Sanitätswagen C/1895

Sanitätswagen 1895 (1895)
Sanitätswagen C/95 (1899)
Sanitätswagen 95 (1900)
Sanitätswagen 1895 eines Feldlazaretts
Basisinformation
Hersteller siehe Produktion
Technische Daten
Eigengewicht 0,80 t – 0,82 t
Nutzlast 0,50 t
Gesamtgewicht 1,30 t – 1,33 t
Bereifung Eisen

Der Sanitätswagen 1895 (später umbenannt in Sanitätswagen C/95 (1899) oder Sanitätswagen 95 (1900)) war ein zweispännig gefahrenes Pferdefuhrwerk für die Sanitätstruppen ab 1895.

Entwicklung

Das Vorgängermodell des Sanitätswagen 1895, der Sanitätswagen 1867, hatte sich zwar im allgemeinen bewährt, galt aber als zu schwer. Das Fahrzeug hatte eine hohe Schwerpunktlage und ein zu geringes Ladevolumen. Im Jahr 1892 stellte eine eingesetzte Kommission zur Verbesserung der Sanitätsfahrzeuge die Forderungen für ein neues Fahrzeug auf. Diese führten dann zur Entwicklung und Herstellung des Sanitätswagen C/1895. Nach umfangreichen Erprobungen wurde das Fahrzeug 1895 offiziell in den Bestand der Armee eingeführt.[1][2]

Produktion

Die Produktion der Sanitätswagen fand hauptsächlich in Preußen und Bayern statt. Die Fahrzeuge wurden nach einem Grundkonzept gefertigt, jedoch hatten die bayerischen Fahrzeuge ein 21 kg höheres Gewicht.

Firma[3] Ort[3]
Fahrzeugfabrik F. G. Dittmann Berlin-Wittenau

Technische Daten

Der Sanitätswagen 1895 war ein zweiachsiges Fahrzeug, das nach dem verbesserten Protznagelsystem gebaut wurde. Die Konstruktion glich im Grunde der des Sanitätswagen 1867.[3] Als Konsequenz der eingesetzten Kommission fiel bei diesem Fahrzeug jedoch die eiserne Galerie auf dem Wagendach weg.[2]

Durch die Nutzung von eisernen Kastenschienen statt des Langbaumes, konnte die Schwenkbarkeit der Deichsel erhöht werden. Durch eine Erhöhung um −20 und +23 Winkelgrad konnte die Deichsel nun um je 100 Winkelgrad zu beiden Seiten geschwenkt werden. Dadurch wurde die Lenkbarkeit auch in unwegsamen Gelände deutlich gesteigert.[3][4]

Die Holzspeichenräder hatten einen Durchmesser von 1,22 m und eine Radbreite von 55 mm. Sie verfügten über Stahlnaben und Speichenschuhe und wurden vom zweispännigen Kompanie-Patronenwagen übernommen. Ab 1905 wurden die gleichen Räder wie beim leichten Proviantwagen 1895 n/K genutzt. Die Räder waren an gußstählernen Achsen des Krankenwagen 1895 aufgehangen. In den Jahren 1902 und 1903 wurden die Befestigungen der Ortscheite verändert. Im Jahr 1908 wurden alle Holz- und Eisenteile des Wagens verstärkt, um den Belastungen standhalten zu können.[3]

Der hintere Wagenkasten war 36 cm länger als beim Vorgänger, da man hier nun das Material unterbrachte, was auf der weggefallenen Dachgalerie gelagert wurde. Dieser verfügte über eine nach unten aufklappbare Verschlusstür, welche als Apothekertisch genutzt wurde.[3][2]

Einsatz

Mit seiner Einführung in die Armee im Jahr 1895 wurde das Fahrzeug in den Sanitätskompanien und Feldlazaretten genutzt. Jede Kompanie und jedes Feldlazarett erhielten zwei Fahrzeuge des Sanitätswagen C/1895.[1]

Lackierung

Die ersten Sanitätswagen 1895 waren nicht lackiert. Ab 1908 erhielten sie eine feldgraue Lackierung.[3]

Siehe auch

Literatur

  • Wolfgang Fleischer: Feldwagen in Uniform; Wagen, Karren, Schlitten und Ausrüstungen bis 1945. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2022.
  • Oberstabsarzt Dr. W. Niehues: Die Sanitätsausrüstung des Heeres im Kriege. August Hischwald, Berlin 1913.
  • Königliches Reichsministerium: D.V.E. 513, Ausrüstungsnachweisung für ein Sanitätsdetachement. Reichsdruckerei, Berlin 1897.
  • Königliches Reichsministerium: D.V.E. 537, Ausrüstungsnachweisung für ein Feldlazareth mit zweispännigen Geräthewagen. Reichsdruckerei, Berlin 1899.

Einzelnachweise

  1. a b Wolfgang Fleischer: Feldwagen in Uniform. S. 277.
  2. a b c Oberstabsarzt Dr. W. Niehues: Die Sanitätsausrüstung des Heeres im Kriege. 1913, S. 173.
  3. a b c d e f g Wolfgang Fleischer: Feldwagen in Uniform. S. 276.
  4. Oberstabsarzt Dr. W. Niehues: Die Sanitätsausrüstung des Heeres im Kriege. 1913, S. 176.