Dawidy (Pasłęk)

Dawidy
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Dawidy
Basisdaten
Staat: Polen Polen

Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Elbląg
Gmina: Pasłęk
Geographische Lage: 54° 8′ N, 19° 41′ O
Einwohner:
Postleitzahl: 14-400[1]
Telefonvorwahl: (+48) 55
Kfz-Kennzeichen: NEB
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 505: Pasłęk/DW 513StegnySąpyMłynaryFrombork/DW 504
Eisenbahn: Bahnstrecke Malbork–Braniewo
Bahnstation: Stegny
Nächster int. Flughafen: Danzig

Dawidy (deutsch Davids) ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Er gehört zur Stadt-und-Land-Gemeinde Pasłęk (Preußisch Holland) im Powiat Elbląski (Kreis Elbing).

Geografie

Dawidy liegt im nördlichen Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, acht Kilometer nördlich der früheren Kreisstadt Preußisch Holland (polnisch Pasłęk) bzw. 16 Kilometer östlich der heutigen Kreismetropole Elbląg (deutsch Elbing).

Geschichte

Das einstige Davids, das zudem noch Davids-Krug, vor 1785 auch Dawids hieß,[2] wurde im Jahre 1531 als ein Landgut erstmals urkundlich erwähnt.[3] Dieses war eines von vielen Gütern des Anton(ius) von Borcke, seines Zeichens Landhofmeister des Herzogtums Preußen und einer der damaligen großen Grundbesitzer, so auch Besitzer der Güter Quittainen (polnisch Kwitajny) und Grasnitz (Grazymy). Nach dem Tode des Vaters im Jahre 1575 erbte sein Sohn Achatius neben anderen das kleine Gut Davids.[3]

Danach ging das Gut in den Besitz seiner Witwe über, nachfolgender Eigentümer wurde die Familie Drzewiecki. Von ihr wurde des 212 Hektar große Gut 1663 an die Familie Dohna-Schlobitten verkauft. Als eines von acht Vorwerken blieb es bis 1945 im Besitz dieser Familie.[3]

1730/31 ließ Alexander Aemilius Burggraf und Graf zu Dohna-Schlobitten (1704–1745) das Schlösschen nach Entwürfen des Landbaumeisters Johann Caspar Hindersin (1667–1738) im Stil des niederländischen Barocks mit niederigem Erdgeschoss und großzügiger Beletage errichten.[4][5] Es war u. a. Witwensitz, Jagdschloss und auch die Unterkunft für Geschwister des Schlobitter Besitzers.

Das Dorf Davids wurde 1785 als ein zu Schlobitten (polnisch Słobity) gehörendes Gut und Vorwerk mit drei Feuerstellen, 1820 als adliges Gut und Vorwerk mit drei Feuerstellen bei 19 Einwohnern genannt.[6]

Ab 1908 wurde Davids als ein selbständiger Gutsbezirk innerhalb des Amtsbezirks Schlobitten (polnisch Słobity) im ostpreußischen Kreis Preußisch Holland, Regierungsbezirk Königsberg, genannt.[7] Im Jahre 1910 zählte Davids 48 Einwohner.[6]

Im September 1928 verlor Davids wieder seine Eigenständigkeit, als es sich mit der Nachbargemeinde Giebitten (polnisch Gibity) und dem zum Amtsbezirk Steegen (polnisch Stegny) gehörenden Dorf Bunden (polnisch Bądy) zu einer neuen Landgemeinde Bunden zusammenschloss.[7]

1945 fiel das südliche Ostpreußen in Kriegsfolge an Polen. Davids erhielt die polnische Namensform „Dawidy“. Der letzte deutsche Gutsbesitzer war Alexander zu Dohna-Schlobitten (1899–1997). Er organisierte noch für viele Einwohner Davids Fluchtmöglichkeiten, bevor er selber in den Westen ging. Das Schlösschen war zuletzt noch von einem landwirtschaftlichen Verwalter sowie einem Förster bewohnt.[3]

Dawidy ist heute eine Ortschaft im Verbund der Gmina Pasłęk (Stadt-und-Land-Gemeinde Preußisch Holland) im Powiat Elbląski (Kreis Elbing), von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Elbląg, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.

Nach 1945 wurde das Schlösschen Davids bis 1972 von mehreren Familien bewohnt. Das Haus verwahrloste und verfiel allerdings zusehends. Das baufällige Gebäude wurde 1976 von Elżbieta und Stanisław Matuszewicz gekauft und originalgetreu wieder aufgebaut.[3] Dann er folgte wieder ein Leerstand. 2009 fand es mit Jan Kozlowski aus Pasłęk einen neuen Eigentümer, der sich des Gebäudes und auch des Gutsparks annahm.[5] Unter dem Namen „Dwór Dawidy“ machte es sich als Hotel dann schnell einen Namen. Allerdings stand es 2024 wieder zum Verkauf.[3]

Religion

Davids war bis 1945 in die Evangelische Kirche Marienfelde (Marianka) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union,[8] außerdem in die römisch-katholische Pfarrei Mühlhausen (polnisch Młynary) eingegliedert.[6]

Heute gehört Dawidy wie vorher Davids zur katholischen Pfarrei in Młynary im Bistum Elbląg, außerdem zur evangelischen St.-Georgs-Kirche Pasłęk, einer Filialkirche der Pfarrei Ostróda (Osterode i. Ostpr.) in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Verkehr

Dawidy liegt an einer Nebenstraße, die die Städte Pasłęk (Preußisch Holland), Młynary (Mühlhausen i. Ostpr.) sowie Frombork (Frauenburg) miteiander verbindet.

Die nächste Bahnstation ist Stegny (Steegen), das an der allerdings nur noch unregelmäßig befahrenen Bahnstrecke Malbork–Braniewo liegt.

Commons: Dawidy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Polska w Liczbach: Wieś Dawidy w liczbach
  2. Dietrich Lange: Davids, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005)
  3. a b c d e f Davids (Dawidy), in: Gutshäuser und Schlösser im ehemaligen Ostpreußen. Ermland-Masuren
  4. Informationszentrum Ostpreussen: Dawidy – Davids
  5. a b dto., Das Schlösschen Davids bei Preußisch Holland
  6. a b c Geschichtliches Orts-Verzeichnis (GOV): Gut Davids
  7. a b Rolf Jehke: Amtsbezirk Schlobitten
  8. Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 471