Campsegret

Campsegret
Camp Sègret
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Périgueux
Kanton Périgord Central
Gemeindeverband Isle et Crempse en Périgord
Koordinaten 44° 56′ N, 0° 34′ O
Höhe 68–201 m
Fläche 13,83 km²
Einwohner 407 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 29 Einw./km²
Postleitzahl 24140
INSEE-Code 24077

Ortsbild

Campsegret (Aussprache [kɑ̃seˈɡʁɛt], okzitanisch Camp Sègret) ist eine südfranzösische Gemeinde mit 407 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Nordwesten des Départements Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes Isle et Crempse en Périgord. Sie besteht aus dem Hauptort sowie einigen Weilern (hameaux) und Einzelgehöften (fermes). Die Bewohner werden Campsegretois und Campsegretoises genannt.

Geografie

Campsegret liegt etwa 30 Kilometer südsüdwestlich von Périgueux und etwa 11 Kilometer nordnordöstlich von Bergerac in der Übergangsphase der Région naturelle des Landais zur Région naturelle des Bergeracois, Teil des touristisch benannten Périgord pourpre. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert vom Flüsschen Seyze, das im Oberlauf noch Galinat genannt wird, und vom Campsegret, der hier entspringt und beim Zentrum der Gemeinde in die Seyze mündet, sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässer.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Campsegret liegt in der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, einige Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.

Das Relief des Gebiets von Campsegret zeigt eine bewaldete Hügellandschaft mit Erhebungen in der Regel unter 200 m, die durch die Täler der Seyze und des Campsegret tief eingeschnitten wird. Der topografisch höchste Punkt liegt mit 201 m im äußersten Nordosten, der tiefste Punkt mit 68 m im äußersten Süden beim Austritt der Seyze aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt auf etwa 86 m Höhe.

Rund 53 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 43 % werden landwirtschaftlich, hauptsächlich heterogen genutzt, rund 4 % entfallen auf Flächen mit Strauch- und/oder Kräutervegetation.[2]

Campsegret wird von folgenden sieben Gemeinden umgeben:

Montagnac-la-Crempse Douville
(Berührungspunkt)
Saint-Martin-des-Combes
Eyraud-Crempse-Maurens Saint-Georges-de-Montclard
Queyssac Lamonzie-Montastruc

Natürliche Risiken

Naturrisiken manifestieren sich in Campsegret als

  • Dürren
  • Waldbrände
  • Bodensetzungen.

Im gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Plicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräten und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]

Wie die Risikokarte zeigt, ist das gesamte Gemeindegebiet außerhalb der Täler der Seyze und des Campsegret von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperiode ab Juli 2005 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.[4]

Etymologie und Geschichte

Ab dem 12. Jahrhundert wurde der Name des Orts in seiner aktuellen Schreibweise erwähnt (1116), ein Jahrhundert später in der Variante Champ-Segret (1268). Eine latinisierte Form Campus Secretue erschien ebenfalls im 13. Jahrhundert (1268). Camp geht auf das okzitanische camp zurück, das vom lateinischen campus (deutsch Ebene, später bewirtschaftete Ebene) stammt. Segret könnte sich vom lateinischen Adjektiv secretus (deutsch gesondert, getrennt) abgeleitet sein. Im Altfranzösischen gibt es auch das Wort segré (heute secret (deutsch geheim)), das einen abgelegenen Ort bezeichnet. Wahrscheinlicher ist die Herkunft des Namensteils vom Namen Segeredus einer Person ursprünglich germanischen Ursprungs. Zahlreiche Ortsnamen sind auf diese Weise gebildet und der Name des Dorfes entsprach damals „Land des Segeredus“.[5]

Das Vorhandensein mehrerer unterirdischer Zufluchtsorte (Les Versannes, les Bernardies oder Cinq-Castang, Font-Martel usw.) weist auf eine sehr alte Besiedlung des Landes hin.[6]

Bevölkerungsentwicklung

Campsegret: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
  
780
1800
  
568
1806
  
674
1821
  
734
1831
  
744
1836
  
750
1841
  
843
1846
  
795
1851
  
785
1856
  
728
1861
  
706
1866
  
632
1872
  
650
1876
  
600
1881
  
626
1886
  
647
1891
  
603
1896
  
572
1901
  
545
1906
  
528
1911
  
511
1921
  
420
1926
  
434
1931
  
407
1936
  
390
1946
  
385
1954
  
390
1962
  
361
1968
  
342
1975
  
351
1982
  
379
1990
  
403
1999
  
351
2006
  
395
2013
  
391
2020
  
390
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9][10]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Der kontinuierliche Bevölkerungsrückgang im 20. Jahrhundert ist im Wesentlichen auf die Mechanisierung der Landwirtschaft und die Aufgabe von bäuerlichen Kleinbetrieben zurückzuführen.

Sehenswürdigkeiten

  • Die im Stil der Neogotik erbaute Pfarrkirche Saint-Étienne ist dem Erzmärtyrer Stephanus geweiht. Der Bau aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird dominiert von einem Glockenturm mit steinernem Spitzhelm. Das Innere ist einschiffig.
  • Ein Gebäude nahe der Kirche verfügt noch über einen spätmittelalterlichen Rundturm.
  • Eine der Gottesmutter geweihtes Oratorium wurde im Jahr 1956 gebaut.
  • Nördlich des Ortes befindet sich eine etwa mysteriöse Quelle. Der Brunnen existiert seit Anfang des 20. Jahrhunderts, als städtische Arbeiter die Straße neu asphaltierten. Ein Mann löste dabei einen Stein. Daraufhin sprudelte ein Rinnsal Wasser an der Seite herab. Der Mann, der den Stein gelöst hatte, stammte aus der Auvergne, daher der Name „Auvergnat-Brunnen“. Das Wasser ist wohl nie auf seine Qualität getestet. Dennoch halten viele Autofahrer am Straßenrand an, um Plastikflaschen zu füllen oder es über den Kopf zu gießen. Der Legende nach behaupten manche sogar, dass dieses Wasser Krankheiten heilen könne.[11]

Bildung

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Grundschule (École élémentaire).[12]

Wirtschaft

Die Gemeinde ist traditionell land- und forstwirtschaftlich orientiert; die Bewohner lebten jahrhundertelang als Selbstversorger. Heute spielen auch die Fischzucht und die Vermietung von Ferienwohnungen (gîtes) wichtige Rollen im Wirtschaftsleben.

Erwerbstätigkeit

Im Jahre 2022 waren 174 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Campsegret erwerbstätig, entsprechend 68,4 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Frauen höher lag (72,5 %) als der der Männer (65,0 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 23 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (28). Die Arbeitslosenquote sank von 15,9 % (2016) auf 13,4 % (2022).[13]

Branchen und Betriebe

44 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Campsegret wirtschaftlich aktiv:[13]

Branche
Anzahl %
Gesamt 44
Fertigung, Bergbau und andere Industrien 2 4,5 %
Baugewerbe 8 18,2 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie 17 38,6 %
Information und Kommunikation 1 2,3 %
Finanzen und Versicherungen 1 2,3 %
Immobilien 1 2,3 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten 8 18,2 %
Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln 2 4,5 %
Andere Dienstleistungen 4 9,1 %

Landwirtschaft

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Haltung von Schweinen und Geflügel.[14] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 26 bei der Landwirtschaftszählung von 1988, auf 16 im Jahr 2000, auf 9 im Jahr 2010 und auf 7 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 73,1 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 615 Hektar im Jahre 1988 auf 269 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg jedoch von 23,7 Hektar auf 38,5 Hektar.[15][16][17]

Fernwanderweg

Durch Campsegret verläuft der Fernwanderweg GR 654, der in seinem Verlauf der Via Lemovicensis, einem der er vier Jakobswege in Frankreich, ähnelt.[18]

Verkehr

Die Nationalstraße N 21 von Limoges über Périgueux nach Argelès-Gazost über Bergerac durchquert die Gemeinde von Nord nach Süd. Lokale Landstraßen verbinden das Zentrum von Campsegret mit den Weilern und Nachbargemeinden.

Regionalbusse einer Linie im Auftrag der Region Nouvelle-Aquitaine verbinden Campsegret mit Périgueux und Bergerac, bei einzelnen Fahrten mit Verlängerung zum Flughafen Bergerac.[19]

Literatur

Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).

Commons: Campsegret – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 15. November 2025 (französisch).
  2. Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 15. November 2025 (französisch).
  3. Dossier des Départements über Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 15. November 2025 (französisch).
  4. Les risques près de chez moi. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 15. November 2025 (französisch).
  5. Tanet, Hordé, Seiten 80–81
  6. Campsegret (französisch) (Memento vom 9. September 2016 im Internet Archive)
  7. Notice Communale Campsegret. EHESS, abgerufen am 15. November 2025 (französisch).
  8. Populations légales 2006 Commune de Campsegret (24077). INSEE, abgerufen am 15. November 2025 (französisch).
  9. Populations légales 2013 Commune de Campsegret (24077). INSEE, abgerufen am 15. November 2025 (französisch).
  10. Populations légales 2020 Commune de Campsegret (24077). INSEE, abgerufen am 15. November 2025 (französisch).
  11. Margaux Croizon: “C’est une légende locale” : les automobilistes s’arrêtent pour boire l’eau de cette source mystérieuse en Dordogne. Ici, 17. August 2025, abgerufen am 15. November 2025 (französisch).
  12. École élémentaire. Nationales Bildungsministerium, abgerufen am 15. November 2025 (französisch).
  13. a b Dossier complet Commune de Campsegret (24077). INSEE, abgerufen am 15. November 2025 (französisch).
  14. Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 15. November 2025 (französisch).
  15. Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Campsegret. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 15. November 2025 (französisch).
  16. Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 15. November 2025 (französisch).
  17. Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 15. November 2025 (französisch).
  18. GR®654 Via Lemovicensis - De Gué-d’Hossus (Ardennes) à Saint-Palais (Pyrénées-Atlantiques). gr-infos.com, abgerufen am 15. November 2025 (französisch).
  19. Cars régionaux Dordogne. (PDF) Region Nouvelle-Aquitaine, abgerufen am 15. November 2025 (französisch).