Sanitätswagen 1867

Sanitätswagen 1867 (1867)
Sanitätswagen C/67 (1899)
Sanitätswagen 67 (1900)
Sanitätswagen 1867 eines Feldlazaretts
Basisinformation
Hersteller siehe Produktion
Technische Daten
Eigengewicht 0,89 t
Nutzlast 0,59 t
Gesamtgewicht 1,39 t
Bereifung Eisen

Der Sanitätswagen 1867 (später umbenannt in Sanitätswagen C/67 (1899) und Sanitätswagen 67 (1900)) war ein zweispännig gefahrenes Pferdefuhrwerk für die Sanitätstruppen ab 1867.

Entwicklung

Die Ursprünge des Sanitätswagen entwickelten sich aus dem Medizin- und Bandagenwagen der leichten Feldlazarette. Bis ins Jahr 1867 werden diese Wagen bei Erwähnung als Sanitätswagen für Feldlazarette bezeichnet,[1] später wird der Wagen auch Sanitätswagen 1867 oder einfach nur Sanitätswagen genannt.[2]

Technische Daten

Der Sanitätswagen 1867 hatte ein Leergewicht von 890 kg, wog voll beladen 1,39 t und wurde zweispännig gefahren. Der Wagen war nach dem Protznagelsystem aufgebaut und die Deichsel hatte eine Biegsamkeit nach oben von 20 und nach unten von 19 Winkelgrad. Die Lenkbarkeit lag auf beiden Seiten bei 52 Winkelgrad.[3] Die Holzspeichenräder verfügten über Naben aus Bronze. Die Bremse bestand aus einem Bremsspindellager, einer Bremsspindel mit Kurbel, einer Zugstange, einer Bremswelle und Bremsbalken aus Eisen.[4][5]

De Wagenkasten ruhte auf vier Federbändern, welche unterhalb der Achse befestigt waren. Die beiden vorderen Federn waren zusätzlich durch eine Querfeder verbunden. Der Boden und die Decke ragten hinten über den Wagenkasten hinaus. Unter der Wagendecke befanden sich Quer- und Längswände, welche fünf Fächer bildeten. Diese konnte man durch zwei Türen an der Hand- (rechts),[3] zwei Türen an der Sattelseite (links) und eine Klappe an der Rückwand erreichen. Die hintere, obere Abteilung des Wagenkastens enthielt auf der Seite durch Türen verschlossene Schränke, sowie ein kleines Fach unterhalb der Wagendecke. Der hintere, untere Wagenkasten war in zwei Abteile aufgeteilt. Der hintere, mit zwei Flügeltüren erreichbare Abschnitt, enthielt Schränke und kleine Fächer für Arzneien, Standgefäße und Apothekengerät. Am oberen Teil der inneren Flügeltüren befanden sich ebenfalls Schränke für Gefäße und Geräte.[4]

Auf der Wagendecke gab es ein Geländer aus Eisen, einen Kasten für Steckbetten, zwei Paar Befestigungsriemen zum Festschnallen der Ladung und eine Lederplane. Unter dem Wagenkasten befanden sich zwei Halterungen für Wassereimer und Kochapparate. Weiteres Trainmaterial wurde an der Außenseite des Wagens angebracht.[4][5]

Vor dem Wagenkasten befand sich der Protzkasten, in welchem ein Teil der Ladung verstaut wurde. Darüber befand sich der Sitzkasten, welcher durch mehrere Klappen geöffnet werden konnte. Darin wurden Vorratssachen, Wagenzubehör, das Gepäck des Fuhrmann und die Eiserne Ration verstaut.[3][5]

Im Jahr 1870 wurden einige geringe Abänderungen im Wageninneren vorgenommen. Zwei Jahre später, 1872, wurde das Flaschenfutteral durch ein neues Muster mir Blechscheidewänden ersetzt.[2]

Einsatz

Nachdem der Sanitätswagen 1867 eingeführt wurde, begann man mit einer umfassenden Beschaffung des Wagens. Der Wagen bewährte sich im Allgemeinen, war jedoch zu schwer und die Schwerpunktlage lag ziemlich hoch und der Beladungsraum war zu klein. So wurde eine Kommission gebildet zur Verbesserung des Wagens aus der später dann der Sanitätswagen 1895 hervorging.[2] Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges wurde dieser Wagen eingesetzt.[6]

Siehe auch

Literatur

  • Wolfgang Fleischer: Feldwagen in Uniform; Wagen, Karren, Schlitten und Ausrüstungen bis 1945. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2022.
  • Oberstabsarzt Dr. W. Niehues: Die Sanitätsausrüstung des Heeres im Kriege. August Hischwald, Berlin 1913.

Einzelnachweise

  1. Oberstabsarzt Dr. W. Niehues: Die Sanitätsausrüstung des Heeres im Kriege. 1913, S. 172.
  2. a b c Oberstabsarzt Dr. W. Niehues: Die Sanitätsausrüstung des Heeres im Kriege. 1913, S. 173.
  3. a b c Oberstabsarzt Dr. W. Niehues: Die Sanitätsausrüstung des Heeres im Kriege. 1913, S. 174.
  4. a b c Oberstabsarzt Dr. W. Niehues: Die Sanitätsausrüstung des Heeres im Kriege. 1913, S. 175.
  5. a b c Wolfgang Fleischer: Feldwagen in Uniform; Wagen, Karren, Schlitten und Ausrüstungen bis 1945. 2022, S. 275.
  6. Wolfgang Fleischer: Feldwagen in Uniform; Wagen, Karren, Schlitten und Ausrüstungen bis 1945. 2022, S. 276.