Celles (Dordogne)
| Celles Cela | ||
|---|---|---|
| Staat | Frankreich | |
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Périgueux | |
| Kanton | Ribérac | |
| Gemeindeverband | Périgord Ribéracois | |
| Koordinaten | 45° 18′ N, 0° 25′ O | |
| Höhe | 61–213 m | |
| Fläche | 27,83 km² | |
| Einwohner | 619 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 22 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24600 | |
| INSEE-Code | 24090 | |
| Website | www.celles24.fr | |
Celles (, okzitanisch Cela) ist eine französische Gemeinde mit 619 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes du Périgord Ribéracois. Die Einwohner werden Cellois und Celloises genannt.
Geografie
Celles liegt etwa 33 Kilometer südwestlich von Nontron, etwa 27 Kilometer nordwestlich von Périgueux und etwa 50 Kilometer nördlich von Bergerac in der Région naturelle des Ribéracois, Teil des touristisch benannten Périgord vert. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Dronne, die es im Süden begrenzt, von den Flüsschen Bournet, Jalley, Meyré und Tournevalude, das in Celles entspringt, sowie von verschiedenen kleineren Flussläufen.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser ehemalige Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Celles liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, datierend aus dem Känozoikum und Sedimentgesteinen aus dem Mesozoikum.
Das Relief des Gemeindegebiets weist eine wenig bewaldete Hügellandschaft auf mit Erhebungen selten über 200 m, die durch die diversen Flusstäler markant eingeschnitten wird. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit 213 m Höhe in der Nähe des Weilers Pauliac im Nordwesten von Celles nahe der Grenze zur Nachbargemeinde Coutures. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Südwesten mit 61 m Höhe beim Austritt der Dronne aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum vor der Ortskirche liegt auf 104 m Höhe.
Rund 75 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, zumeist heterogen genutzt, rund 24 % sind bewaldet, rund 1 % entfällt auf Gebiete mit Strauch- und/oder Kräutervegetation.[2]
Celles wird von folgenden sieben Gemeinden umgeben:
| Coutures | Bourg-des-Maisons | |
| Bertric-Burée | Grand-Brassac | |
| Villetoureix | Saint-Méard-de-Drône | Saint-Victor |
Natürliche Risiken
Naturrisiken manifestieren sich in Celles als
- Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen, besonders entlang der Dronne
- Dürren
- Waldbrände
- Bodensetzungen.
Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen und Schlammlawinen in den Jahren 1982, 1983, 1991, 1992, 2005, 2008 und 2022 verursacht wurden, wurde für den Ort der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugenden Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehört u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.
Im überwiegenden Teil des Gemeindegebiets besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Plicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräten und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]
Wie die Risikokarte zeigt, ist nahezu das gesamte Gemeindegebiet bis auf kleine Flächen im äußersten Norden und Süden von einer mittleren bis vor allem starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1992, 1997, 2003 und 2011 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.[4]
Etymologie und Geschichte
Der Name des Dorfes erschien erstmals erst am Ende des 14. Jahrhunderts als Cella (1382). Er kommt aus der religiösen Welt und stammt vom okzitanischen cèla, entlehnt aus dem lateinischen cella (deutsch kleiner Raum) und (deutsch Kapelle eines Tempels), das im christliches Latein eine Klosterzelle bezeichnet, dann ein kleines Kloster, eine private Kapelle, Bedeutungen, die nur in Ortsnamen erhalten blieben. Das Endungs-s ist jüngeren Datums. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde noch Celle anstelle von Celles geschrieben.[5]
Zahlreiche prähistorische und gallorömische Überreste zeugen von der frühen Besiedlung des Gebiets der Gemeinde Celles.
Celles hat einen religiösen Ursprung: Mönche, möglicherweise Angehörige der Abtei Peyrat in der Charente, gründeten hier ein Priorat. Das Dorf entwickelte sich um eine Kapelle aus dem 12. Jahrhundert, die dem heiligen Petrus geweiht wurde und im 14. Jahrhundert zur Pfarrkirche wurde.
Ab dem 15. Jahrhundert erwarben bedeutende Adelsfamilien, insbesondere die Familie Bourdeille, Ländereien in der Pfarrgemeinde Celles und sicherten deren Wohlstand. Diese Vitalität hielt bis ins 19. und sogar 20. Jahrhundert an, denn von 1882 bis 1951 hielt die Eisenbahn am Bahnhof Celles. Zahlreiche Industriegebäude, die heute stillgelegt oder verschwunden sind, zeugen von dieser Tätigkeit: eine Windmühle, eine Dampfmühle, eine Zuckermühle, zwei Brauereien, Chicorée-Trockenschuppen, eine Gerberei, eine Salzraffinerie, ein Sägewerk, eine Kartoffelpflanzmaschinenwerkstatt, eine Pflugmontagewerkstatt, eine Ziegelei und eine mechanische Weberei.[6]
Bevölkerungsentwicklung
| Celles: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 1.798 | |||
| 1800 | 1.593 | |||
| 1806 | 1.624 | |||
| 1821 | 1.680 | |||
| 1831 | 1.651 | |||
| 1836 | 1.557 | |||
| 1841 | 1.678 | |||
| 1846 | 1.601 | |||
| 1851 | 1.557 | |||
| 1856 | 1.562 | |||
| 1861 | 1.502 | |||
| 1866 | 1.544 | |||
| 1872 | 1.418 | |||
| 1876 | 1.486 | |||
| 1881 | 1.440 | |||
| 1886 | 1.465 | |||
| 1891 | 1.318 | |||
| 1896 | 1.271 | |||
| 1901 | 1.192 | |||
| 1906 | 1.183 | |||
| 1911 | 1.164 | |||
| 1921 | 1.009 | |||
| 1926 | 961 | |||
| 1931 | 908 | |||
| 1936 | 929 | |||
| 1946 | 907 | |||
| 1954 | 853 | |||
| 1962 | 761 | |||
| 1968 | 675 | |||
| 1975 | 582 | |||
| 1982 | 600 | |||
| 1990 | 597 | |||
| 1999 | 552 | |||
| 2006 | 555 | |||
| 2013 | 564 | |||
| 2020 | 594 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9][10] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
- Die Kirche Saint-Pierre, ehemals ein Priorat der Abtei Peyrat, wurde 1382 zur Pfarrkirche erhoben. Langhaus und Chor stammen vermutlich aus dem 12. Jahrhundert und lassen sich in zwei Bauphasen unterteilen. Die westlichen Strebepfeiler und das Eingangsportal wurden im 14. Jahrhundert hinzugefügt, als das Gebäude befestigt wurde.[11]
- Die Kapelle Saint-Jean-de-la-Lande östlich des Zentrums im Wald Bois de Lalande, ist mit einer Quelle verbunden, der heilende Kräfte zugeschrieben werden. Jedes Jahr am Johannistag wird dort eine Messe gefeiert. Dezente architektonische Hinweise deuten darauf hin, dass Teile des Gebäudes aus dem Mittelalter stammen.[12]
- Kapelle Sainte-Marie im Weiler l’Hôpital aus dem 17. Jahrhundert
- Schloss Lascoux, Neubau aus dem 16. Jahrhundert
- Herrenhaus La Pauze aus dem 19. Jahrhundert
-
Pfarrkirche Saint-Pierre
-
Bleiglasfenster in der Pfarrkirche Saint-Pierre mit der Darstellung des heiligen Petrus
-
Schloss Lascoux
-
Ehemaliges Waschhaus
Bildung
Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Grundschule (École élémentaire).[13]
Wirtschaft
Erwerbstätigkeit
Im Jahre 2022 waren 242 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Celles erwerbstätig, entsprechend 75,1 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse. Die Zahl der Arbeitslosen war mit 22 Personen im Jahr 2022 höher als im Jahr 2016 (18). Die Arbeitslosenquote stieg entsprechend von 6,7 % (2016) auf 9,0 % (2022).[14]
Branchen und Betriebe
30 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Celles wirtschaftlich aktiv:[14]
| Branche | ||
|---|---|---|
| Anzahl | % | |
| Gesamt | 30 | |
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 2 | 6,7 % |
| Baugewerbe | 3 | 10,0 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 13 | 43,3 % |
| Immobilien | 1 | 3,3 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 5 | 16,7 % |
| Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 1 | 3,3 % |
| Andere Dienstleistungen | 5 | 16,7 % |
Landwirtschaft
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Anbau von wichtigen Nutzpflanzen.[15] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 52 bei der Landwirtschaftszählung von 1988, auf 37 im Jahr 2000, auf 34 im Jahr 2010 und auf 29 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 44,2 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche vergrößerte sich von 1859 Hektar im Jahre 1988 auf 2754 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 35,75 auf 95 Hektar.[16][17][18]
Verkehr
Celles liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum der Gemeinde mit den Weilern und Nachbargemeinden.
Literatur
Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 27. November 2025 (französisch).
- ↑ Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 27. November 2024 (französisch).
- ↑ Dossier des Départements der Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, 11. Dezember 2020, abgerufen am 27. November 2025 (französisch).
- ↑ Les risques près de chez moi. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 27. November 2025 (französisch).
- ↑ Tanet, Hordé, Seite 89
- ↑ Celles (französisch) ( vom 9. September 2016 im Internet Archive)
- ↑ Notice Communale Celles. EHESS, abgerufen am 27. November 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2006 Commune de Celles (24090). INSEE, abgerufen am 27. November 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2013 Commune de Celles (24090). INSEE, abgerufen am 27. November 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2020 Commune de Celles (24090). INSEE, abgerufen am 27. November 2025 (französisch).
- ↑ Église paroissiale Saint-Pierre in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
- ↑ Chapelle Saint-Jean-de-la-Lande in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
- ↑ École élémentaire. Nationales Bildungsministerium, abgerufen am 27. November 2025 (französisch).
- ↑ a b Dossier complet Commune de Celles (24090). INSEE, abgerufen am 27. November 2025 (französisch).
- ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 27. November 2025 (französisch).
- ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Celles. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 27. November 2025 (französisch).
- ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 27. November 2025 (französisch).
- ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 27. November 2025 (französisch).