Piergozy (Pasłęk)

Piergozy
?
Piergozy
Basisdaten
Staat: Polen Polen

Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Elbląg
Gmina: Pasłęk
Geographische Lage: 54° 1′ N, 19° 45′ O
Einwohner:
Postleitzahl: 14-400[1]
Telefonvorwahl: (+48) 55
Kfz-Kennzeichen: NEB
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Wągniki → Piergozy
Eisenbahn: Bahnstrecke Olsztyn–Bogaczewo
Bahnstation: Zielonka Pasłęcka
Nächster int. Flughafen: Danzig

Piergozy (deutsch Pergusen) ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Er gehört zur Stadt-und-Land-Gemeinde Pasłęk (Preußisch Holland) im Powiat Elbląski (Kreis Elbing).

Geographische Lage

Piergozy liegt im nördlichen Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, neun Kilometer südöstlich der früheren Kreisstadt Preußisch Holland (polnisch Pasłęk) bzw. 26 Kilometer südöstlich der heutigen Kreismetropole Elbląg (deutsch Elbing).

Geschichte

Das kleine Gutsdorf Pergusen[2] bestand bereits in der Ordenszeit.[3] 1448 fand sich der Ortsname als Eintrag im Zinsbuch der Komturei Elbing, und von 1650 bis 1695 war Pergusen im Besitz des kurbrandenburgischen Feldmarschalls Georg von Derfflinger. 1785 war das Dorf ein adliges Vorwerk mit vier Feuerstellen, 1820 ein ebensolches mit drei Feuerstellen bei 42 Einwohnern.[3]

Im Jahre 1874 wurde der Gutsbezirk Pergusen Teil des neu errichteten Amtsbezirks Quittainen (polnisch Kwitajny) im ostpreußischen Kreis Preußisch Holland innerhalb des Regierungsbezirks Königsberg.[4] Am 23. Oktober 1881 vergrößerte sich Pergusen um das kommunalfreie Grundstück Hartwichs (polnisch Bukowa), der eingemeindet wurde. Im Jahre 1910 zählte Pergusen 126 Einwohner.[3]

Am 30. September 1928 schlossen sich die beiden Gutsbezirke Pergusen und Weinings (polnisch Wągniki) zur neuen Landgemeinde Pergusen.[4] Die Einwohnerzahl dieser Gemeinde belief sich 1933 auf 200 und 1939 auf 209.[5]

Als 1945 das gesamte südliche Ostpreußen in Kriegsfolge an Polen fiel, erhielt Pergusen die polnische Namensform „Piergozy“. Heute ist der Ort eine Ortschaft im Verbund der Gmina Pasłęk (Stadt-und-Land-Gemeinde Preußisch Holland) im Powiat Elbląski (Kreis Elbing), von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.

Religion

Bis 1945 war Pergusen in die evangelische Kirche Grünhagen (polnisch Zielonka Pasłęka) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union,[6] außerdem in die römisch-katholische Pfarrei St. Josef in der Stadt Preußisch Holland eingegliedert.[3]

Heute gehört Piergozy zur evangelischen St.-Georgs-Kirche Pasłęk, einer Filialkirche von Ostróda (Osterode) in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, sowie zur katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul in Zielonka Pasłęcka im Bistum Elbląg.

Verkehr

Piergozy ist von Wągniki (Weinings) aus auf direktem Wege zu erreichen. Die nächste Bahnstation ist Zielonka Pasłęcka an der Bahnstrecke Olsztyn–Bogaczewo (Allenstein–Güldenboden) zur Weiterfahrt nach Elbląg (Elbing).

Einzelnachweise

  1. Polska w Liczbach: Wieś Piergozy w liczbach (polnisch)
  2. Dietrich Lange: Pergusen, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005)
  3. a b c d Geschichtliches Orts-Verzeichnis (GOV): Pergusen
  4. a b Rolf Jehke: Amtsbezirk Quittainen
  5. Michael Rademacher: Ortsbuch Landkreis Preußisch Holland
  6. Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 471