wie in Jungle Love und Make-Up bildeten den „Dancefloor-Kern“ des Albums. Insgesamt bewege sich Originals zwischen „langsam brennenden Lovesongs“ wie Baby, You’re a Trip und „Tanzhits“ wie Holly Rock, das „schnell“ und „fröhlich“ klinge. Das Arrangement von Nothing Compares 2 U bezeichnete Bengal als „schlicht, einsam und wunderschön“.[52]
Neil McCormick vom The Daily Telegraph vergab vier von fünf Sternen. Zwar könnten viele Songs eingefleischten Fans bekannt erscheinen, doch profitiere jedes Stück von der Klangfarbe, den Nuancen und der Dramatik von Prince’ fließender, fünf Oktaven umfassender Stimme. Mühelos wechsle er vom sanften Bariton in You’re My Love über den „rauen Soul-Tenor“ in Jungle Love bis zum „zarten, ausdrucksstarken Falsett“ in Noon Rendezvous; Baby, You’re a Trip bezeichnete McCormick als „atemberaubend“. Lediglich an die Versionen von Manic Monday von The Bangles und Nothing Compares 2 U von Sinéad O’Connor reichten Prince’ Fassungen nicht ganz heran. Dennoch sei es „ein Genuss“, seine „unverwechselbaren Interpretationen“ eigener, „weltberühmter Klassiker“ zu hören. Das größte Kompliment sei, dass „niemand mit der Wimper gezuckt hätte“, hätte Prince das Album bereits in den 1980er Jahren veröffentlicht, resümierte McCormick.[50]
Stephen Thomas Erlewine von AllMusic vergab dreieinhalb von fünf Sternen. Den Titel Originals bezeichnete er jedoch als „irreführend“, da er nahelege, das Album sei für eine Veröffentlichung durch Prince selbst vorgesehen gewesen, was nicht zutreffe. Bei den „großen Hits“ wie Love … Thy Will Be Done, Manic Monday und Nothing Compares 2 U lebe Prince die Songs „nicht wirklich“; sein Gesang sei bewusst zurückhaltend, den Arrangements fehlten „Verzierung und Flair“. Wären die Stücke für eine Veröffentlichung unter seinem eigenen Namen gedacht gewesen, hätten sie „reichere, mutigere Arrangements“ und einen „schärferen“ Gesang erhalten. Dennoch sei Prince ein überzeugender Künstler, die 15 Tracks fungierten jedoch eher als „Leitfaden für ein fertiges Produkt“. Mit diesem Vorbehalt sei Originals letztlich ein „aufschlussreiches und erhellendes Hörerlebnis“, so Erlewine.[49]
David Wilson und John Alroy äußerten sich deutlich kritisch und vergaben nur einen von fünf Sternen. Zwar enthalte Originals bislang unveröffentlichte Gesangsversionen, die Songs selbst seien jedoch weitgehend bekannt. Das Album richte sich ihrer Ansicht nach vor allem an Neueinsteiger, die Stücke wie Nothing Compares 2 U kennen würden, während Hardcore-Fans lediglich deshalb profitieren könnten, weil rund die Hälfte der Titel zuvor nicht auf Bootlegs kursierte. Insgesamt sei Originals jedoch „weitgehend überflüssig“, unabhängig davon, ob man Gelegenheits- oder eingefleischter Prince-Fan sei.[53]
Chartplatzierungen
| ChartsChartplatzierungen | Höchstplatzierung | Wochen |
|---|---|---|
| Deutschland (GfK)[54] | 26 (2 Wo.) | 2 |
| Österreich (Ö3)[55] | 34 (2 Wo.) | 2 |
| Schweiz (IFPI)[56] | 9 (5 Wo.) | 5 |
| Vereinigtes Königreich (OCC)[57] | 21 (2 Wo.) | 2 |
| Vereinigte Staaten (Billboard)[58] | 15 (3 Wo.) | 3 |
Die beiden Singleauskopplungen Nothing Compares 2 U (2018) und Holly Rock (2019) erreichten keine Platzierungen in den internationalen Hitparaden. Demgegenüber erzielten neun von Prince an andere Interpreten vergebene Songs zwischen 1983 und 1991 folgende Höchstplatzierungen:
| Jahr | Titel Album |
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[59] (Jahr, Titel, Album, Platzierungen, Wochen, Auszeichnungen, Anmerkungen) |
Anmerkungen | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| DE | AT | CH | UK | US | R&B | |||
| 1983 | Gigolos Get Lonely Too What Time Is It? |
— | — | — | — | — | R&B77 (4 Wo.)R&B |
Interpret: The Time
Erstveröffentlichung: 9. März 1983 |
| 1984 | The Glamorous Life The Glamorous Life |
— | — | — | UK96 (2 Wo.)UK |
US7 (26 Wo.)US |
R&B9 (23 Wo.)R&B |
Interpret: Sheila E.
Erstveröffentlichung: 2. Mai 1984 |
| Sex Shooter Apollonia 6 |
— | — | — | — | US85 (6 Wo.)US |
R&B19 (14 Wo.)R&B |
Interpret: Apollonia 6
Erstveröffentlichung: 31. August 1984 | |
| Jungle Love Ice Cream Castle |
— | — | — | — | US20 (25 Wo.)US |
R&B6 (17 Wo.)R&B |
Interpret: The Time
Erstveröffentlichung: 11. Oktober 1984 | |
| 1985 | Noon Rendezvous The Glamorous Life |
— | — | — | — | — | — |
Interpret: Sheila E.
Erstveröffentlichung: Februar 1985 |
| Manic Monday Different Light |
DE2 (18 Wo.)DE |
AT2 (12 Wo.)AT |
CH4 (12 Wo.)CH |
UK2 Gold (13 Wo.)UK |
US2 (20 Wo.)US |
— |
Interpret: The Bangles
Erstveröffentlichung: 23. Dezember 1985 1986: CAN: Gold (+ 50.000), 2024: NZ: Platin (+ 30.000) | |
| 1986 | 100 MPH Mazarati |
— | — | — | — | — | R&B19 (14 Wo.)R&B |
Interpret: Mazarati
Erstveröffentlichung: 17. Mai 1986 |
| Holly Rock Soundtrack Krush Groove |
— | — | — | — | — | — |
Interpret: Sheila E.
Erstveröffentlichung: 30. Mai 1986 | |
| 1988 | Wouldn’t You Love to Love Me? Taja Sevelle |
— | — | — | UK59 (5 Wo.)UK |
— | R&B61 (9 Wo.)R&B |
Interpret: Taja Sevelle
Erstveröffentlichung: 20. Februar 1988 |
| 1990 | Nothing Compares 2 U I Do Not Want What I Haven’t Got |
DE1 Gold (32 Wo.)DE |
AT1 Platin (21 Wo.)AT |
CH1 (31 Wo.)CH |
UK1 Platin (22 Wo.)UK |
US1 Platin (21 Wo.)US |
— |
Interpret: Sinéad O’Connor
Erstveröffentlichung: 8. Januar 1990 |
| 1991 | Love … Thy Will Be Done Martika’s Kitchen |
DE26 (19 Wo.)DE |
— | CH26 (1 Wo.)CH |
UK9 (9 Wo.)UK |
US10 (15 Wo.)US |
— | |
Der im Film Purple Rain verwendete Song Sex Shooter war für die Goldene Himbeere 1985 in der Kategorie „Schlechtester Song“ nominiert, erhielt jedoch keinen Preis.
Literatur
- Allen Beaulieu: Prince – Before the Rain. Minnesota Historical Society Press, St. Paul 2018, ISBN 978-1-68134-121-7.
- Arthur Lizie: Prince FAQ: All That’s Left to Know About the Purple Reign. Backbeat Books, Guilford (Connecticut) 2020, ISBN 978-1-61713-670-2.
- Benoît Clerc: Prince – Alle Songs: Die Geschichten hinter den Tracks. Delius Klasing Verlag; 1. Auflage 2023, ISBN 978-3-667-12537-8.
- Duane Tudahl: Prince and the Purple Rain Era Studio Sessions 1983 and 1984 (Expanded Edition). Rowman & Littlefield, London 2018, ISBN 978-1-5381-1462-9.
- Duane Tudahl: Prince and the Parade & Sign o’ the Times Era Studio Sessions 1985 and 1986. Rowman & Littlefield Publishers, 2021, ISBN 978-1-5381-4451-0.
- Per Nilsen: DanceMusicSexRomance – Prince: The First Decade. Firefly Publishing, London 1999, ISBN 0-946719-23-3.
- Uptown: The Vault – The Definitive Guide to the Musical World of Prince. Nilsen Publishing, Linköping 2004, ISBN 91-631-5482-X.
Weblinks
- Informationen zum Album Originals bei Princevault.com
Einzelnachweise
- ↑ a b Lizie (2020), S. 318.
- ↑ Christoph Dallach: “Nicht alles, was im Archiv vermutet wird, existiert auch”. In: spiegel.de. 19. Juni 2019, abgerufen am 22. Juli 2022.
- ↑ Lizie (2020), S. 291
- ↑ Andrea Swensson: 20 pioneering women in Minnesota music. In: blog.thecurrent.org. 8. März 2018, abgerufen am 22. Juli 2022 (englisch).
- ↑ Nilsen (1999), S. 43–44.
- ↑ Wouldn’t You Love to Love Me? In: princevault.com. 5. Januar 2025, abgerufen am 20. Januar 2025 (englisch).
- ↑ Nilsen (1999), S. 215.
- ↑ a b c Nilsen (1999), S. 262.
- ↑ Lizie (2020), S. 107.
- ↑ a b c d Begleitheft der CD Originals von Prince, The Prince Estate / Warner Bros. Records, 2019
- ↑ Tudahl (2021), S. 221.
- ↑ a b Uptown (2004), S. 457.
- ↑ Tudahl (2021), S. 313.
- ↑ Tudahl (2018), S. 47–48.
- ↑ Tudahl (2018), S. 77–78.
- ↑ Tudahl (2018), S. 198.
- ↑ Tudahl (2018), S. 252–255.
- ↑ a b c Uptown (2004), S. 456.
- ↑ Tudahl (2018), S. 267–268.
- ↑ Tudahl (2018), S. 340–342.
- ↑ Tudahl (2018), S. 357–359.
- ↑ Tudahl (2021), S. 107–108.
- ↑ Uptown (2004), S. 119.
- ↑ Beaulieu (2018), S. 36–37.
- ↑ Uptown (2004), S. 454.
- ↑ Uptown (2004), S. 453.
- ↑ a b Uptown (2004), S. 452.
- ↑ Uptown (2004), S. 450.
- ↑ Uptown (2004), S. 457.
- ↑ Uptown (2004), S. 486–487.
- ↑ Uptown (2004), S. 460.
- ↑ Uptown (2004), S. 451.
- ↑ Uptown (2004), S. 468.
- ↑ Love... Thy Will Be Done. In: princevault.com. 16. Oktober 2024, abgerufen am 26. Januar 2025 (englisch).
- ↑ Uptown (2004), S. 461.
- ↑ Uptown (2004), S. 455.
- ↑ Tudahl (2018), S. 357–358.
- ↑ Dave Simpson: Nothing Compares 2 U: the secrets of Prince’s original recording, unheard until today pioneering women in Minnesota music. In: theguardian.com. 19. April 2018, abgerufen am 22. Juli 2022 (englisch).
- ↑ Tudahl (2018), S. 358.
- ↑ Tudahl (2018), S. 357–359.
- ↑ a b Tudahl (2018), S. 359.
- ↑ Clerc (2023), S. 582.
- ↑ Prince auf Cover.Info
- ↑ Prince auf SecondHandSongs
- ↑ Prince auf WhoSampled
- ↑ Mini Stars – Mini Stars. In: discogs.com. 2022, abgerufen am 22. Juli 2022 (englisch).
- ↑ Regina (4). In: discogs.com. 2022, abgerufen am 22. Juli 2022 (englisch).
- ↑ a b Prince – Originals. In: albumoftheyear.org. 2026, abgerufen am 4. Januar 2026 (englisch).
- ↑ a b Stephen Thomas Erlewine: Prince – Originals. In: allmusic.com. 2023, abgerufen am 4. März 2023 (englisch).
- ↑ a b Ed Power: Prince, Originals, review: unheard tracks from his vault reveal a dazzling star at the height of his powers. In: telegraph.co.uk. 20. Juni 2019, abgerufen am 4. März 2023 (englisch).
- ↑ a b Thomas Hobbs: Prince – ‘Prince: Originals’ review. In: nme.com. 13. Juni 2019, abgerufen am 4. März 2023 (englisch).
- ↑ a b Rebecca Bengal: Prince – Originals. In: pitchfork.com. 7. Juni 2019, abgerufen am 4. März 2023 (englisch).
- ↑ a b David Bertrand Wilson und John Alroy: Originals (rec. 1981-1990, rel. 2019). In: warr.org. 2019, abgerufen am 4. März 2023 (englisch).
- ↑ Prince. offiziellecharts.de, abgerufen am 22. Juli 2022.
- ↑ Prince. austriancharts.at, abgerufen am 22. Juli 2022.
- ↑ Prince. hitparade.ch, abgerufen am 22. Juli 2022.
- ↑ Prince. officialcharts.com, abgerufen am 22. Juli 2022 (englisch).
- ↑ Prince – Chart History. billboard.com, abgerufen am 22. Juli 2022 (englisch).
- ↑ Chartquellen: DE AT CH UK US