La Chapelle-Grésignac

La Chapelle-Grésignac
La Chapela de Gresinhac
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Périgueux
Kanton Ribérac
Gemeindeverband Périgord Ribéracois
Koordinaten 45° 24′ N, 0° 20′ O
Höhe 78–174 m
Fläche 6,95 km²
Einwohner 103 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 15 Einw./km²
Postleitzahl 24320
INSEE-Code 24109

Kirche Saint-Étienne

La Chapelle-Grésignac (Aussprache [la ʃaˈpel ɡʁeziˈɲak], okzitanisch La Chapela de Gresinhac) ist eine französische Gemeinde mit 103 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes du Périgord Ribéracois. Die Bewohner werden Chapellois und Chapelloises genannt.

Geografie

La Chapelle-Grésignac besitzt zwei auseinanderliegende Ortszentren: Grésignac und, etwa einen Kilometer westlich davon, La Chapelle mit dem Bürgermeisteramt der Gemeinde. Diese liegt etwa 32 Kilometer südsüdöstlich von Angoulême, etwa 29 Kilometer südwestlich von Nontron und etwa 38 Kilometer nordwestlich von Périgueux in der Région naturelle des Ribéracois im Nordwesten des Départements, im touristisch benannten Landesteils des Périgord vert. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Pude sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. La Chapelle-Grésignac liegt in der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1]

Das Santonium markiert die nordöstlichen zwei Drittel der Gemeinde, das südwestliche Drittel wird vom Campanium eingenommen. Eine nach Nordosten ausgerichtete Schichtstufe markiert einen deutlichen Höhenunterschied. Diese Böschung nach Nordwesten kann im gesamten Süden des benachbarten Départements Charente über Gurat südlich von Cognac und in der Dordogne Richtung Südosten bei Verteillac verfolgt werden.

Auf einem zentralen Streifen der Gemeinde, einschließlich des Zentrums, sind die Oberflächen der Hochebenen mit Formationen aus braunem Tonsand bedeckt, die aus der Veränderung des oberen Santoniums während des Pleistozäns im Quartär resultieren.

Das Pude-Tal ist von jungem Schwemmland aus Sand und Torf bedeckt. Einige Teile des Flussbettes sind von Travertin-Formationen, sogenannten „Bouchots“, besetzt, wodurch Moore flussaufwärts des Gemeindegebiets entstehen. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Känozoikum sowie Sedimentgesteinen aus dem Mesozoikum.

Das Relief des Gemeindegebiets weist eine spärlich bewaldete Hügellandschaft auf mit Erhebungen, deren Höhen nach Süden hin zunehmen, aber auch dort meist unter 150 m Höhe bleiben. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit 174 m Höhe im äußersten Südwesten beim Lieu-dit Les Enders an der Grenze zur Nachbargemeinde Saint-Martial-Viveyrol. Der tiefste Punkt befindet sich mit 78 m Höhe im äußersten Nordwesten beim Austritt der Pude aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum der Gemeinde liegt auf etwa 112 m.

Rund 83 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, zumeist als Kulturboden genutzt, rund 17 % sind bewaldet.[2]

La Chapelle-Grésignac wird von folgenden vier Gemeinden umgeben:

Champagne-et-Fontaine
Nanteuil-Auriac-de-Bourzac Cherval
Saint-Martial-Viveyrol

Natürliche Risiken

Natürliche Risiken manifestieren sich in La Chapelle-Grésignac als

  • Dürren
  • Waldbrände
  • Bodensetzungen.

In einem großen Teil des Gemeindegebiets besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Plicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräten und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]

Wie die Risikokarte zeigt, ist etwa zwei Drittel des Gemeindegebiets, mit dem Schwerpunkt auf den Südwesten von einer mittleren bis größtenteils starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1992 und 2003 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.[4]

Toponymie und Geschichte

Der Name des Dorfes hat sich seit seiner erstmaligen Erwähnung im 13. Jahrhundert in der latinisierten Form Capella de Grasinhaco wenig verändert. Ab dem 16. Jahrhundert wird das Dorf als La Chapelle Gresinhac bezeichnet. Gemäß den Regeln der alten Sytax wurde in der Folge wegen der Aussprache -nh- zu -gn- und das de verschwand. Der Namensteil Grésignac kommt vom Namen einer gallorömischen Person Graecinius, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde (somit Graecinacum, Landgut des Graecinius). Sein Name ist wiederum von Graecus (deutsch der Grieche) abgeleitet.

Bei dem ersten Teil La Chapelle des Ortnamens handelt es sich um die Französisierung des okzitanischen capèla, abgeleitet aus dem spätlateinischen cappa (deutsch Art von Kapuze oder Kappe), dann Mantel, verwendet dann für die Bezeichnung des Mantels vom heiligen Martin von Tours, aufbewahrt als Reliquie am Hof der fränkischen Könige. So bezog das Wort sich auf den Ort der Aufbewahrung der königlichen Reliquien, dann auf eine Kirche in einem privaten Anwesen. Im Altfranzösischen behielt es diese Bedeutung und wurde auch für eine Kirche verwendet, die keinen Titel einer Pfarrgemeinde trägt.[5]

Der Ursprung der Gemeinde La Chapelle-Grésignac reicht bis ins Mittelalter zurück, wovon die Überreste einer romanischen Kirche aus dem 12. Jahrhundert und einer Erdhügelburg an einem Ort namens Grésignac zeugen. Dieses „gallische Kastell“, in dem viele Münzen gefunden werden, wurde 1981 als Burganlage identifiziert.

Zu dieser Zeit war die Erdhügelburg oder „Castrum de Greziniaco“, wie sie ab 1243 in den Schriften erwähnt wurde, eine Festung zur Überwachung des gesamten Pude-Tals, das sie überragt, und auch des Lizonnetals. Im Jahr 1365 wurde Grésignac der Kastellanei von La Tour-Blanche, einer Enklave des Angoumois, angegliedert. Seine Erdhügelburg kam somit unter das Bistum Angoulême. Es zeugt von der Macht der Seigneurs des Angoumois von Lageard, die auch Seigneurs von Grésignac und Cherval waren.

Es gab relativ bedeutende wirtschaftliche Aktivitäten im 18. Jahrhundert und in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, was durch die Anwesenheit von zwei Mühlen an der Pude an den Lieu-dits Moulin Cacaud und Moulin de Galy belegt wird. Diese sind nun in Wohnhäuser umgebaut worden.

Im Jahr 1827 wurde die Gemeinde La Chapelle-Grésignac in die Gemeinde Cherval eingegliedert. Doch 1841 wurde dieser Zusammenschluss aufgehoben und La Chapelle-Grésignac neu gegründet.[6][7]

Bevölkerungsentwicklung

La Chapelle-Grésignac: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
  
402
1800
  
419
1806
  
386
1821
  
402
1831
  
?
1836
  
?
1841
  
?
1846
  
438
1851
  
411
1856
  
450
1861
  
467
1866
  
380
1872
  
375
1876
  
343
1881
  
333
1886
  
336
1891
  
305
1896
  
334
1901
  
305
1906
  
302
1911
  
273
1921
  
247
1926
  
250
1931
  
242
1936
  
266
1946
  
232
1954
  
216
1962
  
193
1968
  
165
1975
  
146
1982
  
136
1990
  
126
1999
  
112
2006
  
136
2013
  
113
2020
  
102
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[8] INSEE ab 2006[9][10][11]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Der kontinuierliche Bevölkerungsrückgang im ausgehenden 19. und im 20. Jahrhundert ist im Wesentlichen auf die Mechanisierung der Landwirtschaft und die Aufgabe von bäuerlichen Kleinbetrieben zurückzuführen.

Sehenswürdigkeiten

  • Die ehemals zu Grézignac, später dann zu Aubeterre-sur-Dronne gehörende und im 17. Jahrhundert neu erbaute einschiffige Pfarrkirche Saint-Étienne wurde im 19. Jahrhundert grundlegend restauriert. Das Kirchenschiff wird von einem Holzgewölbe überspannt.[12]
  • Ältestes Zeugnis der ehemals eng mit dem Angoumois verbundenen Geschichte von Grézignac ist ein aufgeschütteter Erdhügel, auf welchem ehemals eine hölzerne Festung Erdhügelburg stand.[13]
  • Die ehemalige Pfarrkirche Saint-Jean in Grézignac bestand noch im 17. Jahrhundert; danach wurde ihr Zustand immer baufälliger. Im Jahr 1902 waren noch zwei Segmente des Tonnengewölbes sichtbar.[14]
  • Das Schloss Beaumont bei La Chapelle ist das ehemalige Anwesen der Familie Modenel, erbaut um 1870. Diese große Residenz befindet sich neben dem ursprünglichen Standort einer mittelalterlichen Burg.

Wirtschaft

Erwerbstätigkeit

Im Jahre 2022 waren 44 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in La Chapelle-Grésignac erwerbstätig, entsprechend 90,6 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (80,0 %) sehr viel höher war als bei den Frauen (74,1 %). Die Zahl der Arbeitslosen war im Jahr 2022 um zwei Personen höher als im Jahr 2016 (3). Die Arbeitslosenquote stieg entsprechend von 6,5 % (2016) auf 11,4 % (2022).[15]

Branchen und Betriebe

Zum 31. Dezember 2023 verfügte die Gemeinde über vier Betriebe, darunter zwei in der Landwirtschaft, Forstwirtschaft oder Fischerei, einen im Sektor Handel, Transporte und verschiedenen Dienstleistungen und einen im Verwaltungssektor.[15]

Landwirtschaft

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[16] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 15 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 13 im Jahr 2000 und im Jahr 2010 und stieg auf 13 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 13,3 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche vergrößerte sich von 609 Hektar im Jahre 1988 auf 692 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 40,6 Hektar auf 53,3 Hektar.[17][18][19]

Verkehr

La Chapelle-Grésignac liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden La Chapelle und Gonaguet miteinander, mit den Weilern der Gemeinde und mit den Nachbargemeinden.

Literatur

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: La Chapelle-Grésignac – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 11. Dezember 2025 (französisch).
  2. Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 11. Dezember 2024 (französisch).
  3. Dossier des Départements der Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 11. Dezember 2025 (französisch).
  4. Natürliche Risiken. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 11. Dezember 2025 (französisch).
  5. Tanet, Hordé, Seiten 26, 100–102
  6. Chapelle-Grésignac (la) (französisch) (Memento vom 9. September 2016 im Internet Archive)
  7. Édifice fortifié dit motte de Grésignac in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  8. Notice Communale La Chapelle-Grésignac. EHESS, abgerufen am 11. Dezember 2025 (französisch).
  9. Populations légales 2006 Commune de la Chapelle-Grésignac (24109). INSEE, abgerufen am 11. Dezember 2025 (französisch).
  10. Populations légales 2013 Commune de la Chapelle-Grésignac (24109). INSEE, abgerufen am 11. Dezember 2025 (französisch).
  11. Populations légales 2020 Commune de la Chapelle-Grésignac (24109). INSEE, abgerufen am 11. Dezember 2025 (französisch).
  12. La Chapelle – Église Saint-Étienne in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  13. Grézignac – Motte castrale in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  14. Grézignac – Église Saint-Jean in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  15. a b Dossier complet Commune de la Chapelle-Grésignac (24109). INSEE, abgerufen am 11. November 2025 (französisch).
  16. Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 11. Dezember 2025 (französisch).
  17. Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in La Chapelle-Grésignac. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 11. Dezember 2025 (französisch).
  18. Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 11. Dezember 2025 (französisch).
  19. Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 11. Dezember 2025 (französisch).