Châtres (Dordogne)
| Châtres En Chastre | ||
|---|---|---|
| Staat | Frankreich | |
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Sarlat-la-Canéda | |
| Kanton | Le Haut-Périgord noir | |
| Gemeindeverband | Terrassonnais Haut Périgord Noir | |
| Koordinaten | 45° 11′ N, 1° 12′ O | |
| Höhe | 157–334 m | |
| Fläche | 12,20 km² | |
| Einwohner | 180 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 15 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24120 | |
| INSEE-Code | 24116 | |
Bürgermeisteramt (Mairie) | ||
Châtres (, okzitanisch En Chastre) ist ein Ort und französische Gemeinde mit 180 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes Terrassonnais Haut Périgord Noir. Die Bewohner werden Châtriers und Châtrières genannt.
Geografie
Châtres liegt etwa 38 Kilometer östlich von Périgueux, etwa 26 Kilometer westnordwestlich von Brive-la-Gaillarde und etwa 33 Kilometer nördlich von Sarlat-la-Canéda am östlichen Rand des Départements. Die Gemeinde befindet sich in der Région naturelle des Périgord central, Teil des touristisch benannten Périgord noir. Châtres ist im engeren Sinne kein Zentrum der Gemeinde, sondern nur eine Ansammlung von Häusern. Das eigentliche Zentrum liegt mit Kirche und Bürgermeisteramt im Dorf les Nébouts etwa einen halben Kilometer entfernt.
Châtres liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von den Flüsschen Taravellou, Forêt, Ruisseau des Lions und Ruisseau de la Chapelle sowie verschiedenen kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Châtres liegt im äußersten nordöstlichen Abschnitt, der den letzten Ausläufer des Zentralmassivs bildet, und besteht aus kristallinen Gesteinen, die im Paläozoikum, vor dem Karbon, entstanden sind.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum sowie anderen Gesteinen aus dem Mesozoikum und Paläozoikum.
Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich über eine hügelige, bewaldete Landschaft, die durch die Flusstäler markant eingeschnitten wird. Der topographisch höchste Punkt befindet sich mit 334 m im Nordwesten beim Weiler Larres. Der tiefste Punkt mit 157 m ist im äußersten Süden beim Austritt des Taravellou aus dem Gemeindegebiet anzutreffen. Das Zentrum in les Nébouts liegt auf etwa 329 m Höhe.
Rund 59 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 41 % werden landwirtschaftlich, hauptsächlich als Grünland genutzt.[2]
Châtres wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:
| Nailhac | Badefols-d’Ans | |
| La Chapelle-Saint-Jean | Villac | |
| Saint-Rabier | Peyrignac |
Natürliche Risiken
Natürliche Risiken manifestieren sich in Châtres als
- Dürren
- Waldbrände
- Bodensetzungen
- Radonemanationen.
Im nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Plicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräten und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]
Wie die Risikokarte zeigt, ist etwa die Hälfte des Gemeindegebiets von einer mittleren Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 2018 und 2022 sind als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt.
In einigen Teilen des Landes kann Radon, das sich in manchen Häusern und anderen Gebäuden ansammelt, eine erhebliche Belastung für die Bevölkerung durch ionisierende Strahlung darstellen. Laut der Klassifizierung von 2018 ist die Gemeinde Châtres der Stufe 3 von 3 zugeordnet, was bedeutet, dass dort ein erhöhtes Radonpotenzial besteht. Technische Lösungen zur Reduktion der Radonexposition sollten individuell für jedes Gebäude ausgewählt und angepasst werden. Nach der Umsetzung dieser Maßnahmen wird empfohlen, deren Wirksamkeit durch erneute Radonmessungen zu überprüfen.[4]
Etymologie und Geschichte
Der Name des Dorfes wurde zu Beginn des 11. Jahrhunderts in der latinisierten Form Castra erstmals erwähnt (1025). in der Folge in einem Kirchenregister des 13. Jahrhunderts, diesmal im Zusammenhang mit der Kapelle Saint-Nicolas in Capella Sancti Nicholai de Castris. Châtres ist hier eine Französisierung des mittellateinischen castras im 9. Jahrhundert (deutsch befestigte Stadt oder Dorf), im klassischen Latein steht castra für ein Lager, Plural von castrum (deutsch befestigter Ort). Der Übergang von ca- nach cha- ist charakteristisch für die langues d’oïl in Nordfrankreich, kommt aber auch im Nordokzitanischen vor, im reinen Okzitanischen wird dagegen das ca- beibehalten, wo castra ein römisches Militärlager bezeichnete.[5]
Die frühe Besiedlung des Ortes Châtres wird durch die Entdeckung gallorömischer Gräber beim Weiler Larres belegt. Doch erst die örtliche Abtei ermöglichte dem Dorf seinen Aufschwung. Die dem Augustinerorden zugehörige Abtei Notre-Dame de Châtres wurde 1077 von einem Grafen des Périgord gegründet.
Während des Hundertjährigen Krieges (1337–1453) litt Châtres unter der englischen Besatzung. Abtei und Burg wurden zerstört, und das Dorf wurde schwer verwüstet. Pierre Tesserot de Segonzac ordnete den Wiederaufbau der Gebäude an. Mit der Zeit erholte sich der Ort und nahm seine Aktivitäten wieder auf.[6]
In Teilen wieder aufgebaut, war die Abtei im Jahr 1712 in beklagenswertem Zustand; ein Reisender berichtete, es gäbe weder eine Kirche noch Mönche. Im Jahr 1791 wurden während der Französischen Revolution die Gemäuer als Nationalgut verkauft. Die vernachlässigten Gebäude verfielen bald, und die Bewohner der benachbarten Dörfer entdeckten dort einen Steinbruch mit fertigen Steinen, aus dem sie sich einen reichlichen Vorrat beschaffen konnten.[7]
Bevölkerungsentwicklung
| Châtres: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 369 | |||
| 1800 | 373 | |||
| 1806 | 448 | |||
| 1821 | 471 | |||
| 1831 | 481 | |||
| 1836 | 523 | |||
| 1841 | 585 | |||
| 1846 | 600 | |||
| 1851 | 537 | |||
| 1856 | 525 | |||
| 1861 | 532 | |||
| 1866 | 554 | |||
| 1872 | 586 | |||
| 1876 | 560 | |||
| 1881 | 564 | |||
| 1886 | 514 | |||
| 1891 | 451 | |||
| 1896 | 525 | |||
| 1901 | 510 | |||
| 1906 | 507 | |||
| 1911 | 514 | |||
| 1921 | 300 | |||
| 1926 | 292 | |||
| 1931 | 312 | |||
| 1936 | 302 | |||
| 1946 | 234 | |||
| 1954 | 232 | |||
| 1962 | 220 | |||
| 1968 | 226 | |||
| 1975 | 187 | |||
| 1982 | 173 | |||
| 1990 | 181 | |||
| 1999 | 161 | |||
| 2006 | 165 | |||
| 2013 | 190 | |||
| 2020 | 184 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[8] INSEE ab 2006[9][10][11] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
- Der Turm der im 19. Jahrhundert in neoromanischem Stil an der Stelle der abgerissenen Kapelle Saint-Nicolas errichteten Pfarrkirche Notre-Dame-de-la-Nativité dominiert das Ortsbild. Eine Statue der Gottesmutter befindet sich im oberen Teil der Fassade.
- Das Schloss La Forêt datiert aus dem 18. Jahrhundert, als die Seigneurs von Peyrignac zugleich auch die Seigneurs von La Forest waren. Dieses Schloss war einst auch der Wohnsitz von Gabriel Lagrange, Architekt und Bürgermeister von Châtres. Es ist ein Anwesen mit einem kleinen quadratischen Turm.[12]
Wirtschaft
Erwerbstätigkeit
Im Jahre 2022 waren 77 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Châtres erwerbstätig, entsprechend 72,2 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse. Die Zahl der Arbeitslosen war mit neun Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (14). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 17,7 % (2016) auf 11,5 % (2022).[13]
Branchen und Betriebe
10 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Châtres wirtschaftlich aktiv:[13]
| Branche | ||
|---|---|---|
| Anzahl | % | |
| Gesamt | 10 | |
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 1 | 10,0 % |
| Baugewerbe | 1 | 10,0 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 2 | 20,0 % |
| Immobilien | 1 | 10,0 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 3 | 30,0 % |
| Andere Dienstleistungen | 2 | 20,0 % |
Landwirtschaft
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Haltung von Schweinen und Geflügel.[14] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 19 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 17 im Jahr 2000, auf 12 im Jahr 2010 und auf 6 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 68,4 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 364 Hektar im Jahre 1988 auf 234 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg signifikant von 19,2 Hektar auf 39,1 Hektar.[15][16][17]
Verkehr
Châtres liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum der Gemeinde mit den Weilern und mit den Nachbargemeinden.
Literatur
- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Esprit de Pays, abgerufen am 16. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 16. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Dossier des Départements der Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 16. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Natürliche Risiken. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 16. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Tanet, Hordé, Seite 106
- ↑ Châtres (französisch) ( vom 9. September 2016 im Internet Archive)
- ↑ Abbaye de Châtres. In: Les archives du Périgord dans les bulletins de la Société d'Histoire et d'Archéologie du Périgord (1874-1937). 1903, S. 69–78, abgerufen am 16. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Notice Communale Châtres. EHESS, abgerufen am 16. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2006 Commune de Châtres (24116). INSEE, abgerufen am 16. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2013 Commune de Châtres (24116). INSEE, abgerufen am 16. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Populations légales 2020 Commune de Châtres (24116). INSEE, abgerufen am 16. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Château de la Forêt à Châtres. chateau-fort-manoir-chateau.eu, abgerufen am 16. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ a b Dossier complet Commune de Châtres (24116). INSEE, abgerufen am 16. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 16. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Châtres. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 16. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 16. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 16. Dezember 2025 (französisch).