Bourg-des-Maisons

Bourg-des-Maisons
Borg de Maisons
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Périgueux
Kanton Ribérac
Gemeindeverband Périgord Ribéracois
Koordinaten 45° 20′ N, 0° 26′ O
Höhe 129–216 m
Fläche 8,99 km²
Einwohner 73 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 8 Einw./km²
Postleitzahl 24320
INSEE-Code 24057

Pfarrkirche Sainte-Marie et Saint-Barthélemy

Bourg-des-Maisons (Aussprache [buʁ de mɛˈzɔ̃], okzitanisch Borg de Maisons) ist eine französische Gemeinde mit 73 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Nordwesten des Départements Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes du Périgord Ribéracois.

Geografie

Bourg-des-Maisons liegt etwa 27 Kilometer südwestlich von Nontron, etwa 28 Kilometer nordwestlich von Périgueux und etwa 55 Kilometer nördlich von Bergerac in der Région naturelle des Ribéracois, Teil des touristisch benannten Périgord vert. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Euche, die in Bourg-des-Maisons entspringt, sowie von verschiedenen kleineren Flussläufen.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Bourg-des-Maisons liegt in der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, datierend aus dem Känozoikum und Sedimentgesteinen aus dem Mesozoikum.

Das Relief des Gemeindegebiets weist eine bewaldete Hügellandschaft auf, deren Erhebungen nach Süden hin über 200 m liegen. Im Süden erstrecken sich zwei ausgedehnte Wälder, der Bois de Flayac und der Bois de Tinteillac. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit 216 m Höhe beim Weiler Londet. Der tiefste Punkt wird mit 129 m beim Austritt der Euche aus dem Gemeindegebiet gemessen. Das Zentrum bei der Pfarrkirche Sainte-Marie et Saint-Barthélemy liegt auf etwa 166 m Höhe.

Rund 52 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, 36 % werden landwirtschaftlich, zumeist als Kulturboden genutzt, rund 12 % entfallen auf Gebiete mit Bergwerken, Deponien und Baustellen.[2]

Bourg-des-Maisons wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:

Verteillac La Tour-Blanche-Cercles
Coutures Chapdeuil
Celles Grand-Brassac

Natürliche Risiken

Naturrisiken manifestieren sich in Bourg-des-Maisons als

  • Stürme, Gewitter, Schnee, große Fröste oder Hitze
  • Dürren
  • Waldbrände
  • Bodensetzungen.

Im nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Plicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräten sowie eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]

Wie die Risikokarte zeigt, ist die südliche Hälfte und damit knapp 50 % des Gemeindegebiets von Bourg-des-Maisons einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden ausgesetzt. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.[4]

Etymologie und Geschichte

Die befestigte Kirche war der Benediktinerabtei von Sarlat zugehörig und die erstmalige Erwähnung des Orts erging 1143 mit ihren Namen, Santa Maria de Maisos. Viel später (1556) erschien der Name des Dorfes in den Schriften in der latinisierten Form Burgus domorum (deutsch Dorf der Häuser). Die beiden Namen sind nicht so verschieden, wie sie aussehen. Maisos (deutsch Häuser) ist ein alter Ortsname und stammt von lateinischen mansio, das ein Haus an einer Römerstraße bezeichnete.[5] In diesem Fall lag das Dorf tatsächlich unweit einer Römerstraße, die Périgueux mit Saintes verband.[6] Domorum ist eine der Formen des lateinischen domus (deutsch Haus). Bourg kommt vom spätlateinischen burgus, das eine Ansammlung von befestigten Häusern bezeichnete. Die Ortsnamen Bourg immer mit einem Eigennamen oder einem Adjektiv begleitet. Der Name der Gemeinde im 19. Jahrhundert, Bourg-des-Maisons, greift in diesem Fall das ursprüngliche Maisos wieder auf.[5]

Bevölkerungsentwicklung

Bourg-des-Maisons: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
  
332
1800
  
286
1806
  
299
1821
  
316
1831
  
284
1836
  
271
1841
  
297
1846
  
293
1851
  
273
1856
  
236
1861
  
263
1866
  
249
1872
  
221
1876
  
234
1881
  
212
1886
  
235
1891
  
201
1896
  
193
1901
  
181
1906
  
169
1911
  
155
1921
  
127
1926
  
132
1931
  
126
1936
  
152
1946
  
142
1954
  
149
1962
  
111
1968
  
86
1975
  
80
1982
  
51
1990
  
55
1999
  
78
2006
  
69
2013
  
61
2020
  
69
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9][10]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Der kontinuierliche Bevölkerungsrückgang im 20. Jahrhundert ist im Wesentlichen auf die Mechanisierung der Landwirtschaft und die Aufgabe von bäuerlichen Kleinbetrieben zurückzuführen.

Sehenswürdigkeiten

  • Die äußerlich schmucklose, in weiten Teilen noch romanische Pfarrkirche Sainte-Marie et Saint-Barthélemy entstand im 11./12. Jahrhundert und war ursprünglich wegen ihrer Größe und ihrer überwiegend exakt ausgeführten Steinbearbeitung wohl eine Prioratskirche Das Kirchengebäude hat einen flachen Chorschluss und einen zurückgesetzten barocken Glockengiebel (clocher mur); das – wahrscheinlich nachträglich eingebaute – Westportal wird von einem Spitzbogen bekrönt. Das Kirchenschiff ist gewölbt; das Joch vor dem Chor ist kuppelgewölbt. Im Chor befinden sich Freskenreste aus dem 14. und 16. Jahrhundert; ein christustragender Christophorus ist noch zu erkennen. Die Kirche ist bereits seit dem Jahr 1913 als Monument historique klassifiziert.[11]
  • Das Schloss Tinteillac stammt aus dem 15. und 17. Jahrhundert. Während einer der beiden spätmittelalterlichen Türme noch mit einem Wehrgang endet, wurde der Wohntrakt (logis) später in einfachen Renaissanceformen erneuert. Im Verlauf der Französischen Revolution wurde das Landschlösschen teilweise zerstört, doch hat auch ein auf kreisrundem Grundriss erbautes Taubenhaus (colombier) die Zeit überstanden.[12]
  • Das Herrenhaus, genannt „Chartreuse Feraillou“, aus dem 17. Jahrhundert gehörte den Familien Montozon und Goumondie de la Chausserie. Die Überreste zeugen von einem spätmittelalterlichen Herrenhaus mit Innenhof, das die Umgebung beherrschte. Ein Stein mit einer Inschrift und der Jahreszahl 1646 wurde in eine schräge Mauer eingelassen, die heute als Stützbalken für den ehemaligen Stall des Herrenhauses dient.[13]
  • Das Herrenhaus, genannt „Schloss Le Reclaud“, datiert aus dem 16. Jahrhundert.

Wirtschaft

Die Gemeinde ist traditionell landwirtschaftlich orientiert; die Bewohner lebten jahrhundertelang als Selbstversorger. Im Norden der Gemeinde wird ein Steinbruch betrieben. Heute konzentriert sich die Wirtschaft von Bourg-des-Maisons hauptsächlich auf Landwirtschaft und Viehzucht, aber auch – und zunehmend – auf den Tourismus.[6]

Erwerbstätigkeit

Im Jahre 2022 waren 35 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Bourg-des-Maisons erwerbstätig, entsprechend 76,1 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse. Die Zahl der Arbeitslosen war mit zwei Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (4). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 14,3 % (2016) auf 5,7 % (2022).[14]

Branchen und Betriebe

Zum 31. Dezember 2023 verfügte die Gemeinde über sechs Betriebe, darunter drei in der Industrie, einer im Bereich Handel, Transport oder Dienstleistungen, einer in der Landwirtschaft, Forstwirtschaft oder Fischerei und einer im Verwaltungssektor.[14]

Landwirtschaft

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf die Haltung von Pferden und/oder andere Pflanzenfresser.[15] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 9 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 7 im Jahr 2000, auf 6 im Jahr 2010 und auf 4 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 55,6 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 369 Hektar im Jahre 1988 deutlich auf 125 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb sank von 41 Hektar auf 31,4 Hektar.[16][17][18]

Literatur

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Bourg-des-Maisons – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 31. Oktober 2025 (französisch).
  2. Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 31. Oktober 2024 (französisch).
  3. Dossier des Départements der Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, 11. Dezember 2020, abgerufen am 31. Oktober 2025 (französisch).
  4. Les risques près de chez moi. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 31. Oktober 2025 (französisch).
  5. a b Tanet, Hordé, Seite 68
  6. a b Bourg-des-Maisons (französisch) (Memento vom 9. September 2016 im Internet Archive)
  7. Notice Communale Bourg-des-Maisons. EHESS, abgerufen am 31. Oktober 2025 (französisch).
  8. Populations légales 2006 Commune de Bourg-des-Maisons (24057). INSEE, abgerufen am 31. Oktober 2025 (französisch).
  9. Populations légales 2013 Commune de Bourg-des-Maisons (24057). INSEE, abgerufen am 31. Oktober 2025 (französisch).
  10. Populations légales 2020 Commune de Bourg-des-Maisons (24057). INSEE, abgerufen am 31. Oktober 2025 (französisch).
  11. Bourg-des-Maisons – Église Sainte-Marie in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  12. Bourg-des-Maisons – Château de Tinteillac (Memento vom 19. Juni 2018 im Internet Archive)
  13. Manoir dit chartreuse de Feraillou in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  14. a b Dossier complet Commune de Bourg-des-Maisons (24057). INSEE, abgerufen am 29. Oktober 2025 (französisch).
  15. Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 31. Oktober 2025 (französisch).
  16. Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Bourg-des-Maisons. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 31. Oktober 2025 (französisch).
  17. Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 31. Oktober 2025 (französisch).
  18. Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 31. Oktober 2025 (französisch).