Myśliniec

Myśliniec
?
Myśliniec
Basisdaten
Staat: Polen Polen

Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Elbląg
Gmina: Młynary
Geographische Lage: 54° 14′ N, 19° 43′ O
Einwohner:
Postleitzahl: 14-420
Telefonvorwahl: (+48) 55
Kfz-Kennzeichen: NEB
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Bludowo/DW 505Kurowo Braniewskie
Nowe SadłukiStare Sadłuki → Myśliniec
Eisenbahn: Bahnstrecke Malbork–Braniewo
Bahnstation: Kurowo Braniewskie
Nächster int. Flughafen: Danzig

Myśliniec (deutsch Jägeritten) ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren und gehört zur Gmina Młynary (Stadt-und-Land-Gemeinde Mühlhausen i. Ostpr.) im Powiat Elbląski (Kreis Elbing).

Geographische Lage

Myśliniec liegt am Ostufer der Baude (polnisch Bauda) im Nordwesten der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 18 Kilometer südwestlich der früheren Kreisstadt Braunsberg (polnische Braniewo) bzw. 20 Kilometer nordwestlich der heutigen Kreismetropole Elbląg (deutsch Elbing).

Geschichte

Bis 1945 war Jägeritten in zwei Ortschaften unterteilt: die Försterei und die Mühle Jägeritten.

Jägeritten (Forsthaus)
Das einstige Gut und Försterei Jägeritten (bis 1871 Jägritten) war dem Staatsforst Födersdorf (polnisch Piórkowo) im ostpreußischen Kreis Braunsberg zugeordnet.[1] Es galt al eine Ortschaft der Födersdorfer Oberförsterei und zählte im Jahre 1910 sieben Einwohner.[2]

Am 30. September 1928 wurde die Exklave Jägeritten des Gutsbezirks Födersdorf, Forst, in die Landgemeinde Tiedmannsdorf (polnisch Chruściel) im gleichnamigen Amtsbezirk eingegliedert.[3]

Jägeritten (Mühle)
Direkt neben dem Forsthaus Jägeritten lag die Mühle Jägeritten.[4] Es handelte sich um eine Wassermühle, die man vor 1820 noch Curausche Mühle und nach 1820 Mühlenetablissement Jägeritten nannte.[4] Bis 1945 war die Mühle Jägeritten[5] mit der dazugehörigen Wohnsiedlung der Gemeinde Bludau (polnisch Błudowo) im Kreis Braunsberg zugeordnet. Im Jahre 1910 waren hier neun Einwohner gemeldet.[6]

Myśliniec
Als 1945 das gesamte südliche Ostpreußen in Kriegsfolge an Polen kam, wurden die beiden bisherigen Ortschaften Jägeritten zu einer Ortschaft zusammengefasst. Sie erhielten wohl zunächst die gemeinsame Namensform „Jegryty“, die zu einem unbestimmten Zeitpunkt jedoch in „Myśliniec“ umgeändert wurde. Heute ist der Ort auch unter dem Namen „Myśliwiec“ bekannt.

Myśliniec ist heute eine Ortschaft im Verbund der Gmina Młynary (Stadt-und-Land-Gemeinde Mühlhausen i. Ostpr.) im Powiat Elbląski (Kreis Elbing), von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Elbląg, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.

Religion

Forsthaus und auch Mühle Jägeritten war bis 1945 in die evangelische Kirche in Mühlhausen i. Ostpr. in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union eingegliedert,[7] während das Forsthaus römisch-katholischerseits zur Pfarrei Tiedmannsdorf[3] und die Mühle zur Pfarrei Bludau,[5] beide im Erzbistum Ermland gelegen, gehörte.

Heute gehört Myśliniec katholischerseits zu Bludowo und evangelischerseits zu Młynary.

Verkehr

Myśliniec liegt an einer Nebenstraße, die von der Woiwodschaftsstraße 505 bei Błudowo (Bludau) bis nach Kurowo Braniewskie (Kurau) führt. Außerdem endet eine von Nowe Sadłuki (Gut Neu Sadlucken) kommende Straße in Myśliniec.

Die nächste Bahnstation war und ist seit 1906 Kurau resp. Kurowo Braniewskie an der nicht mehr regulär befahrenen Bahnstrecke Malbork–Braniewo, einem Teilabschnitt der einstigen Preußischen Ostbahn.

Einzelnachweise

  1. Dietrich Lange: Jägeritten, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005)
  2. Meyers Gazetteer: Födersdorf
  3. a b Geschichtliches Orts-Verzeichnis (GOV): Forsthaus Jägeritten
  4. a b Dietrich Lange: Jägeritten-Mühle, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005)
  5. a b Geschichtliches Orts-Verzeichnis: Mühle Jägeritten
  6. Meyers Gazetteer: Bludau, Kr. Braunsberg
  7. Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 471