La Chapelle-Montabourlet
| La Chapelle-Montabourlet La Chapela de Montaborlet | ||
|---|---|---|
| Staat | Frankreich | |
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Périgueux | |
| Kanton | Ribérac | |
| Gemeindeverband | Périgord Ribéracois | |
| Koordinaten | 45° 24′ N, 0° 28′ O | |
| Höhe | 148–197 m | |
| Fläche | 5,77 km² | |
| Einwohner | 56 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 10 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24320 | |
| INSEE-Code | 24110 | |
Kirche Saint-Barthélemy | ||
La Chapelle-Montabourlet (Aussprache [la ʃaˈpel mɔ̃tabuʁˈle], okzitanisch La Chapela de Montaborlet) ist ein Ort und französische Gemeinde mit 56 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes du Périgord Ribéracois.Die Bewohner werden Montabourletois und Montabourletoises genannt.
Geografie
La Chapelle-Montabourlet liegt etwa 37 Kilometer südsüdöstlich von Angoulême, etwa 22 Kilometer südwestlich von Nontron und etwa 31 Kilometer nordnordwestlich von Périgueux in der Région naturelle des Ribéracois im Nordwesten des Départements im touristisch benannten Landesteils des Périgord vert. Das Zentrum der Gemeinde ist ein Straßendorf. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne, besitzt aber von kein Oberflächengewässer. Es grenzt an den Parc naturel régional Périgord-Limousin.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. La Chapelle-Montabourlet liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Känozoikum, sowie Sedimentgesteinen aus dem Mesozoikum.
Das Relief des Gemeindegebiets weist eine spärlich bewaldete Hügellandschaft auf mit Erhebungen zwischen 148 m und 200 m. Der topografisch höchste Punkt befindet sich im Osten in der Nähe des Weilers Larrat an der Grenze zur Nachbargemeinde Mareuil en Périgord, der tiefste Punkt im äußersten Süden an der Grenze zur Nachbargemeinde La Tour-Blanche-Cercles. Das Zentrum der Gemeinde liegt auf etwa 196 m Höhe.
Rund 79 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, zumeist als Kulturboden genutzt, rund 21 % sind bewaldet.[2]
La Chapelle-Montabourlet wird von folgenden drei Gemeinden umgeben:
| Mareuil en Périgord | ||
| Gout-Rossignol | ||
| La Tour-Blanche-Cercles |
Natürliche Risiken
Natürliche Risiken manifestieren sich in La Chapelle-Montabourlet als
- Dürren
- Waldbrände
- Bodensetzungen.
In einem großen Teil des Gemeindegebiets besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Plicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräten und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]
Wie die Risikokarte zeigt, ist das Gemeindegebiet von keiner Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.[4]
Toponymie und Geschichte
Der Ort enthält La Chapelle in seinem Namen seit dem 15. Jahrhundert zu einer Zeit, in der seine Kirche als Capella propre Turrim Blancam (deutsch Kapelle in der Nähe von Tour-Blanche) (1411) bezeichnet wurde. Der Namensteil La Chapelle verschwand während der Französischen Revolution für einige Jahre. Es handelt es sich bei La Chapelle um die Französisierung des okzitanischen capèla, abgeleitet aus dem spätlateinischen cappa (deutsch Art von Kapuze oder Kappe), dann Mantel, verwendet dann für die Bezeichnung des Mantels vom heiligen Martin von Tours, aufbewahrt als Reliquie am Hof der fränkischen Könige. So bezog das Wort sich auf den Ort der Aufbewahrung der königlichen Reliquien, dann auf eine Kirche in einem privaten Anwesen. Im Altfranzösischen behielt es diese Bedeutung und wurde auch für eine Kirche verwendet, die keinen Titel einer Pfarrgemeinde trägt.
Der zweite Namensteil ist aus zwei Wörtern zusammengesetzt, was deutlich die erstmalige Erwähnung in der Form Mons Burlanus in der Romanik belegt (1142). Der Name wurde zu Monte Borlet im 13. Jahrhundert und zu Montaborlet (1380). Das okzitanische mont, hier für „Hügel“, setzt das lateinische mons (deutsch Berg, Gebirge) fort, was hier einen Bezug zur Geografie hat, denn das Dorf liegt auf fast 200 m Höhe. Borlet und Bourlet stammen vom Namen einer ursprünglich germanischen Person Burilo, eine liebevolle Verkleinerungsform von Bur-, die selbst aus bûr (deutsch Haus) gebildet wurde.[5]
Die Etymologie von La Chapelle-Montabourlet liefert eine Erklärung für die frühe Besetzung des Ortes durch germanische Bevölkerungsgruppen, wahrscheinlich ab dem 5. Jahrhundert, der Zeit, als sich die Wisigoten in Aquitanien niederließen.[6]
Aus dem Kopialbuch von Saint-Cybard geht hervor, dass die Kirche von Montabourlet im Jahr 1142 von der Abtei Saint-Cybard de Cercles abhängig war. Die Pfarrgemeinde, die zum Angoumois gehörte, war somit geistlich von Cercles und weltlich von La Tour-Blanche abhängig. Die Kirche wurde im 15. Jahrhundert zu einer Kapelle herabgestuft, aber immer noch der Autorität von Cercles unterstellt.[7]
Im Jahr 1825 wurde die Gemeinde La Chapelle-Montabourlet in die Gemeinde Cercles eingegliedert. Doch dieser Zusammenschluss wurde aufgehoben und La Chapelle-Montabourlet erlangte 1877 seine Unabhängigkeit zurück.[6]
Bevölkerungsentwicklung
| La Chapelle-Montabourlet: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 218 | |||
| 1800 | 206 | |||
| 1806 | 231 | |||
| 1821 | 203 | |||
| 1831 | ? | |||
| 1836 | ? | |||
| 1841 | ? | |||
| 1846 | ? | |||
| 1851 | ? | |||
| 1856 | ? | |||
| 1861 | ? | |||
| 1866 | ? | |||
| 1872 | ? | |||
| 1876 | ? | |||
| 1881 | 232 | |||
| 1886 | 253 | |||
| 1891 | 216 | |||
| 1896 | 229 | |||
| 1901 | 213 | |||
| 1906 | 203 | |||
| 1911 | 193 | |||
| 1921 | 164 | |||
| 1926 | 164 | |||
| 1931 | 153 | |||
| 1936 | 155 | |||
| 1946 | 159 | |||
| 1954 | 126 | |||
| 1962 | 121 | |||
| 1968 | 97 | |||
| 1975 | 72 | |||
| 1982 | 79 | |||
| 1990 | 85 | |||
| 1999 | 80 | |||
| 2006 | 70 | |||
| 2013 | 70 | |||
| 2020 | 60 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[8] INSEE ab 2006[9][10][11] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Der kontinuierliche Bevölkerungsrückgang im 20. Jahrhundert ist im Wesentlichen auf die Mechanisierung der Landwirtschaft und die Aufgabe von bäuerlichen Kleinbetrieben zurückzuführen.
Sehenswürdigkeiten
Die einschiffige Pfarrkirche Saint-Barthélemy wurde im 12. Jahrhundert erbaut; im 13. und 15. Jahrhundert fanden Umbauten statt, welche eine Erhöhung und Befestigung des Kirchenschiffs zum Ziel hatten. Auf dem Dachboden befand sich damals eine Verteidigungskammer. Schießscharten sind noch sichtbar, wie beispielsweise für Kanonen im Treppenturm, ebenso ein Wehrerker über der südlichen Dachrinnenwand.[7]
-
Wehrerker an der Pfarrkirche Saint-Barthélemy
-
Wirtschaft
Erwerbstätigkeit
Im Jahre 2022 waren 23 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in La Chapelle-Montabourlet erwerbstätig, entsprechend 76,7 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse. Die Zahl der Arbeitslosen war im Jahr 2022 um zwei Personen niedriger als im Jahr 2016 (4). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 16,0 % (2016) auf 8,7 % (2022).[12]
Landwirtschaft
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Anbau von Getreide und/oder Ölsaaten.[13] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 7 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 4 im Jahr 2000, auf 3 im Jahr 2010 und stieg auf 5 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 28,6 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche vergrößerte sich von 398 Hektar im Jahre 1988 auf 545 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg signifikant von 56,9 Hektar auf 109 Hektar.[14][15][16]
Verkehr
La Chapelle-Montabourlet liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und mit den Nachbargemeinden.
Literatur
- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 12. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 12. Dezember 2024 (französisch).
- ↑ Dossier des Départements der Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 12. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Natürliche Risiken. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 12. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Tanet, Hordé, Seiten 100–103
- ↑ a b Chapelle-Montabourlet (la) (französisch) ( vom 9. September 2016 im Internet Archive)
- ↑ a b Église paroissiale Saint-Barthélemy in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
- ↑ Notice Communale La Chapelle-Montabourlet. EHESS, abgerufen am 12. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2006 Commune de la Chapelle-Montabourlet (24110). INSEE, abgerufen am 12. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2013 Commune de la Chapelle-Montabourlet (24110). INSEE, abgerufen am 12. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2020 Commune de la Chapelle-Montabourlet (24110). INSEE, abgerufen am 12. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Dossier complet Commune de la Chapelle-Montabourlet (24110). INSEE, abgerufen am 12. November 2025 (französisch).
- ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 12. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in La Chapelle-Montabourlet. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 12. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 12. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 12. Dezember 2025 (französisch).