Surowe (Pasłęk)

Surowe
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Surowe
Basisdaten
Staat: Polen Polen

Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Elbląg
Gmina: Pasłęk
Geographische Lage: 54° 2′ N, 19° 46′ O
Einwohner: 266 (2021[1])
Postleitzahl: 14-400
Telefonvorwahl: (+48) 55
Kfz-Kennzeichen: NEB
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 527: DzierzgońPasłękRogajnyKwitajnyMorągŁuktaOlsztyn
CieszyniecSałkowice → Surowe
Grądki → Surowe, und
Malinowo → Surowe
Eisenbahn: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Danzig

Surowe (deutsch Schönau) ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Er gehört zur Stadt-und-Land-Gemeinde Pasłęk (Preußisch Holland) im Powiat Elbląski (Kreis Elbing).

Geographische Lage

Surowe liegt im nördlichen Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, acht Kilometer südöstlich der früheren Kreisstadt Preußisch Holland (polnisch Pasłęk) bzw. 26 Kilometer südöstlich der heutigen Kreismetropole Elbląg (deutsch Elbing).

Geschichte

Das Gutsdorf Schönau[2] mit späterer Kirche, Försterei und Ziegelei bestand bereits in der Ordenszeit.[3] Im Jahre 1406 erhielt es eine Handfeste, in demselben Jahr fand es Erwähnung im Zinsbuch der Komturei Elbing.

Im Jahre 1785 wurde Schönau ein adliges Vorwerk und Dorf mit Kirche bei 22 Feuerstellen genannt, 1820 als ebensolches mit 224 Einwohnern.[3]

Als 1874 der neue Amtsbezirk Quittainen (polnisch Kwitajny) im ostpreußischen Kreis Preußisch Holland, Regierungsbezirk Königsberg, errichtet wurde, gehörte Schönau als eine Landgemeinde von Anfang an dazu.[4] Am 9. März 1894 wurde die Landgemeinde Schönau in den Gutsbezirk Schönau eingegliedert. Im Jahre 1910 zählte der Ort 177 Einwohner.[5]

Am 30. September 1928 schließlich gab Schönau seine Eigenständigkeit auf und schloss sich mit dem Gutsbezirk Quittainen zur neuen Landgemeinde Quittainen zusammen.[4]

Als 1945 das gesamte südliche Ostpreußen in Kriegsfolge an Polen abgetreten wurde, erhielt Schönau die polnische Namensform „Surowe“. Als eine Osada (= „Siedlung“) ist das Dorf heute eine Ortschaft im Verbund der Gmina Pasłęk (Stadt-und-Land-Gemeinde Preußisch Holland) im Powiat Elbląski (Kreis Elbing), von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Elbląg, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Im Jahre 2021 zählte Surowe 266 Einwohner.[1]

Religion

Evangelisch Kirche

Eine evangelische Kirchengemeinde bestand in Schönau bereits in der Reformationszeit.[6] Bis 1682 wurde Schönau von Preußisch Holland aus betreut, danach von Rogehnen. Im Jahre 1747 wurde eine Kirche errichtet:[7] ein kleiner Ziegelbau mit einem Holzturm, der 1855 durch einen massiven Turm ersetzt wurde. Altar und Kanzel aus dem 18. Jahrhundert wurden nachträglich vereinigt. Die Orgel stammte aus dem 19. Jahrhundert. Das Geläut bestand aus zwei Glocken.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts schlossen sich die Kirchengemeinden Rogehnen und Zallenfelde mit Schönau zur Vereinigten Kirchengemeinde Rogehnen-Schönau-Zallenfelde zusammen.[6] Pfarrsitz war Rogehnen. Zum Sprengel Schönau, den die Kirchspielorte Schönau, Amalienhof und Teschenwalde bildeten, gehörten im Jahre 1925 288 Gemeindeglieder (von insgesamt 1.307). Das Schönauer Kirchenpatronat oblag der Gräflich Dönhoffschen Familien- und Armenstiftung in Quittainen. Die Vereinigte Kirchengemeinde Rogehnen-Schönau-Zallenfelde gehörte zuletzt zum Kirchenkreis Preußisch Holland in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.

Die Kirchenbücher Schönaus von 1766 bis 1944 haben sich fast sämtlich erhalten,[8] lediglich die Konfirmationen sind erst ab 1795 vorhanden. Außerdem liegt das Kommunikantenregister 1783 bis 1837 sowie eine Gefallenenliste 1914 bis 1918 im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin-Kreuzberg vor.

Evangelische Kirchenglieder gehören seit 1945 zur St.-Georgs-Kirche Pasłęk. Sie ist eine Filialkirche der Pfarrei Ostróda (Osterode i. Ostpr.) innerhalb der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Römisch-katholische Kirche

Surowe war bis 1945 ein Ort der römisch-katholischen Pfarrei St. Josef in der Kreisstadt Preußisch Holland.[3] Seit 1945 gehört das Dorf zur Pfarrei der St.-Peter-und-Paul-Kirche in Rogehnen im Dekanat Pasłęk II des Bistums Elbląg.

Verkehr

Surowe liegt an der verkehrsreichen Woiwodschaftsstraße 527 (hier im Abschnitt der ehemaligen deutschen Reichsstraße 133), die Dzierzgoń (Christburg), Pasłęk (Preußisch Holland), Morąg (Mohrungen) und Olsztyn (Allenstein) miteinander verbindet. Lokale Ortsstraßen von Cieszyniec (Teschenwalde), Grądki (Groß Thierbach) und Malinowo (Amalienhof) kommend enden in Surowe.

Ein Bahnanbindung besteht nicht.

Commons: Surowe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Polska w Liczbach: Osada Surowe w liczbach (polnisch)
  2. Dietrich Lange: Schönau in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005)
  3. a b c Geschichtliches Ortsverzeichnis (GOV): Schönau (Landkreis Preußisch Holland)
  4. a b Rolf Jehke: Amgtsbezirk Quittainen
  5. Meyers Gazetteer: Schönau, Ostpr.
  6. a b Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 472
  7. Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2 Bilder ostpreußischer Kirchen, Göttingen 1968, S. 77
  8. Christa Stache: Verzeichnis der Kirchenbücher im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin, Teil I: Die östlichen Kirchenprovinzen der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union, Berlin 1992³, S. 102