Sąpy (Młynary)

Sąpy
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Sąpy
Basisdaten
Staat: Polen Polen

Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Elbląg
Gmina: Młynary
Geographische Lage: 54° 9′ N, 19° 42′ O
Einwohner: 118 (2021[1])
Postleitzahl: 14-420
Telefonvorwahl: (+48) 55
Kfz-Kennzeichen: NEB
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 505: PasłękStegnyMłynaryFrombork
Eisenbahn: Bahnstrecke Malbork–Braniewo
Bahnstation Stegny
Nächster int. Flughafen: Danzig

Sąpy (deutsch Sumpf) ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren und gehört zur Gmina Młynary (Mühlhausen i. Ostpr.) im Powiat Elbląski (Elbing).

Geographische Lage

Sąpy liegt im nördlichen Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, elf Kilometer nördlich von Pasłęk (Preußisch Holland) bzw. 16 Kilometer östlich der heutigen Kreismetropole Elbląg (deutsch Elbing).

Geschichte

Das Dorf Sumpf[2] wurde am 20. Januar 1328 erwähnt, als der Komtur Hermann von Elbing erklärt, Johannes Pulcher habe von Peter, dem Schulzen von Mohrungen, das Schulzenamt in Sumpf gekauft.[3] Im Jahre 1820 wurde Sumpf 66 Einwohner zugeschrieben.

Am 28. Mai 1874 wurde Sumpf ein Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk im ostpreußischen Kreis Preußisch Holland innerhalb des Regierungsbezirks Königsberg.[4]

Aus dem Gut Sumpf mit seinen Vorwerken Erlau und Suche (polnisch Suche) wurde am 24. Mai 1894 der Gutsbezirk Erlau gebildet, der 1905 in den Amtsbezirk Schlobitten (polnisch Słobity) umgegliedert wurde.[5]

Am 6. Mai 1905 wurde der Amtsbezirk Sumpf aufgelöst, als zeitgleich die Landgemeinde Sumpf in den Ortspolizeibezirk Mühlhausen i. Ostpr. umgegliedert wurde.[4] Am 14. Oktober 1908 vergrößerte sich Sumpf um den Gutsbezirk Vaterswille (polnisch Ojcowa Wola), der eingemeindet wurde. Die Einwohnerzahl der auf diese Weise erweiterten Gemeinde belief sich im Jahre 1910 auf 124.[6] Im Jahre 1933 belief sich die Einwohnerzahl dann auf 314 und im Jahre 1939 auf 304.[7]

In Kriegsfolge kam Sumpf 1945 mit dem gesamten südlichen Ostpreußen zu Polen. Der Ort wurde in Sąpy umbenannt und ist heute eine Ortschaft innerhalb der Gmina Młynary (Stadt-und-Land-Gemeinde Mühlhausen i. Ostpr.) im Powiat Elbląski (Kreis Elbing), von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Elbląg, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Im Jahre 2021 zählte Sąpy 118 Einwohner.[1]

Amtsbezirk Sumpf (1874–1905)

Zum Amtsbezirk Sumpf gehörten in der Zeit seines Bestehens:[4][8]

Deutscher Name Polnischer Name
Judendorf
1936–1945 Hermannswalde
Warszewo
Schönberg Zastawno
Suche Sucha
Sumpf (LG) Sąpy
Sumpf (GB)
ab 1894: Erlau
Sąpy

Im Zusammenhang der Auflösung des Amtsbezirks Sumpf im Jahre 1905 wurde Erlau in den Amtsbezirk Schlobitten (polnisch Słobity), die anderen Orte in den Ortspolizeibezirk/Stadt Mühlhausen i. Ostpr. (Młynary) umgegliedert.

Religion

Bis 1945 waren das Dorf und das Gut Sumpf in die evangelische Kirche in Mühlhausen i. Ostpr. (Młynary) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union,[9] außerdem in die römisch-katholische Pfarrei der Stadt Mühlhausen eingegliedert.[3]

Heute gehört Sąpy auch zur katholische Pfarrei in Młynary, jetzt im Bistum Elbląg gelegen, außerdem zu kleinen evangelischen Kirchengemeinde der Stadt innerhalb der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Verkehr

Sąpy liegt an der Woiwodschaftsstraße 505, die die Städte Pasłęk (Preußisch Holland), Młynary (Mühlhausen i. Ostpr.) und Frombork (Frauenburg) miteinander verbindet.

Die nächste Bahnstation ist Stegny (Steegen) an der heute nicht mehr regulär befahrenen Bahnstrecke Malbork–Braniewo (Marienburg–Braunsberg), einem Teilabschnitt der einstigen Königlichen Preußischen Ostbahn.

Einzelnachweise

  1. a b Polska w Liczbach: Wieś Sąpy w liczbach (polnisch)
  2. Dietrich Lange: Sumpf, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005)
  3. a b Geschichtliches Orts-Verzeichnis (GOV): Sumpf (Landkreis Preußisch Holland)
  4. a b c Rolf Jehke: Amtsbezirk Sumpf/Stadt Mühlhausen i. Ostpr.
  5. Rolf Jehke: Amtsbezirk Schlobitten
  6. Meyers Gazetteer: Sumpf
  7. Michael Rademacher: Ortsbuch Landkreis Preußisch Holland
  8. LG = Landgemeinde, GB = Gutsbezirk
  9. Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 471