Medizinkarren 1861
| Medizinkarren 1861 | |
|---|---|
| Medizinkarren 1861, linke Seite | |
| Basisinformation | |
| Produktionszeit | 1861 |
| Nachfolgemodell | Medizinkarren 1870 |
| Besatzung | 2 (Fuhrmann, Arzt) |
| Technische Daten | |
| Motor | 1–2 Zugtiere |
Der Medizinkarren 1861 war ein zweispännig gefahrenes Pferdefuhrwerk für die sanitätsdienstliche Versorgung der Truppen des Deutschen Kaiserreiches und wurde ab 1861 eingesetzt.
Entwicklung
Nachdem der Medizinkarren 1838 und der Medizinkarren 1859 von der Truppe nicht gut aufgenommen wurden und viele Probleme mit sich brachte, begann mit einer Neukonstruktion. Hierbei orientierte man sich an den Kavallerie-Packwagen, welcher sich bereits recht gut bewährt hatte. Diese Entwicklung führte zum Medizinkarren 1861, welcher im Gegensatz zu den Vorgängermodellen deutliche Vorteile mit sich brachte.[1]
Technische Daten
Der Medizinkarren 1861 hatte, im Gegensatz zu den Packkarren für die Infanterie, mehrere Vorteile für den Arzt. So musste er nicht mehr vom Karren herabsteigen und zwischen den Kisten herumlaufen, um an die benötigten Arzneimittel zu gelangen. Er stellte sich beim neuen Karren hinter das Fahrzeug und gelangte schnell und einfach an alle benötigten Dinge heran. Statt zwei Kisten, welche mit dem Boden des Wagens verschraubt waren, erhielt der neue Medizinkarren einen fest verbauten Wagenkasten. In diesem wurde die Ausrüstung in Schubkästen untergebracht, was eine schnellere Verfügbarkeit von Medizinischen Material führte. Die Schubkästen boten zudem deutlich mehr Raum und wurden durch eine zweiflügelige Tür geschützt. Unter dem Wagen befand sich ein ausziehbares Brett, welches als Tischplatte genutzt werden konnte.[1]
Auf dem vorderen Teil des Wagenbodens befand sich ein Sitzkasten für den Fuhrmann. Um den Fahrkomfort für den Fuhrmann zu erhöhen, wurden rechts und links auf dem Sitzkasten Armlehnen installiert. Da man aus den vorherigen Karren gelernt hatte, wurde zudem eine Rückenlehne angebracht, was zum einen die Sicherheit und zum anderen den Fahrkomfort nochmals verbesserte. Im obersten Fach des Sitzkasten wurde das Gepäck des Arztes mitgeführt. Im unteren Fach wurden Stall- und Vorratssachen, Pferdefutter und das Gepäck des Fuhrmannes mitgeführt. Der ganze Wagen konnte mithilfe eines Segeltuches vor der Witterung geschützt werden. Diese befand sich hinten am Fahrzeug und konnte, bei Bedarf, auch nach hinten über die Schubkästen und die Tischplatte gezogen werden.[1]
Der Medizinkarren 1861 war ein, von Beginn an, zweispännig gefahrener Karren. Hierbei konnten die beiden Zugtiere im Kurzgespann nebeneinander oder voreinander eingespannt werden konnten. Waren die beiden Zugtiere nebeneinander eingespannt, saß der Fuhrmann auf dem Sitzkasten und fuhr mit einer Kreuzleine. Waren hingegen die Zugtiere voreinander eingespannt, so ritt er auf dem Gabelpferd (hinteres) oder ging neben dem Karren her.[1]
Da sich die medizinische Ausrüstung mit den Jahren immer weiter veränderte, wurde der Medizinkarren 1861 mit immer mehr Material ausgerüstet. So kam ab 1865 ein Wasserfass und im Jahr 1866 zwei zusammenlegbare Krankentragen hinzu. Im Jahr 1873 wurde die Anzahl der Krankentragen auf vier erhöht.[2]
Siehe auch
Literatur
- Wolfgang Fleischer: Feldwagen in Uniform; Wagen, Karren, Schlitten und Ausrüstungen bis 1945. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2022.
- Oberstabsarzt Dr. W. Niehues: Die Sanitätsausrüstung des Heeres im Kriege. August Hischwald, Berlin 1913.