Bourg-du-Bost
| Bourg-du-Bost Lu Borg dau Bòsc | ||
|---|---|---|
| Staat | Frankreich | |
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Périgueux | |
| Kanton | Ribérac | |
| Gemeindeverband | Périgord Ribéracois | |
| Koordinaten | 45° 16′ N, 0° 15′ O | |
| Höhe | 47–116 m | |
| Fläche | 7,16 km² | |
| Einwohner | 247 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 34 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24600 | |
| INSEE-Code | 24058 | |
| Website | bourg-du-bost.fr | |
Bürgermeisteramt (Mairie) | ||
Bourg-du-Bost (Aussprache [buʁ dy bo], okzitanisch Lu Borg dau Bòsc) ist eine französische Gemeinde mit 247 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Nordwesten des Départements Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes du Périgord Ribéracois.
Geografie
Bourg-du-Bost liegt etwa 43 Kilometer südwestlich von Nontron, etwa 37 Kilometer westnordwestlich von Périgueux und etwa 50 Kilometer nordnordwestlich von Bergerac in der Région naturelle des Ribéracois, Teil des touristisch benannten Périgord vert an der Grenze zum benachbarten Département Charente. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Dronne, die es im Nordosten begrenzt, von Flüsschen Vindou sowie von einem kleineren Flusslauf.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Bourg-des-Maisons liegt in der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, datierend aus dem Känozoikum und Sedimentgesteinen aus dem Mesozoikum.
Das Relief des Gemeindegebiets weist eine relativ waldarme Hügellandschaft auf, deren Erhebungen nur nach Süden hin über 100 m liegen. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit 115 m Höhe im äußersten Südosten in der Nähe des Weilers Emboin. Der tiefste Punkt wird mit 129 m im äußersten Norden beim Austritt der Dronne aus dem Gemeindegebiet gemessen. Das Zentrum liegt auf etwa 80 m Höhe.
Rund 82 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich genutzt, rund 18 % sind bewaldet.[2]
Bourg-du-Bost wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:
| Petit-Bersac | Saint-Séverin (Charente) | Allemans |
| Comberanche-et-Épeluche | ||
| Chassaignes | Vanxains |
Naturrisiken
Naturrisiken manifestieren sich in Bourg-du-Bost als
- Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen im Tal der Dronne und ihrer Seitenarme
- Dürren
- Stürme
- Bodensetzungen.
In den Jahren 1982, 1983, 1988 und 1994 kam es aufgrund erhöhter Niederschläge zu Überschwemmungen, größeren Bodenbewegungen und Rutschungen. Deshalb wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugenden Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehört u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.
Dürrejahre waren 1992, 1997, 2005 und 2009. In dieser Periode herrschte erhöhte Waldbrandgefahr. Im größten Teil des Gemeindegebiets besteht daher zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Plicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräten sowie eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]
Wie die Risikokarte zeigt, sind über 80 % des Gebiets von Bourg-du-Bost von einer mittleren bis starken Gefahr durch Bodensetzungen betroffen. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Massif Central sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.[4]
Etymologie und Geschichte
Die romanische Kirche wurde errichtet ein Jahrhundert vor der Erwähnung des Namens des Dorfes im 13. Jahrhundert in zwei Formen, Vicus Nemoris und (Ecclesia) de Bosc oder de Bost. Vicus Nemoris scheint fern vom zweiten Namen zu sein, aber das lateinische vicus bezeichnet ein Dorf, eine Ansiedlung, und nemus, nemoris einen Wald, der eine Weise umfasst. Am Ende des 14. Jahrhunderts erschien übrigens Burgus Nemoris in den Schriften (1382), d. h. „Siedlung des Waldes“. Bost setzte sich in der Folge an die Stelle von Nemoris. Bourg-du-Bost ist demnach ein Äquivalent zur ersten Erwähnung des Namens. Bourg kommt vom spätlateinischen burgus, das eine Ansammlung von befestigten Häusern bezeichnete. Bòsc und bost, im Französischen bois stammt vom germanischen °bosk. Diese Wörter sind vom alten Wort selve ersetzt worden. der im Mittelalter etwa anderes als einen normalen Wald bezeichnete, nämlich einen Forst, der einem Seigneur gehörte. Alle diese Ausdrücke werden oft von einem Eigennamen oder einem Adjektiv begleitet, um Weiler oder Lieu-dits zu bezeichnen.[5]
Als Zeugnisse der langen Geschichte der Stadt wurden in der Umgebung von Bourg-du-Bost zahlreiche Spuren gallorömischer Besiedlung entdeckt. Die Entwicklung des Dorfes wurde vermutlich durch eine Furt über die Dronne begünstigt, die diagonal durch Aquitanien verläuft und Bordeaux mit dem Berry verbindet. Bourg-du-Bost entwickelte sich somit schon früh zu einem wichtigen Übergangspunkt. Im Mittelalter gewann Bourg-du-Bost mit der Gründung eines Hospitals, das Combéranche unterstand, weiter an Bedeutung. Diese Institution besaß im 13. Jahrhundert das Gebiet von Ormes und war für den Bau der romanischen Pfarrkirche verantwortlich, dem einzigen erhaltenen mittelalterlichen Überbleibsel. Der wachsende Wohlstand der Gemeinde zog einflussreiche Familien an, ihre Wohnsitze errichteten. Einige dieser prächtigen Gebäude aus dem 17. Jahrhundert sind bis heute erhalten.[6]
Bevölkerungsentwicklung
| Bourg-du-Bost: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 486 | |||
| 1800 | 473 | |||
| 1806 | 470 | |||
| 1821 | 536 | |||
| 1831 | 452 | |||
| 1836 | 430 | |||
| 1841 | 452 | |||
| 1846 | 459 | |||
| 1851 | 453 | |||
| 1856 | 427 | |||
| 1861 | 418 | |||
| 1866 | 406 | |||
| 1872 | 384 | |||
| 1876 | 401 | |||
| 1881 | 390 | |||
| 1886 | 390 | |||
| 1891 | 372 | |||
| 1896 | 379 | |||
| 1901 | 340 | |||
| 1906 | 344 | |||
| 1911 | 318 | |||
| 1921 | 271 | |||
| 1926 | 262 | |||
| 1931 | 246 | |||
| 1936 | 225 | |||
| 1946 | 261 | |||
| 1954 | 229 | |||
| 1962 | 194 | |||
| 1968 | 195 | |||
| 1975 | 185 | |||
| 1982 | 188 | |||
| 1990 | 174 | |||
| 1999 | 200 | |||
| 2006 | 227 | |||
| 2013 | 239 | |||
| 2020 | 216 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9][10] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Der kontinuierliche Bevölkerungsrückgang im 20. Jahrhundert ist im Wesentlichen auf die Reblauskrise im Weinbau und die Mechanisierung der Landwirtschaft zurückzuführen.
Sehenswürdigkeiten
Die äußerlich schmucklose spätromanische Pfarrkirche Notre-Dame de l’Assomption wurde, dem Stil der Kapitelle am Eingangsportal nach zu urteilen, in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts errichtet und könnte an der Stelle eines älteren Bauwerks entstanden sein. Sie ist der Himmelfahrt Mariens geweiht; sie hat einen – vielleicht nach einem Brand oder nach Zerstörungen im Hundertjährigen Krieg (1337–1453) erhöhten – apsidialen Chorschluss und einen ebenfalls nachträglich aufgesetzten Vierungsturm; das auf der Südseite befindliche Portal tritt geringfügig aus der Mauerflucht hervor. Das Kirchenschiff war ursprünglich gewölbt; nach dem Einsturz wurde es mit einer hölzernen Flachdecke überspannt. Das Joch vor dem Chor ist mit einer querovalen Kuppel gewölbt. In der Apsis und in der Vierungskuppel befinden sich Freskenreste aus dem 16. Jahrhundert. Die Kirche ist seit dem Jahr 1947 als Monument historique eingeschrieben.[11]
-
Pfarrkirche Notre-Dame de l’Assomption
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Reste einer Wandmalerei
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Wirtschaft
Die Gemeinde ist traditionell land- und forstwirtschaftlich orientiert; die Bewohner lebten jahrhundertelang als Selbstversorger. Heute spielen auch die Fischzucht und die Vermietung von Ferienwohnungen (gîtes) wichtige Rollen im Wirtschaftsleben.
Erwerbstätigkeit
Im Jahre 2022 waren 100 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Bourg-du-Bost erwerbstätig, entsprechend 79,5 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Frauen (80,4 %) höher war als bei den Männern (78,5 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 16 im Jahr 2022 etwas niedriger als im Jahr 2016 (18). Die Arbeitslosenquote sank von 19,1 % (2016) auf 16,2 % (2022).[12]
Branchen und Betriebe
13 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Bourg-du-Bost wirtschaftlich aktiv:[12]
| Branche | ||
|---|---|---|
| Anzahl | % | |
| Gesamt | 13 | |
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 4 | 30,8 % |
| Baugewerbe | 3 | 23,1 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 6 | 46,2 % |
Landwirtschaft
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Rinderzucht zur Fleischerzeugung.[13] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 8 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 6 im Jahr 2000 und im Jahr 2010 und auf 4 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 50 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche vergrößerte sich von 210 Hektar im Jahre 1988 auf 267 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg deutlich von 26,3 Hektar auf 66,6 Hektar.[14][15][16]
Verkehr
Bourg-du-Bost liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Die Departementsstraße D 20 ist die hauptsächliche Verkehrsader der Gemeinde. Sie verbindet das Zentrum mit Aubeterre-sur-Dronne im Westen und mit Ribérac im Osten. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und mit weiteren Nachbargemeinden.
Literatur
- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
- Bourg-du-Bost, Äußeres der Kirche – Fotos + Kurzinfos (französisch) ( vom 20. September 2020 im Internet Archive)
- Bourg-du-Bost, Inneres der Kirche – Fotos + Kurzinfos (französisch) ( vom 1. Oktober 2020 im Internet Archive)
Einzelnachweise
- ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 31. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 31. Oktober 2024 (französisch).
- ↑ Dossier des Départements der Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, 11. Dezember 2020, abgerufen am 31. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Les risques près de chez moi. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 31. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Tanet, Hordé, Seiten 68–69
- ↑ Bourg-du-Bost (französisch) ( vom 9. September 2016 im Internet Archive)
- ↑ Notice Communale Bourg-du-Bost. EHESS, abgerufen am 31. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2006 Commune de Bourg-du-Bost (24058). INSEE, abgerufen am 31. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2013 Commune de Bourg-du-Bost (24058). INSEE, abgerufen am 31. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2020 Commune de Bourg-du-Bost (24058). INSEE, abgerufen am 31. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Bourg-du-Bost – Église Notre-Dame-de l’Assomption in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
- ↑ a b Dossier complet Commune de Bourg-du-Bost (24058). INSEE, abgerufen am 31. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 31. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Bourg-du-Bost. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 31. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 31. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 31. Oktober 2025 (französisch).