Chassaignes

Chassaignes
Chassanhas
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Périgueux
Kanton Ribérac
Gemeindeverband Périgord Ribéracois
Koordinaten 45° 15′ N, 0° 15′ O
Höhe 58–116 m
Fläche 5,79 km²
Einwohner 78 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 13 Einw./km²
Postleitzahl 24600
INSEE-Code 24114

Blick auf Chassaignes

Chassaignes (Aussprache [ʃaˈsɛɲ], okzitanisch Chassanhas) ist eine französische Gemeinde mit 78 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Westen des Départements Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes du Périgord Ribéracois. Die Bewohner werden Cassanois und Cassanoises genannt.

Geografie

Chassaignes liegt etwa 44 Kilometer südwestlich von Nontron, etwa 37 Kilometer westnordwestlich von Périgueux und etwa 48 Kilometer nordnordwestlich von Bergerac in der Région naturelle des Ribéracois, Teil des touristisch benannten Périgord vert. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von den Flüsschen Vindou und Ruisseau de Muret sowie von verschiedenen kleineren Flussläufen.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser ehemalige Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Chassaignes liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, datierend aus dem Känozoikum und Sedimentgesteinen aus dem Mesozoikum.

Das Relief des Gemeindegebiets weist eine wenig bewaldete Hügellandschaft, deren Erhebungen nach Süden hin über 100 m ansteigen. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit 116 m Höhe in der Nähe des Weilers la Genèbre im Südwesten von Chassaignes nahe der Grenze zur Nachbargemeinde Petit-Bersac. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Norden mit 58 m Höhe beim Austritt des Vindou aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt auf etwa 89 m Höhe.

Rund 84 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, zumeist als Kulturboden genutzt, rund 16 % sind bewaldet, vor allem im Norden.[2]

Chassaignes wird von folgenden vier Gemeinden umgeben:

Bourg-du-Bost
Petit-Bersac
Saint Privat en Périgord Vanxains

Natürliche und technologische Risiken

Naturrisiken manifestieren sich in Chassaignes als

  • Dürren
  • Waldbrände
  • Bodensetzungen.

In einem großen Teil des Gemeindegebiets besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Plicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräten und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]

Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa 80 % des Gemeindegebiets bis auf den Südwesten von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 2005 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.

Ein technologisches Risiko besteht durch den Verlauf einer Erdgasleitung, die das Gemeindegebiet zentral durchquert. Obwohl diese Anlagen sicher sind, kann es in sehr seltenen Fällen zu einem Bruch oder einem Leck kommen. Dies könnte dann eine Umweltverschmutzung oder ein Unfallereignis (Explosion, Brand, giftige Wolke usw.) zur Folge haben.[4]

Etymologie und Geschichte

Der Name des Orts wurde im ausgehenden 11. Jahrhundert in der latinisierten Form Acasianas (1093) erstmals erwähnt. Die Schreibweise änderte sich schnell zu Casianas (1100), dann Cassanas im 13. Jahrhundert und Chassanhas (1382). Nur im 18. Jahrhundert, so auch auf der Karte von Cassini, wurde der Ort mit Chassaignes (1760) benannt, im 19. Jahrhundert auch Chassagne (-aigne und -agne sind äquivalent).

Die Ersterwähnung Acasianas ist zusammengesetzt wie ad Cassianas (deutsch in der Nähe des Eichenwalds). Cassanias ist eine Fortsetzung in der Pluralform über ein Wort im Nordokzitanischen des vulgärlateinischen °cassanea, das selbst von °cassanus abgeleitet ist, das vom französischen chêne (deutsch Eiche) stammt. Cassanus ist wie bei vielen Bezeichnungen von Bäumen gallischen Ursprungs.[5]

Chassaignes birgt noch immer Spuren antiker Besiedlung. So wurde beispielsweise beim Lieu-dit Crépieux Spuren von alten Verkehrswegen entdeckt. Beim Weiler La Genèbre sind aus der Luft ein kreisförmiges Fundament, ein eingefriedetes Viereck und ein ovaler abgeschlossener Bereich erkennbar.

Im Mittelalter gehörte Chassaignes, wie viele der benachbarten Gemeinden, zum Besitz des Johanniterordens. Die Kirche wurde von diesem Orden erbaut. Auch das Landgut La Rambautie und der Weiler Le Maine waren in seinem Besitz.[6]

Bevölkerungsentwicklung

Chassaignes: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
  
313
1800
  
334
1806
  
313
1821
  
369
1831
  
375
1836
  
342
1841
  
340
1846
  
368
1851
  
350
1856
  
336
1861
  
298
1866
  
311
1872
  
283
1876
  
278
1881
  
288
1886
  
271
1891
  
273
1896
  
225
1901
  
215
1906
  
230
1911
  
231
1921
  
200
1926
  
187
1931
  
168
1936
  
164
1946
  
165
1954
  
149
1962
  
160
1968
  
123
1975
  
94
1982
  
81
1990
  
71
1999
  
90
2006
  
83
2013
  
71
2020
  
68
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9][10]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Der kontinuierliche Bevölkerungsrückgang im 20. Jahrhundert ist im Wesentlichen auf die Mechanisierung der Landwirtschaft und die Aufgabe von bäuerlichen Kleinbetrieben zurückzuführen.

Sehenswürdigkeiten

  • Die Pfarrkirche Saint-Jean-Baptiste wurde im Jahr 1100 von Bischof Renaud de Thiviers geweiht. Der Glockenturm des äußerlich schmucklosen Bauwerks diente in Krisenzeiten als Wehrkammer.
  • Ein überdachter Waschplatz (lavoir) befindet sich am Ortsrand.
Umgebung
  • Das Schloss Pauly stammt aus dem 19. Jahrhundert. Es dient heute als Bed and Breakfast und für Familienfeiern.

Wirtschaft

Erwerbstätigkeit

Im Jahre 2022 waren 35 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Chassaignes erwerbstätig, entsprechend 79,6 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse. Die Zahl der Arbeitslosen war mit drei Personen im Jahr 2022 eine Person weniger als im Jahr 2016 (4). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 16,0 % (2016) auf 7,7 % (2022).[11]

Branchen und Betriebe

Acht nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Chassaignes wirtschaftlich aktiv:[11]

Branche
Anzahl %
Gesamt 8
Information und Kommunikation 1 12,5 %
Immobilien 1 12,5 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten 6 75,0 %

Landwirtschaft

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[12] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 15 bei der Landwirtschaftszählung von 1988, auf 8 im Jahr 2000, auf 7 im Jahr 2010 und stieg auf 8 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 46,7 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verkleinerte sich von 494 Hektar im Jahre 1988 auf 448 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg hingegen signifikant von 32,9 Hektar auf 56,0 Hektar.[13][14][15]

Verkehr

Chassaignes liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Die Departementsstraße D 20 von Aubeterre-sur-Dronne im Westen nach Ribérac im Osten durchquert das nördliche Gemeindegebiet auf etwa 750 Meter. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum der Gemeinde mit den Weilern und mit den Nachbargemeinden.

Literatur

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Chassaignes – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 15. Dezember 2025 (französisch).
  2. Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 15. Dezember 2024 (französisch).
  3. Dossier des Départements der Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, 11. Dezember 2020, abgerufen am 15. Dezember 2025 (französisch).
  4. Natürliche und technologische Risiken der Gemeinde. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 15. Dezember 2025 (französisch).
  5. Tanet, Hordé, Seiten 104–105
  6. Chassaignes (französisch) (Memento vom 9. September 2016 im Internet Archive)
  7. Notice Communale Chassaignes. EHESS, abgerufen am 15. Dezember 2025 (französisch).
  8. Populations légales 2006 Commune de Chassaignes (24114). INSEE, abgerufen am 15. Dezember 2025 (französisch).
  9. Populations légales 2013 Commune de Chassaignes (24114). INSEE, abgerufen am 15. Dezember 2025 (französisch).
  10. Populations légales 2020 Commune de Chassaignes (24114). INSEE, abgerufen am 15. Dezember 2025 (französisch).
  11. a b Dossier complet Commune de Chassaignes (24114). INSEE, abgerufen am 15. Dezember 2025 (französisch).
  12. Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 15. Dezember 2025 (französisch).
  13. Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Chassaignes. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 15. Dezember 2025 (französisch).
  14. Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 15. Dezember 2025 (französisch).
  15. Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 15. Dezember 2025 (französisch).