La Chapelle-Saint-Jean
| La Chapelle-Saint-Jean | ||
|---|---|---|
| Staat | Frankreich | |
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Sarlat-la-Canéda | |
| Kanton | Le Haut-Périgord noir | |
| Gemeindeverband | Terrassonnais Haut Périgord Noir | |
| Koordinaten | 45° 12′ N, 1° 10′ O | |
| Höhe | 204–356 m | |
| Fläche | 3,70 km² | |
| Einwohner | 82 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 22 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24390 | |
| INSEE-Code | 24113 | |
Bürgermeisteramt (Mairie) | ||
La Chapelle-Saint-Jean (Aussprache [la ʃaˈpɛl sɛ̃ˈʒɑ̃], okzitanisch La Chapela Sent Joan) ist eine französische Gemeinde mit 82 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes Terrassonnais Haut Périgord Noir. Die Bewohner werden Chapelais und Chapelaises genannt.
Geografie
La Chapelle-Saint-Jean liegt etwa 35 Kilometer östlich von Périgueux, etwa 39 Kilometer westnordwestlich von Brive-la-Gaillarde und etwa 34 Kilometer nordnordwestlich von Sarlat-la-Canéda am östlichen Rand des Départements. Die Gemeinde befindet sich in der Région naturelle des Périgord central, Teil des touristisch benannten Périgord noir. Ihr Gebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert vom Ruisseau de la Chapelle und einem kleineren Fließgewässer.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. La Chapelle-Saint-Jean liegt auf der zweiten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus sehr hartem Kalkstein aus dem Jura, den das Meer durch chemische Karbonatsedimentation in dicken und massiven Schichten abgelagert hat.[1] Die auf dem Gemeindegebiet hervortretenden Gesteinsschichten bestehen aus Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, Mesozoikum und Paläozoikum sowie aus metamorphen Gesteinen.
Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich über eine hügelige, im Süden bewaldete Landschaft, die durch das Tal des Ruisseau de la Chapelle markant eingeschnitten wird. Die Höhe der Erhebungen übersteigen im Norden 300 m. Der topographisch höchste Punkt befindet sich mit 356 m im äußersten Norden an der Grenze zur Nachbargemeinde Nailhac und ist eine der höchsten Anhöhen des Périgord. Der tiefste Punkt mit 204 m ist im Süden beim Austritt des Ruisseau de la Chapelle aus dem Gemeindegebiet anzutreffen. Das Zentrum liegt auf dem Gipfel eines Hügelmassivs auf etwa 295 m Höhe.
Rund 60 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, hauptsächlich heterogen genutzt, etwa 40 % sind bewaldet.[2]
La Chapelle-Saint-Jean wird von folgenden drei Gemeinden umgeben:
| Nailhac | ||
| Saint-Rabier | Châtres |
Natürliche Risiken
Natürliche Risiken manifestieren sich in La Chapelle-Saint-Jean als
- Dürren
- Waldbrände
- Bodensetzungen.
Im größten Teil des Gemeindegebiets besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Plicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräten und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]
Wie die Risikokarte zeigt, ist etwa die Hälfte des Gemeindegebiets, mit dem Schwerpunkt auf den Süden und Westen von einer mittleren Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.[4]
Toponymie und Geschichte
Der Name des Dorfes wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts in der latinisierten Form Ecclesia Sancti Johannis erstmals erwähnt. Mit Saint-Jean ist hier Johannes der Täufer gemeint, der Schutzpatron der Pfarrgemeinde und dem die Kirche geweiht ist.
Beim Namensteil La Chapelle handelt es sich um die Französisierung des okzitanischen capèla, abgeleitet aus dem spätlateinischen cappa (deutsch Art von Kapuze oder Kappe, dann Mantel), verwendet dann für die Bezeichnung des Mantels vom heiligen Martin von Tours, der als Reliquie am Hof der fränkischen Könige aufbewahrt wurde. So bezog das Wort sich zunächst auf den Ort der Aufbewahrung dieser königlichen Reliquien, dann im Allgemeinen auf eine Kirche in einem privaten Anwesen. Im Altfranzösischen behielt es diese Bedeutung und wurde auch für eine Kirche verwendet, die keinen Titel einer Pfarrgemeinde trägt.
Während der Französischen Revolution trug das Dorf eine Zeit lang den Namen La chapelle la Montagne.
Das Dorf La Chapelle-Saint-Jean gehörte ab dem 12. Jahrhundert zur Benediktinerabtei Tourtoirac. Die Entdeckung einer befestigten Siedlung, des Lastours-Geländes, deutet jedoch auf eine frühere Besiedlung hin. Auf einem Steilhang wurden gallorömische Befestigungsanlagen und an anderer Stelle eine prähistorische Stätte gefunden.[5]
Das Dorf besteht aus traditionellen Steinhäusern, die in kleinen Weilern verstreut liegen. Am Dorfeingang wurde ein Malteserkreuz errichtet, das an den Durchzug der Ritter des Malteserordens durch die Gegend erinnert.[6]
Bevölkerungsentwicklung
| La Chapelle-Saint-Jean: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 128 | |||
| 1800 | 94 | |||
| 1806 | 135 | |||
| 1821 | 105 | |||
| 1831 | 149 | |||
| 1836 | 151 | |||
| 1841 | 154 | |||
| 1846 | 154 | |||
| 1851 | 157 | |||
| 1856 | 143 | |||
| 1861 | 164 | |||
| 1866 | 181 | |||
| 1872 | 171 | |||
| 1876 | 163 | |||
| 1881 | 193 | |||
| 1886 | 193 | |||
| 1891 | 169 | |||
| 1896 | 184 | |||
| 1901 | 180 | |||
| 1906 | 169 | |||
| 1911 | 162 | |||
| 1921 | 123 | |||
| 1926 | 139 | |||
| 1931 | 121 | |||
| 1936 | 120 | |||
| 1946 | 113 | |||
| 1954 | 89 | |||
| 1962 | 98 | |||
| 1968 | 67 | |||
| 1975 | 62 | |||
| 1982 | 74 | |||
| 1990 | 69 | |||
| 1999 | 62 | |||
| 2006 | 75 | |||
| 2013 | 94 | |||
| 2020 | 89 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9][10] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
- Kirche Saint-Jean-Baptiste
Wirtschaft
Erwerbstätigkeit
Im Jahre 2022 waren 33 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in La Chapelle-Saint-Jean erwerbstätig, entsprechend 70,2 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse. Die Zahl der Arbeitslosen betrug im Jahr 2022 eine Person, sechs Personen weniger als im Jahr 2016. Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 17,5 % (2016) auf 3,0 % (2022).[11]
Landwirtschaft
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[12] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 12 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 9 im Jahr 2000, auf 7 im Jahr 2010 und im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 41,7 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 263 Hektar im Jahre 1988 auf 176 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 22 Hektar auf 25,1 Hektar.[13][14][15]
Verkehr
La Chapelle-Saint-Jean liegt relativ fernab von größeren Verkehrsachsen. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum der Gemeinde mit den Weilern und mit den Nachbargemeinden.
Literatur
- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Esprit de Pays, abgerufen am 15. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 15. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Dossier des Départements der Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 15. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Natürliche Risiken. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 15. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Tanet, Hordé, Seiten 100–101, 104
- ↑ Chapelle-Saint-Jean (La) (französisch) ( vom 9. September 2016 im Internet Archive)
- ↑ Notice Communale La Chapelle-Saint-Jean. EHESS, abgerufen am 15. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2006 Commune de la Chapelle-Saint-Jean (24113). INSEE, abgerufen am 15. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2013 Commune de la Chapelle-Saint-Jean (24113). INSEE, abgerufen am 15. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2020 Commune de la Chapelle-Saint-Jean (24113). INSEE, abgerufen am 15. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Dossier complet Commune de la Chapelle-Saint-Jean (24113). INSEE, abgerufen am 15. November 2025 (französisch).
- ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 15. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in La Chapelle-Saint-Jean. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 15. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 15. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 15. Dezember 2025 (französisch).