Clermont-de-Beauregard
| Clermont-de-Beauregard | ||
|---|---|---|
| Staat | Frankreich | |
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Périgueux | |
| Kanton | Périgord Central | |
| Gemeindeverband | Isle et Crempse en Périgord | |
| Koordinaten | 44° 57′ N, 0° 38′ O | |
| Höhe | 75–164 m | |
| Fläche | 6,24 km² | |
| Einwohner | 120 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 19 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24140 | |
| INSEE-Code | 24123 | |
Blick auf das Zentrum von Clermont-de-Beauregard | ||
Clermont-de-Beauregard (Aussprache [klɛʁˈmɔ̃ də boʁˈɡaʁ], okzitanisch Clarmont de Beuregard) ist eine französische Gemeinde mit 120 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes Isle et Crempse en Périgord. Die Bewohner werden Clermontois und Clermontoises genannt.
Geografie
Clermont-de-Beauregard liegt etwa 27 Kilometer südsüdwestlich von Périgueux, etwa 46 Kilometer westnordwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 17 Kilometer nordöstlich von Bergerac in der Région naturelle des Bergeracois. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert vom Caudeau, dem Flüsschen Ruchelle, vom Ruisseau des Carbonnières sowie von zwei kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Clermont-de-Beauregard liegt in der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, aus Sedimentgesteinen, die bei bestimmten aus dem Känozoikum datieren, bei anderen aus dem Mesozoikum.
Das Relief des Gebiets von Clermont-de-Beauregard zeigt eine Hügellandschaft, die durch das relative breite Tal des Caudeau durchschnitten wird. Sie ist südlich des Caudeau teilweise bewaldet, vor allem durch das Waldgebiet Bois de la Vernelle, nördlich des Caudeau allerdings kaum bewaldet. Zwischen den Flüssen Caudeau und Ruchelle befinden sich die höchsten Erhebungen der Gemeinde, die sich zur Ruchelle steil abfallen. Der topografisch höchste Punkt liegt mit 164 m in der Nähe des Lieu-dits le Peuch, der tiefste Punkt mit 75 m im äußersten Südwesten beim Zusammenfluss von Caudeau und Ruchelle und gleichzeitigem Austritt des Caudeau aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt leicht erhöht oberhalb der Caudeau auf etwa 126 m Höhe.
Rund 75 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, hauptsächlich heterogen genutzt, rund 26 % sind bewaldet.[2]
Umgeben wird Clermont-de-Beauregard von den vier Nachbargemeinden:
| Saint-Martin-des-Combes | Fouleix | |
| Saint-Georges-de-Montclard | Saint-Félix-de-Villadeix |
Natürliche und technologische Risiken
Naturrisiken manifestieren sich in Clermont-de-Beauregard als
- Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen besonders entlang des Caudeaus
- Dürren
- Waldbrände
- Bodensetzungen.
Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen und Schlammlawinen in den Jahren 1982 und 1983 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugenden Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehört u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.
Fast im gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Plicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräten und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]
Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa mehr als 85 % des Gemeindegebiets von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperiode in 1992 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Massif Central sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.
Am Dorf La Vernelle der Nachbargemeinde Saint-Félix-de-Villadeix befinden sich unweit der Gemeindegrenze Industrieanlagen mit „niedrigem SEVESO Schwellenwert“ (ARY ARM). Als SEVESO-Betriebe gelten Betriebe, die gefährliche, giftige oder umweltschädliche Stoffe in Mengen lagern, verwenden oder produzieren, die bestimmte gesetzlich festgelegte Grenzwerte überschreiten. Die technologische Risiken aller Anlagen betreffen Explosionen, Feuer und giftigem Ausstoß.[4]
Etymologie und Geschichte
Der erstmalige Beleg des Toponyms erfolgte im 12. Jahrhundert und war verbunden mit den Befestigungen in Castrum de Claro Monte (1158). Das 16. Jahrhundert lieferte Clarmon, Clermomn und Clairmon. Das okzitanische clar, im französisiert zu cler, clair, kommt aus dem lateinischen clarus (deutsch klar, hell, leuchtend), mont aus mons, montis (deutsch Berg, Gebirge). Der clair mont verweist hier auf die geografische Lage anlehnend auf eine lichte Anhöhe mit einer sichtbaren Festung. Der Name Beauregard verweist ergänzend auf einen weiten Blick.[5]
Während des Hundertjährigen Krieges hatte der befestigte Ort aufgrund seiner geografischen Lage eine sehr hohe strategische Bedeutung und war je nach Kriegsverlauf im Besitz der englischen oder der französischen Krone.[6]
Zu Beginn der Französischen Revolution wurde die ehemalige Gemeinde Saint Florent in die Gemeinde Clermont-de-Beauregard eingegliedert.[7]
Einwohnerentwicklung
| Clermont-de-Beauregard: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 291 | |||
| 1800 | 225 | |||
| 1806 | 254 | |||
| 1821 | 391 | |||
| 1831 | 330 | |||
| 1836 | 300 | |||
| 1841 | 326 | |||
| 1846 | 360 | |||
| 1851 | 347 | |||
| 1856 | 324 | |||
| 1861 | 307 | |||
| 1866 | 294 | |||
| 1872 | 280 | |||
| 1876 | 279 | |||
| 1881 | 280 | |||
| 1886 | 292 | |||
| 1891 | 262 | |||
| 1896 | 251 | |||
| 1901 | 249 | |||
| 1906 | 218 | |||
| 1911 | 178 | |||
| 1921 | 180 | |||
| 1926 | 163 | |||
| 1931 | 138 | |||
| 1936 | 128 | |||
| 1946 | 113 | |||
| 1954 | 142 | |||
| 1962 | 109 | |||
| 1968 | 102 | |||
| 1975 | 112 | |||
| 1982 | 128 | |||
| 1990 | 123 | |||
| 1999 | 123 | |||
| 2006 | 113 | |||
| 2013 | 112 | |||
| 2020 | 120 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9][10] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
Pfarrkirche Saint-Front
Die Fronto von Périgueux geweihte Kirche befindet sich im Zentrum von Clermont-de-Beauregard. Es handelt sich um einen Neubau des 19. Jahrhunderts, der von der Familie Pavillon de la Gaubertie finanziert wurde. Sie besitzt einen Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes. Ihr Stil ist gleichzeitig neugotisch und neuromanisch. Die Kirche ist nach Westen orientiert.[11]
-
Kanzel
-
Hauptschiff mit Blick auf den Chor
Schloss Clermont
Es ist reichlich verfallen und hat von seiner glanzvollen Vergangenheit nur einige modernisierte Wohntrakte, ein Teil eines romanischen Donjons und vor allem einen hohen Eckturm mit einer Madonnenstatue an seiner Spitze behalten. 1301 tauschte der französische König Philipp IV. das Schloss mit Elie de Talleyrand. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte es häufig den Besitzer und Mitbesitzer. Es ist in Privatbesitz und der Öffentlichkeit nicht zugänglich.[12]
Wirtschaft
Erwerbstätigkeit
Im Jahre 2022 waren 54 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Clermont-de-Beauregard erwerbstätig, entsprechend 73,2 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (79,4 %) viel höher war als bei den Frauen (67,6 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 8 Personen im Jahr 2022 höher als im Jahr 2016 (6). Die Arbeitslosenquote sank dennoch aufgrund höherer Erwerbsquote von 16,7 % (2016) auf 15,4 % (2022).[13]
Branchen und Betriebe
14 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Clermont-de-Beauregard wirtschaftlich aktiv:[13]
| Branche | ||
|---|---|---|
| Anzahl | % | |
| Gesamt | 14 | |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 4 | 28,6 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 6 | 42,9 % |
| Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 2 | 14,3 % |
| Andere Dienstleistungen | 2 | 14,3 % |
Landwirtschaft
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[14] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 14 bei der Landwirtschaftszählung von 1988, stieg auf 16 im Jahr 2000, sank wieder auf 7 im Jahr 2010 und sank weiter auf 6 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 57,1 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 453 Hektar im Jahre 1988 auf 327 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 32,4 Hektar auf 54,4 Hektar.[15][16][17]
Verkehr
Clermont-de-Beauregard liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Das Zentrum wird durchquert von der Departementsstraße D 21, die die Gemeinde im Norden mit Vergt, im Süden in Richtung Bergerac mit Lamonzie-Montastruc verbindet. Lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und den Nachbargemeinden.
Literatur
- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 7. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 7. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Dossier des Départements der Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 7. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Natürliche und technologische Risiken. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 7. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Siehe Tanet, Hordé, Seiten 110–111
- ↑ Clermont-de-Beauregard (französisch) ( vom 9. September 2016 im Internet Archive)
- ↑ a b Notice Communale Clermont-de-Beauregard. EHESS, abgerufen am 7. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Populations légales 2006 Commune de Clermont-de-Beauregard (24123). INSEE, abgerufen am 7. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Populations légales 2013 Commune de Clermont-de-Beauregard (24123). INSEE, abgerufen am 7. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Populations légales 2020 Commune de Clermont-de-Beauregard (24123). INSEE, abgerufen am 7. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Clermont de beauregard. Tourismusbüro Vallée de l’Isle en Périgord, archiviert vom am 15. Oktober 2018; abgerufen am 15. Oktober 2018 (französisch).
- ↑ Château de Clermont de Beauregard. chateau-fort-manoir-chateau.eu, abgerufen am 15. Oktober 2018 (französisch).
- ↑ a b Dossier complet Commune de Clermont-de-Beauregard (24123). INSEE, abgerufen am 7. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 7. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Clermont-de-Beauregard. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 7. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 7. Januar 2026 (französisch).
- ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 7. Januar 2026 (französisch).