La Chapelle-Aubareil
| La Chapelle-Aubareil La Capèla Albarèlh | ||
|---|---|---|
| Staat | Frankreich | |
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Sarlat-la-Canéda | |
| Kanton | Vallée de l’Homme | |
| Gemeindeverband | Vallée de l’Homme | |
| Koordinaten | 45° 1′ N, 1° 11′ O | |
| Höhe | 109–288 m | |
| Fläche | 19,85 km² | |
| Einwohner | 542 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 27 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24290 | |
| INSEE-Code | 24106 | |
| Website | www.la-chapelle-aubareil.fr | |
Bürgermeisteramt (Mairie) | ||
La Chapelle-Aubareil (Aussprache [la ʃaˈpɛl obaˈʁɛj], okzitanisch La Capèla Albarèlh) ist eine französische Gemeinde mit 542 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes de la Vallée de l’Homme. Die Bewohner werden Chapellois und Chapelloises genannt.
Geografie
La Chapelle-Aubareil liegt etwa 41 Kilometer südöstlich von Périgueux, etwa 14 Kilometer nordnordwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 58 Kilometer nordöstlich von Bergerac in der Région naturelle des Périgord noir, im gleichnamigen touristisch benannten Landesteil. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von den Flüsschen Grande Beune und Turançon sowie von zwei kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. La Chapelle-Aubareil liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, die aus dem Känozoikum stammen, sowie Sedimentgesteine aus dem Mesozoikum.
Das Relief des Gemeindegebiets weist eine teilweise bewaldete Hügellandschaft auf, deren Erhebungen nach Osten hin auf Höhen bis 288 m betragen. Der topografisch tiefste Punkt der Gemeinde befindet sich mit 109 m Höhe im äußersten Westen beim Austritt des Turançon aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt erhöht auf etwa 260 m.
Rund 59 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 39 % werden landwirtschaftlich, vorwiegend heterogen genutzt, rund 2 % entfallen auf bebaute Flächen.[2]
La Chapelle-Aubareil wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:
| Montignac-Lascaux | Coly-Saint-Amand | |
| Valojoulx | Saint-Geniès | |
| Tamniès | Marcillac-Saint-Quentin |
Natürliche Risiken
Naturrisiken manifestieren sich in La Chapelle-Aubareil als
- Dürren
- Waldbrände.
Im nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Plicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräten und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]
Wie die Risikokarte zeigt ist das Gemeindegebiet von keiner mittleren oder starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.[4]
Etymologie und Geschichte
Der erste Namen des Dorfes erschien in den Schriften des 13. Jahrhunderts in der Schreibweise Al Barelh. Die beiden Wortteile sind im 15. Jahrhundert zusammengezogen als Albarelh seu la landa (1406) erwähnt. Der Name (des Waldes) Barade stammt aus dem vulgärlateinischen °barra und aus dem gallischen °barro (deutsch äußerstes Ende, Gipfel). Albarelh wäre demnach eine Erhebung, die eine Barriere darstellt; das Dorf liegt in der Tat auf einem Hügel. Eine andere Hypothese verweist den Ursprung auf den Namen einer Pflanzenart. Albarelh würde demnach auf das okzitanische albar (deutsch Weidenbaum), gefolgt von einem Diminutiv -el zurückgehen, das selbst vom vulgärlateinischen °albarus (deutsch Weiß-Pappel) kommt. Letzteres leitet sich aus albus (deutsch weiß) ab, das der Französischen Sprache das Wort aube (deutsch Morgengrauen, Tagesanbruch) und der Okzitanischen Sprache alba mit derselben Bedeutung gegeben hat.
Der Teil La Chapelle des Ortsnamens wurde später hinzugefügt. Es handelt sich um die Französisierung des okzitanischen capèla, abgeleitet aus dem spätlateinischen cappa (deutsch Art von Kapuze oder Kappe), dann Mantel, verwendet dann für die Bezeichnung des Mantels vom heiligen Martin von Tours, aufbewahrt als Reliquie am Hof der fränkischen Könige. So bezog das Wort sich auf den Ort der Aufbewahrung der königlichen Reliquien, dann auf eine Kirche in einem privaten Anwesen. Im Altfranzösischen behielt es diese Bedeutung und wurde auch für eine Kirche verwendet, die keinen Titel einer Pfarrgemeinde trägt.[5]
Im Dorf sind mehrere prähistorische Stätten bekannt, die durch den Fund von Feuersteinwerkzeugen belegt sind. Ein Münzschatz aus römischer Zeit wurde 1937 entdeckt und zeugt von der kontinuierlichen Besiedlung des Ortes.
Das Dorf La Chapelle-Aubareil entwickelte sich um seine Kirche herum. Im Mittelalter unterstand La Chapelle-Aubareil dem Erzpriestertum Saint-André-d’Allas im Bistum Sarlat. Im 13. Jahrhundert gehörte es den Herren von Salignac, die das Lehen bis ins 16. Jahrhundert innehatten. Diese Seigneurs bekleideten nacheinander höchste Ämter, sei es in der Regierung der Region und der umliegenden Gebiete, am Hof, in Gesandtschaften oder im Heer. 1545 heiratete Jeanne de Salignac Armand de Gontaud Biron und brachte ihm das Baronat Salignac als Mitgift ein.[6]
Die Überreste eines mittelalterlichen Turms, der möglicherweise aus dem 15. Jahrhundert stammt, zeugen von der Existenz einer herrschaftlichen Burg, die bereits im 13. Jahrhundert unter dem Namen „Repaire noble du Bareil“ erwähnt wurde.
Im Januar 1944 ließ sich die erste Maquis-Gruppe der Montignacois, das Kommando "Jacquou le Croquant", mit Unterstützung des Bürgermeisters in La Chapelle-Aubareil nieder und wurde zu einem Zentrum des Widerstands gegen die Milice française und die Gestapo.[7]
Bevölkerungsentwicklung
| La Chapelle-Aubareil: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 802 | |||
| 1800 | 744 | |||
| 1806 | 776 | |||
| 1821 | 758 | |||
| 1831 | 900 | |||
| 1836 | 916 | |||
| 1841 | 930 | |||
| 1846 | 978 | |||
| 1851 | 993 | |||
| 1856 | 995 | |||
| 1861 | 968 | |||
| 1866 | 956 | |||
| 1872 | 900 | |||
| 1876 | 894 | |||
| 1881 | 840 | |||
| 1886 | 770 | |||
| 1891 | 766 | |||
| 1896 | 695 | |||
| 1901 | 653 | |||
| 1906 | 659 | |||
| 1911 | 640 | |||
| 1921 | 516 | |||
| 1926 | 509 | |||
| 1931 | 511 | |||
| 1936 | 501 | |||
| 1946 | 463 | |||
| 1954 | 454 | |||
| 1962 | 386 | |||
| 1968 | 333 | |||
| 1975 | 280 | |||
| 1982 | 308 | |||
| 1990 | 330 | |||
| 1999 | 373 | |||
| 2006 | 439 | |||
| 2013 | 516 | |||
| 2020 | 533 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[8] INSEE ab 2006[9][10][11] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
- Kirche Saint-Loup aus dem 17. Jahrhundert
- Turm aus dem 13. Jahrhundert, Überbleibsel einer Burg
- Herrenhaus L’Air aus dem 18./19. Jahrhundert
- Ehemaliges Rathaus
-
Kirche Saint-Loup
-
Turm aus dem 13. Jahrhundert, Überbleibsel einer Burg
-
Ehemaliges Rathaus von La Chapelle-Aubareil
Bildung
Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Grundschule (École élémentaire).[12]
Wirtschaft
Erwerbstätigkeit
Im Jahre 2022 waren 267 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in La Chapelle-Aubareil erwerbstätig, entsprechend 82,0 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (84,4 %) höher war als bei den Frauen (79,5 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 48 Personen im Jahr 2022 höher als im Jahr 2016 (35). Die Arbeitslosenquote stieg entsprechend von 14,1 % (2016) auf 17,8 % (2022).[13]
Branchen und Betriebe
63 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in La Chapelle-Aubareil wirtschaftlich aktiv:[13]
| Branche | ||
|---|---|---|
| Anzahl | % | |
| Gesamt | 63 | |
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 2 | 3,2 % |
| Baugewerbe | 7 | 11,1 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 21 | 33,3 % |
| Information und Kommunikation | 1 | 1,6 % |
| Finanzen und Versicherungen | 1 | 1,6 % |
| Immobilien | 3 | 4,8 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 17 | 27,0 % |
| Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 5 | 7,9 % |
| Andere Dienstleistungen | 6 | 9,5 % |
Landwirtschaft
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[14] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 35 bei der Landwirtschaftszählung von 1988, auf 34 im Jahr 2000, auf 20 im Jahr 2010 und auf 12 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 65,7 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verkleinerte sich von 577 Hektar im Jahre 1988 auf 441 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg hingegen von 16,5 Hektar auf 36,7 Hektar.[15][16][17]
Verkehr
La Chapelle-Aubareil liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und den Nachbargemeinden.
Literatur
- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 9. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 9. Dezember 2024 (französisch).
- ↑ Dossier des Départements der Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 9. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Natürliche und technologische Risiken von La Chapelle-Aubareil. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 9. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Tanet, Hordé, Seiten 100–101
- ↑ La Chapelle-Aubareil (französisch) ( vom 9. September 2016 im Internet Archive)
- ↑ De la lettre de Mémé au maquis Jacquou le Croquant. (PDF) cdm24.fr, S. 46, abgerufen am 9. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Notice Communale La Chapelle-Aubareil. EHESS, abgerufen am 9. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2006 Commune de la Chapelle-Aubareil (24106). INSEE, abgerufen am 9. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2013 Commune de la Chapelle-Aubareil (24106). INSEE, abgerufen am 9. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2020 Commune de la Chapelle-Aubareil (24106). INSEE, abgerufen am 9. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ École élémentaire. Nationales Bildungsministerium, abgerufen am 9. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ a b Dossier complet Commune de la Chapelle-Aubareil (24106). INSEE, abgerufen am 9. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 9. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in La Chapelle-Aubareil. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 9. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 9. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 9. Dezember 2025 (französisch).