Castels et Bézenac
| Castels et Bézenac | ||
|---|---|---|
| Staat | Frankreich | |
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Sarlat-la-Canéda | |
| Kanton | Vallée Dordogne | |
| Gemeindeverband | Vallée de la Dordogne et Forêt Bessède | |
| Koordinaten | 44° 52′ N, 1° 3′ O | |
| Höhe | 57–267 m | |
| Fläche | 23,76 km² | |
| Einwohner | 813 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 34 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24220 | |
| INSEE-Code | 24087 | |
| Website | mairiedecastelsetbezenac.fr | |
Castels et Bézenac (okzitanisch Castèls e Bézenac) ist eine französische Gemeinde mit 813 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Norden des Départements Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes Vallée de la Dordogne et Forêt Bessède.
Sie entstand mit Wirkung vom 1. Januar 2017 als Commune nouvelle durch Zusammenlegung der bis dahin selbstständigen Gemeinden Castels und Bézenac, die zunächst den Status als Communes déléguées besaßen. Der Verwaltungssitz befindet sich in Castels.[1]
Der Erlass des Präfekten vom 31. Dezember 2019 legte die Auflösung der Communes déléguées zum 1. Januar 2020 fest.[2]
Gemeindegliederung
| Ortsteil | Ehemaliger INSEE-Code |
Fläche (km²) | Einwohnerzahl (1. Januar 2017) |
|---|---|---|---|
| Castels(Verwaltungssitz) | 24087 | 19,60 | 653 |
| Bézenac | 24041 | 4,16 | 156 |
Geografie
Castels et Bézenac liegt etwa 44 Kilometer südöstlich von Périgueux, etwa 14 Kilometer westsüdwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 45 Kilometer östlich von Bergerac in der Région naturelle des Périgord noir, Teil des gleichnamigen, touristisch benannten Landesteils. Die Gemeinde liegt am Nordufer der Dordogne und wird außerdem entwässert vom Flüsschen Moulant, das auf ihrem Gebiet entspringt, sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.
Die Gemeinde setzt sich aus verstreut liegenden Gebäuden und weiteren Dörfer und Weiler ohne eigentliches Zentrum zusammen. Ihr Gebiet geht im Südwesten zur Schwemmebene der Dordogne, nach Westen zum Siedlungsgebiet der Nachbargemeinde Saint-Cyprien über. Dort ist auch der Standort der Marie im Weiler Luziers. Nach Nordosten hin erhebt sich schroff abhebend eine waldreiche Hügellandschaft, die vom Tal des Flüsschens Moulant markant eingeschnitten wird. Dort ist auch der topografisch höchste Punkt ist mit 281 m Höhe zu finden. Der tiefste Punkt mit 57 m wird im äußersten Südwesten beim Austritt der Dordogne aus dem Gemeindegebiet gemessen. Die Mairie der Commune nouvelle befindet sich erhöht auf etwa 63 m Meereshöhe.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Castels et Bézenac liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[3] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, die aus dem Känozoikum stammen, sowie Sedimentgesteine aus dem Mesozoikum.
Castels et Bézenac wird von folgenden sieben Gemeinden umgeben:
| Meyrals | Saint-André-d’Allas | |
| Saint-Cyprien | Beynac-et-Cazenac | |
| Berbiguières | Allas-les-Mines | Saint-Vincent-de-Cosse |
Natürliche und technologische Risiken
Naturrisiken manifestieren sich in Castels et Bézenac als
- Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen, besonders entlang der Dordogne
- Dürren
- Waldbrände
- Bodensetzungen.
Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen und Schlammlawinen in den Jahren 1982, 1988, 1993, 2003 und 2008 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugenden Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehört u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.
Im Gemeindegebiet oberhalb des Schwemmlands der Dordogne besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Plicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräten und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.
Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa 15 % des Gemeindegebiets von einer mittleren Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.[4]
Die Gemeinde liegt flussabwärts des Staudamms Bort-les-Orgues im Département Corrèze, einem Bauwerk der Klasse A (Höhe des Stauwehrs ≥ 20 Meter), das seit 2009 einem sog. Spezifischen Interventionsplan (PPI) unterliegt. Dieser findet Anwendung bei diesem Staudamm der Klasse A mit einem Stauseevolumen von über 15 Millionen m3. Er ist ein Notfallplan, der die Maßnahmen zur Alarmierung der Behörden und der Bevölkerung, die Organisation der Hilfsmaßnahmen und die Umsetzung von Evakuierungsplänen detailliert beschreibt. Daher ist es wahrscheinlich, dass die Gemeinde von der Hochwasserwelle betroffen sein wird, die durch den Bruch dieses Bauwerks entstünde.[5]
Sehenswürdigkeiten
- Castels
- Die ehemalige Kirche Saint-Clair in Vieux-Castel ist ein einschiffiger romanischer Bau des 13. Jahrhunderts. Sie steht inmitten des alten Friedhofs, der aber immer noch genutzt wird, obwohl das alte Dorf bereits seit geraumer Zeit verschwunden ist. Die Pfarrei wurde 1809 aufgelöst und 1810 die Kirche zur Kapelle erhoben. Das Gebäude wurde vernachlässigt und verfiel. Der äußerlich schmucklose Bau hat einen Vierungsturm und ein leicht aus der Wandflucht hervortretendes Archivoltenportal auf der Nordseite. Das Innere der – außen polygonal gestalteten – Apsis verfügt über Blendarkadenverzierung und einige spätromanische Kapitelle. Das Kirchengebäude ist seit 1965 als Monument historique eingeschrieben.[6]
- Die turmlose romanische ehemalige Prioratskirche Saint-Martin im nahezu verlassenen Weiler Redon-Espic (44° 52′ 25″ N, 1° 6′ 21″ O) ist in den Jahren nach 2000 umfassend restauriert worden. Die Kapelle befindet sich heute inmitten eines Wäldchens und ist zusammen mit den Überresten des ehemaligen Priorats seit dem Jahr 1999 als Monument historique klassifiziert.[7] Das Oratorium der Marienerscheinung ist etwas über 400 Meter Luftlinie vom ehemaligen Priorat entfernt und ist Ziel einer jährlichen Wallfahrt.
- Das Schloss Argentonesse ist ein Bau des ausgehenden 19. Jahrhunderts, der heute als Hotel genutzt wird.
- Neben einer ehemaligen Schmiede im Weiler Baran steht ein gut restaurierter hölzerner Klauenstand (travail), der bis ins 20. Jahrhundert hinein zur Hufpflege von Arbeitspferden und -ochsen genutzt wurde.
-
Ehemalige Kirche Saint-Clair
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Ehemalige Prioratskirche Saint-Martin
-
- Bézenac
- Die Kirche Saint-Pierre-es-Liens ist ein einschiffiger Bau des 12. Jahrhunderts, der jedoch nach Ende des Hundertjährigen Krieges gründlich überarbeitet wurde. Aus dieser Zeit stammt auch der kleine Portalvorbau und vielleicht auch der darüber aufragende Glockengiebel. Die Kirche wurde in den Jahren 2018 bis 2021 mit Geldspenden und Eigenleistungen des Heimatvereins restauriert und so vor dem Verfall bewahrt. Dabei kamen Fresken wahrscheinlich aus dem 14. Jahrhundert zum Vorschein. In der Kirche finden heute wieder regelmäßig Gottesdienste statt.
- Das Schloss Le Thon wurde im 17. Jahrhundert auf einer Terrasse mit Blick auf das Dordogne-Tal errichtet. Der Hauptkörper wird von zwei Pavillons eingerahmt, die zusammen einen U-förmigen Innenhof bilden. Im Süden des Anwesens ist ein viereckiger Taubenschlag mit seiner drehbaren Leiter, dessen Einfluglöchern und Sitzstangen erhalten geblieben. Er begründete die Einschreibung der Fassaden und Dächer des Taubenschlags im Jahr 1981 als Monument historique.[8] Der Komplex befindet sich in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden.
-
Kirche Saint-Pierre-es-Liens
-
Taubenschlag des Schlosses Le Thon
Wirtschaft
Erwerbstätigkeit
Im Jahre 2022 waren 302 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Castels et Bézenac erwerbstätig, entsprechend 74,6 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Frauen (75,6 %) höher war als der Männeranteil (73,6 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 23 Personen im Jahr 2022 sehr viel niedriger als im Jahr 2016 (50). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 16,3 % (2016) auf 7,6 % (2022).[9]
Branchen und Betriebe
95 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Castels et Bézenac wirtschaftlich aktiv:[9]
| Branche | ||
|---|---|---|
| Anzahl | % | |
| Gesamt | 95 | |
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 8 | 8,4 % |
| Baugewerbe | 22 | 23,2 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 23 | 24,2 % |
| Information und Kommunikation | 4 | 4,2 % |
| Immobilien | 4 | 4,2 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 11 | 11,6 % |
| Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 13 | 13,7 % |
| Andere Dienstleistungen | 10 | 10,5 % |
Landwirtschaft
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[10] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 39 bei der Landwirtschaftszählung von 1988, auf 31 im Jahr 2000, auf 21 im Jahr 2010 und auf 20 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 48,7 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 617 Hektar im Jahre 1988 auf 358 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 15,8 auf 17,9 Hektar.[11][12][13][14]
Fernwanderwege
Der 1932 Kilometer lange Fernwanderweg GR 36 „De la Manche aux Pyrénées“ von Ouistreham (Département Calvados) nach Bourg-Madame (Département Pyrénées-Orientales) durchquert das Gemeindegebiet entlang des Ufers der Dordogne ebenso wie der 84 Kilometer lange Fernwanderweg GR 64 von der Brücke über die Ouysse (Département Lot) nach Les Eyzies-de-Tayac-Sireuil.[15][16]
Verkehr
Die zur Departementsstraße D 703 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 703 von Lalinde über Saint-Cyprien nach Bretenoux über Saint-Vincent-de-Cosse durchquert das südliche Gemeindegebiet. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern und weiteren Nachbargemeinden.
Die Bahnstrecke Siorac-en-Périgord–Cazoulès durchquert das Gemeindegebiet ohne Haltepunkt. Der nächstgelegene Haltepunkt befindet sich im nahen Saint-Cyprien.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Recueil des actes administratifs N°24-2016-019. (PDF) Département Dordogne, 19. Juli 2016, S. 134–138, 152–156, abgerufen am 25. November 2025 (französisch).
- ↑ Recueil des actes administratifs N°24-2019-055. (PDF) Département Dordogne, 31. Dezember 2019, S. 44–46, abgerufen am 25. November 2025 (französisch).
- ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 25. November 2025 (französisch).
- ↑ Les risques près de chez moi. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 25. November 2025 (französisch).
- ↑ Dossier des Départements über Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 25. November 2025 (französisch).
- ↑ Église Saint-Clair du Vieux-Castel, Castels in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
- ↑ Église, Redon-Espic in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
- ↑ Château du Thon, Bézenac in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
- ↑ a b Dossier complet Commune de Castels et Bézenac (24087). INSEE, abgerufen am 25. November 2025 (französisch).
- ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 25. November 2025 (französisch).
- ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Castels. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 25. November 2025 (französisch).
- ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Bézenac. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 25. November 2025 (französisch).
- ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 25. November 2025 (französisch).
- ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 25. November 2025 (französisch).
- ↑ GR®36 De la Manche aux Pyrénées. gr-infos.com, abgerufen am 25. November 2025 (französisch).
- ↑ GR®64 - Du pont sur l'Ouysse (Lot) aux Eyzies-de-Tayac-Sireuil (Dordogne). gr-infos.com, abgerufen am 25. November 2025 (französisch).